Mittwoch, 25. Januar 2017

Netter Besuch aus Belnend

…und ein interessanter Fass-Preis.

Ganz in meine häuslichen Arbeiten vertieft, hörte ich es plötzlich an der Haustür klopfen. Es war ein Bote, der meinen Herrn über den aus Belnend eingetroffen Besuch informieren sollte… der Kommandant war mit großem Gefolge angereist. Mist, ich war mir sicher, mein Herr hätte den befreundeten Krieger bestimmt sehr gerne getroffen, doch leider hatte er Wachdienst. Ich machte mich also alleine Richtung Unterstadt auf, um ihm später zu berichten, dass es Belnend gut geht, dort immer noch alle Steine aufeinander liegen, der Handel erstarkt ist und alle kriegerischen Aktivitäten abgeblockt werden konnten, nachdem sie den Feind zum Schein auch mal über die Mauer kommen ließen. Breit grinsend ergänzte der Kommandant übrigens auch, dass Belnend immer noch keine Tatrix hat.

Mit meiner Vermutung, dass mangels Kajirae vermutlich meine Dienste gefragt waren, lag ich jedenfalls nicht daneben. Alle acht Sitzkissen am hinteren Tisch auf der Gasthausterrasse waren besetzt, aber nicht eine einzige Sklavin zu sehen. Bei den Besuchern handelte es sich tatsächlich um ausschließlich Freie, zu denen sich der Sattler und der Brauer gesellt hatten, leider jedoch ohne ihre Kajirae und die jortssche Wirtin macht sich ja sowieso grundsätzlich rar. Ich hatte also das Ganze, muss aber sagen, die angereiste Spezies der belnendschen Weiber war mit ihren wenig freie Frauen typischen Gesprächen echt unterhaltsam. Sie sprachen nämlich quer über den Tisch übers Nageln in der Werkstatt eines der Besucher, allerdings nicht über Holzarbeiten & Co. Nein, sie diskutierten tatsächlich in der Öffentlichkeit über das Zeugen von Nachwuchs.

Mir fiel übrigens auf, wie freundlich ich nach meinem Gruß von den Männern angelächelt wurde, besonders vom belnendschen Kommandanten, der dem Sattler gerade erzählte, dass das zahlreiche Auftauchen seiner Heimsteinangehörigen keine Eroberung von Jorts Fähre darstellte, sondern ein freundschaftlicher Besuch unter Verbündeten war, die sich seit einer ganzen Weile nicht gesehen hatten. Als ich mich bereits auf dem Weg in die Gasthausküche befand, rief mir übrigens eine Händlerin „Ale für alle“ noch hinterher und ersparte mir damit einige Arbeit. Eigentlich hatte ich nämlich vorgehabt, ohne lange zu fragen erst einmal ein großes Tablett mit Ale-, Paga-, Kalana- und Wasserkrügen nach draußen zu schleppen… Wasser und Wein ließ ich also weg.


Die Händlerin war wirklich sehr freundlich, denn sie war sich auch nicht zu schade, sich um die Wünsche zweier Frauen zu kümmern, nachdem die nun plötzlich doch kein Ale mehr wollten, sondern mir „ich nehme ein Wasser“ und „ich eine Milch nur“ hinterher riefen. Wie gut, dass zum Glück niemand sehen konnte, wie ich bei diesen kleckerweise gerufenen Extrawünschen in der Küche meine Augen verdrehte… wobei ich den Weibern ihre Getränke selbstverständlich noch gebracht hätte. Bis alle Herren von mir bedient worden waren, hätten sie sich allerdings ein Weilchen gedulden müssen… so gehört es sich nach dem goreanischen Hierarchieverständnis nun mal.

Wobei ich mich wirklich nicht beklagen konnte… auch der Sattler hatte ein Einsehen mit mir, indem er sich selbst aus dem Paga-Krug bediente und der belnendsche Kommandant belohnte mich nach dem Servieren seines Ales und packte meinen Kragen, um mich wundervoll dicht zu sich heranzuziehen. Mein Kajiraherz schlug dabei natürlich sofort etwas schneller, doch leider wurde ich nach „Mädchen, du riechst gut“ schon wieder losgelassen. Mir waren also nur wenige Ihn vergönnt, mich sanft an den Krieger anzuschmiegen, der übrigens wie ein richtiger Herr roch. Aber ok, andernfalls hätte ich einen anderen Gast nicht bedienen können, der sein Ale gleich aus dem Krug trinken wollte.

Nachdem ich mein Hinterteil dicht neben diesem Herrn aufreizend herausgereckt hatte, um nach einem der auf dem Tisch stehenden Ale-Krüge und Becher zu angeln, meinte er mich mit seinen eisblauen Augen musternd, den Becher kann ich weglassen, er gäbe sich nicht mit halben Sachen zufrieden und erkundigte sich nach meinem Namen. „Ein guter Name… er bedeutet „rein, edel“. Ich kenne eine Blume mit diesem Namen, welche in den Steppen zur Winter-Sommer-Wende blüht“, erklärte er mir und fummelte aus seiner Tasche eine Blüte heraus, die er mir ins Haar steckte. Über die Bedeutung meines Namens gab der Kommandant schmunzelnd und sichtlich beeindruckt vom Wissen dieses Mannes, bei dem es sich anscheinend um einen Sklavenhändler handelte, übrigens ein langgezogenes „Ohooo“ von sich.


Der Sattler nutzte die Gelegenheit und bestellte bei der Händlerin einige Rollen dickes Garn für seine Lederarbeiten, das er nächste Woche bei ihr abholen will, weil er sowieso eine Reise nach Belnend plant. Ich glaube, über den Preis hatten die beiden noch nicht verhandelt oder nee… noch nicht gewürfelt. Die Würfel kamen nämlich erst ins Gespräch beim Verhandeln mit dem Brauer über 10 Fass Ale. Ich traute meinen Ohren übrigens nicht, als dieser stets über äußerst knapp kalkulierte Preise jammernde Herr dem Weib 30 Kupfer je Fass anbot… einer nicht seinem Heimstein angehörenden Frau!? Sein letztes Wort über den Preis des Paga-Fasses für meinen Herrn war nämlich 35 Kupfer gewesen!!

Tja, die würfelverliebte Händlerin durchblickte offensichtlich nicht, welche Chance ihr gerade geboten wurde und bot nun an: „Wir würfeln. Wenn ich gewinne zahle ich dir 26 Kupfer und wenn ich verliere, dann zahle ich dir 32 pro Ale-Fass.“ Selbstverständlich hielt ich meine Klappe bei diesem merkwürdigen Vorschlag über 4 Kupfer Nachlass kontra 2 Kupfer Zuschlag. Rechnen sollte der Brauer schon selber, besonders nachdem er vor kurzem auf mein 30 Kupfer Angebot nicht eingegangen war. Tja, er gewann. Sichtlich zufrieden sackte er die Silber- und Kupfermünzen für die 10 Fässer ein und säuselte darüber, welche Freude es ihm ist, mit diesem Weib Geschäfte zu machen.

„Arya, du möchtest bestimmt gerne 10 Fässer vom Brauereihof zum Anleger rollen“, war natürlich nicht als Frage gemeint, sodass ich mit oberunschuldigem Plinkern bestätigte: „Ja Herr... irgendwie ahnte ich bereits, dass du so etwas sagen würdest. Wie schade, dass mein Herr gerade auf Wache ist und erst nach seiner Heimkehr mit sehr großem Interesse hören wird, welche Preise du neuerdings nimmst, Herr. Aber er wird bestimmt hocherfreut darüber sein, dass du trotz der 35 Kupfer, die du erst kürzlich von ihm für ein Fass genommen hast, seine Kajira deine Fässer rollen lässt.“ Breit grinsend meinte der Sattler dazu: „Ich bin über deine Preise auch ganz erstaunt, Rock… aber ich habe auch Würfel.“ Tja, der Brauer war nicht erstaunt und fand seine Preise für Heimsteinfremde normal.


Meinem Herrn fiel bei seiner Heimkehr vom Spätdienst natürlich sofort die Blume in meinem Haar auf: „Arya, wer schenkt dir denn Blumen, wenn ich nicht da bin?“ Ich erzählte ihm vom Besuch aus Belnend und dass der Kommandant mich riechen mag. „Ja, du riechst gut nach Kajira… ich muss wohl aufpassen, dass der kein Auge auf dich wirft, Arya… der ist gut im Flirten.“ Letzteres verstand ich zwar nicht wirklich, hinterfragte es aber auch nicht weiter, denn so ganz unbekannt ist mir der Kommandant von Belnend ja nicht und außerdem ist es doch eine Ehre für einen Goreaner, wenn ein anderer Herr sein Eigentum gerne riechen mag. 

Als ich meinem Herrn vom Ale-Handel des Brauereikriegers erzählte, meinte er: „Na, das wird den Brauer gefreut haben… der mag Umsatz und klingende Münzen.“ Doch als ich schließlich mit dem Preis pro Fass herausrückte, empörte er sich: „WAAAAAS… 32 Kupfer?! Das muss ich mir merken... ich nehme ihn beim nächsten Waffentraining doppelt so hart ran wie sonst… das nächste Mal werde ich auch nur 32 Kupfer zahlen!“ ;-)

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