Sonntag, 30. April 2017

Rothaarige Konkurrenz

"Arya, du bist dafür verantwortlich das 89 schnellstmöglich die Hausregeln lernt", befahl mein Herr, nachdem er seiner rothaarigen Neuen anstelle eines Namens eine Nummer gegeben hatte. Ich hatte ihm vor einiger Zeit ja vorgeschlagen, Sammelstücke der Einfachheit halber lieber nur zu nummerieren, da sich meistens ein Name nicht lohnt. Wobei er diese Kajira sogar gekauft hatte... warum auch immer. Das entzieht sich nämlich meiner Kenntnis, aber geht mich auch nichts an. Ich bin jedenfalls der Meinung, eine Sklavin sollte nicht nur die Ehre einer traditionellen Begrüßung erhalten, sondern muss sich einen Namen erst verdienen. Daher freue ich mich, dass mein Herr dies inzwischen genauso sieht. 


Immerhin scheint dieses Mädchen sich mit den Hierarchien an Sklavenketten auszukennen und akzeptierte mich ohne Murren als Erste… aber ich werde auf der Hut sein. Nachdem mein Herr sie gleich am ersten Abend mit den üblichen 11 traditionellen Schlägen an seiner Kette begrüßt und ihr klar gemacht hatte, dass er absoluten Gehorsam von ihr erwartet, drehte sich auch am nächsten Tag alles um diese Kajira. Sie musste das Schnüffeln und Sabbern von Fenris über sich ergehen lassen. Ich fand zwar, damit hätte mein Herr durchaus auch noch warten können, doch halte ich mich aus seinen Entscheidungen nicht nur tunlichst heraus, sondern selbstverständlich auch meine Klappe, wenn meine Meinung nicht gefragt ist... wie meistens eigentlich. 


Wobei ich gestehen muss, ein wenig schadenfroh war ich ja, dass 89 die ekelhafte Tortur über sich ergehen lassen musste und hinterher gar nicht aufhörte, sich den klebrigen Sabber des Sleen vom Körper zu schrubben, bis ihre Haut langsam die Farbe ihrer Haare annahm und ihr üppiger Körper einer Tomate auf Zehenspitzen ähnelte... anscheinend hat sie wohl verkürzte Sehnen und tritt deswegen nie mit dem ganzen Fuß auf, sondern läuft ständig auf Fußspitzen. Naja mal abwarten... die grüne Gefährtin meines Herrn hat eh nichts zu tun, außer sich über ihren Schleier zu beschweren und kann vielleicht Abhilfe operieren. 


Wegen ihrer Gesichtsgardine kommt sie übrigens nicht gegen meinen Herrn an. Seine Aussage nach dem Rauswurf der besserwisserischen Weiber, die glaubten, sich nicht an die Stadtgesetze von Jorts Fähre halten zu müssen, war mir gegenüber nämlich sehr eindeutig: "Wer keinen Schleier tragen will, hat hier nichts verloren... unsere Gesetze sind einzuhalten! Meine Gefährtin kann meckern so viel sie will, sie hat nicht zu entscheiden. Es ist mein Wunsch, an den sie sich zu halten hat!" Tja, Stadtgesetze hin oder her... Frauen, die Männern auf der Nase herumtanzen wollen, benötigen meiner Meinung nach sowieso keinen Schleier, sondern einen Kragen und mein Herr sieht das genauso.

Apropos Kragen... auch den hatte sich die Neue natürlich noch nicht verdient, doch wegen der geplanten Aktion mit Belnend fand mein Herr, ein einfaches Seil kann zu leicht durchgeschnitten werden. Nagut... seine Entscheidung, zu der ich mir lieber jeden Kommentar verkniff. Außerdem passte es ganz gut, da der Schmied erst kürzlich über einen Boten mitgeteilt hatte, wann er zurück in seiner Schmiede sein wird, die bei unserem Eintreffen leider jedoch ausgestorben war. Statt Schmied tauchte allerdings der Bauer auf... ungewöhnlich, denn normalerweise sieht man den nur Mitte der Hand zum Waffentraining, wenn überhaupt. 


Schließlich traf der Schmied aber tatsächlich ein und auch der Sattler und die Zeugmeisterin gesellten sich dazu, sodass mein Herr die Gelegenheit nutzte und alle über die von Belnend geplante Aktion zur Therapie einiger Spezies aus dem Norden in Kenntnis setzte. Während ich mich innig an sein Bein schmiegen durfte und in den Genuss seiner wundervoll sanft mein Haar kraulenden Finger kam, verpasste der Schmied 89 ihren neuen Kragen. Da Kafal zum Waffentraining in dieser Hand nicht erschienen war, bekam die Zeugmeisterin von meinem Herrn den Auftrag zu klären, ob die Dörfler bei der geplanten Aktion dabei sind, zu der er seine Unterstützung bereits zugesagt hatte, denn Belnend ist nun mal Bündnispartner von Jorts Fähre und Stärke zeigen ist sowieso nie verkehrt. 


Der Sattler erklärte sich bereit, die wenig Begeisterung für diesen Auftrag zeigende Freie zu begleiten... angeblich besaß sie keine für solch ein Kaff geeignete Kleidung... zumal er ja auch in Belnend bei der Besprechung mit dem Kommandanten dabei gewesen war. Das Weib erinnerte sich wohl gerade rechtzeitig noch, dass sie der roten Kaste angehört und fügte sich schließlich den Anweisungen meines Herrn. Der Bauer zeigte übrigens auf eine eher destruktive Art erneut seinen wenig vorhandenen Gemeinschaftssinn und dass er nicht wirklich ein Krieger ist... zumindest für mich nichts Neues. Wobei ich mir darüber laut kein Urteil erlauben werde, denn das steht einer Kajira selbstverständlich nicht zu.

Inzwischen kniete 89 mit ihrem neuen Kragen wieder neben meinem Herrn, sodass er mich nun in Sachen Bezahlung zum Schmied schickte, während die Rothaarige ausgiebig vom Sattler gemustert wurde, der sie wohl "ganz hübsch" fand. Da mein Herr mir vorher schon aufgetragen hatte den Schmied zu fragen, ob er vielleicht einen Handwerker für den Einbau eines Fensters kennt… der Wanddurchbruch in der Außenwand seines neuen Hauses wartet ja leider immer noch darauf verglast zu werden… nutzte ich die Gelegenheit. Hach, es war schön, die meine Wange sanft streichelnde Hand des Schmieds zu spüren, während er über einen Handwerker nachdachte und schließlich anbot, das Fenster selber zu bauen, denn er hat ja nicht nur Erfahrungen mit dem Hausbau, sondern auch mit Fenstern. 

Mein Herr war inzwischen mit dem Sattler, der Zeugmeisterin und seiner Neuen Richtung Gasthaus verschwunden, nachdem er alle zu einem Getränk eingeladen hatte. Allerdings tauchte er dann doch noch einmal kurz auf. Nein, nicht um mich zu holen, sondern um noch einen Satz Cuffs für seine Neue mitzunehmen. Vom Angebot des Schmieds in Sachen Fenster war er natürlich sehr angetan, meinte allerdings: "Also wenn du das hinbekommst, Schmied, dann freut Arya sich auf das Schleppen der Möbel… die hibbelt nämlich schon." Pahhh, von wegen... leicht schmollend ergänzte ich, denn meinem Herrn zu widersprechen liegt mir natürlich fern, dass jemand in Grün hibbelt und nicht ich, die gar nicht umziehen möchte. 

Außerdem stand für mich bereits fest, wer die Möbel schleppen wird, sollte ich beim Umzug noch das erste Mädchen meines Herrn sein. Doch darüber ließ ich mich lieber nicht weiter aus. "Ich schaue mir das Loch an und messe es aus", verkündete der Schmied und meinen Herrn zog es zurück zu 89... ach nee, angeblich nur zu seinem Getränk: "Gut, ich geh dann mal meinen Paga trinken... du kannst mit Arya nachkommen, wenn du soweit bist." Sich darüber wundernd, dass mein Herr mich nicht an seiner Seite haben wollte, bot der Schmied noch an, den Wanddurchbruch alleine auszumessen, doch mein Herr blieb stur: "Arya, du zeigst dem Schmied das Loch fürs neue Fenster."


Erstaunlicherweise erinnerte er sich später aber doch noch an mich. Mir war mit dem Schmied nämlich nicht langweilig geworden und dabei hatte ich überhaupt nicht bemerkt, wie spät es geworden war, als mein Herr plötzlich am neuen Haus auftauchte, um mich abzuholen... 89 lag inzwischen nämlich schlafend in ihrer Küchenecke. Zuhause angekommen ignorierte ich ihre Ecke allerdings komplett und verdrehte innerlich die Augen, weil mein Herr sie noch am Sklavenring ankettete, bevor er mich herrlich besitzergreifend mit nach oben zu seinem schönen weichen Fell zog. 

Juhuuu, für mich war die Welt wieder in Ordnung, aber mir ist durchaus klar, dass auch die rothaarige Konkurrenz dort schlafen könnte, wenn ich mich nicht noch mehr ins Zeug lege, meinen Herrn zu erfreuen! ;-)

Samstag, 29. April 2017

Planungen, ein Rauswurf und mal wieder eine Neue

Nachdem mein Herr und der Kommandant von Belnend einen groben Plan geschmiedet hatten, um gewissen Leuten Taten im Sinne von umhauen und mitnehmen zu zeigen und sie zur Erziehung einer Art Therapie zu unterziehen, wurde es langsam Zeit für die Rückreise. Mein Herr wollte nämlich das Schiff nicht verpassen, da es nach einem kurzen Zwischenstopp noch weiter nach Kafal gehen sollte. Der Kommandant von Belnend mahnte vorher noch zu größter Vorsicht, da in der Gegend anscheinend täglich Plakate verteilt werden, die zum Verrat aufrufen. 

Ein solches an der Brücke vor dem Stadttor war mir bei unserer Ankunft zwar aufgefallen, doch hatte ich es nicht lesen können, da ich mich beeilen musste, hinter meinem Herrn und dem Sattler hinterher zu kommen. Auf dem Heimweg hielten wir dort aber natürlich an und da der Sattler wie die meisten Goreaner nicht lesen kann, befahl mein Herr mir vorzulesen. „Jedem, der die Pläne der roten Kaste aus Belnend kennt und bereit ist diese zu verraten, dem zahlen Markath und Fensalir sein Gewicht in Gold… gez. Harper, Dorfjarl Markath und Aegir, Dorfjarl Fensalir.“


Oha, die Befürchtungen des Kommandanten waren mehr als verständlich. Der Sattler überlegte grinsend, was er wohl wiegt und mein Herr grinste zurück, es sei am Einträglichsten den riesigen Brauereikrieger zu schicken, weil dieser Hüne von einem Mann am meisten auf dieWaage bringen wird. Selbstverständlich war das von den beiden nicht ernst gemeint. Sie hofften natürlich, dass bei der Besprechung kein Verräter am Tisch gesessen hatte und womöglich die Überlegungen für die geplante Aktion mitbekommen hatte, doch mein Herr sah es locker: „Sollten wir verlieren, verkaufen wir ihnen das nächste Mal falsche Informationen.“


Trotz überreichlich genossenen Kalanas überstand mein Herr die Rückreise übrigens ohne einen Eimer zu befüllen oder darüber nachdenken zu müssen, wo sich auf dem Schiff zum Füttern der Fische die Leereling befindet. In Jorts Fähre angekommen, verabschiedeten wir uns daher nur kurz vom Sattler und fuhren gleich weiter nach Kafal. Wie fast immer wirkte das Dorf anfangs wieder total verschlafen und außer dem Musiker und seiner Tanzsklavin, irgendeinem Gast und weiteren Kajirae war niemand zu sehen. Doch schließlich fand sich ein Krieger, mit dem mein Herr sich ein Stück entfernte… während er ihn über die Planungen der roten Kaste ins Bild setzte, sollte natürlich nicht jeder zuhören.

Ich gestehe, im Gras vor der kafalschen Taverne auf meinen Herrn zu warten und dabei nicht einzuschlafen, war wirklich schwer. Interessantes gab es nämlich nicht zu sehen, da um zwei Freie auf der Tavernenterrasse lediglich die Sklavinnen herumwuselten. Wobei ich mich nicht beschwere, eine Kajira muss sich in Geduld üben können und ich mag auch gerne unterwegs sein, nur irgendwie schien das Reisen in meiner Warteposition im Gras seinen Tribut von mir zu fordern. Entsprechend froh war ich, als mein Herr mich irgendwann abholte und auch nicht mehr auf ein Getränk einkehrte, sondern gleich das nächste Schiff nach Hause nahm.

Zum Beginn des Waffentrainings am nächsten Tag war ich mit meinen häuslichen Arbeiten leider noch nicht ganz fertig, lief aber hinterher, sobald alles erledigt war. Wobei ich außer etlichen Grasflecken an der Kleidung meines Herrn nichts verpasst hatte und auch nur der Landsitzkrieger zum Training erschienen war. Der Rarius meinte übrigens, nach so viel Gratiskalana wie in Belnend würde er sehr dazu neigen, einfach seine Haustür abzusperren und lieber zu Hause zu bleiben. Doch mein Herr kann als Hauptmann und Erster der roten Kaste von Jorts Fähre das Training natürlich nicht schwänzen, zumal er in Kafal den Krieger dazu eingeladen hatte…, doch die Dörfler kniffen.

Gerade hatte der schnaufende Landsitzkrieger meinen Herrn vom Beenden ihres Trainings überzeugt, als eine sichtlich verärgerte Sängerin an der Wiese auftauchte und sich empört Luft machte: „Es ist unverschämt, dass sich Freie Frauen nicht an die Stadtgesetze halten… Begründung, man wolle ein Kind nicht verschrecken bzw. wenn man sie festsetzen würde, würde hier der Norden einfallen! Welch eine Drohung von einer Unverschleierten, die ausgerechnet auch noch die Ziehtochter des Händlers ist!“ „Komm Weib, wir gehen“, knurrte darauf der Landsitzkrieger kurz angebunden, informierte vorher aber noch meinen Herrn: „Sag mir Bescheid, wenn hier kein Geschmeiß aus dem Norden mehr herumläuft, bis dahin bleibe ich auf meinem Landsitz!“ Na toll, dieser Krieger machte es sich einfach, da er nicht dem Heimstein angehört… die beiden Landeier rauschten davon.


Die Zeugmeisterin wunderte sich übrigens, dass der Norden einerseits Ärger mit dem Süden sucht, andererseits trotzdem Nordleute in einem Gasthaus des Südens sitzen und dabei offensichtlich so tun, als könnten sie kein Wässerchen trüben, die Stadtgesetze missachten, obwohl sie es besser wissen: „Hauptmann, ich erinnere, dass hier mal sehr viel Wert auf die Gesetze gelegt wurde und dass selbst Reisende peinlichst darauf geachtet haben... schade, wenn sich das ändern sollte. Unverständlich das Ganze, denn goreanische Frauen kennen den Schleier von Kindesbeinen an. Ich bin immer wieder überrascht, dass manche Frauen sich derart dumm stellen und meinen, sie hätten nie davon noch gehört.“ Oh ja, welch wahre Worte!

„Gesetze sind Gesetze… ich werde mich um das Schleierproblem kümmern, da es in meinen Zuständigkeitsbereich fällt.“ Nach dieser Ankündigung stampfte mein Herr Richtung Gasthaus davon und stellte sowohl die dort herumstehende, sich an einem Säugling festklammernde Ziehtochter des Händlers, als auch die Freie zur Rede, die ihm offensichtlich seine bestellte Sklavin verkaufen wollte… keine Ahnung, was meinen Herrn dazu veranlasst hatte, denn angeblich war er immer noch sehr zufrieden mit mir. Das herumstehende Weib behauptete, obwohl sie lange in Jorts gelebt hatte und es besser wissen muss, das Schleiergesetz sei ein Toleranzproblem, sie könne keinen tragen, weil dann angeblich ihr Kind brüllt. Für mich war das ein typischer Fall von Herumglucken einer Übermutter… der anscheinend schlafende, nicht den leisesten Piep von sich gebende, verhätschelte Säugling tat mir echt Leid.


„Die Regeln sehen keine Ausnahme für Frauen mit Kind vor… hier in der Stadt herrscht Schleierpflicht. Das gilt für Heimsteinangehörige und für Besucherinnen“, erklärte er geduldig auf, musste sich von der Ziehtochter des Händlers aber erneut anhören, dass damit ihr Kind erschreckt wird. Pahhh, von seinem eigenen Nachwuchs wusste mein Herr, wie lächerlich diese Aussage war. Das andere Weib mokierte sich, bei ihrem letzten Besuch nicht darauf hingewiesen worden zu sein. Tja, warum auch… seinerzeit hatte sie einen Schleier getragen! An diesem Tag zog sie es jedoch vor abzureisen, nachdem die Vereinbarung über die Restsumme für die Kajira mit meinem Herrn geklärt war… übrigens ohne Beledigungen. Mit den beiden Übereltern wurde es leider peinlich.

„Ich habe jetzt genug von euren Beleidigungen… ihr reist morgen früh ab. Auch Gäste mit Kind müssen sich hier den Gesetzen entsprechend benehmen. Unser Händler wäre der Erste gewesen, der auf dem Schleier bestanden hätte. Solltet ihr morgen noch da sein, helfe ich euch auf die Fähre!“ Danach trank mein Herr aus, warf seinen Becher zur Seite und schnippte ein paar Münzen auf den Tisch. Bevor er die Gasthausterrasse verließ, befahl er seinem Neuerwerb allerdings noch: „Wenn du hier nicht mehr gebraucht wirst, kommst du zu mir, aber zack, zack!“ Es dauerte auch tatsächlich nicht lange, bis seine Neue auftauchte und sich große Mühe gab… aber mal abwarten, neue Besen kehren immer gut. ;-)

Donnerstag, 27. April 2017

Zusammenruckeln im Süden

Am Abend des Überraschungstees war zwischen meinem Herrn und dem Sattler auch die Rückkehr der Zeugmeisterin Thema und einige Fragen tauchten im Zusammenhang mit dieser Freien auf, deren Klärung jedoch erst einmal warten musste. Vorrangig war nämlich, das Zusammenrücken des Südens weiter voran zu treiben. Die beiden Männer beschlossen, am nächsten Tag gemeinsam nach Belnend zu reisen, um sich mit dem dortigen Kommandanten darüber zu unterhalten. Der Sattler verabschiedete sich daher beizeiten, um vor der Abreise noch ein paar wichtige Arbeiten zu erledigen.

Hach, es war wie immer ein wundervolles Gefühl, den starken Kriegerarm meines Herrn zu spüren, mit dem er mich eng an sich drückte, während ich meinen Kopf an seine Schulter legte. Mist war nur, dass ich die letzte Nacht warum auch immer schlecht geschlafen hatte… vermutlich hatte mir einfach das laute Schnarchen meines Herrn gefehlt, der ja leider auf Nachtwache gewesen war. „Arya, bist du schon müde?“ fragte er erstaunt, als ich ein Gähnen nicht unterdrücken konnte und erkundigte sich dann, ob seine Gefährtin mich etwa nicht in den Sklavenkäfig gesperrt hatte. Hmm, wie hätte sie das denn tun können, wenn sie auf Reisen ist… naja, manche Dinge kann mein Herr sich einfach nicht merken.

„Na gut, gehen wir nach Hause. Du darfst den Rest Kalana in meinem Becher austrinken, Arya.“ Wow… das hatte er mir zuvor noch nie erlaubt. Er lachte übrigens, als ich mir nach dieser unerwarteten Köstlichkeit über die Lippen leckte: „Aha, Kalana magst du also lieber als Paga!“ Das stimmte, obwohl unverdünnter Kalana eine Kajira wie mich sehr schnell duselig macht, da ich doch nie Alkoholisches trinke. Vermutlich hatte ich zuvor beim Paga aber eine deutlich weniger begeisterte Miene aufgesetzt, nachdem ich aus dem Becher des Sattlers einen Schluck abtrinken musste, weil ich es aus medizinischen Gründen wegen der Schnupfenansteckungsgefahr zu gut gemeint und seinen Becher etwas zu voll geschenkt hatte.

Zuhause kam mein Herr erneut auf meine Nacht zu sprechen, die ich unangekettet auf dem kleinen Fell vor dem Sklavenkäfig verbracht hatte… aus dem verhassten Ding wäre ich doch alleine nicht wieder herausgekommen. „Ach, warum ist das schlimm? Ich komme von der Nachtwache doch morgens zurück oder?“ 

Klar, aber so schlecht wie ich geschlafen hatte, war ich an diesem Morgen bereits damit beschäftigt gewesen, mich um die Versorgung von Fenris zu kümmern, als mein Herr von seiner Nachtwache kam. „Denkst du, es ist richtig, dass eine Sklavin aus dem Haus ist, wenn ihr Herr nach Hause kommt?“ Kleinlaut erwiderte ich, eine Sklavin erfreut ihren Herrn doch auch damit, wenn sie fleißig ist… doch mein Herr bohrte weiter.

„Was gefällt mir wohl besser… wie und wo wirst du auf mich warten, Arya?“ „Also am liebsten auf deinem Fell, damit es schön angewärmt ist für dich, mein Herr, aber das willst du bestimmt nicht… oder hier, wo ich die Treppe im Blick habe und dich gleich sehe? Nee, ich vermute, du willst mich hinter Gittern sehen oder mein Herr?“ „Ja Arya… und warum möchte ich das?“ „…weil du ein Anhänger von Gittern bist, mein Herr und total darauf stehst.“ „Nein, mir gefällt Sicherheit. Ich möchte wissen, wo mein Eigentum ist, im Käfig ist es am Sichersten… und wo schläfst du, wenn ich da bin, Arya?“ „Auch hinter Gittern, mein Herr“, beeilte ich mich nun lieber zu antworten, wurde jedoch belehrt: „Nein Arya, du schläfst dort, wo ich es möchte… ab mit dir auf das große Fell.“

Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und ich schlief in dieser Nacht wirklich supertoll. Gut drauf wie ich am nächsten Morgen war, packte sich der Rucksack für die Belnendreise quasi fast von alleine. Darüber sehr zufrieden lachte mein Herr: „Sehr gut Arya, dann gucken wir mal, dass ich einen Kalana serviert bekomme, hehe!“ Oh ja, das wurde spannend. Mein Herr sprach nämlich von dem Kalana, den ihm der Kommandant von Belnend auf dem Wagenrennen versprochen hatte.

Schnell streifte ich mir noch eine Tunika über… auf Reisen wollte mein Herr mich nämlich nicht nackig… und dann ging es auch schon zum Hafen, wo der Sattler mit Schild und Schwert bewaffnet bereits wartete. 

Sowohl die Schiffsreise als auch die Fußstrecke durch Sumpf und Wald verliefen ohne irgendwelche Zwischenfälle, obwohl mein Herr es warm und feucht nur bei Kajirae mag und mir die Viecher neben dem Pfad ziemlich suspekt waren, auf deren Speisekarte wir aber zum Glück nicht standen. 


Allerdings wurde sehr zum Ärger meines Herrn auch nichts aus seiner Hoffnung, unterwegs noch ein paar wilde Weiber zu fangen… sowohl der Handelsposten, als auch der Wald waren nämlich menschenleer. Wir kamen also wohlbehalten vor den Toren Belnends an, wo ein Fremder mit einem merkwürdigen Gruß eilig an uns vorbeilief, der nur ein Ergebnis der vielen schlechten Erfahrungen dieser Stadt mit Nordleuten sein konnte: „Ah… kein Norden… tal!“


Der Kommandant lächelte sichtlich erfreut über den Besuch aus Jorts Fähre und hob seinen Daumen in unsere Richtung, war bei unserem Eintreffen allerdings gerade dabei, einem Schreiber die Bürgerrechte seiner Stadt zu verleihen. Danach ereilte ihn ein Ruf vom Stadttor und ihm blieb trotz seines „herrjeee jetzt?“ nichts anderes übrig, als dorthin zu laufen. Das Warten auf den Krieger gestaltete sich für meinen Herrn mit reichlich Kalana übrigens äußerst angenehm, nachdem der nette Neubürger leichtfertig kundgetan hatte, dass er an diesem Abend für alle Getränke aufkommt. „Wenn der Schreiber bei uns Bürger geworden wäre, hätte er auch noch das Essen zahlen müssen“, versuchte der Sattler irgendjemanden breit grinsend zu beruhigen, der um den Geldbeutel des neuen Bürgers besorgt war.


Da eine der Gasthauskajirae dafür sorgte, dass der Sattler nicht verdurstete, konnte ich mich dem Nachschenken des ständig leeren Bechers meines Herrn widmen.Wer aber glaubt, dass er später nicht mehr in der Lage war, über das Zusammenrücken des Südens zu sprechen, der irrt ganz gewaltig. Gut war auch, dass der Kommandant die Umstände schilderte, die letztendlich auf dieser unbekannten Insel zu der erlittenen Schlappe seiner Stadt gegen den Norden geführt hatten und warum Belnend Jorts Fähre nicht um Hilfe gebeten hatte. Die Männer waren sich jedenfalls einig… Verlieren ist keine Schande, mit dem Schwert in der Hand zu sterben auch nicht, schlimm und ein Skandal wäre jedoch, nicht zu kämpfen.


Zum Servieren eines Kalanas durch den Kommandanten, kam es an diesem Abend übrigens doch nicht mehr. Über den Anlass unseres Besuchs und das Zusammenruckeln im Süden konstruktiv zu sprechen war selbstverständlich wichtiger… darüber werde ich vorerst jedoch Stillschweigen bewahren. Allerdings steht der Kommandant zu seinem Wort und erklärte allen Anwesenden vor dem Gasthaus, wie er durch die Rote-Kasten-Allianz der Kommandanten aus Jorts Fähre und Belnend seinerzeit den Tuniersieg beim Wagenrennen errungen hatte: „…und dafür werde ich dem Hauptmann von Jorts Fähre noch einen Kalana servieren!“ Es bleibt also spannend! ;-)

Mittwoch, 26. April 2017

Ein Überraschungsgetränk

„Gut, dass du da bist Arya… dann können wir heute alles vorbereiten“, kündigte mein Herr an und es begann sofort in mir zu rotieren, denn ich hatte keinerlei Ahnung, wovon er sprach. Um die geplante Reise nach Belnend ging es jedenfalls nicht. „Arya, hast du es vergessen?“ bohrte er weiter. Ja, hatte ich und gab das selbstverständlich auch zu. Ich kann mir Namen meistens recht gut merken, bin aber eben auch nur ein Mensch. Es stellte sich heraus, so schlimm war mein Vergessen gar nicht… es ging nur darum, den Bauern zu erwischen. Dass mein Herr mit ihm sprechen will, weiß ich schon seit einiger Zeit, allerdings war das Erwischen bislang nicht gelungen und ihm offensichtlich immer wichtiger.

„Falls wir ihn nicht antreffen, trinken wir etwas im Gasthaus“, veranlasste mich zu der Frage, ob meinem Herrn mehr der Sinn nach Paga oder eher nach Kalana stand. Es erschien mir nämlich sehr unwahrscheinlich, dass der Bauer ausgerechnet an diesem Tag mal anwesend war. Damit mein Herr möglichen Frust ohne Verzögerungen zügig herunter spülen konnte, erschien mir rechtzeitiges Wissen über seinen Getränkewunsch jedenfalls nicht verkehrt, doch offensichtlich war er noch unentschlossen: „Die Getränkefrage werde ich ganz und total spontan entscheiden, Arya.“ 

Wie wichtig ihm dieses Treffen war, konnte ich durchaus nachvollziehen, da ich den Grund dafür kenne, doch dass er mein Leben aufs Spiel setzen wollte, war mir neu. „Arya, ich werde dich als Lockkajira vorschicken und wenn das nicht klappt, sägst du dem Bosk einfach ein Horn ab.“ Puhhh, so jähzornig und ausrastend wie der Bauer sein kann, überlegte ich, ob es wohl besser ist, mich lieber gleich von meinem Herrn zu verabschieden, denn ich sah schon das Schwert dieses Kerls auf mich niedersausen und meinem Leben ein Ende bereiten. Zum Glück sah mein Herr das aber genauso: „Arya, wir lassen das!“ Während ich mich dem schönen Gefühl seiner sanft durch meine Haare streichelnden Finger hingab entschied er, dass wir den erforderlichen Sicherheitsabstand wahren, indem wir auf der Brücke vorm Hof stehen bleiben und einfach nur rufen.

Inzwischen hatte sich die schwer schniefende, näselnde Gnädigste dazu gesellt und ich sandte ein lautloses Dankesgebet zu den Priesterkönigen, weil die Frau zum Glück ihre Gesichtsgardine trug, sodass das Verteilen irgendwelcher Bazillen und Viren hoffentlich verhindert wurde. Selbstverständlich dachte ich dabei nur an die Gesundheit meines Herrn… dank des vor vielen Märkten verabreichten Serums bekomme ich sowas nämlich nicht. Quarantäne fand die Grüne aber nicht erforderlich, sondern verordnete sich einen Spaziergang und begleitete uns. Auf der Brücke vorm Hof befahl mein Herr: „Arya, plärr mal wie ein Hauptmann den Namen von Nila.“ Ich holte also tief Luft und brüllte dann so laut ich konnte: „Herr NILA!!!!...hier plärrt Arya im Namen ihres Herrn!!!!!! Mein Herr möchte dich sprechen!!!!!!!!“ Leider vergeblich.

Falls der Bauer es nicht so schnell schaffen sollte seine Felle zu verlassen und sich anzuziehen, warteten wir natürlich noch eine Weile, bis es unverrichteter Dinge dann aber doch ins Gasthaus ging. „Ich nehme ein Überraschungsgetränk“, bestellte mein Herr und seine Gefährtin wollte einen Tee. Hmmm… Überraschung und Tee? Ich brauchte nicht lange zu überlegen, bis mir eine wirklich tolle Überraschung für meinen Herrn einfiel, denn wer Überraschung bestellt, soll natürlich auch Überraschung bekommen! Da der Tee nicht nur kochendes Wasser benötigte, sondern auch einige Ehn ziehen muss, war ich natürlich eine Weile in der Gasthausküche verschwunden, was die Neugier meines Herrn auf sein Getränk hoffentlich noch etwas erhöhte.

Ich bekam während meiner Vorbereitungen übrigens mit, dass sich der Sattler dazu gesellte, sich beim ersten Niesen der Grünen aber offensichtlich ein Kissen weiter rückte, da er der Dichtheit ihres Schleiermundschutzes nicht ganz traute. Danach wurde die Schleierpflicht erörtert, die ja auf einem Ratsbeschluss von Moralaposteln basiert, die sogar eine Steinstatue entfernen ließen, weil sie zu nackt war. Tja, mir ist es egal und es geht mich auch nichts an, aber ich denke ein Rat aus dauerabwesenden Mitgliedern ist nicht existent. Außerdem habe ich sowieso noch nie verstanden, warum ein Stadtrat solche Vorschriften erlässt. Sowas regelt doch ein Mann für seine Gefährtin… will er sie in der Öffentlichkeit verschleiert sehen, dann hat sie sich daran zu halten! Und dass eine Freie unverschleiert noch mehr als sowieso schon Gefahr läuft einen Kragen zu erhalten, ist ja keine Überraschung, sondern allgemein bekannt.


Hach, der freudige Blick meines Herrn, als ich schließlich mit seinem Getränk auf der Terrasse auftauchte und neben ihm auf die Knie sank, ging mir durch und durch. Noch mehr aber, dass er sanft über meine Seite strich und erwartungsvoll brummte: „Nun lass ich mich überraschen, Arya.“ Oh ja, und wie ich ihn überraschte! Mein Wunsch beim Überreichen seines Trinkbechers ging tatsächlich in Erfüllung: „Möge mir die Überraschung mit diesem Kräutertee gelingen, mein Herr… und genug Honig drin sein, da du doch so gerne Süßes magst.“ „Da siehst du es Sattler… ich wollte ein Überraschungsgetränk und bekomme süßen Tee!“ rief mein Herr und ich glaube, er klang total begeistert.

Die zuerst vollkommen entsetzte Miene des Sattlers wurde übrigens sehr schnell sehr vergnügt: „Hauptmann, du trinkst Kräutertee??? Na, zumindest mich überrascht das jetzt! Arya, für mich aber keine Überraschung. Ich nehme Paga… der ist gut gegen Schnupfen, sein Alkoholgehalt desinfiziert und macht Viren kaputt, ist sozusagen Medizin.“ Eine noch bessere Wirkung erhoffte er sich anscheinend davon, erst mit einem Schluck Paga zu gurgeln, bevor er ihn herunter schluckte, während mein Herr feststellte, dass man heißen Tee nicht auf ex trinken kann. Er verbrannte sich den Mund, prustete einen Schwall Tee über den Tisch und befahl mir dann, mich um das Abkühlen des Tees zu kümmern.

Ich beugte mich selbstverständlich umgehend vor, um mit Hingabe in gleichmäßigem Rhythmus in den Tee zu blasen, während sich gleichzeitig meine nackten Brüste an das Bein meines Herrn drückten und seine über meinen Rücken streichelnde Hand mich leicht erschauern ließ. Nach einiger Zeit erkundigte er sich, ob der Tee inzwischen trinkbar ist, sodass ich mich für einen vorsichtigen Test anbot, falls er kein Risiko eingehen wollte. „Ich geh jetzt mal volles Risiko ein, Arya… du trinkst den Tee auf ex und bringst mir ruck zuck einen Ka La Na… allerdings wenn ich in Zukunft ein Überraschungsgetränk bestelle, ist Tee ausgenommen!“

Zu weit vorgerückter Ahn, drückte mein Herr mich übrigens sehr fest an sich und während mein Kajiraherz ganz wild anfing zu klopfen meinte er: „Mit dem Tee hast du mich wirklich überrascht, Arya… viel mehr als ich dachte!“

Dienstag, 25. April 2017

Stippvisite oder Heimkehr?

Während ich zuhause noch ein paar Dinge zu erledigen hatte und ihm dann folgte, war mein Herr schon voraus gegangen zum großen Stadttor. Den Blick vom Tor über die Unterstadt und den Hafen genießend, wollte er sich nicht entgehen lassen und vor allem rechtzeitig mitbekommen, sollten Besucherbrigaden eintreffen. Ok, es trafen keinerlei Brigaden ein, sondern an diesem Tag nur eine rot gekleidete Frau, die vom Anleger Richtung Marktplatz strebte und das Vorhaben meines Herrn zunichte machte. Durstig und spendierfreudig aufgelegt, hatte er nämlich an diesem Abend nach dem Verlassen seines Beobachtungspostens eigentlich den Brauer zum Sturzsaufen einladen wollen... allerdings ohne unrühmliche Heimkehr im Handwagen, sondern mit Würde.

Der Brauereikrieger erreichte übrigens kurz vor meinem Herrn die Besucherin und erkundigte sich höflich wie er nun mal ist, ob er ihr behilflich sein kann. Sein Gruß wurde von dem Weib freundlich erwidert und der Brauer mit Namen begrüßt. Die Frau stellte sich vor, doch genau wie der nun restlos irritiert aussehende Angesprochene tappte danach auch mein Herr weiter im Dunkeln: „Arya, ich habe es doch nicht so mit Namen… sagt er dir etwas?“ Das Namensgedächtnis spielte ihm wie so oft einen Streich, denn mir sagte der Name tatsächlich etwas… das Weib hatte sich vor vielen Märkten in Jorts Fähre als Zeugmeisterin versucht, war dann aber wegen einer Erbschaft irgendwohin verschwunden. 

Dem Krieger ging immer noch kein Licht auf, doch mein Herr erinnerte sich nach meinem Hinweis auf ihr Amt in der roten Kaste nun tatsächlich wieder. „Stimmt… ja, das ist aber lange her! Ich dachte, jemand hätte dich an eine Kette gelegt“, gab er überrascht von sich und erzeugte damit nun eine hochgezogene, weibliche Augenbraue. „Eine Kette steht mir nicht, das solltest du schon wissen oder bist du so alt geworden, dass dein Gedächtnis zu schwächeln beginnt?“ erwiderte das Weib pikiert. Während ich sie nach dieser abfälligen Unterstellung empört, allerdings stumm anfunkelte, stellte mein Herr umgehend klar, dass sein Gedächtnis erstklassig ist und erkundigte sich, wo die Zeugmeisterin so lange gesteckt hatte.


„Nun, ich wurde in Ar beim Sortieren meiner Angelegenheiten aufgehalten… manche Dinge bedürfen mehr Aufmerksamkeit und dauern…“ gab die Freie ziemlich vage nur Auskunft und ergänzte mit Blick auf mich: „...und wie ich sehe, habt ihr feurige Sklaven… hüte dich, Mädchen.“ Pahhh, dieser Hinweis war nicht nötig gewesen. Erstens bin ich vor freien Frauen sowieso auf der Hut und außerdem erinnere ich noch sehr genau, wie fies sich die spitzen Fingernägel dieses Weibs seinerzeit anfühlten, mit denen sie mich gekrallt hatte, als ihr irgendetwas an mir nicht gepasst hatte.

Mein Herr und der Brauer vertagten natürlich ihr Sturzsaufen und luden die Zeugmeisterin stattdessen zu einem Getränk auf der Terrasse ein, damit sie erzählen konnte, wie es ihr in den vielen Märkten seit ihrer Abreise aus Jorts Fähre ergangen war. „Ich komme mit ins Gasthaus, aber zu erzählen gibt es da nicht viel…“ winkte sie jedoch ab und nahm übrigens erst auf dem vermeintlichen Kissen des Händlers Platz, nachdem sie von meinem Herrn erfahren hatte, dass dieser Herr dort schon sehr lange nicht mehr gesessen hat und somit jeglicher Anspruch hinfällig.

„Für mich weißen Kalana, aber schön kühl“, war eine Bestellung, mit der ich leider nicht dienen konnte. In Jorts Fähre wird doch nur roter Wein angebaut und selbstverständlich lag mir nichts ferner, als dieser Frau ihren Getränkewunsch aus dem Privatbesitz des Landsitzkriegers zu erfüllen! Tja, meine Nachfrage, ob es auch roter Kalana sein darf, wurde abgelehnt… den trinkt sie „mit Sicherheit nicht“. Die Frau ertrug jedoch mit Geduld, dass ihr Tee mangels heißen Wassers auf dem Küchenfeuer zu meinem Bedauern eine gaaaaanze Weile länger brauchte, als der Kalana für meinen Herrn und das dem Brauer servierte Ale.


Interessant fand ich, dass die Zeugmeisterin vom Kommandanten aus Belnend Grüße überbrachte, der nach seiner Schlappe gegen den Norden auf dieser unbekannten Insel anscheinend schon wieder von Nordleuten überrannt worden war. Er liebt solche Auseinandersetzungen ja und macht auch zwischendurch gerne Urlaub bei irgendwelchen Waldweibern. Diesmal kann es allerdings auch umgekehrt gewesen sein, so genau hatte die Rotkastige das Geschehen offensichtlich nicht verfolgt, zumal sie wohl sehr damit beschäftigt gewesen war, sich über verlauste Nordmänner in Belnend zu ärgern. Ihre Informationen bestätigten jedenfalls die derzeitigen Bestrebungen von Kafal und Jorts Fähre für einen besseren Zusammenhalt des Südens, aber mir wurde immer unklarer, ob diese Freie tatsächlich der roten Kaste angehört… ich bin eben nur eine einfache Kajira. 

Nur warum behauptete die Zeugmeisterin einerseits, ihr Heimstein sei immer noch Jorts Fähre, dachte aber kein bisschen im Sinne der jortsschen roten Kaste und sah Nachwuchswerbung sowieso nicht als ihre Aufgabe an: „Wenn ich Krieger im Gepäck hätte, die etwas taugen, würde ich die sicherlich nicht hergeben.“ Kamen ihre Worte von den Anstrengungen der Reise, die inzwischen ihren Tribut forderte und das Denken erschwerte? Ambitionen, sich bei den mit Kafal besprochenen Plänen für eine Allianz des Südens einzubringen, um das Wichtigste für jeden Goreaner, nämlich den eigenen Heimstein zu sichern, hatte sie jedenfalls nicht: „Wie bitte? Was haben eure Vorbereitungen mit mir zu tun!? Ich will mit dem Norden nichts zu tun haben und der Süden täte gut daran, sich mal um sich selbst zu kümmern...“ Ja genau!!!

Es muss tatsächlich die Müdigkeit gewesen sein, denn das Weib ließ sich recht früh von mir ein Zimmer im Gasthaus zeigen und zog sich zurück. Spannend finde ich, wie wird diese Freie ausgeschlafen sein, war ihr Eintreffen nur eine Stippvisite oder die Heimkehr einer jortsschen Zeugmeisterin? ;-)

Montag, 24. April 2017

Lüften ohne Kleidung

„Komm Arya, wir schauen mal, ob der Brauer zurück ist aus Kafal... sonst müssen wir ihn suchen“, befahl mein Herr, bevor er Richtung Unterstadt stampfte und wir den Gesuchten auf dem Marktplatz entdeckten, obwohl er mit Klaus-Bärbel, seinem Bosk, nicht das Express-Schiff genommen hatte wie wir. Nicht nur die wohlbehaltene Rückkehr, sondern auch die Einigkeit mit Kafal und ein Gespräch über das weitere Vorgehen verlangten selbstverständlich nach Paga und Ale. Vom Paga-Preis in Kafal hörte der Brauer von meinem Herrn übrigens zum ersten Mal, allerdings interessierte es ihn nicht sonderlich, wie der schmiedende Wirt seine Gäste über den Tisch zieht.

Bei den Überlegungen meines Herrn, mir diesen in Kafal gebrauten Pflasterklatscher zu trinken zu geben, mir das Zeugs notfalls sogar mit einem Trichter einzuflößen, um zu sehen was passiert, schaltete sich der Brauereikrieger ein: „Starken Alkohol deiner Kajira in Mengen geben, die nichts gewohnt ist… Hauptmann, willst du Arya töten?“ „Ach, meinst du das bringt sie um? Hmm… nun ja, gut, dann lass ich es. Ich werde das Getränk selber probieren und sehen was passiert… bin ja deinen starken Paga gewöhnt, da kann so ein Pflasterlutscher mir nichts anhaben. Zur Not fährt Arya mich nach Hause… würdevoll liegend in einem ausreichend großen Karren, mit sanft auf meine Stirn gelegtem nassen Tuch!“


Meine Dankbarkeit für die Hilfe des Kriegers war natürlich gewaltig. Sie war so groß, dass ich bei meiner Rückkehr mit einem Ale-Becher in der einen und dem Paga-Becher für meinen Herrn in der anderen Hand, als Erstes neben dem Brauer niederkniete. Da er nie Wert auf einen langen, hingebungsvollen Serve legt, allerdings immer kurz vor dem Verdursten ist, streckte ich ihm ausnahmsweise noch vor der Bedienung meines Herrn sein Lieblingsgetränk entgegen: „Herr… möge dein Ale dir munden, mein Retter!“ Danach huschte ich selbstverständlich eiligst zu meinem Herrn. Mit der Betrachtung meiner Sandalen beschäftigt, war ihm meine eigenmächtige Änderung der Bedienreihenfolge zum Glück nicht weiter aufgefallen.

„Arya, sind das die Ersatz-Sandalen?“ erkundigte er sich. Ich beeilte mich nicht nur mit meiner Bestätigung, sondern erwähnte zusätzlich, dass die anderen gut gefettet auch wieder einsatzbereit sind und fragte, wie ihm diese denn überhaupt gefallen. Sehr sanft wurde nun durch meine Haare gewuschelt… an meinen Füßen gefallen ihm alle Sandalen oder so ähnlich meinte er dabei. Er interessierte sich nun allerdings für die Meinung des Brauers zum Aussehen meiner Schuhe. Da ich meinem Herrn inzwischen seinen Paga serviert hatte, erhob ich mich wieder und lief rüber zum Brauer, stellte mich mit kess abgewinkeltem Bein neben ihm auf und drehte und wendete mich leicht hin und her, um ihm die Sandalen von allen Seiten vorzuführen, während er sie mit fachmännischem Kriegerblick musterte.

„Hmmm… nun… ich sag mal so…“, machte der schöne Rothaarige es spannend und ergänzte nach einer gefühlten Ewigkeit, in der ich an seinen Lippen hing: „Arya, du hast talentierte Beine und Füßchen… das macht es jeder Sandale einfach. Es ist leichtes Schuhwerk, mit dünnen Sohlen, aber hübsch.“ Mit schmelzenden Blicken strahlte ich den Krieger an und bedankte mich, formte mit meinen Lippen aber auch noch einen Kussmund, bevor ich schließlich mit aufreizend wiegenden Hüften langsam zurück zu meinem Herrn lief, dem der Brauer inzwischen zuprostete: "Ta Sardar Gor… auf die Sandalen!“ „Da hast du verdammt noch mal Recht, aber ich muss auf Arya wohl besser aufpassen!“

„Auf die Sandalen… das ist meistens genug Kleidung für eine Sklavin“, erwiderte mein Herr den Trinkspruch seines Freundes und erzählte dann grinsend, dass er seit Tagen eigentlich auf die Schreiberin wartet, um zu hören, was die zu seiner nackten Kajira sagt. Normalerweise halte ich meine Kommentare ja zurück, doch nun konnte ich einfach nicht anders als zu erwähnen, dass die Blaue vermutlich echauffiert hoch 3 mit Schnappatmung reagieren wird. „Schnappatmung würde mir gefallen… du wirst also vorerst keine Kleidung tragen, Arya! Vielleicht wird es eine Weile dauern, bis wir die Frau sehen, doch es schont deine Kleidung.“

Diese Entscheidung meines Herrn gefiel mir natürlich sehr, allerdings verstehe ich nicht, warum er immer davon spricht, dass ich gelüftet werden muss und nicht einfach sagt, dass er mich am liebsten nackt sieht. Lüften klingt doch fast so, als wäre ich ungewaschen und würde stinken! Naja egal, mein Herr muss damit klar kommen und Fragen vertragen, ob er sich für mich keine Kleidung mehr leisten kann. Ich stinke jedenfalls nicht, wasche mich regelmäßig und schöne Tuniken habe ich von meinem Herrn auch geschenkt bekommen… aber ich muss zum Glück auch nicht alles verstehen. ;-)

Samstag, 22. April 2017

Allianz mit Kafal

„Arya lässt sich aber Zeit… die drückt sich vor dem Gepäck und will wohl nicht verreisen. Vielleicht sollte ich sie zuhause lassen und in den Käfig sperren“, hörte ich meinen Herrn unten im Haus und dann die Gnädigste: „Um das Gepäck sollte sie aber nicht drum herum kommen, sonst müsstest du es ja selbst tragen.“ Hmm… gut, dann nehmen wir sie doch mit. Arya!!! Was treibst du da oben noch so lange?!“ kam nun ungehaltenes Gebrüll von meinem Herrn, sodass ich die letzten Sachen einfach schnell in den Rucksack stopfte, um dann zwei Stufen auf einmal nehmend eilig die Treppe hinunter zu laufen, denn natürlich wollte ich mit nach Kafal.

„Ahh… endlich! Arya, ich dachte du nähst den Rucksack erst noch zusammen. Wir müssen los, denn der Kapitän wartet schon“, trieb mein Herr mich zur Eile an und stampfte dann auch gleich Richtung Hafen davon. Komischerweise lag das Schiff auf Reede, sodass wir mit einem kleineren Kahn übersetzen mussten. Aber das ist bei Express-Schiffen wohl so, dafür schaukeln sie kaum, was für den sensiblen Magen meines Herrn natürlich sehr von Vorteil war, der sich ja alleine schon bei dem Gedanken an eine Welle leicht umdreht und schneller am Ziel ist ein Express-Schiff auch. Die Reise verging daher wie im Flug, und zwar ohne irgendwelche Vorkommnisse.

Kaum hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen und den kurzen Fußmarsch ins Dorf vom Anleger am Laurius hinter uns gebracht, meldeten sich gewisse Gelüste bei meinem Herrn: „Ich bin gespannt, ob es wieder Kuchen zum Probieren gibt.“ Bedauerlich war nur, dass sich das Kaff verschlafen zeigte und niemand in Sicht war, sodass mein Herr mir nun befahl: „Wir werden uns mal umsehen… du gehst mit deiner Kajira-Schnüffelnase vor, Arya.“ Oha, vorsorglich erwähnte ich lieber noch, ich könne leider nicht garantieren, dass meine Schnüffelnase auch den Rückweg findet.

Doch darum brauchte ich mir keine Sorgen zu machen… mein Herr findet nämlich immer nach Hause und außerdem war mein Spürsinn mit dem Auftauchen der Musikantenkajira nicht mehr gefragt, da wir nun eine Führerin zur Herberge im Dorfkern hatten. Welche Kajira die frech grinsende Fischersklavin nach der Begrüßung mit „Spunki“ anredete, bekam ich nicht mehr heraus, da ich im dunklen Hintergrund der Herberge fast einen Freien übersehen hätte und mich mit meiner Bitte um Verzeihung und meinem Gruß an den Herrn nun mächtig beeilte. 


Danach war meine ganze Konzentration gefragt, weil ich in aller Höflichkeit meinen Herrn darauf hinwies, dass ich keine Augenuntersuchung benötige, seine diesbezügliche Aufforderung an die Gnädigste somit hinfällig war. Mein Platz ist nun mal hinter ihm und das Vorbeischauen an seinen muskulösen Schultern manchmal nicht leicht, denn er ist ja nicht durchsichtig. Doch zum Glück diskutierte er inzwischen mit dem Brauer über drinnen oder draußen sitzen, bevor sie sich für einen Platz mit guter Luft entschieden und mein Herr sich erkundigte, ob in der Herberge jortsscher Paga ausgeschenkt wird..

Doch das konnte die Musikerkajira nicht beantworten und ein Wirt war nicht zu sehen, sodass mein Herr sich mit einem Paga unbekannter Herkunft zufrieden gab. Während ich dem Mädchen selbstverständlich half und zusammen mit ihr in Sachen Getränkebeschaffung in der Herberge verschwand, wo ich mir auch gleich die Speisen ansah, tauchte übrigens der Fischer auf und setzte sich dazu, sichtlich erfreut über den Besuch aus Jorts Fähre. Er hatte sich vor kurzem nämlich schon mit meinem Herrn unterhalten wollen, ihn wegen seiner Wachdienste aber leider nicht angetroffen.

Das Gespräch der beiden Männer über das gemeinschaftliche, geschlossene Auftreten des Südens gegenüber dem Norden verlief wirklich sehr einvernehmlich. Beide stimmten überein, dass der Süden auf keinen Fall nur aus einer einzigen, sich wichtig nehmenden Stadt besteht, die es nicht für nötig befindet, ihre Bündnispartner in irgendwelche Pläne einzuweihen und stattdessen lieber verliert. Mein Herr fand den Plan jedenfalls gut, sobald der Norden wieder ausrückt, die verlassenen Dörfer einzunehmen. Es ist dort vom Klima her zwar etwas kalt, aber was man hat, das hat man und vielleicht taugt die eine oder andere ansehnliche Nordfrau auch als Sklavin und lässt sich zu klingender Münze machen.

Wir übernachteten in Kafal in einem der Herbergszimmer. Es war wirklich luxuriös ausgestattet und ich wurde seit einer gefühlten Ewigkeit nachts nicht angekettet oder in einen Käfig gesperrt. Am nächsten Tag war ich daher wirklich gut drauf und konnte überhaupt nicht verstehen, dass mein Herr und die Gnädigste keinerlei Anstalten zu einem Spaziergang machten, sondern offensichtlich lieber vor der Herberge Wurzeln schlagen wollten. Mein Herr muss mir angemerkt haben, wie gerne ich mich ein wenig im Dorf umsehen wollte und erlaubte es mir, sodass ich eilig davon hüpfte, bevor er es sich womöglich anders überlegte.

Ich entdeckte tatsächlich die Bäckerei, leider jedoch keine Bäckerin und setzte daher mein Schlendern durch die engen, ziemlich unübersichtlichen Dorfgassen fort. Schließlich wurde ich vom Gesang einer weiblichen Stimme angelockt und befand mich plötzlich vor der Taverne. Die Fischerkajira spielte dort ein Saiteninstrument und sang… soweit ich das beurteilen konnte, hat das Mädchen richtig Talent. Trotzdem beantwortete sie meine Frage, ob die Bäckerei geschlossen hat: „Ja Arya, die Bäckersfrau ist hochschwanger.“ Oha, hochschwanger sogar? Das ging ja oberschnell, denn das Weib hatte vor 6 Hand doch noch nicht mal einen Gefährten! 

Vielleicht bin ich nicht richtig informiert, falls aber doch ist mir jetzt klar, warum die Frau nach dem Tod ihres fast Gefährten eine Hand später gleich den nächsten Mann gefährtet hat. Naja, geht mich zum Glück alles nichts an und viel interessanter fand ich, dass der werdende Vater, nämlich der schmiedende Tavernenwirt auftauchte und eine Tafel mit Getränkepreisen anbrachte, die nach dem Umbau der anscheinend gerade erst fertig gewordenen Tavernenterrasse noch fehlte… sämtliche Preise waren ungefähr das Zehnfache der jortsschen, der Wirt scheint sich offensichtlich eine goldene Nase verdienen zu wollen.

Kaum hatte ich auf die Frage des Fischers „du bist ganz alleine hier?“ geantwortet, dass mein Herr und seine Gefährtin irgendwo Wurzeln schlagen, tauchten sie übrigens auf, sodass ich mich schnell korrigierte: „Ich wollte sagen, sie kommen da gerade Herr.“ „Jaja, so habe ich deine Worte auch verstanden", grinste der Herr unter seinem riesigen Hut, doch die Gnädigste hatte meine Worte gehört und ranzte: „Dein Mundwerk ist wieder mal nicht ok, Arya.“ „…also sie erscheinen gerade, wollte ich sagen“, besserte ich daher lieber noch einmal nach.


Kein Kuchen und teure Getränke… wie gut, dass mein Herr und der Fischer am Abend zuvor alles Wichtige besprochen hatten und sich über das gemeinsame Vorgehen des Südens einig waren. Unserem Abschied von den freundlichen Dorfbewohnern stand also nichts mehr im Wege, zumal man inzwischen auch die Schiffsglocke hören konnte und mein Herr die gebuchte Abfahrt natürlich nicht verpassen wollte. ;-)

Donnerstag, 20. April 2017

Seltener Besuch beim Waffentraining

Ich verstand nicht wirklich, warum mein Herr dachte, ich könnte den Tag im verhassten Sklavenkäfig liegen bleiben wollen und auch nicht, warum er sich wunderte, dass ich erst herauskrabbeln kann, wenn er das Schloss geöffnet hat. „Arya, du willst mir also sagen, ich bin schuld, dass du hier herumliegst?“ Natürlich beeilte ich mich zu beteuern, dass ich sowas nie wagen würde und überlegte, ob das Schloss womöglich offen gewesen war und nur geklemmt hatte? So richtig an der Tür gerüttelt hatte ich nämlich nicht und das gehört sich doch auch nicht, wenn meinem Herrn danach ist, mich in dieses doofe Ding zu sperren.

„Ja, das Rütteln hilft nicht, wenn die Tür zu ist… oder kannst du Stahl verbiegen?“ Ich denke, mein Herr erwartete nicht wirklich eine Antwort auf diese Frage, dennoch gab ich nun mein Fachwissen als Schmiedeaushilfskajira hinsichtlich des Biegens von glühendem Stahl zum Besten und wurde bestätigt: „Richtig, auf diese Art und Weise ist auch dein Kragen so rund geworden, Arya.“ „Genau mein Herr… ich mag ja viel Feuer haben, doch zum Schmieden reicht es mit Sicherheit nicht!“ Wir waren uns also total einig, wobei selbstverständlich immer nur die Meinung meines Herrn zählt.

„Wir werden jetzt testen, ob dein Feuer genug Hitze gibt, dich heute noch mal nackt herumlaufen zu lassen“ ließ mich nun eingestehen, dass ich die eigentlich hübscheren Sandalen anziehe, die ich eher nur bei besonderen Anlässen trage und sonst schone, weil mein Herr mir doch zwei Paar gekauft hatte. Die anderen waren seit meinem Bad im See am Wasserfall inzwischen zwar getrocknet und ich hatte sie auch sorgfältig gefettet, doch sah ich es als erforderlich an, für eine optimale Lederpflege das Fetten noch einmal zu wiederholen, nur hatte dies wegen der verschlossenen Käfigtür an diesem Morgen leider ausfallen müssen. 

Mist, schon wieder packte mein Herr mein Ohr, um es fies zu verdrehen, während er ungehalten brummte: „Arya, wer möchte Ausreden von seiner Sklavin hören?!“ „Niemand mein Herr, aber eine Erklärung kann doch nicht verkehrt sein!“ beeilte ich mich kläglich zu beteuern, während ich mich etwas verbog, um den unangenehmen Zug zu lindern. Doch leider verstärkte sich das Verdrehen meines Ohrs noch und das Brummen nahm die Sorte gefährlich an: „Sorg dafür, dass du dich um deine Sandalen morgen kümmerst, Arya… wenn sie kaputt sind, müssen wir nämlich neue kaufen. Und nun ab nach unten, wir machen einen Spaziergang.“


Der Rundgang durch die Stadt verlief ruhig, ohne besondere Vorkommnisse… die Bewohner von Jorts Fähre waren entweder womit auch immer in ihren Häusern beschäftigt oder auf Reisen und am Hafen war vor der Taverne auch noch kein Alefass deponiert worden, wie vom Brauer angekündigt, damit er nicht verdurstet, wenn ich zuerst meinen Herrn bediene. Mein Herr meinte übrigens, die Einwohner verstecken sich vor ihm. Natürlich lag es mir nach den letzten Erfahrungen mit meinem Ohr total fern ihm zu widersprechen, sodass ich lediglich darauf hinwies, dass dieses wohl vor allem auf Handwerker zutrifft… der Wanddurchbruch im neuen Haus war nämlich immer noch ohne Fenster. Aber gut, wenn nicht umgezogen wird, müssen auch keine Möbel getragen werden.


Lustig war, dass ich beim Thema Handwerker den Tischler erwähnte, der ja wegen des ständigen Ärgers mit dem wichtigtuerischen Händler die Nase irgendwann gestrichen voll gehabt hatte und weiter gezogen war. Das Waffentraining in dieser Hand hatte nämlich gerade erst begonnen und mein Herr noch gar nicht so richtig den Boden inspiziert, was er als Hauptmann natürlich immer besonders gewissenhaft und intensiv macht, als sich plötzlich jemand neben mir räusperte: „Es trainieren immer noch die gleichen… tal zusammen!“ Ich bekam große Augen vor Staunen, denn mit diesem Herrn hatte ich wirklich nicht gerechnet… auch mein Herr und der Landsitzkrieger waren überrascht über seinen leider viel zu seltenen Besuch. 


„Ich war in der Nähe und dachte, ich komme mal vorbei“ grinste der Tischler und erwähnte eine Flaschenpost, die ihn erreicht hatte. Tja, kein Wunder also, dass er sich so lange nicht hatte sehen lassen. Der Herr wunderte sich übrigens breit grinsend darüber, dass ich noch nicht verfüttert worden bin. Pahhh, an mir ist doch vermutlich nicht genug dran! 

Am Training teilzunehmen war übrigens nicht so in seinem Sinne, ein Ale wäre ihm lieber, meinte der Tischler und da der Landsitzkrieger eh schon schnaufte und die Kleidung meines Herrn mit Grasflecken übersät war, wurde das Waffentraining nach der Frage des Brauereikriegers für beendet erklärt: „Na, gehen wir jetzt was trinken?“ Das war natürlich ein Wort, besser als über die Wiese zu hetzen allemal und außerdem damit klar, dass der Brauer die Getränke zahlte.

Es ging auf die Gasthausterrasse, wo der Tischler allerdings bei den für ihn so typischen Gepflogenheiten blieb. „Du magst wohl immer noch kein Sitzkissen?“ Die Frage meines Herrn bestätigend, weigerte er sich am Tisch Platz zu nehmen und pustete stattdessen den Staub von seinem schon immer bevorzugten Sitzfass. Angeblich hat er altersbedingte Schwierigkeiten, von Kissen wieder hochzukommen, weil sie zu tief unten sind… eigentlich ein weiterer Beweis dafür, dass der Herr außer Form ist und gut beraten gewesen wäre, am Waffentraining in dieser Hand teilzunehmen. Schade für meinen Herrn war nur, dass für ihn Zurückhaltung beim für ihn kostenlosen Umtrunk angesagt war, weil er die Nachtwache erwischt hatte.


Doch einem Kalana stand natürlich trotzdem nichts im Wege und mein Herr hatte auch das Glück, als Erster von mir bedient zu werden, während der Bauer, der Brauereikrieger, der Tischler und der nicht dem Heimstein von Jorts Fähre angehörende Krieger mit Landsitz warten mussten. Die Gespräche über die Schlappe von Belnend bei der Goldsuche und die geplante Reise nach Kafal, gingen zwar weitestgehend an mir vorbei, doch beschwere ich mich nicht, denn ich genoss die auf mein Hinterteil patschende Hand meines Herrn und sein Kraulen, während der Landsitzkrieger leicht meinen Allerwertesten streichelte. Merkwürdig an dem Rarius war übrigens, dass ihm mein Anblick beim Eintreffen an der Wiese noch gefallen hatte oder hätte er sonst gesagt: „Arya, deine Tunika sieht wieder wunderbar aus und steht dir prima!“ Später auf der Gasthausterrasse hatte er seine Meinung geändert.


Während er den Weg des Kelches über meinen nackten Körper mit den Augen verfolgte, schnalzte der Krieger nämlich eindeutig missbilligend mit der Zunge und stellte fest: „Arya, du bist dürr wie eine Bohnenstange… dein Herr lässt dich zu viel rennen.“ Pffft, soll er doch seine Gefährtin anschauen… an der ist nach seinem Geschmack wohl genug dran! Selbstverständlich ließ ich seine Bemerkung aber kommentarlos von mir abprallen, denn für mich zählt nur, dass mein Herr mich mag wie ich bin. Er liebt es nämlich, meinen eben nicht ausladend üppig schwabbelnden, sondern festen Po zu kneten und hat auch nicht vor, mich zu mästen. Auch dem Tischler scheine ich immer noch zu gefallen oder hätte er mich sonst nach dem Servieren seines Getränks geküsst… schade, dass der Handwerker seinem Heimstein wohl nur einen kurzen Besuch abgestattet hat. ;-)

Dienstag, 18. April 2017

Bodenkontakte und Besuch

„Eine Hand, bis Arya es vergisst.“ Tja, es dauerte sogar eine Hand länger, dennoch traf genau diese Vermutung meines Herrn nun ein. Eigentlich wollte ich nach meinem gute Nacht Wunsch gerade in den verhassten Sklavenkäfig krabbeln, als ich plötzlich von einem hauptmannsmäßigen Kopfpatscher gebremst und angeherrscht wurde: „Arya, was hast du vergessen?!“ „Oh Mist… deine Waffen, mein Herr!“  rief ich erschrocken aus, als mir sofort siedend heiß einfiel, ich hatte das Erinnern vergessen! Ungehalten brummend über mein Versäumnis streckte mein Herr mir seine Waffen entgegen und ich flitzte die Treppe herunter… leider etwas zu schnell, denn kurz vorm Waffenständer polterte sein Schild zu Boden. 

„ARYA… was war DAS?“ brüllte er natürlich prompt. „Nichts passiert, mein Herr… es war nur dein Schild und das kann ja Stöße ab. Nur meine Festhaltetechnik muss ich noch verbessern!“ rief ich zur Erklärung, während ich sämtliche Waffen im Ständer neben der Haustür unterbrachte. Wieder oben zurück bei meinem Herrn stammelte ich eine Entschuldigung, wurde dabei aber leider sehr unangenehm am Ohr gepackt und wütend ermahnt: „Arya, mein Schild ist nicht dafür gedacht, von einer kleinen, ungeschickten Sklavin fallen gelassen zu werden und deine Vergesslichkeit gefällt mir auch nicht!“ 

Danach hörte der fiese Zug an meinem Ohr zwar auf, doch griff mein Herr stattdessen an meinen Kragen. Er zog mich hinter sich her, warf mich auf seinem Fell zu Boden, stellte einen Fuß auf meinen Rücken und fesselte mich mit geübten Handgriffen. Als nächstes kramte er kurz in der Truhe mit den Sklavensachen, knebelte mich und zog mir die Sklavenhaube über den Kopf. Zuletzt befestigte er noch die Kette vom Sklavenring an meinem Kragen und drückte mich mit dem Fuß zur Seite, sodass ich auf dem harten Boden unter dieser merkwürdigen Liege lag und nicht mehr auf seinem schönen weichen Fell. 


„Das nächste Mal bist du nicht so vergesslich Arya!“ Mein leises, klägliches Wimmern zur Bestätigung war das Letzte, was ich für etliche Ahn in äußerst unbequemer Lage auf den harten Bodenbrettern schlecht bis gar nicht schlafend von mir gab, bis mein Herr mir am nächsten Tag Haube und Knebel abnahm, die Fesseln löste und mich begrüßte: „Tal meine kleine Arya… ich sehe, du hast bequem geschlafen!“ „Tal mein Herr… naja… auf jeden Fall war es sehr dunkel…“ erwiderte ich ihn anlächelnd lieber nur sehr vage, um dann erst einmal meine Lippen sehr innig auf seine Sandalen zu drücken. Hach, was war ich erleichtert, ihn danach schmunzeln zu sehen!

„Arya, mach dich ausgehbereit… ich habe dem Brauer ein Extratraining versprochen… mal sehen, ob wir ihn finden!“ Der Krieger wartete bereits an der Trainingswiese und mein Herr war mit seinem Vorschlag einverstanden: „Wir sporteln ein paar Runden und wer die wenigsten gewinnt zahlt anschließend die Getränke… Arya, du zählst.“ Die Drohung meines Herrn, mir Stockschläge auf die nackten Füße zu geben, falls ich mich verzählen sollte, ließ meine Miene versteinern, während ich mich hütete, dazu auch nur den Piep eines Kommentars verlauten zu lassen. 

„Das macht sie nicht“ kam beschwichtigend vom Brauereikrieger… Worte, die mir richtig gut taten. Trotzdem wurde ich vor Angst stocksteif und wagte nicht, die Hand meines Herrn zu genießen, die meine Haare nun durchwuschelte. Er muss dann aber wohl gespürt haben, was seit seiner Ankündigung der Schläge in mir vorging, denn er ergänzte nun beschwichtigend: „Ich weiß, dass du dich nicht verzählst, Arya.“ Dabei ging sein Wuscheln in sehr sanftes Kraulen über und ich beruhigte mich ein wenig.

Anfangs sah es für meinen Herrn übrigens gar nicht so schlecht aus, bis der Brauereikrieger die durch seine ungünstigen Wachen verursachten Trainingsdefizite jedoch aufholte und sich die harten Bodenkontakte meines Herrn zunehmend häuften. Immer wieder wurde ich aufgefordert, den Zwischenstand bekannt zu geben, bis er schließlich ankündigte: „Wer zuerst 20 Mal zu Boden gegangen ist, hat verloren… ich schaff es leicht, dich noch 10 Mal ins Gras zu schicken!“ Naja, der Vorsprung des Brauers war doch nicht mehr einzuholen, mein Herr nahm das Ergebnis aber gelassen, zumal es häufig sehr knapp gewesen war und er wirklich gut gekämpft hatte.

Das Ale für den Brauer und ein Krug mit Grasflecken-Frust-Paga gingen anschließend im Gasthaus also auf meinen Herrn. Aus Dankbarkeit, weil der rothaarige Krieger an mich geglaubt hatte und er kurz vor dem Verdursten eh keinen Wert auf Bedienung mit Hingabe legt, schob ich neben meinem Herrn niederkniend gleich als Erstes den Alekrug und einen Becher über den Tisch zu ihm hinüber. Der schöne Rarius schnappte sich auch tatsächlich umgehend sein geliebtes Ale und belohnte mich mit breitem Schmunzeln, während ich mich meinem Herrn widmete und mir nicht zweimal sagen ließ: „Mein Frust entfrustet sich schon… aber wenn du noch näher heranrutscht, Arya, geht das sicher viel schneller!“

Ich schmiegte mich also noch inniger an und achtete darauf, dass im Entfrustungsbecher nicht zu viel Luft war, während das Gespräch der beiden Männer über Kajirae und die Leidenschaft des Brauers fürs Zocken an mir vorbei plätscherte. Sein Kommentar zu den bestellten Trinkbechern mit nackten Kajirae drauf, lautete übrigens: „Ich stell mir gerade die Mimik der Heilerin vor, wenn sie die sieht. Da wird sie bestimmt Augendruck kriegen. Arya... der Anblick könnte zu Überreaktionen führen, da musst du gleich fächeln!“ Mal abwarten, vielleicht hilft gegen ihre Schnappatmung auch der Hinweis meines Herrn, dass die Bilder zu grünen Studienzwecken gedacht sind?


Zu vorgerückter Ahn tauchte zur Abwechslung mal keine Reisekajira auf, sondern ein Weib wurde angespült… aus außerhalb, bloß auf der Durchreise und auf der Suche nach Wasser. „Hehe, außerhalb ist sehr viel!“ meinte mein Herr und der erstaunte Brauer verhaspelte sich mehrfach: „Ahhh, von außerhalb! Ja, da war ich auch schon mal… interessante Gegend! Und deine… ähhh… Schwes… ähhh… Begleitung lauert... ähhh… wartet wo?!“ Letztendlich stellte sich heraus, die Freie wollte ein neues Wasserfass kaufen, weil das alte einen Bosktritt abbekommen hatte und leckte. Außerdem hatte sie angeblich 2 Sklavinnen anzubieten, allerdings nicht dabei und nur B-Ware, nämlich oberhässlich. 

Achja und sie brachte ständig sämtliche Himmelsrichtungen durcheinander… vermutlich Ablenkung? Dem Brauereikrieger kamen übrigens ähnliche Gedanken wie mir, denn er sprach schließlich offen die Vermutung aus, das Camp der Besucherin sei von Waldweibern bewohnt. Doch darauf ging die Frau nicht wirklich ein, sondern stelle eine Frage, bei der ich glaubte, falsch gehört zu haben: „Je weiter nördlich wir reisen, desto kleiner werden die Krieger, das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt... sind hier in der Gegend alle so klein?“ „Was klein? Ich bin gut gewachsen!“ empörte sich mein Herr zu Recht und forderte den Brauereibesitzer auf: „Steh mal auf und zeig der Frau wo der Hammer hängt!“

Das Weib versuchte sich in Schadensbegrenzung, bettelte aber eigentlich noch mehr um einen Kragen: „Ich bin nicht hier um zu streiten, wer den größten hat... also den größten Krieger…“ „Wer den längsten hat, weiß ich ganz sicher“ machte sich mein Herr jetzt lustig und ergänzte bei ihrer Frage, ob es darüber Wettbewerbe gibt: „Ja, aber ich verrate dir nicht, wer das ist… kannst ja die Mädchen fragen!“ Nach kurzem Nachforschen über die Gesuchte auf dem Plakat am Aushangbrett, schien die Neugier der Frau befriedigt, Außerdem hatte sie je ein Fass Paga und Ale gekauft, sodass sie sich verabschiedete, um ihre erfolgreichen Geschäfte im Camp zu verkünden, wo angeblich alle bereits auf sie warteten, eine Übernachtung im Gasthaus kam daher nicht in Frage.

Montag, 17. April 2017

Neue Becher

„Ahh… da ist ja meine Nachrichten überbring Sklavin“ empfing mein Herr mich am Hafen, wo er sich vor der Taverne zusammen mit dem Brauer niedergelassen hatte, während ich zuhause noch einige Aufgaben zu erledigen hatte. Es ging darum, dass er den am Vortag aus Enkara eingetroffenen Händler zu einem Getränk einladen wollte, der Herr sich aber wo auch immer befand und davon noch nichts wusste. Oha, interessant… entsprechend sputete ich mich mit dem Überbringen der Einladung, um den Händler zur Hafentaverne zu lotsen. Ich hoffte nämlich, das Gemecker meines Herrn über zu geringes Fassungsvermögen von Trinkgefäßen könnte mit der Bestellung größerer Becher endlich ein Ende finden, falls der Besucher mit Töpferwaren handelte.

Ich entdeckte den Händler auf der Gasthausterrasse, stellte mich nach meiner freundlichen Begrüßung schnell vor und überbrachte die Einladung meines Herrn sowie sein Interesse an neuen Bechern. „Ah, dann wurde ihm scheinbar ausgerichtet, dass ich deinen Herrn sprechen möchte“ gab der Händler erfreut von sich, strich mir über die Wange und stand auf, um schnell noch seine Kajira und zu meiner Freude auch eine Kiste mit Getöpfertem zu holen, bevor er mir zum Hafen folgte. Wegen des zerbrechlichen Inhalts ließ er es sich übrigens nicht nehmen, die Kiste persönlich zu tragen. So vorsichtig, wie er seine Schritte setzte und darauf achtete, nicht zu stolpern, sah es fast so aus, als transportiere er rohe Vuloeier.


Ein wenig irritierend fand ich, dass ich zwar den Auftrag erhalten hatte, den Händler zu einem Getränk einzuladen, mein Herr dies bei der Begrüßung jedoch in seiner unnachahmlich charmant direkten Art abzuwenden versuchte: „Tal Händler, setz dich und lass dir etwas bringen… du lädst uns sicher ein…“ Doch das überhörte der Angesprochene geflissentlich. Während ich mich zusammen mit der Händlerkajira in der Taverne um die Getränkebeschaffungen für die Herren kümmerte, drehte sich das Gespräch draußen lediglich um die Vorliebe des Händlers für Kalana und dass er Paga anscheinend nicht mag, nicht jedoch ums Bezahlen. 

„Was? Du trinkst keinen Paga… nicht mal zum Probieren?? Hehe,ein paar Probefässer solltest du aber kaufen!“ rief mein Herr sichtlich erstaunt und versuchte sich als Vermittler für die jortsschen Brauereierzeugnisse, während ich ihm mit Hingabe seinen Paga servierte und mit seinen wundervoll sanft durch meine Haare streichenden Fingern belohnt wurde. Dass sich dadurch die Bedienung des Brauers um ein paar Ihn verzögerte, fand ich ehrlich gesagt nicht schlimm, wurde von dem Krieger aber knurrend angeranzt: „…ging schon mal schneller die Bedienung!“ Pahhh, ich hin weder eine Tavernenkajira noch das Mädchen des Brauers, sondern gehöre immer noch dem Hauptmann!

Trotzdem lächelte ich neben ihm niederkniend den halb Verdursteten entschuldigend an und reichte ihm sein Ale ohne jegliches Tamtam nach einem Minikuss auf den Becherrand: „Es tut mir leid Herr, aber für mich hat mein Herr nun mal Vorrang.“ Da von der Brauersklavin weit und breit nichts zu sehen war ergänzte ich noch: „Vielleicht hättest du deine eigene Kajira mitbringen sollen, damit sie dich bedient? Möge das Ale dir trotzdem schmecken, Herr.“ Obwohl der Brauer nun sein Ale in Händen hielt, war die Sache für ihn anscheinend noch nicht erledigt, denn er kündigte an: „Ich denke, ich werde mir ein Fass hier neben den Stuhl stellen und zukünftig selber zapfen.“ Tja, warum nicht… 

Die Kiste mit den Töpferwaren war immer noch ungeöffnet, als sich der Sattler zur Männerrunde am Hafen dazu gesellte. Da er ebenfalls ohne seine Kajira auftauchte, durfte ich mich erneut als Tavernensklavin betätigen und besonders meine nackten Brüste wurden neugierig gemustert: „Kannst du dir keine Kleidung mehr für deine Kajira leisten, Hauptmann?“ Was für eine merkwürdige Frage von einem Herrn, der sein Mädchen auch oft nackt herumlaufen lässt, bei der ich allerdings stumm blieb, denn mein Herr erwiderte: „Hehe, leisten schon… aber sie wird noch ausgelüftet.“ „Einfach mal waschen... das geht bestimmt schneller,Hauptmann!“ kam nun grinsend und mein Herr begann schallend zu lachen, während er sich mit der Hand an seine Stirn patschte: „Waschen… jetzt weiß ich wieder… das war der Trick!“

Danach begann das Besichtigen verschiedener Musterbecher. Nach mehrfachem Umgießen von Wasser fand sich schließlich einer mit deutlich größerem Fassungsvermögen als die Tavernenbecher. Der Plan meines Herrn, sämtliche Becher der Taverne heimlich auszutauschen, damit man fürs gleiche Geld mehr trinken kann und der Brauer mehr Umsatz macht, nahm Gestalt an. Ich fand das wirklich oberschlau und außerdem, wie sollte ein dauerhaft auf Reisen befindlicher Tavernenpächter davon Wind bekommen, zumal mein Herr auch an Plan B gedacht hatte: „Arya, falls der wider Erwarten doch nachfragt, sagen wir einfach, der Tavernenpüff hat die Entsorgung der alten Becher verlangt, weil damit das Schankmaß nicht eingehalten wird.“

Ich hatte zwar keinerlei Ahnung von so einem Püff… oder wie auch immer mein Herr diese merkwürdige Prüfsache nannte… fand die Begründung aber logisch und auch die Laune des lachenden Brauers besserte sich offensichtlich damit: „Soso… Püff… ich dachte, das wäre die Wirkungsstätte der Münzmädchen!“ Dem nach einem Trinkgefäß mit Henkel auf der linken Seite suchenden Sattler ersparte mein Hinweis übrigens eine unnötige Geldausgabe, dass man den Becher einfach nur drehen zu braucht, um den Henkel links zu haben. Letztendlich entschied sich mein Herr nicht nur für die Bestellung einer großen Anzahl neuer Tavernenbecher, sondern auch für sechs Spezialbecher für zuhause… mit nackten Kajirae drauf. Spannend wird noch, was die Gnädigste dazu sagen wird. ;-)))

Sonntag, 16. April 2017

Bodeninspektionen

Wie jede Hand sollte auch in dieser wieder das Waffentraining auf der Wiese hinter dem Hof stattfinden. Je nachdem zu welchen Wachen die Krieger eingeteilt sind, trainieren allerdings mal mehr oder auch mal weniger Rarii. Diesmal vermutete mein Herr sogar, das Schwertfuchteln könnte möglicherweise ausfallen. Er fand Bewegung allerdings wichtig und überlegte daher, alternativ mich durch die Gegend zu scheuchen, sollte tatsächlich keiner der Krieger auftauchen. Da er seit einiger Zeit zuhause immer gleich seine Waffen ablegt und im Ständer neben der Eingangstür deponiert, lautete sein Befehl vor unserem Aufbruch zur Wiese: „Arya, du nimmst meine Waffen… wir gehen jetzt zum Training!“ 

Huch, damit hatte ich nicht gerechnet, zumal ich es von meinen früheren Herren so kenne, dass sie mit ihren Waffen sehr eigen waren. Entsprechend ungeschickt klemmte ich mir Schild, Speer, Armbrust und den Pfeilköcher mehr schlecht als recht unter den linken Arm und nahm das Schwert in die rechte Hand. Es war knapp, doch irgendwie schaffte ich es ohne die Waffen fallen zu lassen bis vor die Haustür, wo mein Herr mir zum Glück dann aber alle sofort abnahm. „Vorsicht Arya, nicht fallen lassen, sonst versohl ich dir den Allerwertesten!“ brummte er dabei und ließ seine Hand schon mal zum Vorkosten auf mein nacktes Hinterteil klatschen, bevor er Richtung Wiese davon stampfte.

Während ich mich beeilte hinterher zu kommen und mir dies auch gelang, hängten wir die Gefährtin meines Herrn ab, die mit ihren langen Röcken meistens nicht allzu flott unterwegs ist oder vielleicht auch mit dem Getüdel an ihrer Gesichtsgardine noch nicht fertig war. Doch kennt sie ja den Weg und außerdem wurde sie nur wenige Ehn später an der Wiese von dem grinsend hinter sich deutenden Landsitzkrieger nachgeliefert: „Tal Hauptmann, ich habe unterwegs etwas Grünes gefangen!“ „Nein mein Gefährte, das hätte der Krieger vielleicht gerne, aber es war umgekehrt… ich habe ihn gefangen!“ lachte die Gnädigste und dem erstaunten Rarius wurde klar: „Was??? Ahnte ich doch gleich, dass da irgendetwas nicht stimmt… deswegen hat sie sich so komisch verhalten als Gefangene!“


Da keine weiteren Krieger mehr zum Training eintrafen, begannen mein Herr und der Landsitzkrieger damit, sich gegenseitig über die Wiese zu scheuchen. Während sie sich mehrfach fluchend Luft machten mit „Sleenpisse“, „verdammte Vulokacke“, „das war jetzt echt dämlich“ und verbissen ihre Klingen kreuzten, himmelte ich meinen Herrn natürlich wie immer stumm an. Doch bei den Worten des Landsitzkriegers „…dafür, dass ich eben nicht aufpasste, warst du wirklich schlecht Hauptmann!“ konnte ich einfach nicht anders, als quer über die Wiese zu brüllen: „Ich finde dich obersupertoll, mein Herr… und daran ändert sich auch nichts, wenn du dunkelgelb oder rot bist!!!“

So wie der Krieger losprustete, erheiterte ihn mein Gebrüll, nach zwei Runden Bogentraining, die eindeutig an meinen Herrn gingen, schnaufte er jedoch gewaltig: „Ich bekomme Schnappatmung… lass uns aufhören Hauptmann.“ Mein Herr war einverstanden und stellte an sich herab schauend lediglich ein oder zwei Grasflecken fest, die ich aus seiner Kleidung waschen muss. Das fand ich natürlich überhaupt nicht schlimm, weil das Grün auf seiner Kriegeruniform durch die Schnappatmung seines Trainingsgegners gerade sehr blass wurde, der lachend übrigens behauptete: „Ich habe aufgepasst, dass du nur da stolperst, wo Rotgras wächst, Hauptmann!“ 

Ok, es stand natürlich außer Frage, der Rarius war wie immer sehr gut in Form gewesen, obwohl sehr oft auch wirklich nur tarskknapp besser als mein deutlich weniger pustender Herr. Der Landsitzkrieger erklärte mir, die Fitness meines Herrn sei zurück zu führen auf die „ständigen Sprung-Auf-Marsch-Marsch-Übungen… die verbessern seine Kondition enorm“. Irritierend war für mich nur, der Krieger sprach von einer ganz anderen Bewegungsform, als die die mir gerade in den Sinn gekommen war und dass die Gnädigste bei meiner Erwiderung hustend den Eindruck erweckte, als hätte sie fast eine Fliege verschluckt.

Aber gut… es klärte sich, um welche eher langweiligen Übungen es ging und ich hatte wieder etwas dazu gelernt. Außerdem stellte mein Herr richtig, dass ein Krieger sowieso nicht hinfällt, sondern bestenfalls kurz den Boden inspiziert… eine Kajira lernt eben nie aus. ;-))