Montag, 6. Februar 2017

Von nichts kommt nichts

Mein Herr war in rotkastigen Angelegenheiten in der Stadt oder vielleicht auch im Kriegerhaus, denn besonders ein Hauptmann ist irgendwie ja ständig im Dienst und außerdem nimmt er die Sicherheit seines Heimsteins sehr ernst. Wie immer beeilte ich mich, dass ein üppiges Proviantpaket rechtzeitig für seine leider auch an diesem Tag wieder anstehende Nachtwache vorbereitet war und hoffte natürlich, dass er vorher vielleicht noch ein oder zwei Ahn zu Hause sein würde. Juhuuu… die Priesterkönige müssen mich erhört haben!

Keine Ahnung, warum wir auf Sklavenschmuck zu sprechen kamen und dass ich Ketten aus bunten Binas ganz schön finde. Mein Herr meinte dazu allerdings nur, solchen Schmuck brauche ich nicht, weil an meinem Kragen doch schon ein kleines Glöckchen leise bimmelt und mein Name weder Bina und auch nicht mehr Dina ist, sondern Arya. Während ich mich selbstverständlich beeilte ihm zuzustimmen, patschte er leicht auf meine Brust und veranlasste mich, meinen Rücken noch etwas mehr durchzudrücken, um mich möglichst vorteilhaft zu präsentieren.

„Arya, wenn ich Unrecht habe greift Regel Nummer 2“, erzeugte in mir jedoch prompt ein mulmiges Gefühl... was besagte diese Nummer? Wie befürchtet lag ich mit meiner unguten Vorahnung richtig. Sollte mein Herr Unrecht haben, hätte ich nämlich ein Problem und müsste dafür herhalten, denn selbstverständlich hat mein Herr immer Recht… typisches Kajiraschicksal eben. Er meinte zwar, als seine Erste kann ich Probleme delegieren, doch ist jederzeit damit zu rechnen, dass als Erstes mein Hintern in Flammen steht, sollte mein Herr Lust darauf haben, ihn die Kurt schmecken zu lassen. 

Passend zum Thema erhielt ich nun den Befehl: „Beug dich vor, Arya.“ Hach, Luft anhalten, Zähne zusammenbeißen und meine Finger in den Teppich krallen war überflüssig! Es war einfach wundervoll zu spüren, wie sanft die Hand meines Herrn meinen Allerwertesten nun tätschelte, sodass ich nicht anders konnte, als ihm genießend mein Hinterteil entgegen zu räkeln, während ich meine Stirn auf den Boden drückte. Nach und nach verstärkte sich das Kneten und Patschen seiner Hand, bis mein Herr schließlich feststellte: „Oh… ganz leicht rot wird dein Hintern jetzt aber doch, Arya… wie kommt das denn?“ 

Ehrlich gesagt bewegte mich inzwischen ganz anderes, als die geforderte Erklärung, sodass ich leicht atemlos nur recht vage irgendetwas in den Teppich nuschelte. Doch damit gab mein Herr sich nicht zufrieden: „Aha, damit wir das genauer herausbekommen, muss ich wohl weiter forschen, Arya.“ Bei der nun folgenden Demonstration seiner Macht stand schließlich nicht nur mein Hintern in Flammen, sondern auch mein Sklavenfeuer brannte lichterloh. Mist war nur, mit dem Ergebnis dieses Experiments offensichtlich ganz zufrieden, musste mein Herr trotzdem leider bald schon zur Nachtwache aufbrechen… von nichts kommt eben nichts, auch keine Kupfermünzen. 

Am nächsten Tag trafen wir den Brauereikrieger am Marktplatzbrunnen. Der Herr ist wohl tatsächlich fest entschlossen, sich für das Wagenrennen die zweite Sattlerkajira auszuleihen. Ihr Fußproblem hatte sich inzwischen anscheinend zwar erledigt, doch mein Herr kündigte ihr nun Plattfüße an, sobald er beim Rennen mit seinem Karren darüber gefahren ist... so wirklich begeistert wirkte sie allerdings nicht. Auch ich wurde beim Erwähnen dieser Veranstaltung vermutlich leicht blass, bewunderte aber gleichzeitig auch das Selbstbewusstsein meines Herrn, als er seinem Freund breit grinsend mitteilte, dass er in den Siegerpokal bereits den Namen Kintradim eingravieren lassen hatte.


Die Plauderei am Brunnen verlagerte sich dann ins Gasthaus mit dem Eintreffen einer Schreiberin, die anscheinend am Sardargebirge wohnt und in Jorts Fähre eine Reisepause einlegte. Friedliebende Besucher mit Nachrichten aus anderen Gorgegenden sind selbstverständlich immer willkommen und die Herrin war offensichtlich ganz froh, diese Nacht in einem Gasthauszimmer schlafen zu können. Entsprechend ausgeruht wirkte sie am nächsten Tag auf ihrem Spaziergang durch die Oberstadt und war einer Fortsetzung ihres Gesprächs mit meinem Herrn offensichtlich sehr zugetan, bis schließlich ihre Reisegruppe leider jedoch drängelte und sie sich verabschieden musste.

Das Gespräch meines Herrn mit dieser Freien drehte sich übrigens nicht nur um die Pfanne, die ihre Kajira merkwürdigerweise zum Braten von Urts auf der Reise mitschleppt, sondern wandte sich auch der Jagd zu und der gefährlichen Monsterspinne im jortsschen Wald, die doch schon mal hinter mir hinterher gewesen ist. 

Meine Schilderung der langen behaarten Beine dieses Riesenviechs, die mit den Borsten meines Besens vergleichbar waren, brachte die Idee auf, dass ich mir ein solches Bein erbeuten sollte, um es gegen meinen Besen auszutauschen. Mein Herr ergänzte, die reiche Elite von Ar benutzt diese Spinnenhaarbesen bestimmt schon. 

Ehrlich wie ich bin gestand ich jedoch, dass mir bei einer erneuten Begegnung mit dem Monster die Entscheidung zwischen acht zur Auswahl stehenden Spinnenbeinen sicherlich sehr schwer fallen würde. Außerdem bin ich seinerzeit wie der Blitz davon gesaust. Damit war mein Herr leider erneut beim Rennthema angelangt: „Arya gewinnt für mich das Wagenrennen… sie hat nämlich Rennblut… das Laufen liegt ihr.“ Mist, wie sollte ich diesem Leistungsdruck nur gerecht werden? Dass ich mein Bestes und noch Einiges mehr geben werde, ist selbstverständlich keine Frage, doch bin ich gegen die muskelbepackte Konkurrenz eher nur eine halbe Portion und habe außerdem ein weiteres Problem. 

Kaum hatte sich die Schreiberin entfernt, versuchte mein Herr mir erneut klar zu machen: „Arya, wenn du nicht an dich glaubst, kannst du nicht gewinnen. Du musst glauben, du kannst es, dann gewinnst du das Rennen und lässt die anderen den Staub schmecken, den wir aufwirbeln werden!“ 

Menno, warum sieht er nicht ein, wie oberschwer das für mich wird? Besonders schwer wird es vor allem, sämtliche rotseidenen Gefühle auszublenden und seine Blicke auf mein nacktes Hinterteil nicht körperlich zu spüren. Oder will er sein Eigentum beim Rennen etwa nicht so betrachten wie an diesem Tag, nachdem er mir befohlen hatte mich umzudrehen?

Hmm... dann müsste es vielleicht doch klappen, denn von nichts kann ja eigentlich auch nichts kommen und mich in meiner Konzentration stören... oder vielleicht doch??? ;-)

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