Sonntag, 15. Januar 2017

Das Wagenrennen konkretisiert sich

…und was sonst noch so los war.

Puhhh, Seife schmeckt nicht nur oberekelig, sondern macht auch Hunger und schrecklich durstig. Vollkommen hilflos war ich daher froh, als mein Herr mich am nächsten Morgen nach kurzem Test einer rotseidenen Körperreaktion, die offensichtlich zu seiner Zufriedenheit ausfiel, breit grinsend von den Fesseln, dem Knebel und dem Tuch vor meinen Augen befreite, das als Erinnerung allerdings weiter um meinen Hals hängen musste. 

„Hast du Hunger und Durst, Arya?“ war eine Frage, die ich eifrig bejahte und mit seiner Erlaubnis durfte ich mich danach heißhungrig über die Reste vom Vortag hermachen.

Eines hatte die Seifenspülung wirklich geschafft, es fiel mir deutlich leichter, mich aus einem Gespräch meines Herrn und seiner Gefährtin herauszuhalten und meine Gedanken stumm nur für mich zu denken, als die Gnädigste sich erneut vorschreiben ließ, was sie von mir an Ehrerbietung erwarten muss. 

Zu Hilfe kam mir allerdings auch, dass Hadi plötzlich an die Tür klopfte… eine der neuerdings drei Hofkajirae. Die Ärmste war tatsächlich von ihrem Herrn zum Trinken des Brutweins bestimmt worden, nachdem er dieses Vorhaben vor einigen Tagen bereits angekündigt hatte. Trotzdem war die Gefährtin meines Herrn ziemlich erstaunt, hatte sie doch nicht damit gerechnet, dass es Hadi treffen würde, die nun als Zuchtsklavin dienen darf und einen sehr verlegenen Eindruck machte. 

Mein vollstes Mitgefühl hatte sie jedenfalls, denn in meinen Augen ist sie durch und durch Sklavin. Ich vermutete außerdem, dass ihr Herr sie noch freilässt, damit sein Nachwuchs nicht unfrei geboren wird. Doch warum das Ganze… ist der Bauer mit drei Kajirae überfordert? Egal und geht mich auch nichts an, für mich war einzig wichtig, wie sehr mein Herr betonte, eine Sklavin Nummer drei nicht zu benötigen, weil er doch eine Nummer eins hat und außerdem verpuffen 99er sowieso nach einigen seiner Maßnahmen spurlos.


Ständiges Thema seit Tagen sind aber nicht die Nachwuchswünsche des Bauern, sondern das demnächst geplante Wagenrennen, das sich immer mehr konkretisiert, obwohl die Regeln noch nicht endgültig festgelegt sind. Am Schwierigsten war die Klärung, welcher Wagentyp es sein soll und aus welchem Material. Mein Herr beschaffte sich erst einmal einen einfachen Holzkarren, stellte allerdings sehr schnell fest, dass seine Sitzhaltung da drauf nicht so wirklich heroisch aussieht und entschied sich dann zu einem anderen, allerdings recht schweren Modell, in dem er sich seitdem die Ehrenrunde als Sieger drehen sieht. Leider bereitet mir seine Erwartungshaltung mittlerweile gewaltige Sorgen.


Ich befürchte nämlich, dass es trotz vollem Einsatz und meinen täglichen Trainingsrunden auf der Stadtmauer, inzwischen sogar mit einem mit Steinen gefüllten Rucksack auf den Schultern, mangels Wagenlenktalent für mich einfach nicht zu schaffen ist, meinen Herrn als ersten über die Ziellinie zu ziehen. Doch das behalte ich lieber für mich, um seinen Zorn nicht schon vor dem Rennen auf mich zu lenken… hinterher wird noch schlimm genug werden. Im Gegensatz zur üppig gebauten Laya mit ihren kräftigen Oberschenkeln, bin ich eher nur eine halbe Portion, bekomme aber keinen Vorsprung, um wenigstens den Hauch einer Chance zu haben.


Der Brauer wählte übrigens ein Superleichtmodell, fährt allerdings nicht stehend, sondern hockt da drauf wenig heroisch auf seinem Hintern. Wegen dem geringen Gewicht dieses Wagens, war die Forderung des Sattlers nach vorherigem Vergleichswiegen übrigens nicht von der Hand zu weisen. Mein Herr meinte allerdings, es käme auf das Gesamtgewicht an, mangels geeigneter Waage wäre einzelnes Wiegen und Addition von Fahrer- und Wagengewicht jedoch peinlich… natürlich nicht für ihn mit seiner durchtrainierten, nur aus Muskeln und Samensträngen bestehenden Figur, sondern für manch anderen Herrn.


Um diese Behauptung gleich zu beweisen, legte mein Herr vor kurzem im Gasthaus seine Waffen hinter sich und zog sein Oberteil aus, spannte seine Muskeln an und plusterte sich etwas auf. Während ich nun glänzende Augen bekam und begeistert meine Hand ausstreckte, um sanft seinen muskulösen Oberkörper zu berühren, hielt der Sattler sich die Hand vor die Augen und rief aus: „Ohhh…Hauptmann… muss das sein?“ In Wirklichkeit lugte er jedoch durch seine Finger hindurch und konnte schließlich nicht umhin, was er sah anzuerkennen… danach zog er ebenfalls sein Oberteil aus und ließ seine Muskeln spielen. Naja, wie gut der Sattler gebaut ist, weiß ich schon lange… mit meinem Herrn kommt er aber natürlich nicht mit.

Unklar ist immer noch die Ausstattung der Kajirae… ob mit Kaillaschwanz oder ohne… das Ledergeschirr jedoch ist unstrittig und meinem Herrn gefällt auch, wenn ich auf dem Kopf einen ähnlichen Puschel trage wie der auf seinem Kriegerhelm. 

Wie vereinbart hatte der Sattler tatsächlich Mitte der Hand die für mich bestellten Ledergurte fertig, die meinem Herrn sofort so gut gefielen, dass ich sie den restlichen Tag tragen durfte... übrigens sehr zum Missfallen der Schreiberin.

Die Freie brach bei meinem Anblick allerdings nicht wie die meisten Weiber in albernes Gekreische aus und bekam auch keine Schnappatmung, sondern schaute einfach woanders hin und legte keinen Wert darauf, von mir bedient zu werden. Es gibt eben auch Herrinnen, die sich zu helfen wissen.


Ebenfalls keinen Wert auf Bedienung legte der Bauer, der Hadi inzwischen tatsächlich freigelassen und sie als seine Gefährtin namens Nina eines Abends im Gasthaus irgendwie zur Schau stellte… zumindest kam es mir so vor, obwohl ich nicht wirklich weiß, wie sie sich fühlte. Doch irgendwie erweckte sie auf mich den Eindruck in der falschen Haut zu stecken, so stocksteif wie sie neben ihm auf einem Sitzkissen saß, verschleiert und in Unmengen weißen Stoff getüdelt, allerdings barfuß. Ok, ich sollte nicht von mir auf andere Kajirae schließen und wünsche der neuen Nina, dass sie glücklich ist. Sollte ich allerdings jemals freigelassen, werde ich weglaufen… mein gutes Recht als Freie und nicht strafbar wie bei einer Kajira.


Achja, apropos Gefährtenschaft… erstaunlicherweise tauchte die ständig abwesende Wirtin wieder auf. Sie muss sich offensichtlich genau gemerkt haben, wann ihr Gefährtenvertrag mit dem Brauereikrieger ausläuft und hat es tatsächlich geschafft, den Herrn zu einer Erneuerung zu überreden. Das Weib hat sich allerdings auch nicht lumpen lassen und ein äußerst reichhaltiges Büffet aufgefahren, bei dem nicht nur mein Herr sich den Bauch richtig vollgeschlagen hat, sondern auch ich durfte mir einen gebergten Teller mit den Leckereien einverleiben. Zuletzt kam eine ordentliche Portion noch mit nach Hause… wäre doch schade gewesen, wenn solch leckere Speisen schließlich weggeworfen werden müssen. ;-)

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