Sonntag, 20. November 2016

Eine glückliche Ehn…

…und eine verkürzte, weniger glückliche.

Um nicht enttäuscht zu sein, falls es doch anders kommt als geplant, mochte ich der Ankündigung meines Herrn irgendwie nicht wirklich trauen… dabei glaube ich ihm eigentlich alles. Doch an diesem Abend sah es wirklich so aus, als ob sein Vorhaben sich tatsächlich bewahrheiten sollte. Sich am Hintern kratzend brummte er nämlich meinen Namen und stellte dann zum ich weiß nicht wie vielten Mal die vollkommen überflüssige Frage, ob genügend heißes Wasser da ist für ein Bad. Selbstverständlich war das der Fall und zwar seit etlichen Hand schon, nämlich seitdem mein Herr sich zu einer eigenen Badewanne entschlossen hatte.


Kurz erkundigte ich mich allerdings trotzdem noch, ob er tatsächlich gedachte diese nun einzuweihen, erhielt jedoch zur Antwort: „Nein ich möchte zu den Monden Gors fliegen.“ Entsprechend beeilte ich mich natürlich, den großen Topf mit dem kochend heißen Wasser nach oben zu schleppen und für eine angenehme Badetemperatur kühles Wasser in die Wanne zu pumpen, während mein Herr sich mit Blick auf den Wasserdampf inzwischen zierte: „In zu heißes Wasser setze ich mich nicht… das überlasse ich Sklaven, die nicht brav sind.“ 

Letztendlich konnte ich ihn von der Wassertemperatur soweit überzeugen, dass ich tatsächlich beim Ausziehen helfen durfte… er war ernsthaft gewillt seine Anschaffung zu testen! Während ich vorsichtshalber noch eine erneute Temperaturkontrolle durchführte erkundigte ich mich, ob mein Herr traditionell zu baden gedachte. Ich glaubte zwar nicht, dass er das ganze Prozedere mit Einweichen, Ölen und allem was zu Strigil und Co. dazu gehört, über sich ergehen lassen wollte, aber wer viel fragt bekommt viel zu wissen.

„Ich werde heute verwöhnbaden, Arya. Etwas wärmer ist zwar immer gut, aber heute werde ich mich an dir wärmen.“ Oha, nach dieser Aussage gab es natürlich nichts mehr zu fragen. Ich angelte mir die bereitgelegten Badeutensilien und stieg zu meinem sich inzwischen im herrlichen Wasser räkelnden Herrn in die Wanne.


Sein Brummen klang sehr zufrieden, während ich mich erst mit dem Schwamm und schließlich mit sanft massierenden Händen ins Zeug legte, um ihn zu verwöhnen: „Arya, das ist angenehm… hätten wir schon viel früher machen sollen!“ Selbstverständlich widmete ich mich seinem Ganzkörper-Verwöhnprogramm mit aller mir zur Verfügung stehenden rotseidenen Hingabe. „Du taugst auf jeden Fall als Badesklavin, Arya… du hast gute Fingerchen“. 

Danach ging sein noch um einiges gesteigertes, äußerst wohliges Brummen schließlich in zufriedenes Stöhnen über, das nicht nur mein Sklavenfeuer entsprechend anheizte, sondern auch die Wassertemperatur… konnte ja eigentlich nicht sein, kam mir aber trotzdem so vor. Ich gebe zu, am liebsten hätte ich meinem Herrn noch ahnlang meine rotseidenen Fähigkeiten als Badesklavin gezeigt und im Gegensatz zu ihm wäre es mir dabei vollkommen egal gewesen, ob meine Finger zu Waschfrauenfingern zusammenschrumpelten. 

Am Wundervollsten fand ich natürlich seine besitzergreifende Art, mit der mein Herr mich schließlich an den Haaren packte und sich gleichzeitig hochstemmte. Damit zeigte er mir nicht nur seine Macht sondern auch, wonach ihm nun der Sinn stand, bis er schließlich vollkommen tiefenentspannt meinte: „Baden ist sehr entspannend… aber nun habe ich genug vom Wasser. Ich denke, ich genehmige mir noch einen gute Nacht Paga am Hafen!“

Nachdem mein Herr wieder angekleidet war, beeilte ich mich selbstverständlich damit, die Wanne schnell noch von kleinen, darin herumschwimmenden Hauptmännern zu reinigen, bevor ich seinen Befehl befolgte und mir eilig etwas Hübsches anzog, denn inzwischen war ungeduldiges Brummen zu hören. 

Die glückliche Ehn, die mein Herr zuhause mit seinem Eigentum in der Wanne verbracht hatte, war zwar bereits vorbei, dennoch traf er am Hafen nicht zu spät ein für eine weitere glückliche Ehn… er wurde vom Schmied nämlich auf einen Paga eingeladen. Naja, leider wurde diese Ehn zu einer sehr kurzen und endete nicht allzu glücklich.

Nachdem mein Herr den ersten Schluck seines Pagas intus hatte, nutzte er nämlich die Gelegenheit, um sich zu erkundigen: „Schmied, ich habe da etwas von der Schreiberin gehört… die will was von mir, weil du was willst… glaube ich.“ So wirklich klar war dem Herrn darauf offensichtlich nicht, worum es sich bei diesen rätselhaften Worten handelte. 

Doch letztendlich stellte sich heraus, es ging um die Auflösung seines Gefährtenvertrags, weil seine Gefährtin mit seinen Kindern seit mehr als eineinhalb Märkten verschollen ist und dass er nun beabsichtigt, sein Haus in der Oberstadt aufzugeben. Soweit war alles nachvollziehbar.

Leider erzählte der Schmied dann, dass er überlegt, zum Schutz aller Bewohner den Heimstein zu verlassen, nachdem mein Herr ihm vor kurzem doch von Kopfjägern und Schuldeneintreibern berichtet hatte, die hinter ihm her sein sollen. „Tja… also Schmied, da habe ich eine verdammt gute Nachricht für dich jetzt! Das musst du nicht machen, es waren nämlich keine Kopfgeldjäger da, dafür sehr viele Besucher, die einen Schmied gesucht haben… ich habe dich nur etwas hoch genommen!“


Ohje, nach diesen Worten meines Herrn nahm die Gesichtsfarbe des Schmieds schlagartig eine ungesunde Farbe an und der Herr sah aus, als würde er gleich platzen. Seinen Kelch auf den Boden werfend, machte er sich erbost Luft und brüllte meinen Herrn so laut an, dass man es vermutlich in Ar hören konnte: „Weißt du nicht, dass man mit sowas nicht scherzt!?!“ 

Während der Brauer umgehend sein Schild zur Abwehr etwaiger Flugobjekte zurechtrückte, ich schnell hinter meinem Herrn in Deckung ging, donnerte der Schmied weiter: „Ich überlege den Heimstein zu verlassen, um ihn zu schützen… ich habe meinen Nachlass geregelt… ich habe.........“ 

Die Aufzählung, die nun kam, war wirklich sehr lang und so wie der Schmied meinen Herrn anranzte, wurde mehr als deutlich, wie obersauer er war. Er hatte offensichtlich Null Verständnis dafür, was mein Herr als „Spaß unter Männern“ abtun wollte und knallte schließlich eine Handvoll Münzen auf den Tisch. 

„Wenn man davon ausgehen muss, dass das Leben von Freunden in Gefahr ist, hört der Spaß bei mir auf!“ Damit lief er oberstinkig Richtung Schmiede davon. 

Der Kommentar des Brauereikriegers fasste treffend zusammen: „Hmmm… das ging in die Hose, Hauptmann“.

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