Dienstag, 11. April 2017

Küsse

Es ist schon ein paar Tage her, dass der Schmied aus Kafal und die Fischerkajira zu Besuch in Jorts Fähre waren, leider jedoch ohne Kuchen, obwohl das Schmieden nicht die einzige Aufgabe des Herrn ist. Er betätigt sich nämlich auch als Bäcker und Tavernenwirt und war auf der Suche nach einem Getränkelieferanten, was den Brauer natürlich sehr erfreute. Sehr angetan von dem von mir servierten Paga, ließen daher Verhandlungen über Fasspreise nicht lange auf sich warten. Allerdings gestaltete sich dieses Unterfangen mit dem schwer leidenden Brauer wie immer zäh, der sein schmerzverzerrtes Gesicht aufgesetzt hatte und jede Menge „ach und weh“ klagte… eben typisch ihn. Letztendlich einigten sich die beiden aber über den Kauf von zwei Fässern Ale und Paga.


Mein Herr frohlockte übrigens, der Fischer habe es sich überlegt und wollte ihm seine Kajira zum Verstopfen der Wandöffnung ausleihen. Doch davon wusste das Mädchen nichts und auch nichts von der säumigen Zahlung beim Lederarbeiter für einen bereits gelieferten Sattel, wegen der die Sklavin nun als Pfand herhalten sollte. „Oh Mann, mit dir gibt es nur Ärger! Wenn ich dich nicht wieder zurück nach Kafal bringe, bekomme ich Stress mit deinem Herrn!“ stöhnte der Schmied auf und beglich zähneknirschend die Sattelkosten, bevor er die Fischerkajira ermahnte: „Achte aber darauf, dass ich nicht noch mehr bezahlen muss!“


Trotzdem gab er ihr die Erlaubnis, mit Laya auf Stadtbesichtigung zu gehen, genehmigte sich danach aber erst einmal grummelnd einen ordentlichen Schluck Paga: „Den habe ich mir wirklich verdient. Wenn das meine wäre… ertränken, dem Sleen vorwerfen und was weiß ich nicht noch alles… verkaufen kann man die jedenfalls nicht, die schnattert wie ein Vulo und hat nicht mehr Verstand als ein Bosk!“ Mein Herr bot trotzdem an, das Ding zu kaufen, denn an schmutzigen Waffenputztüchern zum Stopfen ihres vorlauten Mundwerks sollte es nicht liegen. Doch dafür fehlte dem schmiedenden Bäckerwirt eine Vollmacht und außerdem interessierte er sich nach dem zweiten von mir servierten Paga inzwischen für eine andere Kajira, nämlich mich.

„Hauptmann, wenn ich mir deine Kleine hier anschaue… die wäre schon was wert.“ Obwohl er anscheinend sogar drei Kajirae an seiner Kette hat, machte er meinem Herrn tatsächlich ein Angebot, was dieser jedoch schmunzelnd ausschlug: „Dafür verkaufe ich Arya nicht. Im Moment steht sie auch sowieso nicht zum Verkauf… aber ich überlass sie dir für den Abend, wenn ich gleich zur Wache muss...“ Der Schmied war von der Großzügigkeit sehr angetan und bot an, sich bei Gelegenheit zu revanchieren. Kaum hatte die Ahn für den beginnenden Wachdienst geschlagen und mein Herr fort, befahl er mir: „Arya, dann komm jetzt mal zu mir… ich will dich spüren!“ 

Natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass ich mich mächtig ins Zeug legte, um meinem Herrn Ehre zu bereiten, was mir auch gelang, denn am nächsten Tag durfte ich meinem Herrn die Zufriedenheit des schmiedenden Bäckerwirts ausrichten. Details ließ ich wie immer allerdings weg, erwähnte jedoch, wie gerne der Herr küsst. „Ach… das ist besser als patschen?“ erkundigte sich mein Herr und kraulte wundervoll sanft durch meine Haare, bevor er mich sehr eng an sich zog. Ehrlich wie ich immer bin, gestand ich ihm wahrheitsgetreu, dass küssen nie verkehrt ist, außer wenn patschen gerade Vorrang hat. „Ich lass mich gerne von dir küssen, Arya… ja, das ist angenehm“, kam leise brummend, sodass ich mich noch inniger an meinen Herrn schmiegte.

Nach dem Auftauchen seiner Gefährtin durfte ich zwar weiter seine Nähe genießen, doch war jetzt der Besuch aus Kafal erneut Thema, den die Gnädigste verpasst hatte. Bevor es schließlich Zeit für den üblichen Spaziergang war, der wie so oft zum Hafen ging, erkundigte sich mein Herr noch nach den wunderbar milden Temperaturen draußen und erlaubte mir nackt zu bleiben. „Du machst sie glücklich!“ lachte seine Gefährtin und traf den Nagel wirklich auf den Kopf, während ich die bereits heraus gekramte Tunika sehr schnell wieder verstaute. Ich liebe schöne Kleidung, mag sie aber auch gerne weglassen, wenn es herrlich warm ist… und zwar nicht nur zuhause.


Das schöne Wetter hatte offensichtlich auch den Sattler und den Brauer aus ihren Häusern geholt. Letzterer berichtete davon, dass der Fischer aus Kafal über einen Besuch in Jorts Fähre nachdenkt. Ich fand daher die Vermutung logisch, der Herr habe sich nun entschlossen, seine Kajira tatsächlich gegen ein Fass Paga einzutauschen, lag damit aber falsch. Es geht wohl um etwas Politisches und der Herr reist anscheinend in seiner Funktion als Dorfoberster… spannend, aber mal abwarten. Da sich sämtliche Spekulationen erübrigten, drehte sich das Gespräch jetzt um diese unbekannte Insel, über die der Brauer und der Sattler vor unserem Eintreffen schon herumgerätselt hatten.

Seit Tagen waren immer wieder Gerüchte zu hören gewesen, dass halb Gor sich das dort angeblich vorhandene Gold aneignen möchte und nicht nur allerhand Nordvolk hatte sich wohl zusammen gerottet, um reiche Beute zu machen. Den Berichten eines Fremden zufolge, der vor einigen Tagen im Hafen von Jorts Fähre einen Zwischenstopp eingelegt hatte, wollte auch der Kommandant aus Belnend sich dieses dicke Geschäft nicht entgehen lassen. Genaueres und vor allem, wo genau sich diese Insel befindet, blieb jedoch unklar. „Wir finden das noch heraus… ich werde Arya darauf ansetzen“, kündigte mein Herr an und wurde nicht nur von mir irritiert gemustert.


„Nein, ich schicke sie doch nicht alleine los! Sie soll nur Besucher ausfragen… “, erklärte er sein Vorhaben noch kurz, bevor er dem Sattler das Angebot unterbreitete, Balduin kostenlos zu schlachten und ihn zu Sleenfutter zu machen. Doch davon wollte der Lederarbeiter nichts hören… sonst zwar zu wenig nutze, eignet sich sein alter Verrbock angeblich hervorragend für die Fußreinigung seiner Kajira. Mir wurde ganz anders bei der Frage: „Wolltest du nicht auch Arya mal vorbei schicken, Hauptmann?“ Puhhh, nach der Antwort meines erst nachdenklich wirkenden Herrn war ich jedoch sehr erleichtert: „…nur falls ich mit der Sauberkeit ihrer Füße unzufrieden sein sollte, werde ich sie vorbei schicken.“

Nicht weiter verwunderlich, das Gespräch wandte sich jetzt dem Baden zu und ich konnte einfach nicht anders und stellte meinem Herrn hoffnungsvoll die Frage nach meiner Badeerlaubnis. „Nicht hier im Vosk, Arya, da sind Viecher drin, die dich essen… ich dachte, ich setze deinen kleinen Hintern in den Brunnen oben“ kündigte er an, hatte allerdings nicht mit dem erbosten Ausruf des Sattlers gerechnet: „Hauptmann! Das ist ein Trinkwasserbrunnen!!“ Na gut, es wäre eh nur ein Minibad gewesen ohne richtiges Schwimmvergnügen. Die Erlaubnis für den See am Wasserfall bekam ich auch nicht, allerdings für den Bach hinter dem Sattlerhaus… jedoch nicht sofort. „Nein, wenn du nass bist, gefällt mir dein Anschmiegen nicht mehr, Arya.“


Das ließ ich mir selbstverständlich nicht zweimal sagen. Ich intensivierte meine hingebungsvollen Bemühungen am Bein meines Herrn entsprechend, bis es für die Gnädigste und kurz darauf auch für den Brauer und den Sattler Zeit war sich zurückzuziehen, um vor dem Schlafen noch ein paar liegengebliebene Arbeiten zu erledigen. Meinen Herrn zog es jedoch noch nicht nach Hause… er befahl mich in die Taverne, um sich dort von meinen sanften, weichen Lippen verwöhnen zu lassen, denn er lässt sich nun mal gerne von seiner Kajira küssen. ;-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen