Montag, 17. April 2017

Neue Becher

„Ahh… da ist ja meine Nachrichten überbring Sklavin“ empfing mein Herr mich am Hafen, wo er sich vor der Taverne zusammen mit dem Brauer niedergelassen hatte, während ich zuhause noch einige Aufgaben zu erledigen hatte. Es ging darum, dass er den am Vortag aus Enkara eingetroffenen Händler zu einem Getränk einladen wollte, der Herr sich aber wo auch immer befand und davon noch nichts wusste. Oha, interessant… entsprechend sputete ich mich mit dem Überbringen der Einladung, um den Händler zur Hafentaverne zu lotsen. Ich hoffte nämlich, das Gemecker meines Herrn über zu geringes Fassungsvermögen von Trinkgefäßen könnte mit der Bestellung größerer Becher endlich ein Ende finden, falls der Besucher mit Töpferwaren handelte.

Ich entdeckte den Händler auf der Gasthausterrasse, stellte mich nach meiner freundlichen Begrüßung schnell vor und überbrachte die Einladung meines Herrn sowie sein Interesse an neuen Bechern. „Ah, dann wurde ihm scheinbar ausgerichtet, dass ich deinen Herrn sprechen möchte“ gab der Händler erfreut von sich, strich mir über die Wange und stand auf, um schnell noch seine Kajira und zu meiner Freude auch eine Kiste mit Getöpfertem zu holen, bevor er mir zum Hafen folgte. Wegen des zerbrechlichen Inhalts ließ er es sich übrigens nicht nehmen, die Kiste persönlich zu tragen. So vorsichtig, wie er seine Schritte setzte und darauf achtete, nicht zu stolpern, sah es fast so aus, als transportiere er rohe Vuloeier.


Ein wenig irritierend fand ich, dass ich zwar den Auftrag erhalten hatte, den Händler zu einem Getränk einzuladen, mein Herr dies bei der Begrüßung jedoch in seiner unnachahmlich charmant direkten Art abzuwenden versuchte: „Tal Händler, setz dich und lass dir etwas bringen… du lädst uns sicher ein…“ Doch das überhörte der Angesprochene geflissentlich. Während ich mich zusammen mit der Händlerkajira in der Taverne um die Getränkebeschaffungen für die Herren kümmerte, drehte sich das Gespräch draußen lediglich um die Vorliebe des Händlers für Kalana und dass er Paga anscheinend nicht mag, nicht jedoch ums Bezahlen. 

„Was? Du trinkst keinen Paga… nicht mal zum Probieren?? Hehe,ein paar Probefässer solltest du aber kaufen!“ rief mein Herr sichtlich erstaunt und versuchte sich als Vermittler für die jortsschen Brauereierzeugnisse, während ich ihm mit Hingabe seinen Paga servierte und mit seinen wundervoll sanft durch meine Haare streichenden Fingern belohnt wurde. Dass sich dadurch die Bedienung des Brauers um ein paar Ihn verzögerte, fand ich ehrlich gesagt nicht schlimm, wurde von dem Krieger aber knurrend angeranzt: „…ging schon mal schneller die Bedienung!“ Pahhh, ich hin weder eine Tavernenkajira noch das Mädchen des Brauers, sondern gehöre immer noch dem Hauptmann!

Trotzdem lächelte ich neben ihm niederkniend den halb Verdursteten entschuldigend an und reichte ihm sein Ale ohne jegliches Tamtam nach einem Minikuss auf den Becherrand: „Es tut mir leid Herr, aber für mich hat mein Herr nun mal Vorrang.“ Da von der Brauersklavin weit und breit nichts zu sehen war ergänzte ich noch: „Vielleicht hättest du deine eigene Kajira mitbringen sollen, damit sie dich bedient? Möge das Ale dir trotzdem schmecken, Herr.“ Obwohl der Brauer nun sein Ale in Händen hielt, war die Sache für ihn anscheinend noch nicht erledigt, denn er kündigte an: „Ich denke, ich werde mir ein Fass hier neben den Stuhl stellen und zukünftig selber zapfen.“ Tja, warum nicht… 

Die Kiste mit den Töpferwaren war immer noch ungeöffnet, als sich der Sattler zur Männerrunde am Hafen dazu gesellte. Da er ebenfalls ohne seine Kajira auftauchte, durfte ich mich erneut als Tavernensklavin betätigen und besonders meine nackten Brüste wurden neugierig gemustert: „Kannst du dir keine Kleidung mehr für deine Kajira leisten, Hauptmann?“ Was für eine merkwürdige Frage von einem Herrn, der sein Mädchen auch oft nackt herumlaufen lässt, bei der ich allerdings stumm blieb, denn mein Herr erwiderte: „Hehe, leisten schon… aber sie wird noch ausgelüftet.“ „Einfach mal waschen... das geht bestimmt schneller,Hauptmann!“ kam nun grinsend und mein Herr begann schallend zu lachen, während er sich mit der Hand an seine Stirn patschte: „Waschen… jetzt weiß ich wieder… das war der Trick!“

Danach begann das Besichtigen verschiedener Musterbecher. Nach mehrfachem Umgießen von Wasser fand sich schließlich einer mit deutlich größerem Fassungsvermögen als die Tavernenbecher. Der Plan meines Herrn, sämtliche Becher der Taverne heimlich auszutauschen, damit man fürs gleiche Geld mehr trinken kann und der Brauer mehr Umsatz macht, nahm Gestalt an. Ich fand das wirklich oberschlau und außerdem, wie sollte ein dauerhaft auf Reisen befindlicher Tavernenpächter davon Wind bekommen, zumal mein Herr auch an Plan B gedacht hatte: „Arya, falls der wider Erwarten doch nachfragt, sagen wir einfach, der Tavernenpüff hat die Entsorgung der alten Becher verlangt, weil damit das Schankmaß nicht eingehalten wird.“

Ich hatte zwar keinerlei Ahnung von so einem Püff… oder wie auch immer mein Herr diese merkwürdige Prüfsache nannte… fand die Begründung aber logisch und auch die Laune des lachenden Brauers besserte sich offensichtlich damit: „Soso… Püff… ich dachte, das wäre die Wirkungsstätte der Münzmädchen!“ Dem nach einem Trinkgefäß mit Henkel auf der linken Seite suchenden Sattler ersparte mein Hinweis übrigens eine unnötige Geldausgabe, dass man den Becher einfach nur drehen zu braucht, um den Henkel links zu haben. Letztendlich entschied sich mein Herr nicht nur für die Bestellung einer großen Anzahl neuer Tavernenbecher, sondern auch für sechs Spezialbecher für zuhause… mit nackten Kajirae drauf. Spannend wird noch, was die Gnädigste dazu sagen wird. ;-)))

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