Samstag, 31. Dezember 2016

Entfrusten dringend erforderlich!

Nachdem sich die grüne Türblockade zur Thalarionherde gesellt hatte, die nun ja nicht mehr den Namen des Schmieds trug, sondern wieder in „Grüner“ zurückbenannt worden war, war es anlässlich der Rettung des Sattlers natürlich höchste Zeit für einen Paga im Gasthaus. Platt sitzen von Kissen auf der Terrasse war allerdings nicht empfehlenswert, außer man wollte mit nassem Hinterteil die Veranlagung zu Inkontinenz verdeutlichen… die Tische waren inzwischen zwar wieder trocken, doch sämtliche Sitzgelegenheiten nach dem zum Glück nur vorübergehenden Schneeschauer des Vortags noch klitschnass.

„Sag mal, was hat die fremde Blaue denn für einen Ordnungssinn?!“ empörte sich der Schmied über ein auf dem Boden der Gasthausterrasse liegendes Dokument und hob es auf, um es meinem Herrn zu reichen. In Sachen Getränke auf dem Weg in die Küche, bekam ich leider nicht alles mit, was mein Herr ungehalten über dieses Weib grummelte, das ihm seit einiger Zeit ständig an den Hacken klebt, sobald er sein Haus verlässt. Allerdings machte er sich Luft über den Aufstand dieser Frau, als er ihre riesige Kastenflagge von ihrer Hauswand entfernt hatte, weil sie von ihr dort eigenmächtig, ohne eine Genehmigung angebracht worden war.

Die wegen dieser Freien seit Tagen eh schon oberkritische Laune meines Herrn erreichte leider einen weiteren äußerst unguten Höhepunkt, nachdem er den Inhalt des Dokuments gelesen und es wütend zusammen geknüllt hatte, um dann mit der Faust ungehalten auf den Tisch zu donnern: „Waaas 105 Kupfer? Die will 105 Kupfer für die Sache mit der Feuerversicherung… hat irgendwelche Reisen mit abgerechnet und Genehmigungen!!“ „Oha, das nenne ich mal eine Rechnung… hat sie die Reisen genau wie ihre riesige Flagge etwa auch nicht vorher beantragt und genehmigt bekommen? Das Weib wird reich durch die Stadtkasse! Hauptmann, ein Collar ist fertig, falls du eins brauchst“ lachte der Schmied und mein Herr bestätigte, er sei tatsächlich kurz davor, diese blaue Plage auf die Knie zu zwingen und der jortsschen Schreiberin zu schenken.

Während ich nun in den Genuss kam, dass mein Herr mich herrlich dicht an sich heran zog, um seinen starken Kriegerarm wundervoll besitzergreifend um mich zu legen, sodass ich mich wie eine zweite Haut an ihn anschmiegen konnte, wunderte sich der Sattler über die Nachsicht meines Herrn mit dieser Freien… übrigens eine angeblich freigelassene Sklavin, die irgendwelche Papiere darüber aber bislang schuldig geblieben ist. Die drei Männer waren sich jedenfalls einig, dass es dieses Weib überdeutlich darauf anlegt, an die Kette meines Herrn zu kommen. Tja, Pech nur für sie, je mehr sie ihn darum anbettelt, umso schlechter ist mein Herr auf diese sich so sklavenhaft benehmende Frau zu sprechen. Steuern lässt er sich von solch einem Weibsstück jedenfalls nicht.

Wobei ich dieser Blauen eigentlich sogar ein wenig dankbar bin, denn je mehr sie meinen Herrn nervt, umso mehr ist er mir zugetan und außerdem verdrückt sie sich immer sofort, sobald ich mich zu ihm geselle. „Arya, wie gut, dass du mich nicht ärgerst… schmieg dich noch dichter an mich… ich muss mich entfrusten und will mich nicht über das unmögliche Benehmen eines solchen Weibs ärgern!“ war natürlich ein Befehl, dem ich nur zu gerne nachkam. Meine Finger fanden jetzt selbstverständlich auch wie von selbst einen Weg unter das Oberteil meines Herrn, wo ich sie sanft über seinen Rücken wandern ließ, was ihm ein äußerst zufriedenes Brummen entlockte und mein Kajiraherz gleich etwas schneller schlagen ließ.

Leider drohte die Laune meines Herrn erneut zu kippen, als der Schmied eine Inventarliste ansprach, die er anfertigen wollte. Da sich der Umzug in sein neues Haus mangels Anwesenheit der zuständigen Bauaufsicht weiter verzögert, das Kontor seiner Schmiede mit den zusätzlichen Möbeln aus seinem aufgegebenen Oberstadthaus jedoch überquillt, will er in dieser Liste anscheinend festlegen, was auf seinen Landsitz soll und was in Jorts bleibt. „Warum kommt was auf deinen Landsitz? Ich dachte, wir hätten das geklärt? Spätestens wenn ich von der Spätwache zurückkomme kriegen wir das hin, Schmied!“ 

Der Schmied erweckte bei mir zwar keinen wirklich entfrusteten Eindruck, doch für meinen Herrn war das Thema erst einmal erledigt, zumal der Sattler nun mit einem weiteren Trinkspruch erneut seine Dankbarkeit über seine Rettung vor der grünen Türblockade zum Ausdruck brachte und die Sprache auf den heldenhaften Ritt des Schmieds auf Grüner kam, der seine Meinung inzwischen allerdings geändert hatte und lieber doch kein Thalarionreiter mehr werden will. ;-)

Freitag, 23. Dezember 2016

Grüne Türblockade

Auf irgendeinem Rundgang meines Herrn trafen wir auf dem Marktplatz den Sattler. Im Rahmen des dort mal wieder erforderlichen Platttretens von Pflastersteinen nutzte mein Herr die Gelegenheit, sich bei ihm wegen der Anfertigung eines neuen Sattels für sein Thalarion zu erkundigen. Ach ja… ich muss vorweg noch erwähnen, dass mein Herr sein Thalarion inzwischen auf den Namen des Schmieds umbenannt hatte, nämlich „Myrkur“, um dem Herrn damit die ihm gebührende Ehre zu erweisen. Der Schmied besitzt seit einiger Zeit nämlich ein zahmes Frettchen, das er „Kin“ nennt, also genauso wie mein Herr von den meisten Bewohnern gerufen wird. 


Aber nun zurück zum neuen Sattel… der alte war inzwischen leider etwas ramponiert und mein Herr hatte natürlich kein Interesse an einem Sturz mit möglicherweise schlimmen Folgen. Der Sattler bot an, gleich am nächsten Tag die Maße für den neuen zu nehmen, sodass mein Herr seinen grünen Myrkur zeitig am Morgen vereinbarungsgemäß vor dem Sattlerhaus anpflockte. Er kam dann aber wieder zurück nach Hause, da der Sattler zu dieser frühen Ahn noch schlief. Eine ganze Weile später befahl mein Herr mir eine Tunika überzustreifen, um ihn auf einen Rundgang zu begleiten. In der Oberstadt war wie immer alles ruhig, doch kaum waren wir vor dem großen Stadttor angekommen, als lautes, leicht panisches Gebrüll zu hören war.

„Hilfe! Hauptmann hörst du mich?! Ich komm nicht aus meinem Haus, will aber auch nicht von meinem Balkon springen und der Schmied bricht sich gleich das Genick!!“ Das klang nach unverzüglichem Handlungsbedarf und kam eindeutig vom Sattler, sodass mein Herr seine Schritte in Richtung dessen Haus nun beschleunigte… ich flitzte natürlich hinterher. Es stellte sich heraus, das Thalarion meines Herrn hatte sich zwar nicht losgerissen, sich jedoch so weit gedreht, dass es den Hauseingang komplett versperrte, denn es ist ja ein ganz schöner Koloss von nicht gerade mickrigen Ausmaßen. Der Sattler hatte beim Öffnen seiner Haustür offensichtlich erst eine grüne Wand gesehen und wohl nur knapp verhindern können, dass der grüne Myrkur seinen dicken Kopf mit den scharfen Reißzähnen hinein streckte. 

Bei unserem Eintreffen stand der Herr oben auf seinem Balkon, während der Schmied sich todesmutig auf seinen Namensvetter geschwungen hatte, um den mit lautem „hööhööööhööööö… aaaargs… ruhuuhuiiiiiig“ von der Tür weg zu lenken. Tja, ich glaube das Thalarion verstand die Befehle seines ihm unbekannten Reiters komplett anders als sie gemeint waren, denn es fing mächtig an zu bocken, sodass der Schmied vor, zurück, hin und her geworfen wurde, sich krampfhaft, allerdings nicht wirklich elegant so gerade eben aber noch oben halten konnte, während der Sattler vom Balkon aus entsetzt auf ihn herunter sah und die überflüssige Frage stellte: “Schmied, bist du verrückt? Wenn das grüne Monster jetzt zu Seite tänzelt, brauch ich eine neue Haustür!“ 

Natürlich hatte der tollkühne Reiter keine Zeit für eine Antwort, sah inzwischen auch ein wenig blass um die Nase aus, da ihm das Geschaukel offensichtlich auf den Magen schlug und legte schließlich im hohen Bogen eine Landung ins Gras hin, bei der ich wirklich um seine Knochen fürchtete. Wow… was für ein durchtrainierter Mann! Dem Schmied war nämlich zum Glück nichts passiert und der grüne Myrkur stand wieder ganz friedlich, allerdings immer noch direkt vor der Haustür des Sattlers, der vom Balkon herunter meinem Herrn nun zurief: „Hauptmann, nimm dein Ungeheuer von meiner Tür weg… ich komm wegen dieser grünen Türblockade nicht raus!“ 

„Warum das… ich habe dir doch gesagt, dass ich ihn vor deinem Haus anbinde, damit du ihn vermessen kannst, Sattler!“ erwiderte mein Herr, gab mir aber den Befehl, Myrkur los zu machen und ihn ein Stückchen zur Seite erneut anzubinden, sodass die Sattlertür nicht mehr blockiert wurde. Wie gut, dass ich das Thalarion regelmäßig versorge und es mich daher wohl ganz gut kennt. Während der Schmied voller Begeisterung über seinen Ritt, den er zwar „schlimmer als auf einer Taluna“ nannte, ihn gleichzeitig aber auch lachend als großen Spaß bezeichnete und nun überlegte, Thalarionreiter zu werden, gelang es mir tatsächlich den grünen Myrkur durch leises, beruhigendes Zureden dazu zu bewegen, ein paar Schritte zur Hausecke zu gehen, wo ich ihn dann erneut anpflockte. 


Mein Herr stimmte breit grinsend übrigens zu: „Ja Schmied, du hast das Zeug zum Thalarionreiter… vor allem das aus dem Sattel Fliegen kannst du schon!“ Lieber auf Nummer sicher gehend, sah ich dann zu, wieder ausreichend Abstand zum Thalarion zu bekommen. Der Sattler konnte seine Haustür nun zwar wieder benutzen und hatte sich draußen zu meinem Herrn gesellt, verspürte offensichtlich jedoch wenig Lust, den Bauchumfang persönlich zu messen: „Laya, hol mal mein Knotenband! Heute nimmst du das Maß, denn du bist notfalls ersetzbar… vielleicht kann Arya dir helfen?“ Klar konnte ich helfen und musste es sogar, weil mein Herr befürchtete, dass der Sattler es ihm in Rechnung stellt, wenn der grüne Myrkur Layas Hand abbeißt. Doch alles ging gut und der Anfertigung des neuen Sattels stand schließlich nichts mehr im Weg.


Merkwürdig fand ich übrigens, dass die trotz des Abwurfes vom Thalarion ursprünglich sehr gute Laune des Schmieds irgendwann kippte und er meinem Herrn schließlich wütend drohte: „Also Hauptmann… wenn deine Sklavin das Thalarion noch einmal „Myrkur“ nennt, dann nenne ich mein Frettchen wieder „Kin“ oder ich schneide ihr die Zunge heraus!“ Sofort reagierte mein Herr und rief mir zu: „Arya, wir nennen Myrkur wieder Grüner! Ich hoffe nur, er versteht das und es verwirrt ihn nicht, dass er wieder zurück benannt wurde.“ Ruhe und die vertraute Umgebung war darauf sicherlich das Beste für Grüner, sodass mein Herr sich entschloss, ihn gleich zur Herde zurück zu bringen. Außerdem war damit auch die Gefahr gebannt, dass er sich doch noch entschloss, ins Haus des Sattlers zu gehen… breit genug wäre die Doppeltür bestimmt für ihn gewesen, er hätte seinen dicken Hintern nur etwas bücken müssen! ;-)

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Ein neuer Sleenkäfig

Zu meiner riesengroßen Erleichterung gelang die mir ziemlich bevorstehende Entschuldigung beim Bauern irgendwann doch noch ohne Auffrischung der Striemen, da sie tagelang wirklich sehr deutlich zu fühlen und auf meinem nackten Hinterteil gut zu sehen gewesen waren und als mir der Herr nach einer genauen Musterung meines Allerwertesten meinen Fehler tatsächlich verzieh, plumpste wirklich ein großer Stein von meinem Kajiraherzen. Meine Knie wurden daher nicht erneut wieder ganz weich, als ich meinen Herrn zusammen mit dem Bauern und dem Schmied auf der Gasthausterrasse sitzen sah.

Meine an diesem Tag sehr gründlichen häuslichen Arbeiten hatten leider ein wenig mehr Zeit in Anspruch genommen als sonst, sodass mein Herr schon vorgegangen war und sich über mein recht spätes Eintreffen verwundert äußerte: „Arya, ich hab schon gedacht, du wärst geklaut worden!“ Hmmm, warum sollte mich jemand klauen wollen? Natürlich sagte ich dazu nichts, sondern freute mich, dass mein Herr offensichtlich auf mich gewartet hatte, um sich seinen Kalana lieber von mir bringen zu lassen, obwohl Hadi und eine fremde Reisesklavin anwesend waren.

Aber vielleicht waren die beiden Kajirae auch gerade erst im Gasthaus eingetroffen? Begrüßt wurde ich von meinem Herrn übrigens mit einem erstaunlich leichten Patscher auf mein Hinterteil, gefolgt von fast zärtlichem Streicheln seiner rauen Kriegerhand. Seine wundervollen Berührungen gingen mir natürlich durch und durch und schürten nicht nur sofort ein wenig mein ständig schwelendes Sklavenfeuer, sondern weckten erneut die schönen Erinnerungen vom Vorabend, als er sehr sanft Creme auf meine Striemen aufgetragen und einmassiert hatte.

Nicht weiter verwunderlich also, dass ich fast wie auf Wolken mit glücklichem Herzklopfen in die Gasthausküche schwebte, um ihm seinen Wein zu servieren, während er sich die Reisekajira vornahm: „Mädchen, wie heißt du denn und was kannst du?“ Den Namen dieser Ware habe ich zwar vergessen, aber sie behauptete viele Arbeiten zu können. Das war natürlich eine äußerst schwammige Antwort und forderte einen Test förmlich heraus, zumal sich ein Stück neben meinem Herrn ein großer Bücherstapel befand, der auf der Gasthausterrasse wirklich nichts zu suchen hatte. Die fremde Schreiberin hatte ihn dort deponiert und damit bei ihm für einigen Unmut gesorgt. 

Wobei er auf dieses Weib inzwischen sowieso ziemlich schlecht zu sprechen war… doch dazu später mehr. „Siehst du die Bücher hier?“ fragte er die mir unbekannte Sklavin, erhielt zur Antwort von dem Ding leider jedoch, sie könne nicht lesen. „Ich hab nicht gesagt, dass du die Bücher lesen sollst, sondern wollte wissen, ob du sie sehen kannst?“ Na, immerhin bestand sie den Sehtest im zweiten Anlauf dann doch. „Dann schaff die zur Seite… die Bücher sind im Weg und ich werfe sie ständig um!“ Tja, Pech für die Kajira, dass sie nun vorschob, Bücher wegräumen habe nie zu ihren Aufgaben gehört.

Da ihr inzwischen offensichtlich klar geworden war, wem ich gehöre, ergänzte das faule Ding noch, mein Herr habe doch mich dafür. Ohne ein weiteres Wort schob dieser die Bücher einfach unter den Tisch und die Männer waren sich einig, solch minderwertige Ware sieht man am liebsten von hinten, da sie es nicht mal verdient, Prinzessin genannt zu werden. Nachdem die 99er sich eilig entfernt hatte, ging die Hand meines Herrn wieder zu herrlich sanftem Tätscheln und Kneten meines Hinterteils über, während er den von mir servierten Kalana genoss. Schließlich erkundigte er sich bei mir, woran ich ihn noch erinnern sollte, denn auch das Erinnern gehört ja zu meinen Aufgaben. 

Das Stichwort dieses Tages lautete „Sleenkäfig“… ich glaube, ich erwähnte an anderer Stelle bereits, dass mit dem geplanten Umzug nicht nur die Gnädigste zufriedengestellt werden, sondern davon auch Fenris mit einem größeren Käfig profitieren sollte. „Arya, wie gut bist du im Verhandeln?“ verlangte mein Herr nun von mir zu wissen. Mist, was sollte ich auf diese schwierige Frage nur antworten, ohne mich selbst zu loben oder einzugestehen, dass ich wohl gelegentlich den einen oder anderen Freien fast zum Verzweifeln gebracht hatte. Außerdem ist Verhandlungsgeschick Tagesform abhängig und ganz besonders vom Verhandlungspartner… an einigen kann man sich nämlich auch die Zähne ausbeißen.

Da mein Herr offensichtlich der Meinung war, der Schmied mag mich wohl… zumindest ein wenig, verlangte er nun, dass ich mit dem Herrn über den Preis des neuen Sleenkäfigs verhandelte. Mist, ich hatte noch gar nicht richtig über eine Strategie nachgedacht, als mein Verhandlungsgegenüber auch schon unangenehm vorpreschte: „Der Käfig wird teuer... sehr teuer sogar… 3 Silber, bei dem ganzen Stahl, den ich brauchen werde!“ Mein Herr wurde zwar nicht wirklich blass um die Nase bei diesem Wucherpreis, sah aber genau wie ich auch nicht gerade begeistert aus und meinte nur, er verlasse sich auf mich.

Leider gestalteten sich die Verhandlungen anfangs ein wenig zäh, Holz war leider keine kostengünstige Alternative und der Metallhandwerker wollte weder auf die Inzahlungnahme des alten Käfigstahls eingehen, noch auf einen Umbau des jetzigen Sleenkäfigs. Wie gut, dass sich das Gespräch zwischendurch wieder um die penetrante fremde Schreiberin drehte. Über die Wichtigtuerei dieses Weibs ärgerte sich nämlich nicht nur mein Herr inzwischen ganz gewaltig. Er hatte sogar schon überlegt, die um einen Kragen bettelnde Blaue der jortsschen Schreiberin zu schenken, weil sie ständig an seinen Sandalen wie Vulokacke klebt. 

Doch jetzt wurde klar, der Schmied war noch schlechter als mein Herr auf die Eingebildete zu sprechen. Sein Schleifen einiger Klingen am Schleifstein vor der Krankenstation war der Frau angeblich zu laut gewesen, sie hatte sich nicht konzentrieren können und keine andere Möglichkeit gesehen, als die inzwischen unter den Tisch geschobenen Bücher ins Gasthaus zu schleppen… na toll, warum erdreistete sich diese heimsteinfremde Blaue überhaupt, Bücher der Stadt mit nach Hause zu nehmen… hatte die jortssche Schreiberin ihr nicht angeboten, im Zylinder der blauen Kaste zu arbeiten?

„Hoffentlich ist die Blaue im Schreiberturm, wenn ich nebenan im neuen Garten den Käfig verniete… dafür alleine würde ich einen halben Silber erlassen!“ lachte der Schmied sich ins Fäustchen. Natürlich wiederholte ich dieses Angebot schnell, um ihn beim Wort zu nehmen und versuchte noch einen Nachlass für das Alteisen zu bekommen… doch darüber ließ er nicht mit sich reden. Stattdessen brachte das Zerlegen des alten Käfigs, zur Freude der Blauen bevorzugt mit möglichst laut quietschender Säge, damit sie abgeht wie ein Zäpfchen, weitere Kupfer Preisnachlass. 

Letztendlich stimmte mein Herr außerdem zu, in der Unterstadt ein baufälliges Haus abreißen zu lassen und die beiden Männer wurden sich über einen Preis von zwei Silber für den Sleenkäfig einig… also eine ganze Silbermünze weniger, über die der Spaß mit der Blauen den Schmied jedoch hinweg trösten wird. 

Mein Herr war zufrieden mit mir und ließ mich erneut in den Genuss der erregenden Berührungen seiner Kriegerhand kommen. Er war sich übrigens einig mit dem Schmied, dass dieses anstrengende Weib kniend nichts taugt, obwohl das Gesicht der jortsschen Schreiberin bei solch einem Geschenk bestimmt äußerst sehenswert wäre. 

Als es später dann Zeit zum Aufbruch war, legte mein Herr wieder herrlich besitzergreifend seinen starken Arm um mich und warf mich einfach über seine Schulter, um mich so bis nach Hause zu transportieren und erst dort wieder abzusetzen… ein wirklich tolles Gefühl! :-)))

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Blaue Belagerung

Mein Herr wurde draußen vor der Tür schon wieder von der fremden Schreiberin belagert, seit meinem Aufenthalt auf den Feldern Gerüchten zufolge anscheinend ständig. Leider drangen jedoch nur einzelne Wortfetzen ins Haus, aus denen ich mir zusammenreimte, dass dem Weib das Haus der Krieger gezeigt wurde. Der Hinweis, es gäbe dort Arbeit, ließ mich innerlich breit grinsen, denn Arbeit verteilen kann mein Herr wirklich gut, zumal das Weib schnippisch erwiderte: „Aha, soll ich die Zellen putzen?“ Da die beiden dann anscheinend das Kriegerhaus betraten, verstand ich den Rest leider nicht. Später erfuhr ich, die Frau erhielt von meinem Herrn das Angebot, die Soldlisten der jortsschen roten Kaste zu führen, um von ihren Schulden herunter zu kommen. 

Die Fremde und ihre finanzielle Situation waren mir vollkommen egal, solange sie sich meinem Herrn nicht unterwarf… zwar wenig auf ihren Ruf bedacht, hatte sie sich dennoch in seinem Beisein anscheinend aber noch nicht betrunken, wie vor einiger Zeit eines seiner anderen um einen Kragen bettelnden Sammelstücke. Nicht egal ist mir allerdings, dass es bei meinem Herrn nur noch um Afry hier und Afry da geht und er mich nicht mehr Arya nennt, sondern ständig Afry. Ich bin zwar nur seine Sklavin, aber wie kann er mich mit dieser Fremden verwechseln!?! Egal, ich kann es nicht ändern… reagiere aber auf diesen Namen einfach nicht!

Kaum war ich fertig mit meinen häuslichen Arbeiten, beendete die Gnädigste ihr Nickerchen und ich befürchtete schon, ihr beim Ankleiden zur Hand gehen zu müssen. Doch diesmal konnte ich diese Aufgabe Sechs übertragen, war es mir doch ein sehr wichtiges Anliegen, endlich meinen Herrn zu begrüßen, den ich nach seiner Heimkehr vom Wachdienst an diesem Tag noch gar nicht gesehen hatte. Nackt wie ich war… Kleidung war mir ja immer noch verboten… flitzte ich eilig zum Nachbarhaus. So breit wie mein Herr mich angrinste, schien ihm mein Anblick zu gefallen, seiner Gesprächpartnerin offensichtlich jedoch weniger… oder deutete ich ihren Blick womöglich falsch?

Nein, ich hatte mich in der Blauen tatsächlich nicht getäuscht… sie giftete nämlich gleich: „Was willst du hier… hat dich wer gerufen, Sklavin?“ Doch als sie dann bemerkte, dass mein Herr mich schmunzelnd begrüßte, machte sie einen Rückzieher: „Ich glaube, wir verschieben das Gespräch auf ein anderes Mal, Sir.“ Übrigens ließ sie sich auch nicht mehr umstimmen, als mein Herr ihr versicherte, vor mir sprechen zu können, denn ich weiß schließlich meinen Mund zu halten. Die Blaue schob jedoch irgendeine Arbeit vor und verdrückte sich eilig, so als ob ich eine ansteckende Krankheit hätte. „Komisch, mein Herr… man könnte fast glauben die Frau läuft weg“, konnte ich mir daher nicht verkneifen. 

„Ja Afry… aber das ist nicht mein Problem. Sie ist eine freie Frau und darf gehen, wenn sie das mag“, bestätigte mein Herr und benutzte schon wieder den Namen dieser bauen Belagerung für mich und nicht Arya! Innerlich total genervt knirschend schaffte ich es zum Glück, mir nichts anmerken zu lassen, denn als Kajira kann ich nun mal nichts dagegen tun, wenn diese Frau ständig an den Hacken meines Herrn klebt. Außerdem tauchte in dieser Ihn die Händlerin auf, der mein Herr gerne vom Ergebnis seines Gesprächs mit der Wirtin über das Gasthaus berichten wollte. 

Er holte zwar schon tief Luft geholt, doch musste seine Mitteilung noch etwas warten, da nun die Gnädigste das Kriegerhaus betrat… unverschleiert! Sechs hatte versäumt, ihr beim Ankleiden einen Schleier zu reichen und fand das jetzt auch noch witzig. Anstatt der Kajira gleich für ihren Fehler eine zu langen, drehte sich die Gnädigste jedoch lediglich vorwurfsvoll zu ihr um und kramte mit hochrotem Kopf einen Ersatzschleier heraus, während mein Herr sich ungehalten und zu Recht darüber mokierte, dass Sechs sich über seine unverschleierte Gefährtin lustig machte.

„Ich denke, dafür eine Nacht im Loch tut ihr gut“, ordnete er an und Sechs wurde endlich klar, welche Ahn für sie geschlagen hatte, sodass sie sich nun hektisch stammelnd zu entschuldigen, aber auch herauszureden versuchte. Ich hielt tunlichst meine Klappe dabei, nur zu gut erinnerte ich die fiese Strafe meiner ehemaligen Herrin, als sie seinerzeit mal unverschleiert aus ihrem Haus gestürmt war und ich sie erst auf dem Marktplatz einholen konnte, um sie auf ihre fehlende Gesichtsgardine aufmerksam zu machen. Tja, es gibt eben Herrinnen und Herrinnen.

Die Gnädigste jedenfalls meinte dazu nur, sie müsse doch auch selbst aufpassen und es sei nichts passiert. Mir war natürlich sofort klar, wie immer gefiel meinem Herrn gefiel ihre Milde nicht. „Meine Gefährtin entscheidet, ob du bestraft wirst oder nicht“, klärte er Sechs noch auf, wandte sich danach aber an sein Weib: „Ich habe ja gute Laune, aber das Kichern würde ich ihr nicht durchgehen lassen, Irina!“ Erstaunlicherweise erhielt Sechs nun doch noch ihre Ohrfeige und kam mit dieser in meinen Augen äußerst glimpflichen Strafe gut davon.

Des Stehens im Kriegerhaus inzwischen müde geworden, verlagerten sich die Freien schließlich auf die Gasthausterrasse. Während ich mich mit Sechs um Getränke und Essen kümmerte, eröffnete mein Herr der Händlerin dann, dass sich die Wirtin einverstanden erklärt hatte, zusammen mit ihr das Gasthaus zu führen. Hintergrund für das gemeinsame Betreiben war nicht nur die häufige Abwesenheit der Wirtin, sondern auch der aufgelöste Gefährtenschaftsvertrag der Händlerin. 

Die Ankündigung darüber hatte ich vor kurzem bereits am Infobrett gesehen und konnte daher verstehen, dass die Freie sich ein zusätzliches Betätigungsfeld und Einkommen erhoffte, da sie für ihren Lebensunterhalt nun alleine aufkommen muss. 

Die anhängliche Blaue hatte übrigens sogar schon ein Dokument dazu aufgesetzt. Doch im Gegensatz zur Wirtin sah die Händlerin noch einigen Klärungsbedarf, weil das Schreiben teilweise sehr unklare Formulierungen enthielt, die die inzwischen wieder aufgetauchte fremde Schreiberin aber erläutern konnte. Die wundervollen Berührungen meines Herrn genießend, ging das uninteressante Gequackel der beiden Weiber logischerweise komplett an mir vorbei, zumal ich auch noch die Ehre erhielt, mich um den schönen Brauereikrieger kümmern zu dürfen und damit sowohl ihn, als auch natürlich meinen Herrn erfreute... leider aber nur freie Frauen geeignet. ;-)

Dienstag, 20. Dezember 2016

In Linie gehalten

Wegen der unangenehmen Striemen auf meinem Hinterteil hatte ich die Nacht auf dem Bauch verbracht, allerdings nicht im verhassten Käfig… mein Herr hatte mir erlaubt, auf seinem schönen weichen Fell zu schlafen. Nachdem er mit seiner Gefährtin recht zeitig zu einem Spaziergang in die Unterstadt aufgebrochen war, legte ich mich noch mehr ins Zeug, um mit meinen Arbeiten fertig zu werden. Kleidung hatte er mir übrigens solange verboten, bis ich mich erneut beim Bauern für mein Versehen bei der Bedienreihenfolge entschuldigt hatte. Meinem Herrn war es nämlich sehr wichtig, mit den roten Striemen auf meinen Pobacken zu zeigen, wie er mich für meinen Fehler bestraft hatte. 

Ich traf ihn und die Gnädigste auf der Gasthausterrasse und traute meinen Augen kaum, die seit Ewigkeiten durch ständige Abwesenheit glänzende Wirtin dort zu sehen. Durchaus verständlich also, dass meine diversen Namensänderungen an diesem Weib vorbeigegangen waren und sie mich „Dina“ nannte, was mein Herr aber sofort korrigierte. Merkwürdigerweise behauptete er, lange über einen neuen Namen für mich nachgedacht zu haben. Hmmm… hatte ich etwa nur geträumt, plötzlich zu einem mit „A“ beginnenden Namensvorschlag aufgefordert worden zu sein und mir war unkreativ wie ich bin spontan kein anderer eingefallen als „Arya“? Egal, ich bin meinem Herrn für diesen viel weicher klingenden Namen als irgendeiner mit „ita“ wirklich sehr dankbar, auch wenn es nicht mein Wunschname ist.

Der für die Gnädigste offensichtlich immer noch sehr wichtige Umzug in das ehemalige Haus des Schmieds war bei meinem Eintreffen anscheinend erneut Thema, denn sie erkundigte sich sogleich bei meinem Herrn, ob er mich über ihre Pläne bereits informiert hatte. Um vermutlich vor allem sein Weib erst mal zufrieden zu stellen, gab er mir nun den Auftrag, mich um die Bestandsaufnahme möglicherweise erforderlicher Renovierungsarbeiten zu kümmern. Damit waren allerdings nur bauseitige Schäden wie abbröckelnder Putz, Löcher in den Wänden und sowas gemeint und keine Schönheitsarbeiten wegen doofer Wandfarbe… dafür ist sich die Gnädigste anscheinend nicht zu fein und mein Herr hält sich da offensichtlich lieber heraus.

Eigentlich war ich ganz froh, um die Malerarbeiten herum zu kommen. In Anbetracht meiner unguten Erfahrungen mit Tinte wären sonst womöglich schlimmste Kollateralschäden zu befürchten. Die Frage meines Herrn nach einer Möbelbestandsaufnahme konnte ich übrigens umgehend beantworten. Da wir im jetzigen Haus wirklich alles haben, werden auch im neuen keine zusätzlichen Möbel benötigt. Er muss also nichts kaufen, außer er will seiner Gefährtin jetzt ein eigenes Zimmer einrichten. Sämtliche Überlegungen hierzu verkniff ich mir aber lieber und werde mich auch zukünftig hüten, sie ungefragt zu äußern. Einzig für Fenris legte ich mich ins Zeug… der neue Garten bietet nämlich Platz für einen deutlich größeren Sleenkäfig.

Damit war das leidige Umzugsthema zum Glück erst einmal beendet. Meinen Herrn interessierte viel mehr, ob ich unterwegs dem Bauernkrieger begegnet war, was ich in einer Mischung aus ungutem Gefühl und Erleichterung jedoch verneinen musste. Während ich mir nichts anmerken ließ und mir jeglichen Kommentar zu den widersprüchlichen Empfindungen in mir verkniff, sprach die Wirtin aus, warum der Bauer so selten in der Stadt zu sehen ist: „Der ist entweder schon wieder in den Fellen oder auf einer Reise.“ Letztendlich blieb meinem Herrn nichts anderes übrig, als diese ihm wenig gefallende Tatsache brummend hinzunehmen, denn er konnte daran ja nichts ändern.

Mit Erstaunen erfuhr ich von einem Erbe, das mein Herr sich erhofft. Anscheinend hatte er während meiner Feldarbeit eine Nachricht vom Tod des Vaters von Sechs erhalten und spekulierte nun auf dessen Geld und Landbesitz in Thentis. Seine Erbberechtigung scheint allerdings noch sehr unklar zu sein, weil Sechs inzwischen unfrei ist. Es könnte also passieren, dass das Erbe an den Heimstein des Vaters geht und mein Herr sich die Nase wischt. Ich bin jedenfalls gespannt, was die jortssche Schreiberin in Erfahrung bringen wird, die von meinem Herrn in dieser Sache beauftragt wurde tätig zu werden und das Erbe notfalls einzuklagen.

Gerne hätte ich meinem Herrn übrigens noch eine kleine Kostprobe meiner sanften Finger & Co. gegeben, mit denen ich mir als Gegenleistung die Hilfe einiger Hafenarbeiter beim Umzug erhoffte. Ich war mir sicher, so wie er mich angrinste, war er auch nicht abgeneigt, doch leider befanden wir uns nicht in der Taverne, sondern im Gasthaus und dort zusammen mit zwei freien Frauen, auf deren echauffiertes Gekreische er natürlich keinen Wert legte. Anstatt Kostprobe fragte mein Herr breit grinsend schließlich seine Gefährtin: „Irina, wollen wir nach Hause und uns dort mal etwas ansehen?“ Ich vermute, im Gegensatz zu mir hatte sein Weib keine Ahnung, worum es ging.

Und ich sollte Recht behalten. „Was willst du mir denn zeigen?“ erkundigte sie sich zuhause angekommen sofort neugierig, sodass ich von meinem Herrn den Befehl erhielt: „Arya, hol das, was du gestern nach unten gebracht hast, genauso wieder hoch, wie du es nach unten gebracht hast.“ Während ich nun auf Händen und Knien die Treppe hinunter krabbelte und mit der Gerte im Mund zurückkam, schaute die Gnädigste offensichtlich zum ersten Mal auf mein Hinterteil, entdeckte dort die Striemen und erkundigte sich nach dem Grund dafür, den mein Herr ihr zufrieden schmunzelnd mitteilte, nachdem er mir die Gerte abgenommen hatte.


„Arya dreh dich um… Irina, was meinst du, sind die Striemen aus deiner fachkundigen Sicht morgen noch gut zu sehen… oder ist eine Auffrischung nötig?“ Während ich mir vorsorglich schon mal auf die Unterlippe biss und die Luft anhielt, befühlte die Grüne meine empfindliche Haut mit den fünf vermutlich sehr deutlich sichtbaren Striemen und gab dann ihr Urteil ab: „Aii, man sieht sie noch… sind einige besonders deutliche darunter... müssen also nicht erneuert werden.“ „Arya, wenn du morgen den Bauernkrieger nicht antriffst, frischen wir das Ganze mit sechs Schlägen auf deinen Hintern wieder auf… oder sind sechs zu wenig, Irina?“

Sofort begann mein Herz vor Angst ganz wild zu klopfen und ich krallte meine Finger in das dicke Fell unter meinen Händen, weil mein Herr die Gerte deutlich hörbar durch die Luft zischen ließ. Von der Gnädigsten kam leider jedoch nur „…keine Meinung dazu“, „…deine Entscheidung“, also das übliche Blablabla, mit dem sie sich wie immer aus allem herauszuhalten versuchte. Doch mein Herr ließ noch nicht locker und versuchte es erneut: „Irina, das ist bedauerlich… ich dachte, du möchtest, dass ich die Sklaven in Linie halte und dass hier Disziplin unter den Mädchen herrscht!“

Auch mit diesen Worten erhielt er von der angeblich so nachsichtigen Freien nur weiteres, nichtssagendes Gesäusel: „Mein Gefährte, du hast viel mehr Erfahrung im Umgang mit Sklaven als ich… insofern möchte ich dazu nur sagen, es ist wichtig, dass die Sklaven spuren.“ Mittlerweile tobte in mir ein wilder Sturm kaum auszuhaltender Gefühle… schreckliche Angst vor erneuten Schlägen und riesige Enttäuschung, weil mein Herr anscheinend nicht mehr dazu stand, dass erst dann eine Auffrischung der Striemen erforderlich wird, sollten sie nicht mehr zu sehen sein, kämpften mit den heißen Wellen, die er mit seinen sanften, sehr erregenden Berührungen in meinem Sklavenkörper erzeugte.

Der Nachhilfeunterricht meines Herrn für die Gnädigste in Sachen Sklavenerziehung, Methoden und Mittel zum auf Linie halten und wie man seiner Kajira zeigt, wer das Sagen hat, ging daher verständlicherweise weitestgehend an mir vorbei, bis er die Gerte vor meinen Mund hielt und mir befahl: „Arya kehrt! Bring sie wieder weg, die brauchen wir heute nicht!“ Danach durfte ich mich wundervoll dicht neben meinen Herrn knien und mich an ihn anschmiegen, während er sichtlich zufrieden zum Ausdruck brachte, wie sehr ihm meine gute Erziehung und mein nackter Anblick gefällt und mit seiner Hand herrlich sanft durch meine Haare strich.

Montag, 19. Dezember 2016

Ein folgenschwerer Fehler

Hach… ich war echt total glücklich, dass mir der äußerst strenge Oberaufseher über diese diesmal wirklich besonders unangenehmen Felder die Heimkehr nach Hause etwas eher erlaubt hatte und ich denke, auch mein Herr freute sich darüber sehr. 

Es war Mitte der Hand, somit wie immer Waffentraining der jortsschen Krieger und mein Herr sehr zeitig Richtung Wiese aufgebrochen. Obwohl es mir meistens zwar leider nicht vergönnt ist, hoffte ich trotzdem, ihm an diesem Tag vielleicht Glück zu bringen. Als beste Voraussetzung für Schwertfuchteln ohne allzu viele Grasflecken, schien mir gute Laune bei ihm wichtig, sodass ich seine Füße zur Begrüßung besonders innig küsste, während ich mit der schönen, leider viel zu seltenen Anrede „Tal meine Arya“ belohnt wurde.

Bei meinem Eintreffen erkundigte sich der Schmied übrigens gerade, warum ihn die Gefährtin meines Herrn hatte sprechen wollen. „Ach, nur wegen deinem Haus und so. Sag ihr einfach, es ist nicht frei… das spart mir einen kaputten Rücken“, brummte mein Herr offensichtlich wenig begeistert von den Umzugsplänen der Gnädigsten, die schon lange vor sich hin schwelen und während meiner Feldarbeit anscheinend besonders heftig geworden waren. Selbstverständlich halte ich mich aus diesen Überlegungen aber komplett heraus, da sie mich natürlich nichts angehen und so wirklich nachvollziehen kann ich sie sowieso nicht. 

Naja, freie Frau eben und warum mein Herr sein Weib einfach machen lässt, ist mir durchaus klar. Ebenfalls klar ist mir, warum er auf ihre Vergesslichkeit hofft… genau wie ich übrigens, denn wer sich um das Packen und Schleppen der vielen Umzugskisten und Möbel zu kümmern hat, muss ich sicherlich nicht näher erläutern. Aber ich kann mein Kajiraschicksal nun mal nicht ändern und vergangene Zeiten mit Hilfskräften, wie beim Umzug meines verschollenen Herrn, sind leider vorbei.

Erstaunlich schnell verausgabten sich die Krieger diesmal beim Training. Der Brauereikrieger war wieder kaum zu schlagen, sodass Überlegungen aufkeimten, zukünftig das Stemmen von Fässern ins Trainingsprogramm aufzunehmen. Leider ging keiner der Rarii auf das für eine Freie wirklich ungewöhnliche Angebot der Landsitzkriegergefährtin ein, anstatt der Fässer lieber sie zu stemmen… dabei hätte ich nämlich gerne zugeschaut. Doch dieses Schauspiel war mir nicht vergönnt und das Thema wurde fallengelassen, da es die Herren zum Ausgleich von Flüssigkeitsdefiziten ins Gasthaus zog.

Dort wurde erörtert, was sämtliche Vulos inzwischen von den Dächern pfiffen… ob sich die fremde Schreiberin, die ständig in der Nähe meines Herrn zu sehen ist, an ihn heran macht. Er wies dies zwar von sich und behauptete, nur fürsorglich zu sein, sich um die Bewohner seines Heimsteins zu kümmern, gab allerdings zu, dies auch zu tun, wenn ihre Backkünste so erbärmlich sind, dass damit Fische vergiftet werden... aha, meine Befürchtungen waren also bestätigt worden.

Allerdings ließ ich mir meine Gedanken über diese Freie nicht anmerken, obwohl meine ganze Aufmerksamkeit natürlich den Informationen über dieses Weib und meinen Herrn galt, die ich nach meiner Rückkehr von den Feldern zum ersten Mal hörte. Ohne langes Tamtam, trotzdem hingebungsvoll servierte ich meinem Herrn seinen Paga, denn mangels Gasthauskajira hatte ich an diesem Tag wieder das Ganze auf der Terrasse. Danach lief ich mit meinem schweren Tablett weiter zum Brauereikrieger… ein leider folgenschwerer Fehler.

Das ungehaltene Knurren des Bauern bekam ich zwar mit, ignorierte es jedoch genauso wie seinen Hinweis: „Ich muss wohl mehr auf meinen Stand pochen.“ Leider nahm ich auch nicht wirklich wahr, dass mein Herr mich abwartend sehr genau beobachtete, während ich dem Brauereikrieger nun sein Ale servierte und mein Schicksal nahm seinen unguten Lauf. Als ich mich mit seinem Kalanakelch nämlich neben den Kriegerbauern knien wollte, wurde ich ruppig weggestoßen: „Jetzt bediene auch noch den Schmied, wenn du schon die niederen Kasten den hohen vorziehst… das nächste Mal kriegst eins hinter die Löffel, dass du bis zum Terrasseneingang kullerst!“

Ehrlich gesagt kapierte ich nichts,  der Kerl sprach in Rätseln. Der Brauereibesitzer war nicht von niederer Kaste, sondern Krieger… genau wie der Bauer. Wie gut, dass der Schmied ebenfalls nicht verstand, warum der Mann so erzürnt reagierte und nachfragte, sodass ich nun erfuhr, warum ich den Wütenden vor dem Brauer hätte bedienen müssen… der Kriegerbauer ist außer an den Tagen des Waffentrainings zwar nur selten bis nie in der Stadt zu sehen, trotzdem jedoch Stellvertreter meines Herrn und Mitglied im Stadtrat.

„Arya, entschuldige dich, dass du die Reihenfolge nicht eingehalten hast. Der Krieger mit Hof ist mein Stellvertreter und kommt vor dem Krieger mit Brauerei, auch wenn Letzterer mein Freund ist.“ Mist, meine hastig gestammelte Entschuldigung war unerwünscht, denn der oberstinkige Bauer winkte ab: „Lass gut sein Hauptmann. Ich bin wohl noch nicht lange genug da, damit man sowas weiß und geh jetzt einen Bosk töten.“ Nach diesen Worten erhob sich der Eingeschnappte und stampfte beleidigt davon, während mein Herr unheilvoll ankündigte, zuhause noch etwas mit mir klären zu wollen… aber Details dieser schmerzhaften Klärung mit der Gerte interessieren hier bestimmt niemanden.