Montag, 24. April 2017

Lüften ohne Kleidung

„Komm Arya, wir schauen mal, ob der Brauer zurück ist aus Kafal... sonst müssen wir ihn suchen“, befahl mein Herr, bevor er Richtung Unterstadt stampfte und wir den Gesuchten auf dem Marktplatz entdeckten, obwohl er mit Klaus-Bärbel, seinem Bosk, nicht das Express-Schiff genommen hatte wie wir. Nicht nur die wohlbehaltene Rückkehr, sondern auch die Einigkeit mit Kafal und ein Gespräch über das weitere Vorgehen verlangten selbstverständlich nach Paga und Ale. Vom Paga-Preis in Kafal hörte der Brauer von meinem Herrn übrigens zum ersten Mal, allerdings interessierte es ihn nicht sonderlich, wie der schmiedende Wirt seine Gäste über den Tisch zieht.

Bei den Überlegungen meines Herrn, mir diesen in Kafal gebrauten Pflasterklatscher zu trinken zu geben, mir das Zeugs notfalls sogar mit einem Trichter einzuflößen, um zu sehen was passiert, schaltete sich der Brauereikrieger ein: „Starken Alkohol deiner Kajira in Mengen geben, die nichts gewohnt ist… Hauptmann, willst du Arya töten?“ „Ach, meinst du das bringt sie um? Hmm… nun ja, gut, dann lass ich es. Ich werde das Getränk selber probieren und sehen was passiert… bin ja deinen starken Paga gewöhnt, da kann so ein Pflasterlutscher mir nichts anhaben. Zur Not fährt Arya mich nach Hause… würdevoll liegend in einem ausreichend großen Karren, mit sanft auf meine Stirn gelegtem nassen Tuch!“


Meine Dankbarkeit für die Hilfe des Kriegers war natürlich gewaltig. Sie war so groß, dass ich bei meiner Rückkehr mit einem Ale-Becher in der einen und dem Paga-Becher für meinen Herrn in der anderen Hand, als Erstes neben dem Brauer niederkniete. Da er nie Wert auf einen langen, hingebungsvollen Serve legt, allerdings immer kurz vor dem Verdursten ist, streckte ich ihm ausnahmsweise noch vor der Bedienung meines Herrn sein Lieblingsgetränk entgegen: „Herr… möge dein Ale dir munden, mein Retter!“ Danach huschte ich selbstverständlich eiligst zu meinem Herrn. Mit der Betrachtung meiner Sandalen beschäftigt, war ihm meine eigenmächtige Änderung der Bedienreihenfolge zum Glück nicht weiter aufgefallen.

„Arya, sind das die Ersatz-Sandalen?“ erkundigte er sich. Ich beeilte mich nicht nur mit meiner Bestätigung, sondern erwähnte zusätzlich, dass die anderen gut gefettet auch wieder einsatzbereit sind und fragte, wie ihm diese denn überhaupt gefallen. Sehr sanft wurde nun durch meine Haare gewuschelt… an meinen Füßen gefallen ihm alle Sandalen oder so ähnlich meinte er dabei. Er interessierte sich nun allerdings für die Meinung des Brauers zum Aussehen meiner Schuhe. Da ich meinem Herrn inzwischen seinen Paga serviert hatte, erhob ich mich wieder und lief rüber zum Brauer, stellte mich mit kess abgewinkeltem Bein neben ihm auf und drehte und wendete mich leicht hin und her, um ihm die Sandalen von allen Seiten vorzuführen, während er sie mit fachmännischem Kriegerblick musterte.

„Hmmm… nun… ich sag mal so…“, machte der schöne Rothaarige es spannend und ergänzte nach einer gefühlten Ewigkeit, in der ich an seinen Lippen hing: „Arya, du hast talentierte Beine und Füßchen… das macht es jeder Sandale einfach. Es ist leichtes Schuhwerk, mit dünnen Sohlen, aber hübsch.“ Mit schmelzenden Blicken strahlte ich den Krieger an und bedankte mich, formte mit meinen Lippen aber auch noch einen Kussmund, bevor ich schließlich mit aufreizend wiegenden Hüften langsam zurück zu meinem Herrn lief, dem der Brauer inzwischen zuprostete: "Ta Sardar Gor… auf die Sandalen!“ „Da hast du verdammt noch mal Recht, aber ich muss auf Arya wohl besser aufpassen!“

„Auf die Sandalen… das ist meistens genug Kleidung für eine Sklavin“, erwiderte mein Herr den Trinkspruch seines Freundes und erzählte dann grinsend, dass er seit Tagen eigentlich auf die Schreiberin wartet, um zu hören, was die zu seiner nackten Kajira sagt. Normalerweise halte ich meine Kommentare ja zurück, doch nun konnte ich einfach nicht anders als zu erwähnen, dass die Blaue vermutlich echauffiert hoch 3 mit Schnappatmung reagieren wird. „Schnappatmung würde mir gefallen… du wirst also vorerst keine Kleidung tragen, Arya! Vielleicht wird es eine Weile dauern, bis wir die Frau sehen, doch es schont deine Kleidung.“

Diese Entscheidung meines Herrn gefiel mir natürlich sehr, allerdings verstehe ich nicht, warum er immer davon spricht, dass ich gelüftet werden muss und nicht einfach sagt, dass er mich am liebsten nackt sieht. Lüften klingt doch fast so, als wäre ich ungewaschen und würde stinken! Naja egal, mein Herr muss damit klar kommen und Fragen vertragen, ob er sich für mich keine Kleidung mehr leisten kann. Ich stinke jedenfalls nicht, wasche mich regelmäßig und schöne Tuniken habe ich von meinem Herrn auch geschenkt bekommen… aber ich muss zum Glück auch nicht alles verstehen. ;-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen