Dienstag, 31. Januar 2017

Der Kelch darf nie leer sein

Da mein Herr noch mit irgendetwas Rotem beschäftigt war, machte ich mich ohne ihn in die Unterstadt auf. Mit meiner Vermutung, dass vielleicht die Dienste einer Kajira benötigt wurden, lag ich auch tatsächlich richtig… glaubte ich zumindest. Der Brauer und der Schmied strebten nämlich gerade zum Gasthaus, wo sich der seit einiger Zeit in Jorts aufhaltende galicische Sklavenhändler bereits auf einem Sitzkissen niedergelassen hatte und wie so oft war weit und breit keine Kajira in Sicht. 

Doch entgegen meiner Vermutung kam diesmal nicht gleich Arbeit in Sachen Getränkebestellungen auf mich zu. Während ich erst einmal wie es sich gehört den Sklavenhändler freundlich grüßte, stürmte der Schmied gefährlich brummend zum hinteren Tisch und trat wütend gegen eines der Sitzkissen, sodass dieses dem nichtsahnenden Sklavenhändler an den Kopf flog. Als ich dann bemerkte, dass die rechte Hand des Schmieds zum Entsichern der Klinge an seinen Schwertgriff wanderte, war für mich logischerweise größte Eile geboten, schleunigst aus der Reichweite des offensichtlich oberstinkigen Metallarbeiters zu kommen… ich ging hinter dem Brauereikrieger in Deckung.

Dem Brauer entwich bei dieser Aktion des Schmieds allerdings nur ein erstauntes „Huch“, bevor er zu beschwichtigen versuchte: „Nana… ruhig Freunde!“ Dem aufspringenden Sklavenhändler muss jedenfalls sofort klargeworden sein, was dem Schmied die Laune so vermiest hatte, denn er begrüßte den vor Wut Schäumenden damit, seine Kajira habe ihm erzählt, dass er ihm noch einige Kupfer schuldig ist. „Ja, ich warte bereits seit einer Hand auf meine Münzen. Für jeden säumigen Tag berechne ich dir zusätzlich 1 Kupfer Zinsen… das macht dann 15 Kupfer!“ polterte der erboste Schmied, erhielt vom Sklavenhändler aber prompt die ausstehende Zahlung.


Zum Glück sackte der anscheinend immer noch Empörte die Münzen ungehalten brummend ein und sicherte danach auch sein Schwert wieder, erweckte dabei allerdings den Eindruck, als ob er einem Kampf nicht abgeneigt gewesen wäre: „Dem Nächsten, bei dem ich auf mein Geld warten muss, werde ich quer über den Bauch eine Narbe ziehen!“ Hmmm… kurz überlegte ich, ob eine solche Reaktion nicht ein typischer Fall von Hormonstau war, weil der Schmied doch seine Kajirae ständig auf dem Landsitz lässt und an anderen Mädchen wenig bis kein Interesse hat, doch blieb mir keine Zeit, darüber nachzudenken. Ich traute jetzt nämlich meinen Augen nicht, glaubte falsch gesehen zu haben, doch der Sklavenhändler hatte tatsächlich eine Goldmünze auf den Tisch geworfen!

„Komm… setz dich Schmied. Lasst uns saufen, ich lade heute ein!“ ließ sich natürlich niemand zweimal sagen und ich bekam nun auch reichlich zu tun. Allerdings keimten bei dieser gewaltigen Summe von 1 Goldtarn, bei der es sich nach jortsschem Umrechnungskurs um 10 Silber = 1000 Kupfer = 10000 Tarskbits handelte, auch ein paar Befürchtungen in mir, dass nicht nur der Ärger über die säumige Zahlung weggesoffen werden könnte… ob die Köpfe der Männer am nächsten Tag noch durch die Türen passen? Ich schleppte selbstverständlich jedoch nicht nur krüge- und bothaweise Getränke heran, sondern zusätzlich gebergte Platten mit Essbarem, denn mein Herr liebt zu Flüssigem leckeres Essen, besonders wenn es umsonst ist.

Der Brauer hatte übrigens gerade Überlegungen angestellt, wie sehr mein Herr sich ärgern wird, sollte er diesen Freitrunk versäumen, als dieser auch schon zusammen mit seiner Gefährtin auftauchte. Bei dem Anblick der auf dem Tisch liegenden Goldmünze gelüstete es meinen Herrn nun nach Kalana der Sorte Rhoda aus Ar. Er hatte bei diesem edlen Wein auch nichts gegen einen Kelch einzuwenden und sprach ihm natürlich ausgiebig zu, da irgendein besonderer Palmwein für 3 Silber die Botha noch nicht ans Gasthaus geliefert bzw. vom Brauer noch gar nicht bestellt worden war. Erstaunlicherweise trank die Gnädigste ihren Wein diesmal unverdünnt, davon allerdings deutlich weniger als mein Herr und die sich später noch dazu gesellende Schreiberin kostete auch einen halben Kelch davon unverwässert.


Eines war jedenfalls klar, der Sklavenhändler kannte sich immer noch nicht mit den Umrechnungskursen in Jorts Fähre aus. Der Weinkonsum der beiden Frauen war für ihre Verhältnisse vielleicht viel, ansonsten aber nicht der Rede wert, im Gegensatz zu dem der Männer, die reichlich Ale, Paga und besonders Kalana konsumierten. Dennoch war natürlich nicht mal ansatzweise daran zu denken, dass an einem einzigen Abend Getränke im Wert eines ganzen Goldtarns durch die Kehlen rannen… von einer solchen Summe kann man nämlich mindestens einen halben Umlauf oder sogar noch länger leben. Wobei sich der Brauer, im Gegensatz zu den anderen zunehmend gelösteren Zungen, bis zuletzt darüber ausschwieg, was eine Botha dieses besonderen Weins der Sorte Rhoda aus Ar kostete.

Besonders interessant fand der Sattler offensichtlich, dass die Gnädigste… kalanabedingt wohl etwas lauter als geplant… der Schreiberin nun endlich das Ergebnis ihrer Kräuteruntersuchung mitteilte… die Blaue hatte Kandablätter gekaut! Doch mehr als breit grinsend „na, das erklärt Einiges…“ kommentierte er dazu nicht, sondern wandte sich seinem Neuerwerb zu, die es diesmal anscheinend nicht nur mit den Ohren hatte, sondern außerdem irgendetwas mit ihren Füßen. Genaueres bekam ich bei dem mit zunehmenden Getränkekonsum immer lauter werdenden Stimmengewirr allerdings nicht mit, zumal die Anweisung meines Herrn lautete: „Arya, ohne großes Tamtam immer meinen Kelch wieder füllen… er darf heute nie leer sein, damit wir den Goldtarn vielleicht doch noch schaffen.“

Letztendlich gelang es natürlich nicht, Getränke und Speisen im Wert dieser Goldmünze zu verprassen, obwohl niemand nüchtern oder hungrig nach Hause ging. Immerhin musste ich nicht den Handkarren für den Rücktransport meines Herrn holen… das Abstützen auf mir reichte, um sein Schwanken zu stabilisieren. Zu Hause angekommen stellte ich auch nur schnell den Korb mit den eingepackten Bothas und dem dicken Lebensmittelpaket auf der Küchenanrichte ab, ohne wie sonst als erstes meine Kleidung abzustreifen. Viel wichtiger erschien mir nämlich, meinen Herrn gleich weiter Richtung Treppe zu bugsieren… unten zu schlafen hatte er nämlich empört von sich gewiesen.


Mit meiner Hilfe kam er oben zwar leicht wankend, aber dennoch ohne Sturz an, meckerte allerdings über ein fehlendes Treppengeländer und beschloss, im neuen Haus eines nachrüsten zu lassen. Kaum aus seinen Stiefeln, bemerkte er jedoch meine Kleidung: „Arya, zieh dich aus!“ Tja, meine Sachen mit wenigen Handgriffen abzustreifen, war ein Leichtes, doch auch meinen Herrn konnte ich schließlich entkleidet zu seinem Fell geleiten, wo er dann einige Ihn herumfummelte, bis er es schaffte, das Schloss an meinem Kragen einzuhaken… ich durfte nämlich wieder auf seinem schönen weichen Fell schlafen. Einen Eimer und vor allem einen Krug mit Wasser durfte ich allerdings nicht mehr holen. Mal abwarten, was der Morgen nach diesem Abend mit nie leerem Kelch bringen wird. ;-)

Montag, 30. Januar 2017

Merkwürdige Nummern

Ich nahm vorsorglich einen Besen mit, um im neuen Haus meines Herrn mögliche Eindringlinge zu vertreiben, die die große Maueröffnung vielleicht als Einladung für illegales Einnisten angesehen hatten. Meine Besenwaffe kam jedoch nicht zum Einsatz, dennoch war ihr Mitschleppen nicht umsonst, da ich auf meinem Rückweg einigen Blättern und anderem Dreck in den Gassen der Oberstadt den Garaus machte. Mit den Boden musternden Blicken mich langsam dem Haus meines Herrn nähernd, bemerkte ich daher erst, dass er mit seiner Gefährtin vor der Tür stand, als ich seine Stimme hörte: „Diese Sklavin hatte ich zwar vor einer Weile gefunden, doch war sie danach verschollen… ohne mich zu fragen, hatte sie angeblich jemand zum Arbeiten eingeteilt. Ob sie etwas taugt ist unklar, da ich sie heute erst zum zweiten Mal sehe.“


Erstaunlich schnell bestätigte mein Herr übrigens die Frage seines Weibs, dass er dieses anscheinend direkt von der Erde kommende, trotzdem bereits perfekt Goreanisch sprechende Fundstück, das beim Anblick der Gnädigsten sofort ihre Knie geschlossen hatte, an die Sklavenhändlerin zu verkaufen gedenkt. Während ich mich nun beeilte meine Besenwaffe an die Gartenmauer zu lehnen, beschloss ich, mir die Nummer dieser Reisesklavin vorerst nicht zu merken. Mein Herr hat inzwischen nämlich eingesehen, dass jede Sklavin sich ihren Namen erst verdienen muss. Solange sie sich dessen jedoch noch nicht würdig gezeigt hat, erhält sie zur Vermeidung von Verwechslungen von ihm die Ehre einer Nummer. 

Natürlich musterte ich die weißhäutige Nummer jetzt neugierig und bei ihrer äußerst üppigen Figur keimten sofort Überlegungen in mir, ob es sich womöglich um eine Kajira der Sklavenhändlerin mit gefärbten Haaren handelte… allerdings waren die Brüste dieses Mädchens um diverse Größen weniger ausladend. Ach was soll's... Geschmäcker sind verschieden und dass meine eher mickrige Figur nicht dem goreanischen Schönheitsideal entspricht, kann ich nun mal nicht ändern. Besonders irritierend fand ich übrigens etwas ganz anderes. Mein Herr hatte offensichtlich nicht die Gelegenheit genutzt und dem weißen Ding als Erstes seinen Kragen abgenommen, um ihn gegen ein einfaches Seil auszutauschen, nachdem die Priesterkönige ein Einsehen gehabt hatten und den stählernen Halsschmuck wieder auftauchen ließen. Nagut, seine Entscheidungen und Beweggründe gehen mich natürlich nichts an.

Während er nun dem wiedergefundenen Fundstück ein paar grundlegende Dinge klar machte, nutzte ich die Gelegenheit mich schnell etwas zu reinigen, meine Arbeitstunika gegen eine saubere zu tauschen und auch den Besen zurück an seinen Platz im Haus zu stellen. Wirklich erstaunlich für einen Mann, aber mein Herr bemerkte hinterher sofort, dass ich mich umgezogen hatte und honorierte dies schmunzelnd mit wundervoll sanftem, leider jedoch viel zu kurzem Tätscheln meines Hinterteils. Jetzt ging es nämlich erst einmal mit der neuen Nummer zum Haus der Sklavenhändlerin. 

Doch wie vermutet war der Weg dorthin leider vergeblich. Trotz lautem, wirklich erstklassigem, in der gesamten Oberstadt zu hörendem Bollern an der Tür des Händlerhauses, darin ist nämlich niemand so gut wie mein Herr, öffnete sie sich nicht… Händlerin und Händlergefährte waren offensichtlich immer noch nicht von ihrer Reise zurück. Da es mit den Ohren der Weißen nicht allzu gut bestellt schien, ihr Hinterteil zum Glück aber ausreichend Nachhilfefläche bot, sah mein Herr jetzt eine gründliche Untersuchung dieser Reisekajira durch seine Gefährtin als erforderlich an, während ich ihn in die Unterstadt begleiten durfte, um ihm ein „ich lass mich überraschen Getränk“ zu servieren. 

Der Marktplatz war ausgestorben, für mich die Gelegenheit also perfekt, endlich meine hingebungsvollen Begrüßungsküsse auf die Stiefel meines Herrn nachzuholen, für die sich nach seiner Rückkehr von der Wache leider noch keine Gelegenheit geboten hatte. Es ist nämlich nicht meine Art mich dazwischen zu drängen, auch wenn mein Herr sich nur mit einer weiteren Nummer auf ihrer Durchreise befasst hatte. Bei seinem Überraschungsgetränk handelte es sich natürlich um Paga, das Lieblingsgetränk meines Herrn, den ich ihm diesmal mit etwas anderem Tamtam, also vielleicht doch mit ein wenig Überraschung servierte… allerdings verdunstete er danach noch schneller als sonst, nämlich unverzüglich.

Gleich nach der Paga-Verpuffung tauchte die Gnädigste auf und ließ sich mit mittelprächtig genervtem Gesichtsausdruck neben meinem Herrn auf die Bank vor der Gasthausterrasse plumpsen. Sie hatte der Nummer zwar Serum und Sklavenwein einverleibt, sah sich danach aber gezwungen, das bleiche Ding im Garten am Sklavenpfahl anzuketten. Mir ist zwar nicht klar, wie weiße Haut noch weißer werden kann, doch hatte das Fundstück offensichtlich ausgesehen, als sei sie nah dran sich zu übergeben. Insofern war die Schutzmaßnahme der Grünen durchaus nachvollziehbar, ihr Gewand zu schonen. Während der Untersuchung muss sich ihre schlechte Meinung über die Nummer offensichtlich gefestigt haben… sie brachte nämlich erneut sehr deutlich zum Ausdruck, was sie von der hält.


Damit bestätigte sie den Eindruck meines Herrn, der offensichtlich bereits Ähnliches überlegt hatte. „Sklaven, die sich tagelang verdrücken, sind wertlos. Ohne Verständnis wo ihr Platz ist, färbt sich ihr Hintern rot und unsere Nerven liegen blank… ich mag meine Nerven aber lieber gut geschont und weich massiert“, brummte er mit eindeutigem Missfallen. Für mich war das natürlich sofort ein Zeichen, mich dichter an ihn heran zu schieben und mich sanft an sein Bein zu drücken. Lustig, aber vor allem ziemlich irritierend fand ich die Aussage der zum Thema Massage um Mitleid seufzenden Gnädigsten... sie fühle sich benachteiligt. Auch mein Herr verstand offensichtlich nicht worauf sein Weib anspielte: „Wer ist im Nachteil… du? Ach was, ich schnarche doch immer neben dir!“ 

Zwar lachend, aber dennoch mit einem gewissen Unterton, bekundete seine Gefährtin sofort ihre Begeisterung über diesen „tollen Ausgleich“, sodass mein Herr ihr nun anbot: „Ich kann dich auch massieren… soll ich mal Hand an deinen Nacken legen?“ Leicht errötend sich umschauend fragte sie erstaunlicherweise: „Aber nicht hier, oder? Vielleicht später?“ Irgendwie verstand ich diese Freie gerade überhaupt nicht. Doch höflich wie ich nun mal bin, erschien es mir angebracht vorsichtshalber anzubieten, ich könne auch nach Hause gehen, falls ich störe. Dabei machte ich Anstalten mich zu erheben, damit sie meinen Herrn für sich alleine hatte. „Arya, du bleibst bis ich sage, dass du gehen sollst“, brummte mein Herr allerdings sofort drohend und hielt mich mit herrlich festem Griff zurück. 

Ach ja… die Nummer, bei der die Gnädigste während der Nackenmassage vor meinem Herrn kniet, fiel übrigens aus. Diese Vorstellung gefiel beiden anscheinend nicht. ;-)

Samstag, 28. Januar 2017

Sparmaßnahmen

Kurz vor seiner Wache kam mein Herr noch zuhause vorbei und erzählte mir, dass er erneut ein Fundstück draußen am Sklavenpfahl angebunden hatte. Innerlich verdrehte ich leicht die Augen, doch ließ ich mir darüber lieber nichts anmerken, denn vielleicht war es diesmal nicht schon wieder eine 99er, die es wie auch immer schaffen würde spurlos zu verpuffen. Siedend heiß fiel mir nun allerdings ein, dass ich den Auftrag meines Herrn, ein billiges Hanfseil zu kaufen, immer noch nicht ausgeführt hatte, obwohl ich ihm diese Sparmaßnahme doch sogar selbst vorgeschlagen hatte. 

Kaum war er zum Wachdienst aufgebrochen, machte ich mich daher Richtung Hafen auf und hatte tatsächlich Glück. Ich traf zwar nicht wie ursprünglich geplant den Hafenmeister, sondern einen durchreisenden Händler, der allerlei Schiffszubehör anbot, darunter auch Seile in verschiedenen Qualitäten verkaufte. Nach ausgiebiger Begutachtung, denn zu dick und somit zu starr sollte das was ich suchte natürlich nicht sein, aber auch nicht zu weich, sondern ruhig ein bisschen kratzig, entschied ich mich für einen Rest Hanfseil, der meinen Ansprüchen genügte und außerdem ausreichend zugfest zu sein schien.

Das Verhandeln mit dem Händler gestaltete sich jedoch zäh. Der Kerl war zwar nicht rothaarig, aber ähnlich stur wie der jortssche Brauer, sodass ich schon kurz davor war aufzugeben. Doch anscheinend hatte ich es mit meiner Hartnäckigkeit fast geschafft, dem Herrn den letzten Nerv zu rauben, sodass er mir das Seil schließlich für 3 Tarskbit überließ. Komisch, vor vielen Märkten ist es mir in Belnend beim Handeln mit einem Schmied mal ähnlich ergangen, dem ich mit dem Erfolg ein Ohr abgequatscht hatte, dass ich zuletzt nicht nur die beiden Kragen für meine damalige Herrin erhielt, mit deren Kauf sie mich beauftragt hatte, sondern zusätzlich noch Öl für die Scharniere und einen neuen Kochtopf.

Tja, der Seilhändler hatte selbst Schuld… hätte er mir gleich einen vernünftigen Resterabatt eingeräumt, denn wer kauft schon einen Rest von nur 5 Ah-il für den vollen Preis, dann wäre er mich schneller losgeworden. Mein Herr war jedenfalls ganz zufrieden: „Arya, Rabatt ist eines meiner Lieblingswörter beim Einkaufen… ich werde das Seil bei Gelegenheit zurechtschneiden und ausprobieren, sofern sich ein Fundstück nicht gleich wieder in Luft auflöst.“ Ans nicht Verpuffen glaubte ich zwar noch nicht, doch wenigstens werden sich die Ausgaben meines Herrn zukünftig in Grenzen halten, da man aus dem Rest bestimmt drei oder sogar vier Seile für die Hälse von Reisekajirae bekommt. 

Ok, schlecht für die Geschäfte des Schmieds, denn mein Herr ist in Sachen Kajira-Halsschmuck aus Stahl bestimmt einer seiner besten Kunden. Doch aufgrund dieser wie ich finde sehr sinnvollen Sparmaßnahme, wird sein Verlust zukünftig nur noch bei maximal 1 Tarskbit liegen und nicht mehr bei Kupfermünzen, weil mit den vielen nichts taugenden Fundstücken blöderweise immer auch der Kragen mit dem eingravierten Namen meines Herrn verschwunden ist.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Netter Besuch aus Belnend

…und ein interessanter Fass-Preis.

Ganz in meine häuslichen Arbeiten vertieft, hörte ich es plötzlich an der Haustür klopfen. Es war ein Bote, der meinen Herrn über den aus Belnend eingetroffen Besuch informieren sollte… der Kommandant war mit großem Gefolge angereist. Mist, ich war mir sicher, mein Herr hätte den befreundeten Krieger bestimmt sehr gerne getroffen, doch leider hatte er Wachdienst. Ich machte mich also alleine Richtung Unterstadt auf, um ihm später zu berichten, dass es Belnend gut geht, dort immer noch alle Steine aufeinander liegen, der Handel erstarkt ist und alle kriegerischen Aktivitäten abgeblockt werden konnten, nachdem sie den Feind zum Schein auch mal über die Mauer kommen ließen. Breit grinsend ergänzte der Kommandant übrigens auch, dass Belnend immer noch keine Tatrix hat.

Mit meiner Vermutung, dass mangels Kajirae vermutlich meine Dienste gefragt waren, lag ich jedenfalls nicht daneben. Alle acht Sitzkissen am hinteren Tisch auf der Gasthausterrasse waren besetzt, aber nicht eine einzige Sklavin zu sehen. Bei den Besuchern handelte es sich tatsächlich um ausschließlich Freie, zu denen sich der Sattler und der Brauer gesellt hatten, leider jedoch ohne ihre Kajirae und die jortssche Wirtin macht sich ja sowieso grundsätzlich rar. Ich hatte also das Ganze, muss aber sagen, die angereiste Spezies der belnendschen Weiber war mit ihren wenig freie Frauen typischen Gesprächen echt unterhaltsam. Sie sprachen nämlich quer über den Tisch übers Nageln in der Werkstatt eines der Besucher, allerdings nicht über Holzarbeiten & Co. Nein, sie diskutierten tatsächlich in der Öffentlichkeit über das Zeugen von Nachwuchs.

Mir fiel übrigens auf, wie freundlich ich nach meinem Gruß von den Männern angelächelt wurde, besonders vom belnendschen Kommandanten, der dem Sattler gerade erzählte, dass das zahlreiche Auftauchen seiner Heimsteinangehörigen keine Eroberung von Jorts Fähre darstellte, sondern ein freundschaftlicher Besuch unter Verbündeten war, die sich seit einer ganzen Weile nicht gesehen hatten. Als ich mich bereits auf dem Weg in die Gasthausküche befand, rief mir übrigens eine Händlerin „Ale für alle“ noch hinterher und ersparte mir damit einige Arbeit. Eigentlich hatte ich nämlich vorgehabt, ohne lange zu fragen erst einmal ein großes Tablett mit Ale-, Paga-, Kalana- und Wasserkrügen nach draußen zu schleppen… Wasser und Wein ließ ich also weg.


Die Händlerin war wirklich sehr freundlich, denn sie war sich auch nicht zu schade, sich um die Wünsche zweier Frauen zu kümmern, nachdem die nun plötzlich doch kein Ale mehr wollten, sondern mir „ich nehme ein Wasser“ und „ich eine Milch nur“ hinterher riefen. Wie gut, dass zum Glück niemand sehen konnte, wie ich bei diesen kleckerweise gerufenen Extrawünschen in der Küche meine Augen verdrehte… wobei ich den Weibern ihre Getränke selbstverständlich noch gebracht hätte. Bis alle Herren von mir bedient worden waren, hätten sie sich allerdings ein Weilchen gedulden müssen… so gehört es sich nach dem goreanischen Hierarchieverständnis nun mal.

Wobei ich mich wirklich nicht beklagen konnte… auch der Sattler hatte ein Einsehen mit mir, indem er sich selbst aus dem Paga-Krug bediente und der belnendsche Kommandant belohnte mich nach dem Servieren seines Ales und packte meinen Kragen, um mich wundervoll dicht zu sich heranzuziehen. Mein Kajiraherz schlug dabei natürlich sofort etwas schneller, doch leider wurde ich nach „Mädchen, du riechst gut“ schon wieder losgelassen. Mir waren also nur wenige Ihn vergönnt, mich sanft an den Krieger anzuschmiegen, der übrigens wie ein richtiger Herr roch. Aber ok, andernfalls hätte ich einen anderen Gast nicht bedienen können, der sein Ale gleich aus dem Krug trinken wollte.

Nachdem ich mein Hinterteil dicht neben diesem Herrn aufreizend herausgereckt hatte, um nach einem der auf dem Tisch stehenden Ale-Krüge und Becher zu angeln, meinte er mich mit seinen eisblauen Augen musternd, den Becher kann ich weglassen, er gäbe sich nicht mit halben Sachen zufrieden und erkundigte sich nach meinem Namen. „Ein guter Name… er bedeutet „rein, edel“. Ich kenne eine Blume mit diesem Namen, welche in den Steppen zur Winter-Sommer-Wende blüht“, erklärte er mir und fummelte aus seiner Tasche eine Blüte heraus, die er mir ins Haar steckte. Über die Bedeutung meines Namens gab der Kommandant schmunzelnd und sichtlich beeindruckt vom Wissen dieses Mannes, bei dem es sich anscheinend um einen Sklavenhändler handelte, übrigens ein langgezogenes „Ohooo“ von sich.


Der Sattler nutzte die Gelegenheit und bestellte bei der Händlerin einige Rollen dickes Garn für seine Lederarbeiten, das er nächste Woche bei ihr abholen will, weil er sowieso eine Reise nach Belnend plant. Ich glaube, über den Preis hatten die beiden noch nicht verhandelt oder nee… noch nicht gewürfelt. Die Würfel kamen nämlich erst ins Gespräch beim Verhandeln mit dem Brauer über 10 Fass Ale. Ich traute meinen Ohren übrigens nicht, als dieser stets über äußerst knapp kalkulierte Preise jammernde Herr dem Weib 30 Kupfer je Fass anbot… einer nicht seinem Heimstein angehörenden Frau!? Sein letztes Wort über den Preis des Paga-Fasses für meinen Herrn war nämlich 35 Kupfer gewesen!!

Tja, die würfelverliebte Händlerin durchblickte offensichtlich nicht, welche Chance ihr gerade geboten wurde und bot nun an: „Wir würfeln. Wenn ich gewinne zahle ich dir 26 Kupfer und wenn ich verliere, dann zahle ich dir 32 pro Ale-Fass.“ Selbstverständlich hielt ich meine Klappe bei diesem merkwürdigen Vorschlag über 4 Kupfer Nachlass kontra 2 Kupfer Zuschlag. Rechnen sollte der Brauer schon selber, besonders nachdem er vor kurzem auf mein 30 Kupfer Angebot nicht eingegangen war. Tja, er gewann. Sichtlich zufrieden sackte er die Silber- und Kupfermünzen für die 10 Fässer ein und säuselte darüber, welche Freude es ihm ist, mit diesem Weib Geschäfte zu machen.

„Arya, du möchtest bestimmt gerne 10 Fässer vom Brauereihof zum Anleger rollen“, war natürlich nicht als Frage gemeint, sodass ich mit oberunschuldigem Plinkern bestätigte: „Ja Herr... irgendwie ahnte ich bereits, dass du so etwas sagen würdest. Wie schade, dass mein Herr gerade auf Wache ist und erst nach seiner Heimkehr mit sehr großem Interesse hören wird, welche Preise du neuerdings nimmst, Herr. Aber er wird bestimmt hocherfreut darüber sein, dass du trotz der 35 Kupfer, die du erst kürzlich von ihm für ein Fass genommen hast, seine Kajira deine Fässer rollen lässt.“ Breit grinsend meinte der Sattler dazu: „Ich bin über deine Preise auch ganz erstaunt, Rock… aber ich habe auch Würfel.“ Tja, der Brauer war nicht erstaunt und fand seine Preise für Heimsteinfremde normal.


Meinem Herrn fiel bei seiner Heimkehr vom Spätdienst natürlich sofort die Blume in meinem Haar auf: „Arya, wer schenkt dir denn Blumen, wenn ich nicht da bin?“ Ich erzählte ihm vom Besuch aus Belnend und dass der Kommandant mich riechen mag. „Ja, du riechst gut nach Kajira… ich muss wohl aufpassen, dass der kein Auge auf dich wirft, Arya… der ist gut im Flirten.“ Letzteres verstand ich zwar nicht wirklich, hinterfragte es aber auch nicht weiter, denn so ganz unbekannt ist mir der Kommandant von Belnend ja nicht und außerdem ist es doch eine Ehre für einen Goreaner, wenn ein anderer Herr sein Eigentum gerne riechen mag. 

Als ich meinem Herrn vom Ale-Handel des Brauereikriegers erzählte, meinte er: „Na, das wird den Brauer gefreut haben… der mag Umsatz und klingende Münzen.“ Doch als ich schließlich mit dem Preis pro Fass herausrückte, empörte er sich: „WAAAAAS… 32 Kupfer?! Das muss ich mir merken... ich nehme ihn beim nächsten Waffentraining doppelt so hart ran wie sonst… das nächste Mal werde ich auch nur 32 Kupfer zahlen!“ ;-)

Montag, 23. Januar 2017

Hammerschwingprofi

Mein Herr war nicht mehr zu bremsen. Er schwang den Hammer echt wie ein Profi, ließ ihn gegen die Wand krachen, dass das ganze Haus schepperte und nebenbei Reime von sich gebend wie „bröckelnder Putz und Dreck, macht meine Kajira weg!“, war er offensichtlich bestens gelaunt. Jedenfalls bröckelte für das neue Fenster unter seinem poetischen Wortschwall tatsächlich immer mehr Putz von der Wand und ohne beim Hämmern überhaupt auch nur ansatzweise aus der Puste zu sein, klärte er uns auf: „Das nennt man Schüttelreime… die schüttelt man aus dem Hammer, beim Sieg des Hammers über Putz und Stein, wenn der Hammer hart und geschickt geschwungen wird.“ Oha… wieder hatte ich etwas dazugelernt.


Zwischendurch wurde ich zur Kontrolle übrigens nach draußen geschickt, damit die Öffnung nicht zu groß wurde, denn das neue Fenster sollte doch genau die Form des im Außenmauerwerk zu sehenden Bogens bekommen. Bei unserem kurzen Missverständnis über „mehr rechts wo links ist?“ und „mehr links von dir oder von mir aus?“ schaffte ich es dank meinem lautem Gebrüll „NEIN... das andere Rechts mein Herr!!!!“ gerade eben noch abzuwenden, dass das Fenster plötzlich doppelt so groß wie geplant wurde oder das Haus womöglich sogar einstürzte. Letztendlich war das Werk des Fensterdurchbruchs aber vollbracht und nicht nur die Gnädigste war zufrieden damit, sondern vor allem mein Herr, weil er zahlreiche Kupfer gespart hatte.

Nach dem nun dringend notwendigen MAP, denn diese erfolgreiche Baumaßnahme ohne Absturz vom Kisten-Arbeitspodest, ohne blau gehämmerte Finger oder vom herunterfallenden Hammer gequetschte Zehen, musste natürlich mit einem Mauerdurchbruch-Abschluss-Paga begossen und außerdem der Staub aus dem Mund gespült werden. Danach stand selbstverständlich noch eine Runde in die Stadt an… Wegräumen der herausgestemmten Steine und Saubermachen durfte ich nämlich auf den nächsten Tag schieben. Gut fand ich, dass sich der Staub auf der Kriegeruniform meines Herrn einigermaßen problemlos abklopfen ließ und außerdem meinte er: „Etwas Staub macht mich nicht hässlich, sondern interessant!“ Ohja… und wie!


Ich vermute, so sauer wie der Brauer über das defekte Scharnier am erst kürzlich neu angebauten Pfeilwurfkasten war, bemerkte er nicht wirklich das Staubig-Interessante an meinem Herrn, war aber einem Ale zum Fortspülen seines Ärgers nicht abgeneigt… er lächelte sogar, als ich ihm diese Spülmaßnahme vorschlug. Mein immer noch in Hammerlaune befindlicher Herr wollte mich zwar gleich losschicken, damit er mit Stemmdingsda & Co. Abhilfe gegen die Kasten-Verklemmungen schafft, doch die guten Vitamine im Ale schafften es schnell, den befürchteten Scharnierärger mit einem halbnackten Makakken fortzuspülen. Wen auch immer der Brauer damit meinte, blieb mir allerdings unklar. Für mich zählte nur, wie erfreut er mich anlachte, als ich mit seinem Lieblingsgetränk neben ihm auf die Knie sank. 

Da grüne Bauaufsicht logischerweise arg anstrengend ist, zog sich die Gefährtin meines Herrn beizeiten zurück in ihre Felle… wobei sie vorher noch darauf hinwies, die wirklich anstrengendere Arbeit habe mein Herr geleistet, was wirklich nicht von der Hand zu weisen war, nachdem er sich als echter Hammerschwingprofi bewiesen hatte. Deswegen brachte ich ihm mit seinem Paga aus der Gasthausküche auch gleich einen großen Teller mit reichlich Schinken und diversen Würsten, zumal mein Herr einem leckeren Essen sowieso nie abgeneigt ist. Besonders inniges Anschmiegen in Kombination mit meinen sanft über seinen Rücken streichenden Fingern war selbstverständlich außerdem sehr wichtig, um rechtzeitig etwas gegen sich möglicherweise anbahnende Verspannungen zu unternehmen.


Daraus schöpfte mein Herr offensichtlich so viel Energie, dass er vor dem Schlafen unbedingt noch den großen Sklavenkäfig ins Lager räumte, um ihn wieder gegen den kleinen auszutauschen. Er hatte Sechs nämlich vor einiger Zeit verkauft und dabei ein Riesengeschäft gemacht, nachdem er ihrem offensichtlich etwas blauäugigen Käufer weismachen konnte, dass er für die paar Kupfer aus dem Verkauf dieser Kajira nicht gedenkt, seinen Anspruch auf das nach dem Tod ihres Vaters zu erwartende Erbe aufzugeben, sodass der Kerl ihm die Summe tatsächlich bar auszahlte… die kostspielige Reise nach Thentis und lästige Gerichtsverhandlung blieb meinem Herrn somit also erspart. Die Priesterkönige müssen ihm offensichtlich sehr wohlgesonnen gewesen sein.


So kam es, dass ich seit diesem arbeitsreichen Tag nun wieder im anderen Sklavenkäfig schlafen muss… bis zum Umzug warten wollte mein Herr nämlich nicht. Obwohl dieser Käfig um einiges kleiner ist und weniger aufdringlich aussieht, mag ich den jedoch genauso wenig wie das große verhasste Teil… doch darüber lass ich selbstverständlich nichts verlauten. Hauptsache war für mich, das schöne weiche Giannifell, das mein Herr mir geschenkt hatte, passt auch hier perfekt hinein. Falls ich beim Ausstrecken übrigens wieder Probleme mit verklemmten Füßen zwischen den Gitterstäben bekommen sollte, will mein Herr vom Schmied zusätzliche einbauen lassen. Hmmm… das warte ich aber lieber erst mal ab… es könnte doch durchaus sein, dass es sich nach dieser Ankündigung mit den Verklemmungen vielleicht in Grenzen hält?

Sonntag, 22. Januar 2017

Selbst ist der Krieger

Ich traf meinen Herrn auf dem Marktplatz, nachdem er zuvor bereits zu einem Rundgang durch die Stadt aufgebrochen war. Zum Glück gab es keine besonderen Vorkommnisse… nicht mal ein zu entsorgendes Sammelstück kniete neben ihm. So sanft wie nun meine Haare durchgewuschelt wurden, freute er sich offensichtlich umso mehr über meinen Anblick und verlangte dann, dass ich ihm meinen inzwischen wieder ganz gesunden Finger zeige. In seiner keine Widerrede zulassenden, wundervoll besitzergreifenden Art packte er mein Handgelenk, um meinen Finger genau zu mustern und ausgiebig brummend darauf herumzudrücken. 


Zufrieden über sein Untersuchungsergebnis schmunzelnd, meinte mein Herr schließlich: „Sehr gut… du bleibst also Zehnfinger-Arya… finde ich auch viel schöner!“ Mein Hinweis, dass er mich mit zehn Fingern vielleicht auch besser verkaufen kann, als mit einem weniger, interessierte ihn allerdings nicht mehr, obwohl er dies vor kurzem noch erwähnt und Ladenhüter-Befürchtungen in mir erzeugt hatte. Zu meiner großen Erleichterung wurde das Thema breit grinsend jetzt als überflüssig abgetan, er plane mich weder mit neun, noch mit zehn Fingern zu verkaufen. Außerdem war das Wagenrennen sowieso viel interessanter, ließ allerdings wieder schreckliche Versagensängste und deren mögliche Folgen in mir keimen.

Trotzdem gefiel mir natürlich die Vorstellung, unsere Verfolger in dicke Staubwolken zu hüllen und wie fies der aufgewirbelte Sand zwischen den Zähnen der anderen Kajirae knirschen wird oder auf ihrer schweißnassen Haut kleben bleibt, wenn sie aussichtslos hinter uns hinterher hecheln. Danach unterhielten wir uns über die Vorlieben von Goreanern, was die Figur ihrer Kajirae anbelangt. Hach, welch ein Glück für mich, mein Herr findet es überhaupt nicht schlimm, dass ich etwas dünner bin. In einer Hand seinen Pagabecher haltend, knetet er mit der anderen nämlich gerne meine Rundungen, bevorzugt es dabei aber handlich und findet die Vorstellung schrecklich, obwohl mit beiden gleichzeitig knetend, könnten seine Hände um etliche Größen zu klein sein.


Nachdem sich schließlich der Brauer und der Schmied dazu gesellen, blieb das Rennen bei Paga, Ale und Kalana natürlich weiter Thema Nr. 1. Außerdem war noch Diverses zu klären, wie z.B. der Startmodus… nämlich ob er als Le Ar Start festgelegt werden sollte und die Herren zu ihren Wagen laufen müssen, aufsteigen und dann erst losfahren können… ob man die Augen der Kajirae verbindet, damit die fahrerische Leistung der Wagenlenker mehr gewürdigt wird… und, und, und. Komisch fand ich übrigens, wie stur der Schmied seine Teilnahme mit vorgeschoben klingenden Begründungen verweigerte, obwohl er doch sogar zwei Kajirae hat. Doch was soll’s und eigentlich ist es mir auch ziemlich egal, ob sich die freien Weiber langweilen, wenn sie sich nicht einbringen wollen und lieber keine Aufgaben übernehmen.

Als mein Herr am nächsten Tag vom Wachdienst nachhause kam, erkundigte er sich erneut, ob der Schmied inzwischen den bestellten Wassertrog für seinen Sleen geliefert hatte, was ich leider verneinen musste… somit wurde meine zu klären Liste neben der beim Sattler zu bestellenden Boskpeitsche noch um eine weitere Aufgabe länger. Da mein kreativer Herr besonders kreativ beim Verteilen von Aufgaben ist, erschien es mir sehr ratsam, ihn jetzt von meinen mal zu denen zu lenken, die er seiner umzugslüsternen Gefährtin übertragen hatte. Während die Fenstergitter und der Käfig für Fenris längst fertig sind und auch der Garten schon lange Gestalt angenommen hat, war die Gnädigste in Sachen Bauarbeiten nämlich immer noch nicht weitergekommen.

Wobei sie auch wirklich Pech hat, da sich zurzeit einfach keine Bauarbeiter finden lassen. „Na gut, dann ziehen wir eben ohne Bauarbeiter um… was meint ihr?“ brummte mein Herr und seine Gefährtin stimmte sofort zu. Na toll, hatten die beiden sich mal überlegt wie viel Staub und Dreck bei so einem Mauerdurchbruch entstehen wird und dass ich hinterher sämtliche Möbel, Kissen, Teppiche und Felle von dem Tarskkram wieder reinigen muss? Hatten sie natürlich nicht, aber mein Herr hatte „ihr“ gesagt und nicht nur ein Einsehen bei meinem Veto, sondern teilte uns mit, so einen Mauerdurchbruch bekomme er doch ganz leicht hin… klar, selbst ist der Krieger! „Arya, hol einen Hammer, dann reiß ich die Wand heute noch ein und wir sparen Geld für die Bauarbeiter!“

Handwerklich nicht ganz unpraktisch veranlagt, holte ich nach diesem Befehl alles an Werkzeugen aus dem Lager, was mir für diesen Mauerdurchbruch wichtig erschien, allerdings leider auch ein paar Spinnweben. Die Gnädigste behauptete sogar, etwas würde auf meinem Kopf krabbeln und veranlasste mich, ziemlich panisch mit beiden Händen durch meine Haare zu wuscheln, während mein Herr bereits den Fäustel schwang: „Halt still Arya… ich erwische das Viech mit dem Hammer!“ 

Letztendlich strich er es aber doch mit der Hand herunter und trat das Krabbeltier mit dem Fuß platt… die Priesterkönige müssen mein Flehen wohl erhört haben. Nur gut, dass er das Monster nicht auf meinem Kopf zerquetscht hatte… meine Haare waren nämlich frisch gewaschen! 

Da der Tatendrang meines Herrn nun sozusagen hemmungslos entfesselt war, war kein Halten mehr. Die Werkzeuge bereits unterwegs schwingend ging es zum neuen Haus und nach kurzem Peilen wegen der richtigen Stelle für den Wanddurchbruch dann auch sofort los, denn das neue Fenster soll ja die Größe des im Außenmauerwerk sichtbaren Bogens haben. 


Wie gut und wirklich erforderlich für die Zielsicherheit meines Herrn bei den Stemmarbeiten, dass das neue Pagafass bereits zum neuen Haus geliefert worden war und er mit Hilfe einiger von mir herangeschleppten Kisten dann auch auf der richtigen Höhe stand, um unter den kritischen Augen der grünen Bauaufsicht mit kräftigem Schwertarm den Hammer und seiner geschickten Schildhand das Stemmeisen für den großen Fensterdurchbruch zu schwingen… selbst ist der Krieger und was für einer!!! ;-)

Freitag, 20. Januar 2017

Gute Entscheidungen

„Arya, erinnere mich daran, dass wir ein paar Lederbänder mit einfachen Schnallen beim Sattler bestellen“, befahl mein Herr mir, nachdem er sich schon wieder mit einer Reisesklavin abgeärgert hatte. Momentan scheint leider absolute Reisehochsaison für minderwertige Kajirae zu sein, die mit den albernsten und abenteuerlichsten Begründungen in Jorts Fähre auftauchen, sich darin sonnen, für 2 Ahn im Mittelpunkt zu stehen und damit sämtliche anderen Aktivitäten unterbrechen. Allerdings löst sich diese Spezies bis zum nächsten Tag trotz der Fesseln zum Glück immer in Luft auf. 

Diese mysteriösen Verpuffungen sind nämlich wirklich ein Segen, denn was soll ein Freier mit einer Sklavin anfangen, die mal eben ihren Kragen aufschließt, weil ihr langweilig ist, sofern der stählerne Halsschmuck vorher nicht schon ganz zufällig von alleine abgefallen ist, oder die sich weigert ihre Kleidung auszuziehen, weil sowas nach erst 2 Ehn Kennenlernen natürlich eine vollkommen indiskutable Forderung meines Herrn ist. Man muss den Priesterkönigen also inständig dankbar sein, wenn solche Möchtegernsklavinnen möglichst schnell weiterreisen und man sich ihr Versenken im Vosk sparen kann. 

Ich fand die Entscheidung meines Herrn daher übrigens sehr sinnvoll, um zukünftig unnötige Ausgaben zu vermeiden, diesen 99ern gar nicht erst seinen Kragen umzulegen und die Kupfer dafür zu sparen. Aber auch ein Lederband ist meiner Meinung nach bereits zu hochwertig und mit zusätzlicher Schnalle sowieso. Stattdessen schlug ich ihm vor, zukünftig den Reisekajirae vielleicht nur ein einfaches Seil umzulegen anstelle seines Kragens. „Stimmt, Schnallen kosten extra und ein Seil ist billiger als Leder, Arya… ich werde demnächst eines kaufen“, verkündete mein Herr mir nun, denn selbstverständlich trifft er stets gute Entscheidungen.


Leider hatte er am nächsten Tag mal wieder die doofe Spätwache erwischt, sodass ich mit seiner Gefährtin alleine zuhause war, die sich nach dem Befinden meines Fingers erkundigte. Nachdem die merkwürdige Zugsalbe inzwischen 2 Tage eingewirkt hatte, war der richtige Zeitpunkt gekommen, sich jetzt ein Bild zu machen, ob wegen dem Splitterrest vielleicht doch noch geschnitten werden musste, was mir natürlich überhaupt nicht behagte. Doch immerhin erwähnte die Grüne nichts mehr vom Abschneiden, wollte auch nicht in die Krankenstation hinüber, sondern machte es sich auf dem Hocker vorm Schreibtisch meines Herrn bequem und befahl mir, aus der Truhe ihre Tasche zu holen.

Nachdem der Verband ab war, konnte man am Finger eine rötlich-gelbe Beule mit einem kleinen dunklen Punkt in der Mitte sehen, sodass mir mein Vorschlag logisch erschien, ob man daran nicht noch mal herumdrücken sollte, weil das Dunkle doch bestimmt der Splitter war. Während die Gnädigste nun seufzend irgendetwas über eine Entzündung von sich gab, angelte sie das Zeug zum Desinfizieren, eine Nadel sowie Tupfer aus ihrer Tasche und befahl: „Beiss mal die Zähne zusammen, Arya“. Wie immer hielt ich zusätzlich auch noch die Luft an, als sie mit der desinfizierten Nadel in die kleine Beule hinein stach und dann vorsichtig mit einem Tupfer an meinem Finger herumdrückte. 

Vermutlich zuckte ich leicht zusammen, aber schlimm war das Ganze wirklich nicht. Die Entscheidung mit der Zugsalbe war nämlich genau die Richtige gewesen, denn das kleine Mistding von Splitterrest kam endlich heraus. Mein Finger war weder abgefault, wie mein Herr vermutet hatte, noch musste er amputiert werden, sondern durfte dran bleiben… ich wurde also nicht zur Neunfinger-Arya! :-)))

Donnerstag, 19. Januar 2017

Noch mal davon gekommen

Hach… viel zu kurz, aber einfach wundervoll war es, vor der Taverne eng an die Beine meines Herrn geschmiegt zu spüren, wie seine Finger sanft durch meine Haare strichen, während er seinen Kalana genoss, bis mich sein Appetit auf Gegrilltes erneut in die Taverne beorderte. Bei meiner Rückkehr mit einer hauptmannsmäßigen Portion gebratener Vulospieße, Würste und etwas geröstetem Sa Tarna Brot, hatte sich inzwischen der Schmied dazu gesellt und erkundigte sich nach der Gefährtin meines Herrn. Er war zwar nicht krank, benötigte jedoch ein Krankenbett, allerdings auch nicht sofort, sondern erst nach seinem Besuch beim Sattler und dann nicht für sich selbst. 

Es stellte sich heraus, der Lederarbeiter war dem Schmied für seine Arbeiten seit einer Hand einen Silber schuldig und sollte dafür nun in den Genuss einer Faust kommen, die sonst kraftvoll den Schmiedehammer schwingt. Nicht nur ich, sondern auch mein Herr hatte offensichtlich vor Augen, was den beiden Männern bei einer Auseinandersetzung mit Fäusten passieren könnte, sodass er dem wegen des Zahlungsversäumnisses ziemlich verärgerten Schmied nun den Vorschlag machte, anstatt Haue auszuteilen doch lieber Zinsen zu verlangen, sich von Laya in den Fellen verwöhnen lassen oder etwas anderes. Das war angeblich jedoch zu anstrengend… der Schmied wollte Bares sehen. 

Seit meiner letzten, äußerst fiesen Mundspülung bin ich zwar sehr bemüht mich stets von meiner wohlerzogenen Seite zu zeigen und meinen Mund zu halten, wenn sich Freie unterhalten. Doch in diesem Fall fand ich es gerechtfertigt, zumindest einen ablenkenden Versuch zu wagen, indem ich mich beim Schmied für die leckeren Suls bedankte. Ich erwähnte auch den Eintopf und wurde mit einem Lächeln belohnt, während mein Herr sich irritiert erkundigte, wer denn diesen Suleintopf gegessen hatte… er jedenfalls noch nicht und der Schmied natürlich auch nicht. Er sah schließlich ein, dass dieses Essen für den nächsten Tag vorgesehen war, ich zwecks Überprüfung in Sachen hauptmannswürdig selbstverständlich davon probieren musste und lud den Schmied zu einem Teller davon ein.

Beim Gespräch der beiden Männer über die Vor- und Nachteile von Tellern, tiefen Tellern und Suppenschalen und wie unfein es ist, direkt aus der Schüssel zu essen, zeigte sich allerdings erneut die schlechte Laune des Schmieds, bis mein Herr einlenkte… der Klügere gibt eben nach. „Schmied, du bist reicher als ich, hast immerhin einen Landsitz und ich nicht. Ich wollte dir nur eine Schüssel mit Eintopf anbieten. Du kannst dir sicher 100 Schüsseln leisten, aber es gibt nur eine mit dem von Arya gekochten Suleintopf.“ Breit grinsend beruhigte sich der Schmied, dem nun wohl doch die Spucke im Mund zusammen lief und sagte, die Teller-Schüssel-Sache sei für ihn erledigt. Dankend nahm er die Einladung meines Herrn an, der sich jetzt aber noch wegen der Fleischeinlagen erkundigte, über reichlich Speck und klein geschnippelte Würste dann aber seine Zufriedenheit äußerte. „Na, das kann nur schmecken.“


Bevor der Schmied zum Sattler aufbrach, bemerkte er plötzlich im Gebüsch vor der Taverne ein heranschleichendes Raubtier und zog seinen Bogen, während er meinen Herrn leise vor einem Larl warnte. „Schmied, ein Larl hier in der Stadt… hast du schon mehr Kalana getrunken als ich?“ winkte mein Herr ab, stemmte er sich aber trotzdem hoch, um den Vierbeiner zu beobachten, der inzwischen auf den Stufen vor der Taverne stand. Ich ging selbstverständlich erst einmal hinter der Mauer in Deckung und machte mich bereit, notfalls wegzulaufen, denn um die schönen Ohrringe wäre es wirklich schade gewesen. Welcher Rasse das offensichtlich verhätschelte Viech nun aber genau angehörte, das vermutlich seinem Frauchen wegen Langeweile weggelaufen war, blieb bis zuletzt allerdings unklar.

Stattdessen stellte sich jedoch heraus, dass der Vierbeiner Gegrilltem nicht abgeneigt war und sich schließlich zögernd sogar der Schmiedekajira näherte, um ein paar Streicheleinheiten von ihr zu ergattern. Auf dem Speiseplan von Fenris wäre das Viech sicherlich eine nette Abwechslung gewesen und sein Fell sah auch nicht uninteressant aus, wobei ich von weitem nicht erkennen konnte, ob nicht irgendwelche Untermieter darin wohnten. 

So wie sich das Tier zwischendurch auf den Planken des Stegs wälzte, fand ich Ungezieferbefall nicht unwahrscheinlich, obwohl Tahira offensichtlich keinen Juckreiz von irgendwelchen Läusen oder Flöhen verspürte, nachdem sie das Schoßraubtier ausgiebig gekrault hatte. Irgendwann trollte sich der Vierbeiner dann aber wieder und musste somit von Fenris‘ Speiseplan gestrichen werden. 

Ach ja… der Sattler kam um das Krankenbett herum, da die Bezahlung der Silbermünze anscheinend ohne Handgreiflichkeiten vonstatten ging. ;-)

Mittwoch, 18. Januar 2017

Noch mehr geht fast nicht

Die Sicherheit seines Heimsteins ist einem Krieger und ganz besonders dem Hauptmann natürlich sehr wichtig, sodass mein Herr zu einem seiner üblichen Rundgänge aufbrach, während ich mich mit einigen Vorbereitungen zum Essen beschäftigte. Damit fertig, sortierte ich noch schnell die saubere, inzwischen trockene Wäsche in die Kleidertruhen ein, als mein Herr nach seiner Runde durch die Stadt auch schon ins Haus stampfte und die Treppe hinauf kam. 

„Arya, was machen eigentlich deine Ohren?“ erkundigte er sich und ich begann mit leichter Panik sofort in meinem Gedächtnis zu kramen, ob ich etwas vergessen hatte. Um ein wenig Zeit zu schinden, gab ich erst mal von mir, dass meine Ohren immer noch sehr gut hören und auch frisch gewaschen sind. 

Mist, mir fiel jedoch nichts ein, worauf die Frage meines Herrn abzielen konnte, das ihm auf seinem Rundgang womöglich schlecht aufgestoßen war. Doch dann fragte er, wie es um die Löcher in meinen Ohrläppchen bestellt ist. Selbstverständlich war mit denen alles bestens, obwohl ich schon eine Ewigkeit keine Ohrringe mehr getragen hatte… allerdings nur in der Öffentlichkeit nicht. 

Wenn ich alleine bin, hole ich nämlich oft das kleine Kästchen mit meinen Schätzen hervor, ein buntes Sammelsurium für mich sehr wertvoller Geschenke meiner früheren Besitzer, darunter auch die schönen Ohrringe von meiner letzten Herrin. Mit immer größer werdenden Augen beobachtete ich, dass mein Herr in dem Beutel herumkramte, den er stets am Gürtel bei sich trägt. Schließlich holte er wunderschöne Ohrringe heraus und hielt sie mir hin: „Dann schau mal, ob diese hier passen, Arya. Und falls nicht, nehme ich eine Nadel und mach pieks… ich kenne da nämlich nichts, habe auch schon mal einer Sklavin das Loch für den Nasenring gestochen… die hat vielleicht gequietscht!“ 

Mit meinem bandagierten Finger tat ich mich zwar etwas schwer, doch letztendlich reckte ich meinem Herrn mit glänzenden Augen mein Gesicht entgegen und strich meine Haare noch etwas zurück, wurde aber sofort an ihnen gepackt und auf die Füße gezogen: „So… dann lass mal sehen Arya.“ Leicht nervös, denn sie sollten meinem Herrn ja gefallen, erkundigte ich mich: „Sieht man überhaupt etwas von den Ohrringen mein Herr?“ „Nein, aber dafür sind Haare ja da oder? Es ist auch nicht wichtig, dass man sie sieht… wichtig ist, dass man deinen Kragen sieht und wessen Name drauf steht“ lachte er, strich meine Haare dann aber doch etwas zur Seite und musterte mich genau. 

Sein Urteil ließ mein Kajiraherz sofort schneller schlagen: „Mir gefallen sie… pass nur auf, dass du sie nicht verlierst! Sie werden auch nicht jeden Tag getragen, haben immerhin eine halbe Silbermünze gekostet.“ Obwohl der Kragen meines Herrn mein schönster Schmuck ist, bedankte ich mich nun ganz besonders innig für dieses schöne Geschenk, das er sich selbst gemacht hatte, ich aber für ihn tragen darf, weil sich seine Ohren nicht wirklich für Sklavenohrringe eignen. Schmunzelnd meinte er schließlich: „Genug, Arya… verlierst du sie, bekommst du einen Satz heiße Ohren… und das meine ich wörtlich.“ Übrigens, wann denn ein Tag zum Tragen dieser Kostbarkeiten ist, überließ er mir und stimmte breit grinsend zu, dass genau so ein Tag gerade war. 

Wir sprachen noch kurz über meinen offensichtlich auf dem Wege der Besserung befindlichen Finger, der sich unter dem Verband allerdings noch zwei Tage bis zur erneuten grünen Musterung gedulden musste. Danach war es Zeit für einen Kalana, den mein Herr sich am Hafen gönnen wollte. So wie er mich ansah, als ich mit sanft wiegenden Hüften, begleitet vom leisen Bimmeln des Glöckchens an meinem Kragen aus der Taverne zurückkam, gefiel ihm anscheinend der Anblick seines Eigentums. Nachdem ich zum Servieren seines Weins dicht vor ihm auf die Knie gesunken war, tickte er plötzlich leicht gegen die kleine Metallkugel, sodass es erneut leise bimmelte und meinte dann eine meiner Brüste sichtlich zufrieden knetend: „Noch mehr Schmuck geht aber fast nicht mehr, Arya… an deinen Brüsten mag ich nämlich kein Metall und zwischen deinen Schenkeln auch nicht.“  ;-)

Dienstag, 17. Januar 2017

Grüne Behandlung

Mein Finger nervte über Nacht, war sehr druckempfindlich und pochte leicht. Doch darüber ließ ich am Morgen erst mal nichts verlauten und ging meinen Aufgaben nach… vielleicht wurde er doch noch von alleine besser und ich kam um einen Besuch in der Krankenstation herum? Nach einigen überflüssigen Behandlungen in meiner Gorvergangenheit bei Mitgliedern dieser Kaste, bin ich jeden Tag dankbar, wenn meine zum Glück sehr robuste Gesundheit mich nicht im Stich lässt und ich keine fiesen Einläufe, hässlich grün gefärbte Haare oder diverse andere Schikanen bekomme und auch nicht an medizinischen Experimenten teilnehmen muss.

Nachdem schließlich auch das Geschirr abgewaschen war, lief ich erst einmal nach oben und entdeckte meinen Herrn samt Gefährtin auf dem Balkon, wo sie sich übers Wetter unterhielten. Abwartend kniete ich mich lautlos in den Hintergrund, wie es sich für eine wohlerzogene Kajira gehört, um nicht unnötig zu stören. Doch so wie mein Herr zu mir hinüber schauend brummte, gefiel ihm meine Rücksichtnahme nicht und meine Sprachlosigkeit inzwischen wohl auch nicht mehr: „Versteckt sich da jemand? Arya wirkt etwas stumm heute… ob das am Tuch in ihrem Mund liegt?“ Damit ich meinen Aufgaben nachkommen konnte, hatte er am Morgen zwar meine Fesseln gelöst, das Knebeltuch jedoch nicht.

Offensichtlich sah mein Herr jetzt den richtigen Zeitpunkt gekommen, mich von dem ekelig schmeckenden Knebel zu befreien und die Gnädigste erlaubte mir netterweise, etwas Wasser zu trinken und mir ein paar Essenreste in den Mund zu stopfen. Leider war unten in der Küche vom Balkon nur leises Murmeln zu hören… worum es ging, konnte ich nicht verstehen, bin zum Glück ja aber auch nicht neugierig. Blöderweise stieß ich mit meinem in Mitleidenschaft gezogenen Finger irgendwo gegen und spürte unangenehmes Stechen… es musste wohl noch ein Stückchen von dem Splitter drin stecken. Leider war mein Herumquetschen am Finger äußerst schmerzhaft und förderte nicht wie erhofft einen Splitterrest zutage. 

Wieder oben ließ ich mir selbstverständlich nichts anmerken, denn erstens kennt eine Kriegerkajira keinen Schmerz und zweitens kommt der Rest vom Splitter bestimmt irgendwann von alleine heraus. Sich sehr nachdenklich am Kinn kratzend musterte mein Herr mich erneut: „Arya, war da nicht noch etwas? Hast du das letzte Holz weggebracht und wie viele Splitter hast du dir dabei noch eingefangen?“ Args… warum musste er jetzt vor seiner Gefährtin von weiteren Splittern sprechen? Schnell betonte ich, wie vorsichtig ich gewesen war, als ich diese Arbeit erledigt hatte. Doch damit war für meinen Herrn das Thema noch nicht erledigt: „Wie geht es deinem Finger, Arya… was hatte ich dir dazu gesagt?“


„Finger? Was ist mit deinem Finger? Harta… herzeigen!“ ließ mich näher zur Grünen rutschen und ihr umgehend meinen Splitterfinger entgegen strecken. Wahhh… nur kurz wurde meine Hand hin und her gedreht, bevor mir auch schon gänzlich ungeplant, irgendein langgezogener Ton entwich, als einer der grünen Finger einen äußerst schmerzhaften Punkt piesackte. „Hmm, hmmmm… das gefällt mir gar nicht… da ist eine dicke Entzündung drin, Arya. Ich befürchte, ich muss schneiden“, lautete das vernichtende grüne Urteil. Mein Herr gab diverse langgezogene „Oooohs“ von sich, nannte mich dann „Neunfinger-Arya“ und bot an: „Soll ich die Axt zum Amputieren des Fingers holen? Ein Schlag und es ist vorbei… ein Finger weniger oder mehr macht doch keinen Unterschied!“

Na toll… die Gnädigste bezeichnete eine Sklavin mit neun Fingern sogar als „eine Besonderheit“ und wunderte sich kopfschüttelnd, wie dumm ich doch bin, dass ich mir bei den Holzarbeiten keine Reptücher zum Schutz um die Hände gewickelt hatte… klar, hinterher ist man immer schlauer, nur half mir das jetzt auch nichts mehr. Ich änderte meine Taktik und fing an zu betteln, meinen Finger bitte dran zu lassen und bot sogar freiwillig an, stattdessen doch lieber so einen schrecklichen Einlauf zu nehmen. „Der hilft nicht gegen eine Entzündung, Arya“, wurde mein Vorschlag für mich vollkommen unerwartet jedoch abgetan… huch?


Da auch mein Herr jetzt einsah, falls er mich mal verkauft, wäre es gut, wenn noch alle meine Finger dran sind, befahl mir seine Gefährtin mit äußerst energischem Tonfall, ihr in die Krankenstation zu folgen. Ohne ein einziges Widerwort hatte ich es jetzt tatsächlich eilig, zog mir weder etwas über, noch bemerkte ich, was vor der Haustür lag. Erst als mein Herr sich lautstark empörte „Wer stellt denn einen Sulsack vor meine Tür? Da kann man sich ja das Genick brechen!“ wurde mir klar, der Schmied hatte offensichtlich die versprochenen Suls von seinem Landsitz mitgebracht. Doch darüber freuen konnte ich mich erst später, da ich nun auf die Krankenliege beordert wurde und mit Entsetzen die gefährlich aussehenden Utensilien musterte, die die Grüne neben mir ablegte.

Erneut untersuchte sie meinen Finger, ging diesmal allerdings außer mit dem fies brennenden grünen Paga sehr sanft mit mir um und erklärte schließlich freundlich: „Es sieht so aus, als ob noch etwas drin ist vom Splitter. Bevor ich schneide, versuchen wir aber erst eine Salbe. Ich nenne sie Zugsalbe, weil sie einen Wirkstoff hat, der hoffentlich den Splitterrest herauszieht. Auf deinen Finger aufgetragen, mit Verband herum, bleibt sie zwei Tage drauf und dann schaue ich es mir wieder an.“ Mein bewickelter Finger sah zwar nicht schön aus, aber außer der Desinfektion war nichts unangenehm gewesen. Ich hätte also weder meine Luft anhalten, noch mir auf die Unterlippe beißen müssen, um keinen Piep von mir zu geben… eine Hauptmannkajira stellt sich bei sowas nämlich nicht an.


Mein Herr war bereits in die Unterstadt gegangen, verlangte nun aber nach der jammerfreien Behandlung ohne Einlauf oder andere Mordattentate meinen Finger zu sehen. Davon ließ er sich auch nicht abbringen, obwohl ich darauf hinwies, dass außer der Fingerspitze wegen des Verbands nichts von ihm zu sehen ist. „Arya, ich bevorzuge dich mit zehn Fingern, also lass den Verband dran und pass vor allem auf, dass dein Finger dran bleibt! Aber nun geh und kümmere dich um unsere Getränke, ohne ist der Abend nämlich nichts“, ermahnte mein Herr mich noch kurz mit Pagagelüsten und danach war eigentlich alles fast wieder so wie immer beim platt Treten der Pflastersteine auf dem Marktplatz.

Nachdem sich die Gnädigste beizeiten zurückgezogen hatte, kündigte mein Herr an, dass er noch zum neuen Garten will. Ich vermute allerdings, der neue Wassertrog für Fenris war zweitrangig… es ging ihm vor allem um das umgesetzte Sklavenloch. Ich wurde nämlich aufgefordert zu prüfen, ob inzwischen wirklich alles ausgehärtet und das Teil benutzbar ist… doch das hatte der Schmied bereits vor einigen Tagen bestätigt. Bei der Frage ob Ungeziefer drin ist, musste ich mich leider etwas weiter vorbeugen und spürte prompt einen Stups gegen mein Hinterteil, konnte mich aber gerade noch halten. „Arya, pass doch auf… nicht, dass du reinfällst und der Deckel geht zu!“ Hmmm… überlegte mein Herr wirklich, mich in das Loch zu stecken?


Er entschied sich um, zog stattdessen an meinem Ohr: „Arya, ich hatte dir gestern gesagt, dass du deinen Finger untersuchen lässt und was machst du? Du druckst herum!“ Schnell beteuerte ich, dass ich das noch vorgehabt hatte, aber seine Balkonzweisamkeit doch nicht mit einem Holzsplitter hatte stören wollen und nur auf den richtigen Moment dafür gewartet hatte. Ich wurde belehrt, dass ihm eine neun Finger Arya wichtiger ist, als ein Balkongespräch mit seiner Gefährtin. Ungehalten brummend zog er mich dann am Ohr ganz nahe zu sich heran: „Stell dir vor, wie lange du nicht richtig arbeiten kannst, wenn man dir deinen Finger absägt… wer soll dann die Kajiraarbeiten erledigen? Also war die Behandlung wichtig!“ Tja, wie immer hatte mein Herr natürlich Recht. ;-))

Montag, 16. Januar 2017

Holzfällertag

Mein Herr stand bereits ungeduldig brummend draußen vor der Haustür und rief maulig nach mir. Ich hatte mich zwar gleich am Morgen nach meinem Training auf der Stadtmauer um die Säge und ein geschärftes Beil gekümmert, die inzwischen auch im Garten auf der Bank lagen, doch danach muss mir komplett entfallen sein, dass es an diesem Tag wegen Brennholz in den Wald gehen sollte. Mist, in meiner Eile zog ich jetzt nämlich die Tunika vom Vortag an, die eher zu den besseren zählt. So intensiv, wie mein Herr mich musterte, wurde mir mein Fehler allerdings sofort klar, außerdem brummte er mich an: „Arya, willst du mich auf den Arm nehmen? So gehen wir nicht in den Wald… zieh dir etwas Altes an… zack, zack!“

Wie sehr ich mich jetzt beeilte, ist sicherlich nachvollziehbar. Wasser und etwas Proviant war schnell in die Umhängetasche gepackt und der Handkarren aus dem neuen Garten geholt, bevor das Brummen meines Herrn noch stinkiger wurde. Im Wald angekommen, sollte ich einen Baum aussuchen, doch bei der riesigen Auswahl war die Entscheidung nicht leicht, zumal ich mich mit Entscheidungen eh meistens ziemlich schwer tue. Meine Wahl fiel schließlich auf eine Ansammlung ca. oberschenkeldicker Bäume, die vermutlich leicht zu fällen waren und außerdem wegen ihrer relativ geringen Stammdicke hinterher nicht noch gespalten, sondern nur in einzelne Stücke auf geeignete Ofenlänge gesägt werden mussten.


„Nein Arya, die lohnen nicht… da ist zu viel dran zum Entasten im Verhältnis zur Baumdicke“, lehnte mein Herr meinen wie ich fand sehr guten, nämlich weniger gefährlichen Vorschlag ab und suchte einen anderen Baum aus. Er wählte nach einigem Hin und Her einen Baum, der so lang war, dass er fast bis zum Sattlerhaus reichte und sollte er unkontrolliert Richtung Oberstadt fallen, hätte er mit Sicherheit die Stadtmauer durchschlagen und das neue Haus meines Herrn getroffen. Ich fand den zu groß und zu dick und was noch viel schlimmer war, er stand in der Nähe eines großen, hohlen Stamms, in dem eine Monsterspinne ihr riesiges Spinnennetz gesponnen hatte. 

Das Biest war zwar nicht zu sehen, konnte jedoch jederzeit auftauchen und veranlasste mich, mittelprächtig nervös die Umgebung zu beobachten. Natürlich entging mein Verhalten meinem Herrn nicht, nach dem Eingeständnis meiner Angst vor der achtbeinigen Gefahr, beruhigte er mich jedoch: „Ich pass auf, Arya, mach dir keine Sorgen… mit Spinnen in Boskgröße kenne ich mich aus! Und nun Axt an den Rarius, wenn du weiter so guckst, brumm ich und lass dich alles alleine machen.“ Danach spuckte er sich voller Tatendrang in die Hände und ich beeilte mich, ihm die Axt zu reichen, mit der er nach fachkundiger Beurteilung des Rück-Seithängers dann auf den dicken Baumstamm einhackte. 

Ich parkte den Handkarren lieber noch etwas um, denn sollte er vom Baum getroffen werden, hätten wir zwar weiteres Brennholz, ich leider jedoch reichlich zu schleppen, was sich auch mit Karren als echte Schwerstarbeit herausstellen sollte. Während zwischendurch mit unverwechselbarem Hauptmanngrummeln zu hören war, dass der Baumstamm härter ist als er aussieht, beobachtete ich übrigens weiter die Umgebung in Sachen Spinne. Allerdings bewunderte ich vor allem die Kraft meines durchtrainierten Herrn, der die Axt so selbstverständlich schwang, wie ich einen Kochlöffel beim Umrühren von Soßen. Schließlich hatte er den Fallkerb sauber angelegt und die Säge kam zum Einsatz.


Um zu verhindern, dass ein Waldspaziergänger aus Versehen vom Stamm erschlagen wird, durfte ich kurz bevor mein Herr den Baum dann tatsächlich zu Fall brachte, so laut ich konnte rufen: "AAAAACHTUNG… Baum FÄÄÄÄÄÄÄÄÄLLLT!!!!!!!" Aus Sicherheitsgründen brachten auch wir uns mit beginnendem Knistern der splitternden Baumfasern in Deckung, denn man weiß ja nie ganz genau, ob aus der Baumkrone nicht doch noch Totholz herausgeschossen kommt. Der Waldboden erbebte kurz, aber alles klappte wie geplant. „Arya, während ich entaste, beginnst du schon mal mit dem Durchsägen des Stamms… ich helfe dir danach dabei. Wir nehmen alles mit… die dickeren Äste sowieso aber auch das Kleinzeug zum Anzünden.“

Das transportklein machen des Holzes war eine ziemliche Plackerei, die bei mir leider nicht ganz ohne Spuren blieb, weil ich mir einen dicken Splitter beim Aufladen auf den Handkarren in meinen Zeigefinger rammte. Mein Herr bot zwar sofort an „warte Arya, wir amputieren gleich hier vor Ort“, doch fand ich „selbst ist die Kajira“ angebrachter. Nach kurzem Quetschen bekam ich das blöde Ding tatsächlich heraus und hielt es siegreich wie eine Trophäe in die Höhe. „Na, da hast du Glück gehabt, Arya, ich hätte sonst mit meinen Fingern nachgeholfen… blutet es noch?“ Da eine Kriegerkajira selbstverständlich hart im Nehmen sein muss, schüttelte ich verneinend meinen Kopf und nahm meine Holzverarbeitungstätigkeit wieder auf.

Es war echte Schwerstarbeit, die den ganzen Tag in Anspruch nahm und in meinem Finger piekte es trotz entferntem Splitter ab und an immer noch. Dank ausreichend Wasser und Proviant überlebten wir aber und als es schließlich dämmerte, war fast alles Holz in den neuen Garten gekarrt. Um den Rest durfte ich mich am nächsten Tag kümmern. Die Kleidung meines Herrn war mit Holzspänen übersät und ich sah inzwischen nicht nur ziemlich dreckig, sondern auch zerkratzt aus, weil ich als Abkürzung den Weg durchs Notfallseitentor ausprobiert hatte, der wegen dichtem Gebüsch allerdings nicht zu empfehlen war. „Wir gehen jetzt nach Hause und du lässt Badewasser ein… aber warmes diesmal und wir nehmen die Seife nicht für den Mund, Arya“, war ein Befehl, dem ich nur zu gerne nachkam.


Hach… es war einfach unbeschreiblich toll, zu meinem Herrn in die Wanne steigen zu dürfen und genau das Richtige nach der Schufterei im Wald. Das Wasser kühlte auch kaum ab, bis wir es zu sehr später Ahn schließlich tiefenentspannt aber doch verließen. 

„Arya, für ein solches Bad lohnt es sich ja doch, öfter in den Wald zu gehen“, meinte mein Herr zufrieden schmunzelnd, während ich ihn abtrocknete. Er bestätigte jedoch meinen Hinweis, baden geht auch ohne Wald, außer man beabsichtigt eine Holzhandlung zu eröffnen und verlangte, dass ich ihm noch meine Kratzer zeige. Von denen war zum Glück kaum noch etwas zu spüren, sodass ich die untersuchenden Berührungen meines Herrn, dessen Hand sehr sanft über meine Haut strich, total genoss und mich am liebsten schon wieder an ihn geschmiegt hätte. 

Nach sehr unangenehmen Erfahrungen, habe ich es wirklich nicht mit grünen Behandlungen und bin auch nicht besonders zimperlich. Doch inzwischen sah ich ein, dass mit meinem Finger irgendetwas nicht stimmte, so komisch wie der sich anfühlte und außerdem piekte es in ihm, als mein Herr darauf herumdrückte. „Hmm, hmm… oh, ohh, ohhh!“ war erst zu hören und dann: „Also das Arya, ja das ist hui, hui, hui… der muss vielleicht amputiert werden! Auf jeden Fall muss sich das morgen meine Gefährtin ansehen. Vielleicht kann eine Spritze gerade noch verhindern, dass der Finger abfault.“ Damit schaffte mein Herr es, dass ich ihm vor lauter Angst sofort mit großem Arya-Ehrenwort versprach, den Finger tatsächlich der Grünen zu zeigen… außer natürlich, er wird über Nacht von ganz alleine wieder wie neu. ;-)

Sonntag, 15. Januar 2017

Das Wagenrennen konkretisiert sich

…und was sonst noch so los war.

Puhhh, Seife schmeckt nicht nur oberekelig, sondern macht auch Hunger und schrecklich durstig. Vollkommen hilflos war ich daher froh, als mein Herr mich am nächsten Morgen nach kurzem Test einer rotseidenen Körperreaktion, die offensichtlich zu seiner Zufriedenheit ausfiel, breit grinsend von den Fesseln, dem Knebel und dem Tuch vor meinen Augen befreite, das als Erinnerung allerdings weiter um meinen Hals hängen musste. 

„Hast du Hunger und Durst, Arya?“ war eine Frage, die ich eifrig bejahte und mit seiner Erlaubnis durfte ich mich danach heißhungrig über die Reste vom Vortag hermachen.

Eines hatte die Seifenspülung wirklich geschafft, es fiel mir deutlich leichter, mich aus einem Gespräch meines Herrn und seiner Gefährtin herauszuhalten und meine Gedanken stumm nur für mich zu denken, als die Gnädigste sich erneut vorschreiben ließ, was sie von mir an Ehrerbietung erwarten muss. 

Zu Hilfe kam mir allerdings auch, dass Hadi plötzlich an die Tür klopfte… eine der neuerdings drei Hofkajirae. Die Ärmste war tatsächlich von ihrem Herrn zum Trinken des Brutweins bestimmt worden, nachdem er dieses Vorhaben vor einigen Tagen bereits angekündigt hatte. Trotzdem war die Gefährtin meines Herrn ziemlich erstaunt, hatte sie doch nicht damit gerechnet, dass es Hadi treffen würde, die nun als Zuchtsklavin dienen darf und einen sehr verlegenen Eindruck machte. 

Mein vollstes Mitgefühl hatte sie jedenfalls, denn in meinen Augen ist sie durch und durch Sklavin. Ich vermutete außerdem, dass ihr Herr sie noch freilässt, damit sein Nachwuchs nicht unfrei geboren wird. Doch warum das Ganze… ist der Bauer mit drei Kajirae überfordert? Egal und geht mich auch nichts an, für mich war einzig wichtig, wie sehr mein Herr betonte, eine Sklavin Nummer drei nicht zu benötigen, weil er doch eine Nummer eins hat und außerdem verpuffen 99er sowieso nach einigen seiner Maßnahmen spurlos.


Ständiges Thema seit Tagen sind aber nicht die Nachwuchswünsche des Bauern, sondern das demnächst geplante Wagenrennen, das sich immer mehr konkretisiert, obwohl die Regeln noch nicht endgültig festgelegt sind. Am Schwierigsten war die Klärung, welcher Wagentyp es sein soll und aus welchem Material. Mein Herr beschaffte sich erst einmal einen einfachen Holzkarren, stellte allerdings sehr schnell fest, dass seine Sitzhaltung da drauf nicht so wirklich heroisch aussieht und entschied sich dann zu einem anderen, allerdings recht schweren Modell, in dem er sich seitdem die Ehrenrunde als Sieger drehen sieht. Leider bereitet mir seine Erwartungshaltung mittlerweile gewaltige Sorgen.


Ich befürchte nämlich, dass es trotz vollem Einsatz und meinen täglichen Trainingsrunden auf der Stadtmauer, inzwischen sogar mit einem mit Steinen gefüllten Rucksack auf den Schultern, mangels Wagenlenktalent für mich einfach nicht zu schaffen ist, meinen Herrn als ersten über die Ziellinie zu ziehen. Doch das behalte ich lieber für mich, um seinen Zorn nicht schon vor dem Rennen auf mich zu lenken… hinterher wird noch schlimm genug werden. Im Gegensatz zur üppig gebauten Laya mit ihren kräftigen Oberschenkeln, bin ich eher nur eine halbe Portion, bekomme aber keinen Vorsprung, um wenigstens den Hauch einer Chance zu haben.


Der Brauer wählte übrigens ein Superleichtmodell, fährt allerdings nicht stehend, sondern hockt da drauf wenig heroisch auf seinem Hintern. Wegen dem geringen Gewicht dieses Wagens, war die Forderung des Sattlers nach vorherigem Vergleichswiegen übrigens nicht von der Hand zu weisen. Mein Herr meinte allerdings, es käme auf das Gesamtgewicht an, mangels geeigneter Waage wäre einzelnes Wiegen und Addition von Fahrer- und Wagengewicht jedoch peinlich… natürlich nicht für ihn mit seiner durchtrainierten, nur aus Muskeln und Samensträngen bestehenden Figur, sondern für manch anderen Herrn.


Um diese Behauptung gleich zu beweisen, legte mein Herr vor kurzem im Gasthaus seine Waffen hinter sich und zog sein Oberteil aus, spannte seine Muskeln an und plusterte sich etwas auf. Während ich nun glänzende Augen bekam und begeistert meine Hand ausstreckte, um sanft seinen muskulösen Oberkörper zu berühren, hielt der Sattler sich die Hand vor die Augen und rief aus: „Ohhh…Hauptmann… muss das sein?“ In Wirklichkeit lugte er jedoch durch seine Finger hindurch und konnte schließlich nicht umhin, was er sah anzuerkennen… danach zog er ebenfalls sein Oberteil aus und ließ seine Muskeln spielen. Naja, wie gut der Sattler gebaut ist, weiß ich schon lange… mit meinem Herrn kommt er aber natürlich nicht mit.

Unklar ist immer noch die Ausstattung der Kajirae… ob mit Kaillaschwanz oder ohne… das Ledergeschirr jedoch ist unstrittig und meinem Herrn gefällt auch, wenn ich auf dem Kopf einen ähnlichen Puschel trage wie der auf seinem Kriegerhelm. 

Wie vereinbart hatte der Sattler tatsächlich Mitte der Hand die für mich bestellten Ledergurte fertig, die meinem Herrn sofort so gut gefielen, dass ich sie den restlichen Tag tragen durfte... übrigens sehr zum Missfallen der Schreiberin.

Die Freie brach bei meinem Anblick allerdings nicht wie die meisten Weiber in albernes Gekreische aus und bekam auch keine Schnappatmung, sondern schaute einfach woanders hin und legte keinen Wert darauf, von mir bedient zu werden. Es gibt eben auch Herrinnen, die sich zu helfen wissen.


Ebenfalls keinen Wert auf Bedienung legte der Bauer, der Hadi inzwischen tatsächlich freigelassen und sie als seine Gefährtin namens Nina eines Abends im Gasthaus irgendwie zur Schau stellte… zumindest kam es mir so vor, obwohl ich nicht wirklich weiß, wie sie sich fühlte. Doch irgendwie erweckte sie auf mich den Eindruck in der falschen Haut zu stecken, so stocksteif wie sie neben ihm auf einem Sitzkissen saß, verschleiert und in Unmengen weißen Stoff getüdelt, allerdings barfuß. Ok, ich sollte nicht von mir auf andere Kajirae schließen und wünsche der neuen Nina, dass sie glücklich ist. Sollte ich allerdings jemals freigelassen, werde ich weglaufen… mein gutes Recht als Freie und nicht strafbar wie bei einer Kajira.


Achja, apropos Gefährtenschaft… erstaunlicherweise tauchte die ständig abwesende Wirtin wieder auf. Sie muss sich offensichtlich genau gemerkt haben, wann ihr Gefährtenvertrag mit dem Brauereikrieger ausläuft und hat es tatsächlich geschafft, den Herrn zu einer Erneuerung zu überreden. Das Weib hat sich allerdings auch nicht lumpen lassen und ein äußerst reichhaltiges Büffet aufgefahren, bei dem nicht nur mein Herr sich den Bauch richtig vollgeschlagen hat, sondern auch ich durfte mir einen gebergten Teller mit den Leckereien einverleiben. Zuletzt kam eine ordentliche Portion noch mit nach Hause… wäre doch schade gewesen, wenn solch leckere Speisen schließlich weggeworfen werden müssen. ;-)