Montag, 30. Januar 2017

Merkwürdige Nummern

Ich nahm vorsorglich einen Besen mit, um im neuen Haus meines Herrn mögliche Eindringlinge zu vertreiben, die die große Maueröffnung vielleicht als Einladung für illegales Einnisten angesehen hatten. Meine Besenwaffe kam jedoch nicht zum Einsatz, dennoch war ihr Mitschleppen nicht umsonst, da ich auf meinem Rückweg einigen Blättern und anderem Dreck in den Gassen der Oberstadt den Garaus machte. Mit den Boden musternden Blicken mich langsam dem Haus meines Herrn nähernd, bemerkte ich daher erst, dass er mit seiner Gefährtin vor der Tür stand, als ich seine Stimme hörte: „Diese Sklavin hatte ich zwar vor einer Weile gefunden, doch war sie danach verschollen… ohne mich zu fragen, hatte sie angeblich jemand zum Arbeiten eingeteilt. Ob sie etwas taugt ist unklar, da ich sie heute erst zum zweiten Mal sehe.“


Erstaunlich schnell bestätigte mein Herr übrigens die Frage seines Weibs, dass er dieses anscheinend direkt von der Erde kommende, trotzdem bereits perfekt Goreanisch sprechende Fundstück, das beim Anblick der Gnädigsten sofort ihre Knie geschlossen hatte, an die Sklavenhändlerin zu verkaufen gedenkt. Während ich mich nun beeilte meine Besenwaffe an die Gartenmauer zu lehnen, beschloss ich, mir die Nummer dieser Reisesklavin vorerst nicht zu merken. Mein Herr hat inzwischen nämlich eingesehen, dass jede Sklavin sich ihren Namen erst verdienen muss. Solange sie sich dessen jedoch noch nicht würdig gezeigt hat, erhält sie zur Vermeidung von Verwechslungen von ihm die Ehre einer Nummer. 

Natürlich musterte ich die weißhäutige Nummer jetzt neugierig und bei ihrer äußerst üppigen Figur keimten sofort Überlegungen in mir, ob es sich womöglich um eine Kajira der Sklavenhändlerin mit gefärbten Haaren handelte… allerdings waren die Brüste dieses Mädchens um diverse Größen weniger ausladend. Ach was soll's... Geschmäcker sind verschieden und dass meine eher mickrige Figur nicht dem goreanischen Schönheitsideal entspricht, kann ich nun mal nicht ändern. Besonders irritierend fand ich übrigens etwas ganz anderes. Mein Herr hatte offensichtlich nicht die Gelegenheit genutzt und dem weißen Ding als Erstes seinen Kragen abgenommen, um ihn gegen ein einfaches Seil auszutauschen, nachdem die Priesterkönige ein Einsehen gehabt hatten und den stählernen Halsschmuck wieder auftauchen ließen. Nagut, seine Entscheidungen und Beweggründe gehen mich natürlich nichts an.

Während er nun dem wiedergefundenen Fundstück ein paar grundlegende Dinge klar machte, nutzte ich die Gelegenheit mich schnell etwas zu reinigen, meine Arbeitstunika gegen eine saubere zu tauschen und auch den Besen zurück an seinen Platz im Haus zu stellen. Wirklich erstaunlich für einen Mann, aber mein Herr bemerkte hinterher sofort, dass ich mich umgezogen hatte und honorierte dies schmunzelnd mit wundervoll sanftem, leider jedoch viel zu kurzem Tätscheln meines Hinterteils. Jetzt ging es nämlich erst einmal mit der neuen Nummer zum Haus der Sklavenhändlerin. 

Doch wie vermutet war der Weg dorthin leider vergeblich. Trotz lautem, wirklich erstklassigem, in der gesamten Oberstadt zu hörendem Bollern an der Tür des Händlerhauses, darin ist nämlich niemand so gut wie mein Herr, öffnete sie sich nicht… Händlerin und Händlergefährte waren offensichtlich immer noch nicht von ihrer Reise zurück. Da es mit den Ohren der Weißen nicht allzu gut bestellt schien, ihr Hinterteil zum Glück aber ausreichend Nachhilfefläche bot, sah mein Herr jetzt eine gründliche Untersuchung dieser Reisekajira durch seine Gefährtin als erforderlich an, während ich ihn in die Unterstadt begleiten durfte, um ihm ein „ich lass mich überraschen Getränk“ zu servieren. 

Der Marktplatz war ausgestorben, für mich die Gelegenheit also perfekt, endlich meine hingebungsvollen Begrüßungsküsse auf die Stiefel meines Herrn nachzuholen, für die sich nach seiner Rückkehr von der Wache leider noch keine Gelegenheit geboten hatte. Es ist nämlich nicht meine Art mich dazwischen zu drängen, auch wenn mein Herr sich nur mit einer weiteren Nummer auf ihrer Durchreise befasst hatte. Bei seinem Überraschungsgetränk handelte es sich natürlich um Paga, das Lieblingsgetränk meines Herrn, den ich ihm diesmal mit etwas anderem Tamtam, also vielleicht doch mit ein wenig Überraschung servierte… allerdings verdunstete er danach noch schneller als sonst, nämlich unverzüglich.

Gleich nach der Paga-Verpuffung tauchte die Gnädigste auf und ließ sich mit mittelprächtig genervtem Gesichtsausdruck neben meinem Herrn auf die Bank vor der Gasthausterrasse plumpsen. Sie hatte der Nummer zwar Serum und Sklavenwein einverleibt, sah sich danach aber gezwungen, das bleiche Ding im Garten am Sklavenpfahl anzuketten. Mir ist zwar nicht klar, wie weiße Haut noch weißer werden kann, doch hatte das Fundstück offensichtlich ausgesehen, als sei sie nah dran sich zu übergeben. Insofern war die Schutzmaßnahme der Grünen durchaus nachvollziehbar, ihr Gewand zu schonen. Während der Untersuchung muss sich ihre schlechte Meinung über die Nummer offensichtlich gefestigt haben… sie brachte nämlich erneut sehr deutlich zum Ausdruck, was sie von der hält.


Damit bestätigte sie den Eindruck meines Herrn, der offensichtlich bereits Ähnliches überlegt hatte. „Sklaven, die sich tagelang verdrücken, sind wertlos. Ohne Verständnis wo ihr Platz ist, färbt sich ihr Hintern rot und unsere Nerven liegen blank… ich mag meine Nerven aber lieber gut geschont und weich massiert“, brummte er mit eindeutigem Missfallen. Für mich war das natürlich sofort ein Zeichen, mich dichter an ihn heran zu schieben und mich sanft an sein Bein zu drücken. Lustig, aber vor allem ziemlich irritierend fand ich die Aussage der zum Thema Massage um Mitleid seufzenden Gnädigsten... sie fühle sich benachteiligt. Auch mein Herr verstand offensichtlich nicht worauf sein Weib anspielte: „Wer ist im Nachteil… du? Ach was, ich schnarche doch immer neben dir!“ 

Zwar lachend, aber dennoch mit einem gewissen Unterton, bekundete seine Gefährtin sofort ihre Begeisterung über diesen „tollen Ausgleich“, sodass mein Herr ihr nun anbot: „Ich kann dich auch massieren… soll ich mal Hand an deinen Nacken legen?“ Leicht errötend sich umschauend fragte sie erstaunlicherweise: „Aber nicht hier, oder? Vielleicht später?“ Irgendwie verstand ich diese Freie gerade überhaupt nicht. Doch höflich wie ich nun mal bin, erschien es mir angebracht vorsichtshalber anzubieten, ich könne auch nach Hause gehen, falls ich störe. Dabei machte ich Anstalten mich zu erheben, damit sie meinen Herrn für sich alleine hatte. „Arya, du bleibst bis ich sage, dass du gehen sollst“, brummte mein Herr allerdings sofort drohend und hielt mich mit herrlich festem Griff zurück. 

Ach ja… die Nummer, bei der die Gnädigste während der Nackenmassage vor meinem Herrn kniet, fiel übrigens aus. Diese Vorstellung gefiel beiden anscheinend nicht. ;-)

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