Freitag, 17. März 2017

Stehende Rolle

Oh Mist… die letzte Nacht gefesselt im Stehen verbringen zu müssen, war mehr als unbequem gewesen. Ich hatte kaum geschlafen und meine Arme fühlten sich an, als ob sie nicht mehr wirklich zu mir gehörten. Die 3 Monde waren längst untergegangen und das Zentralgestirn schien warm durchs Fenster, als oben im Haus endlich die Stimme meines Herrn zu hören war und die seiner Gefährtin, die sich darüber wunderte, wo ich steckte. Während ich vergeblich versuchte, meine schmerzende Haltung trotz der Ketten irgendwie zu verändern, lauschte ich seinen Worten und konnte mir ein geknebeltes Grinsen nicht verkneifen, als er die Gnädigste informierte: „Arya ist unten… sie hat dort eine stehende Rolle und kann nicht zu uns kommen.“


„Ich war unzufrieden mit ihr und verdeutliche ihr meinen Standpunkt, indem ich sie etwas herumstehen lasse. Das hilft sicher. Willst du sie dir mal ansehen?“ kam als nächstes. Dann war von oben kurz nichts und schließlich Schritte auf der Treppe zu hören. „Guck, hier steht sie und genießt die Aussicht“, machte mein Herr sich über mich und meine missliche Lage lustig, in der mir nichts anderes übrig blieb, als stumm gegen die Wand zu starren… pfft, von wegen tolle Aussicht. Ok, in diesem Fall hatte die Wand den Vorteil, die beiden sahen weder, dass ich genervt meine Augen verdrehte, als mein Herr mich verhöhnte und auch nicht die Tränen der Verzweiflung, die dabei in mir aufstiegen. 

Leider war das noch nicht alles. Als nächstes verspürte mein Herr offensichtlich Lust, mir in den Hintern zu kneifen. Damit hatte ich nicht gerechnet, zuckte erschrocken zusammen und brachte den sowieso schon heftigen Schmerz in meinen Armen zusätzlich zum Explodieren. In der nächsten Ehn streichelte jedoch seine Hand sanft über meinen Allerwertesten und er fragte seine Gefährtin: „Meinst du, ich sollte sie los machen?“ Unsicher, ob es nicht gleich wieder unangenehm wurde, kniff ich ängstlich meine Pobacken zusammen und mochte nicht glauben, was ich da gerade Schönes spürte. Der Gnädigsten war ich offensichtlich jedoch egal und ihre knappe Äußerung „deine Entscheidung…“, machte klar, dass sie wie immer keine eigene Meinung hatte.

„Doch, es erscheint mir sinnvoll, denn sonst hat sie die stehende Rolle noch den ganzen Tag und das wäre sinnlos.“ Mit diesen Worten löste mein Herr meine Fesseln und stützte mich, weil ich nach so vielen Ahn, in denen meine Haltung von den Ketten bestimmt worden war, beim Senken meiner Arme vor Schmerz leise stöhnend fast zusammensackte und ein paar Tränen endgültig nicht mehr zurückhalten konnte. Er nahm mir auch den Knebel ab und strich leicht über meinen Kopf, bevor er mir nach einem Moment ausruhen erlaubte, etwas zu trinken. Ein wenig steif, aber unendlich dankbar wankte ich zur Tür, um zum Brunnen zu laufen. Dort trank ich nicht nur ein paar Schlucke, sondern hielt auch meinen Kopf unter Wasser und beseitigte die angetrockneten Spuren des letzten Abends.

Bei meiner Rückkehr grinste mein Herr mich an, teilte dann aber seiner Gefährtin mit, dass er ein Stück Kuchen für uns übrig gelassen hatte. „Teile es für dich und mich auf, Arya“, ließ ich mir von der Gnädigsten selbstverständlich nicht zweimal sagen und flitzte zur Anrichte, servierte ihr aber natürlich die größere Hälfte und machte mich anschließend über den kleineren Rest her. Da mir im Gegensatz zum Weib meines Herrn die Herkunft des Kuchens ja bekannt war… sie hatte davon nämlich nichts mitbekommen und dachte doch tatsächlich, der wäre noch vom bäuerlichen Gefährtenbüffet… hörte ich seinen Erklärungen über dieses vom Sattler aus Kafal mitgebrachte Geschenk nicht weiter zu, sondern widmete mich ganz dem genüsslichen Verspeisen der Köstlichkeit.


Danach erinnerte mein Herr daran, dass er am nächsten Tag zu dieser Schulung der roten Kaste in einer anderen Stadt aufbrechen musste. Mir wurde vor Freude ganz warm ums Herz, als er nun laut nachdachte, mich vielleicht mitzunehmen, denn darüber hatte er bislang noch nichts verlauten lassen. Es kam sogar noch besser… seine Gefährtin fand die Idee gut, wenn ich meinen Herrn begleite, damit ich ihn wärmen und so kann und es ihm an nichts fehlt, weil die Qualität der Sklaven vor Ort wohl eher unklar war. Juhuu, nach kurzem Zögern entschied mein Herr: „Gut, dann nehme ich Arya mit auf die Reise.“ Ich konnte mein Glück kaum fassen, zumal er einen Tarn nehmen wollte und ich seit einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder auf einem dieser imposanten Raubvögel mitfliegen durfte.

Während mein Herr seiner Gefährtin nun deutlich machte, dass er sie als zuständig ansieht bei der nächsten Gefährtenschaftszeremonie, damit sie in Übung kommt, keimten in mir schöne Erinnerungen über Tarnflüge, auf denen mich mein verschollener Herr mitgenommen hatte. Doch darüber blieb ich stumm und beteiligte mich natürlich trotzdem am Gespräch, das sich schließlich dem Opfern zuwandte und dem mit Stil, Feuer und gewaltigem Rums sehr imposant geopferten Pagafass für einen milden Winter. Da diese Aktion wirklich gut geklappt hatte und bei den Priesterkönigen offensichtlich auf Wohlwollen gestoßen war, steht für meinen Herrn somit fest, dass diese Art Opfer wiederholt wird.

Die Zweisamkeit mit ihm und vor allem seinen fest um mich gelegten Kriegerarm genoss ich wie immer sehr, nachdem die Gnädigste den Kampf gegen Müdigkeit und Unaufmerksamkeit schließlich aufgab und sich zurückzog. Toll fand ich, dass mein Herr mich an seinen Überlegungen über die geplante Reise mit dem Tarn teilhaben ließ und ich ihn überreden konnte, mich nicht die Nacht im Tarnturm verbringen zu lassen… frühe Abreise hin oder her, es ist dort wirklich nicht ungefährlich. Er ließ sich zwar nicht davon abbringen, dass ich am Sattel festgebunden werde, erlaubte mir jedoch, als erprobte Mobilheizung hinter ihm zu sitzen, damit ich seinen Rücken schön wärmen kann.

Ganz besonders legte ich mich ins Zeug, um vielleicht nicht die unangenehme Sklavenhaube tragen zu müssen. Doch meinen Herrn interessierten meine guten Argumente nicht und er kündigte sogar an, mich zusätzlich vielleicht noch zu knebeln, wenn ich weiter versuche, seine Entscheidungen zu beeinflussen. Ich war enttäuscht, hatte doch nur beraten und nützlich oder sogar optimiert nützlich sein wollen. „Arya, dein Wärmen ist ausreichend optimiert oder soll ich dich erinnern, wer das Sagen hat… ich mag es, dich zu erinnern und bin mir sicher, dir gefällt es auch.“ Oh ja, manche Erinnerungen meines Herrn mag ich sehr, aber da die Erinnerung an meine stehende Rolle noch sehr präsent war, gab ich nun doch lieber sofort klein bei, zumal meine Freude mitkommen zu dürfen natürlich riesig war. :-)))

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen