Samstag, 31. Dezember 2016

Entfrusten dringend erforderlich!

Nachdem sich die grüne Türblockade zur Thalarionherde gesellt hatte, die nun ja nicht mehr den Namen des Schmieds trug, sondern wieder in „Grüner“ zurückbenannt worden war, war es anlässlich der Rettung des Sattlers natürlich höchste Zeit für einen Paga im Gasthaus. Platt sitzen von Kissen auf der Terrasse war allerdings nicht empfehlenswert, außer man wollte mit nassem Hinterteil die Veranlagung zu Inkontinenz verdeutlichen… die Tische waren inzwischen zwar wieder trocken, doch sämtliche Sitzgelegenheiten nach dem zum Glück nur vorübergehenden Schneeschauer des Vortags noch klitschnass.

„Sag mal, was hat die fremde Blaue denn für einen Ordnungssinn?!“ empörte sich der Schmied über ein auf dem Boden der Gasthausterrasse liegendes Dokument und hob es auf, um es meinem Herrn zu reichen. In Sachen Getränke auf dem Weg in die Küche, bekam ich leider nicht alles mit, was mein Herr ungehalten über dieses Weib grummelte, das ihm seit einiger Zeit ständig an den Hacken klebt, sobald er sein Haus verlässt. Allerdings machte er sich Luft über den Aufstand dieser Frau, als er ihre riesige Kastenflagge von ihrer Hauswand entfernt hatte, weil sie von ihr dort eigenmächtig, ohne eine Genehmigung angebracht worden war.

Die wegen dieser Freien seit Tagen eh schon oberkritische Laune meines Herrn erreichte leider einen weiteren äußerst unguten Höhepunkt, nachdem er den Inhalt des Dokuments gelesen und es wütend zusammen geknüllt hatte, um dann mit der Faust ungehalten auf den Tisch zu donnern: „Waaas 105 Kupfer? Die will 105 Kupfer für die Sache mit der Feuerversicherung… hat irgendwelche Reisen mit abgerechnet und Genehmigungen!!“ „Oha, das nenne ich mal eine Rechnung… hat sie die Reisen genau wie ihre riesige Flagge etwa auch nicht vorher beantragt und genehmigt bekommen? Das Weib wird reich durch die Stadtkasse! Hauptmann, ein Collar ist fertig, falls du eins brauchst“ lachte der Schmied und mein Herr bestätigte, er sei tatsächlich kurz davor, diese blaue Plage auf die Knie zu zwingen und der jortsschen Schreiberin zu schenken.

Während ich nun in den Genuss kam, dass mein Herr mich herrlich dicht an sich heran zog, um seinen starken Kriegerarm wundervoll besitzergreifend um mich zu legen, sodass ich mich wie eine zweite Haut an ihn anschmiegen konnte, wunderte sich der Sattler über die Nachsicht meines Herrn mit dieser Freien… übrigens eine angeblich freigelassene Sklavin, die irgendwelche Papiere darüber aber bislang schuldig geblieben ist. Die drei Männer waren sich jedenfalls einig, dass es dieses Weib überdeutlich darauf anlegt, an die Kette meines Herrn zu kommen. Tja, Pech nur für sie, je mehr sie ihn darum anbettelt, umso schlechter ist mein Herr auf diese sich so sklavenhaft benehmende Frau zu sprechen. Steuern lässt er sich von solch einem Weibsstück jedenfalls nicht.

Wobei ich dieser Blauen eigentlich sogar ein wenig dankbar bin, denn je mehr sie meinen Herrn nervt, umso mehr ist er mir zugetan und außerdem verdrückt sie sich immer sofort, sobald ich mich zu ihm geselle. „Arya, wie gut, dass du mich nicht ärgerst… schmieg dich noch dichter an mich… ich muss mich entfrusten und will mich nicht über das unmögliche Benehmen eines solchen Weibs ärgern!“ war natürlich ein Befehl, dem ich nur zu gerne nachkam. Meine Finger fanden jetzt selbstverständlich auch wie von selbst einen Weg unter das Oberteil meines Herrn, wo ich sie sanft über seinen Rücken wandern ließ, was ihm ein äußerst zufriedenes Brummen entlockte und mein Kajiraherz gleich etwas schneller schlagen ließ.

Leider drohte die Laune meines Herrn erneut zu kippen, als der Schmied eine Inventarliste ansprach, die er anfertigen wollte. Da sich der Umzug in sein neues Haus mangels Anwesenheit der zuständigen Bauaufsicht weiter verzögert, das Kontor seiner Schmiede mit den zusätzlichen Möbeln aus seinem aufgegebenen Oberstadthaus jedoch überquillt, will er in dieser Liste anscheinend festlegen, was auf seinen Landsitz soll und was in Jorts bleibt. „Warum kommt was auf deinen Landsitz? Ich dachte, wir hätten das geklärt? Spätestens wenn ich von der Spätwache zurückkomme kriegen wir das hin, Schmied!“ 

Der Schmied erweckte bei mir zwar keinen wirklich entfrusteten Eindruck, doch für meinen Herrn war das Thema erst einmal erledigt, zumal der Sattler nun mit einem weiteren Trinkspruch erneut seine Dankbarkeit über seine Rettung vor der grünen Türblockade zum Ausdruck brachte und die Sprache auf den heldenhaften Ritt des Schmieds auf Grüner kam, der seine Meinung inzwischen allerdings geändert hatte und lieber doch kein Thalarionreiter mehr werden will. ;-)

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