Mittwoch, 8. Februar 2017

Die Nervosität steigt

Neugierig… achnee, wissbegierig lief ich in die Arena, um mir die Strecke für das Wagenrennen anzusehen, nachdem alle meine häuslichen Arbeiten erledigt waren. Mein Herr war nämlich bereits vorgegangen, um dem Schmied beim Setzen der Streckenpfähle seine Hilfe anzubieten. Puhhh, der Herr war bereits fertig und beim Anblick der Kurven in dem Parcours wurde mir ganz anders… wenn man eine nicht bekommt, muss man nämlich zurücksetzen und verliert Zeit oder wird disqualifiziert. Unklar ist bislang und daher spannend, wie viele Teilnehmer es sein werden, denn erst danach entscheidet sich die Anzahl der Rennen und wie sie durchgeführt werden.

Foto. Darkwitch Ghost
Bevor der Brauer in der Arena auftauchte, meinte mein Herr erneut, dass man an den ultraleichten Karren des Herrn Gewichte binden müsste, doch leider würde das wahrscheinlich auffallen.

Vollkommen irritierend war für mich übrigens, die Wirtin erwartete von ihrem Gefährten gezogen zu werden. Allerdings versuchte mein Herr ihr gleich klar zu machen, was ihre Rolle als Weib des Brauereikriegers ist. Tja, der Rarius zog den Wagen dann allerdings doch mit seiner Gefährtin hinten drauf… aber natürlich nur, um sich ein besseres Bild vom Verlauf und den Schwierigkeiten der Strecke machen zu können.

Dieses Argument war letztendlich auch für meinen Herrn Anlass, ebenfalls ein Gefühl für den Parcours entwickeln zu wollen, sodass er meinen Platz vor seinem Wagen einnahm. Einziger Unterschied zu unseren vertauschten Rollen war, ich durfte auf dem Karren zwar mitfahren, doch das Lenken übernahm er selbstverständlich selbst. Schade, meine Anregung stieß leider auf taube Ohren, vielleicht noch mal darüber nachzudenken, ob nicht die Herren die Wagen ziehen und die Kajirae hinten aufsteigen dürfen. Die Strecke gefällt mir als Mitfahrerin nämlich sehr gut, zumal dann nicht ich, sondern mein Herr aufpassen muss, nicht an einem der Pfähle anzuecken und rangieren zu müssen. Böse Ahnungen ließ natürlich seine Frage in mir aufsteigen, wer nach dem Rennen die Beulen wieder aus dem Wagen heraus dengelt.


Die Zuschauer werden auf den flachen Felsplateaus bestimmt einen guten Überblick haben und falls doch mal ein Wagen in die Menge rauscht, wird die Gefährtin meines Herrn grüne Hilfe leisten. Nach einigen Testrunden war das Lob der beiden Krieger an den Schmied für die abgesteckte Strecke jedenfalls groß, nachdem er sich zuletzt ebenfalls dazu gesellt hatte, dann leider jedoch ankündigte, nun den Trainingsparcours zu entfernen, um für das Wagenrennen die schwere Strecke mit Hindernissen aufzubauen. Während ich vermutlich schlagartig um die Nase herum ziemlich blass wurde und kaum noch meine eh schon heftig in mir wabernde Nervosität in den Griff bekam, lachte er jedoch: „Hahaha… nein, so gemein werde ich nicht sein!“

Zurück zuhause wollte mein Herr überflüssigerweise von mir wissen: „Denkst du, der Pokal wird oben auf den Kaminsims passen, Arya?“ Pahhh, diesen Platz hatte ich ihm doch selbst vorgeschlagen… der Siegerpreis passt nämlich nirgendwo so gut hin wie auf genau diesen Kamin! Ich beteuerte meinem Herrn, auch wenn es vielleicht anders aussehen wird, werde ich mein Oberallersuperbestes geben und noch ein bisschen mehr, um ihn nicht zu enttäuschen.

„Das reicht, Arya… ich werde dich auch nicht von der Stadtmauer werfen, falls es nicht klappt. Dafür nehme ich andere Sklaven“, ließ meine Nervosität zwar nicht verpuffen, dennoch breitete sich unbeschreibliche Erleichterung in mir aus. Sagt eine Redensart nicht „dabei sein ist alles“? Vielleicht ist der Sieg doch nicht so wichtig… auch die Teilnahme hat doch etwas! ;-)

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