Freitag, 14. Oktober 2016

Schlechter Traum wurde wahr

Mein Herr weckte mich mit einem seiner leider typischen Patscher auf meinen Kopf, auf die ich gut verzichten kann und erkundigte sich: „Tal Bita… wie geht es meiner Bita?“ Args, hörte ich tatsächlich richtig und mein schlechter Traum von der Beerdigung des „D“ neben dem „n“ war keiner, sondern wahr??? Um meine Fassung ringend versuchte ich etwas Zeit zu schinden und antwortete mit der ungläubigen Gegenfrage: „Du willst wirklich wissen, wie es deiner Sklavin geht, mein Herr?“ „Ja genau, Bita, das will ich wissen“, nahm mir den letzten Funken Hoffnung und ließ mich den Entschluss fassen, meinem Herrn keine allzu genauen Auskünfte darüber zu geben, was in mir vorging, denn ich war mir sehr sicher, dass ihn das sowieso nicht interessierte. 

Da mir außerdem wirklich nicht klar war, wie ich ausdrücken sollte, dass ich mich total beschissen fühlte, bat ich nun darum zu erfahren, warum mein Herr das wissen wollte. Es schien mir angebracht, auf der Hut zu sein, war meine Offenheit doch auch schon nach hinten losgegangen. Fast wie erwartet, lautete die Antwort, ich habe seine Befehle zu befolgen, sodass ich nun eingestand, schlecht geschlafen zu haben… stimmte wirklich. Mein Herr stellte dann diverse Fragen über mögliche Ursachen meines Schlafproblems, die ich alle verneinend wahrheitsgetreu beantwortete, denn ich lüge nie und zuletzt wollte er wissen, ob ich womöglich schlecht geträumt hatte. Damit kam er der Sache sehr nahe, über die ich jedoch nicht sprechen konnte, weil es einfach zu weh tat und sich eh nichts ändern würde.

„Vielleicht mein Herr... vielleicht sind mir zu viele Dinge durch den Kopf gegangen…?“ wand ich mich und gab nach der Frage „Was ist dir denn durch den Kopf gegangen… könnte das an der Sache gelegen haben, die kurz vor dem Nachhause gehen passiert ist?“ nur vage von mir, dass mein schlechtes Schlafen doch nicht wichtig ist. „Stimmt, aber ich erwarte, dass du dich nun an das „B“ und an das „t“ gewöhnst… zieh dir was an, wir gehen etwas raus.“ Damit war endgültig klar, ich hatte nicht geträumt und war in „Bita“ umbenannt worden. Jedes weitere Wort dazu erübrigte sich, um nicht vom Regen noch in die Traufe zu fallen und außerdem klang das Brummen meines Herrn sowieso eindeutig danach, dass das Thema beendet war, während er nach draußen stampfte, um dort auf mich zu warten.


Ich mag zwar gerne nackt sein oder sehr freizügig bekleidet, doch vermutlich führte mein neuer Name dazu, dass ich mir mein Oberteil am liebsten bis zum Hals hochgezogen hätte. Das gelang zwar nicht, meine Brüste waren allerdings komplett bedeckt. Erstaunlicherweise bemerkte mein Herr dies sofort und schmunzelte: „Bita, es wird wohl kühler?“ Ohje, selbstverständlich beeilte ich nun zu beteuern, wie herrlich warm es doch ist, denn dicke Sachen anzuziehen ist nicht mein Ding und die zurzeit bevorzugten Gespräche der Freien über die kommende kalte Jahreszeit und mögliche Schneehöhen, finde ich total schrecklich. „Dann zeig deine Brust, sonst mach ich eine Klammer an den Nippel“, ließ den Stoff sofort wieder nach unten wandern und wurde mit zufriedenem Brummen und Kneten meiner linken Brust belohnt.

Es ging zum Hafen, wo mein Herr auf seinem Lieblingsplatz vor der Taverne Platz nahm und einen großen Kalana bestellte, sodass ich als erstes testete, ob in einen Kelch genauso viel Flüssigkeit hinein ging wie in einen Becher, was natürlich nicht der Fall war.

Da er keinen Wert auf das Trinkgefäß legte, sondern ausschließlich auf den Inhalt, servierte ich ihm seinen Kalana in einem Becher und kam nicht nur in den Genuss, die Hand meines Herrn sanft streichelnd auf meinem Körper zu spüren, sondern ich wurde sogar gelobt.

Vermutlich sah man meinen leicht geröteten Wangen an, wie sehr ich mich darüber freute. „Sehr gut kleine Bita, ich bin sehr zufrieden… vor allem mit dir. Du gehörst mir und ich bin sicher, dass meine Sklavin mich nicht enttäuschen wird… rutsch noch näher zu mir, Bita.“

Die Plätze am Hafen waren an diesem Tag übrigens sehr begehrt und mein Herr nutzte die irritierte Nachfrage des Sattlers, wer denn nun „Bita“ ist, ihn darüber zu informieren, dass er keine neue Sklavin hat, sondern anstelle eines „n“ ein „B“ gefunden und verteil hatte. "Hauptmann, das klingt mindestens genauso bescheuert wie „Dita“... du scheinst sie wohl nicht zu mögen“, kommentierte der Herr diese Information breit grinsend, nachdem er zuerst spontan die Augen verdreht hatte, weil er die Endung "ita" wegen dem „t“ nicht passend und zu hart für einen Sklavennamen findet. Er meinte, andernfalls würde er Laya nämlich „Latta“ nennen.

„Nein Sattler, im Gegenteil… ich habe sie umbenannt, weil sie meine Kettenerste ist… „B“ ist fast ganz vorne im Alphabet und Aita klingt schlechter“. Das fand der Sattler anscheinend nicht: „Nee... klingt etwas exotischer, finde ich… aber ist deine Sache“. Mein Herr kam tatsächlich etwas ins Grübeln und versuchte nun zusätzlich vom sich gerade dazu gesellenden Bauern zu erfahren: „Nila, was klingt schöner… Aita oder Bita?“ „Frag mich nicht, du weißt was ich von deiner Namensgebung halte, mein Freund“. Damit war das Thema erst einmal beendet, wurde mit dem Auftauchen der Gnädigsten noch einmal kurz aufgewärmt, die erst erstaunt annahm, mein Herr hätte schon wieder gesammelt, bis ihr dann meine Umbenennung klar wurde. Sie schlug übrigens A-ita vor, also das „A“ etwas deutlicher zu betonen.


Wie gut, dass die Diskussion um Namen, die in meinen Ohren alle nicht gut klangen, endlich vertagt wurde, als die Fähre mit einem Krieger anlegte, den ich schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte und der mich sichtlich überrascht mit „Dina? Bist Du es wirklich? Tal Kleines!“ begrüßte. Juhuuu, er wusste nicht, dass ich eine „ita“ geworden war, was mir natürlich runter lief wie Öl, auch wenn ich erklären musste, dass ich es zwar bin aber eben doch nicht mehr. Es war der frühere Herr einer der weggelaufenen Kajirae meines Herrn. Er hatte sie seinerzeit von meiner ehemaligen Herrin übernommen, nachdem das Mädchen aus Freundschaft für besagten Krieger eine ganze Weile bei ihr in Obhut gewesen war. Vor sehr langer Zeit hatte sie sich wegen des Rarius übrigens sogar ein rotes Kleid zugelegt… aber das ist eine andere Geschichte.

Lustig war zu sehen, welche Wirkung der Krieger auf die sonst immer sehr schweigsame Gnädigste hatte. Sie schaute zwar etwas irritiert zu mir hinüber, da ich ihn offensichtlich kannte und tuschelte mit meinem Herrn später auch kurz darüber, hieß ihn aber wie eine Gastgeberin willkommen… lud ihn ein, sich dazu zu setzen… befahl mir, ihn zu bedienen, obwohl ich meinem Herrn gerade einen Teller mit Pasteten anreichte… stellte sich noch vor meinem Herrn vor… erkundigte sich nach dem Namen des Rarius und was ihn nach Jorts Fähre führt… pries die vielfältigen Arbeiten des Sattlers und den weit und breit besten Paga des Brauers oder die Schuhe der Schumacherwirtin… und, und, und. Sie benahm sich jedenfalls total aufgekratzt. 

Doch das geht mich natürlich nichts an und meinem Herrn ist es wahrscheinlich nicht weiter aufgefallen, wie ungewöhnlich seine Gefährtin sich benahm… vielleicht beschäftigte ihn ja immer noch ihr Vorschlag A-ita? Lieb fand ich übrigens, dass Eo sich beim Verabschieden zu mir herunter beugte und mir noch zuflüsterte: „Ich hoffe es wird das, was du dir wünschst.“ Doch mir blieb leider nur zu antworten: „Danke dir… aber das Wünschen habe ich inzwischen beerdigt“.

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