Dienstag, 8. November 2016

Kleinigkeiten

Ohne auch nur einen Hauch von schlechtem Gewissen verbrachte ich den Tag mit Nichtstun auf dem herrlich weichen Fell meines Herrn… er hatte nämlich vergessen, die Kette zu lösen, mit der er mich am Abend zuvor am Sklavenring angeschlossen hatte, war aber trotzdem offensichtlich bestens gelaunt. Er benutzte bei meiner Begrüßung nämlich nicht nur das schöne kleine Wort „meine“, sondern wuschelte mir zusätzlich sehr sanft durch meine Haare, nachdem er die Kette an meinem Kragen geöffnet hatte und wollte wissen: „Arya, habe ich etwas verpasst, während du hier auf mich gewartet hast?“ 

Na klar hatte er etwas verpasst. Wahrheitsgetreu antwortete ich also „ja mein Herr“, lächelte ihn kess an und strich langsam mit gespreizten Fingern meine durchgewuschelten Haare zurück, um ihm sein Eigentum möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Wie vorausgesehen wollte mein Herr von mir jetzt natürlich wissen, was er denn verpasst hatte. „Den Anblick deiner nackten Sklavin mein Herr!“ strahlte ich ihn an. Breit schmunzelnd befahl er mir nach einer kurzen Musterung dann jedoch, mir etwas anzuziehen, da er zu einem Rundgang aufbrechen wollte.

Wie meistens ging es erst einmal an den Hafen… weder in noch vor der Taverne war jedoch jemand zu sehen. Also weiter zum Marktplatz, wo wir auf dem Brauereihof den Brauer entdeckten, der sich an seinen Kesseln zu schaffen machte. Bereits am Vortag war mir aufgefallen, dass der Herr wärmere Kleidung trug… leider auch unpraktische, lange Hosen, wie man sie eigentlich nur bei Nordleuten sieht oder wenn die Priesterkönige Jorts Fähre einen kalten Winter mit Schnee bescheren. Auf meine besorgte Frage meinte der Herr, es sei frischer geworden. 

Hmmm… das fand ich eigentlich nicht und auch meinem Herrn war zum Glück nicht kalt, doch hatte er ja mich und mein Anschmiegen. Dass der Brauereikrieger ohne Mobilheizung leichter fröstelte, war also nachvollziehbar und leider ist unklar, wann Sancari wieder zurück sein wird. Der Vorschlag meines Herrn, vorsichtshalber noch mal Paga und Ale gegen Schnee durch Herunterschlucken zu opfern, fand natürlich sofort Zustimmung. Paga und Ale schmecken selbstverständlich auch im Gasthaus oder sogar im Stehen, doch die beiden Männer entschieden sich nun für die Sitzplätze vor der Taverne.

Wenn viel los ist und ich mich als einzige Kajira um die Bedienung diverser Freier kümmern muss, bleibt leider kaum Zeit für längere Serves mit ein wenig rotseidener Hingabe. Wobei sich dies bei manchen Männern oder auch situationsbedingt einfach nicht lohnt und Binas vor die Tarsk wäre… doch das bekomme ich immer sehr schnell heraus. An diesem Abend bot es sich jedoch an, meinen Herrn mit ein bisschen mehr Sklavenfeuer zu erfreuen, was ihm offensichtlich auch sehr gefiel, denn ich wurde mit wundervollen Berührungen belohnt, die es in sich hatten und es in meinem Innern heiß kribbeln ließen.

Die beiden Nordleute zeigten sich an diesem Abend übrigens nicht oder waren vielleicht inzwischen auch abgereist. Dafür gesellte sich der Kriegerbauer dazu… eine perfekte Gelegenheit für meinen Herrn, über eine Angelegenheit des Stadtrates, nämlich die Lohnvorstellungen der Schreiberin mit ihm zu sprechen. Da seine beiden Kajirae anscheinend noch auf dem Hof zu tun hatten und bei einem so trockenen Thema wie Haushalt und Belastung der Stadtkasse sicherlich eine feuchte Kehle von Vorteil wäre, bot ich dem Herrn an, ihm einen Kalana oder ein anderes Getränk zu servieren. Wobei ich den Kriegerbauern noch nie etwas anderes als Kalana trinken sehen habe.

Offensichtlich bestens gelaunt machte der Herr es äußerst spannend: „Ähhmmm… ich nehme heute… ausnahmsweiiiiseeeeee aber nur………“ „Einen Kalana, Herr?“ kürzte ich die Entscheidungsfindung spitzbübisch schmunzelnd ab und erhielt tatsächlich die Bestätigung: „………doch nichts anderes, als einen Kalana!“ Bei dieser oberschwierigen Entscheidung lachte er mich herzlich an, sodass ich mir einen bezirzenden Blick einfach nicht verkneifen konnte, dann aber eilig in die Taverne flitzte, begleitet von den belustigten Stimmen der beiden Männer: „…woher sie das nur wusste!“ „Arya ist verdammt gut im Raten… hehe, ich bin von den fast hellseherischen Fähigkeiten meiner Kajira überrascht!“ 

Tja, selbstverständlich bin ich immer sehr bemüht, meinem Herrn Ehre zu bereiten, indem ich mir die bevorzugten Getränke von Freien merke und ihnen gut diene. Doch es hat schon was, wenn Männerblicke den Weg ihres Getränks in meinen Händen verfolgen, den es über meine weiblichen Rundungen nimmt, die ich ihnen mit durchgedrücktem Rücken möglichst vorteilhaft zu präsentieren versuche und sie mir ihre Zufriedenheit über mein Tun zeigen. Diese Blicke, ein Lächeln oder das sanfte Berühren meiner Wange sind eigentlich nur Kleinigkeiten, die ich wirklich nicht erwarte, weil ich doch nur eine unwichtige Kajira mit dem gewünschten Getränk bin. Wenn sie aber trotzdem passieren oder ich sogar „süßes Ding“ genannt werde, ist es einfach schön und ich freue mich riesig.


Lustig fand ich, kaum hatte sich mein Herr mit dem anderen Ratsmitglied in Sachen Schreiberin abgestimmt, tauchte die Frau auf. Aber solche Zufälle gibt es nun mal. Ebenfalls erheiternd fand ich ihre Korrektur „Schriftgelehrte!“, die sie sich offensichtlich nicht verkneifen konnte, nachdem alle Herren sie mit „Tal Schreiberin“ begrüßt hatten. Selbstverständlich bemühte ich mich, keinerlei Regungen zu zeigen und senkte vorsorglich meinen Kopf etwas, damit meine möglicherweise zuckenden Mundwinkel niemandem auffielen. Mein Herr kam der mit so viel Nachdruck geäußerten, anscheinend oberwichtigen Korrektur natürlich nach und nannte das Weib fortan nur noch „schriftgelehrte Schreiberin“. 

Verhandlungsbedarf über ihren Lohn hatte die schriftgelehrte Schreiberin fairerweise nicht, da sie in der letzten Zeit eher selten in Jorts Fähre zu tun hatte. Sie hielt sich jedoch offen, dies später nachzuholen, sobald sie mehr für die Stadt arbeitet und seltener auf Reisen ist. Viel wichtiger und ganz im Sinne meines Herrn, waren der Frau stattdessen die Vorbereitungen für die Feier nach ihrem Heimsteinschwur in der nächsten Hand. Da passte es wirklich perfekt, dass sich die beiden Kajirae vom Hof schließlich noch dazu gesellten und bei den Überlegungen für die Speisen des Buffets umfangreich beraten konnten. 

Perfekt war ebenfalls, dass die Frau bei ihren Speiseüberlegungen nicht mehr in meine Richtung schaute, sondern zu den beiden Sklavinnen zu ihren Füßen. Dadurch konnte ich mich nämlich ganz besonders schönen Kleinigkeiten widmen… mich den erregenden Berührungen des Fußes meines Herrn zwischen meinen Schenkeln hingeben und dem Verwöhnen seines Beins, ohne freie Frauen Gezicke zu riskieren. Wobei mein Herr leider ab und an auch meinen Kopf sehr bestimmend festhielt, und damit den Weg meiner Lippen auf seinem Oberschenkel eindämmte, kurz bevor sie eine besonders interessante Region erreichten… irgendwie kennt er die Veranlagung seiner Kajira inzwischen fast zu gut. ;-)

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