Montag, 1. Mai 2017

Eine Aktion nimmt Gestalt an

„Tal meine kleine Arya… 89 hat sich etwas genäht… wie findest du das?“ empfing mein Herr mich und deutete auf etwas Rotes an seiner Neuen. Oha, viel Stoff war es nicht, mit dem sie ihre üppigen Massen zu bedecken versuchte. Vage äußerte ich, dass letztendlich doch nur zählt, ob sie meinem Herrn darin gefällt. Offensichtlich war das die richtige Antwort, denn er erwiderte: „Das muss erst mal reichen für den Anfang. Wir werden jetzt zum Hafen gehen, um den Sattler und die Zeugmeisterin zu verabschieden… zieh dir etwas an, Arya.“ 

Im Schnelldurchgang fasste mein Herr den Stand der Dinge über das Vorhaben des belnendschen Kommandanten zusammen, dass er sich Kämpfer aus Kafal erhoffte und erklärte ihr, wann und wo sie sich einfinden sollten. Das Problem war nämlich, die Dörfler wussten noch nichts von dem konkreten Termin, da mein Herr nicht mit ihnen hatte sprechen können, weil sie zum Waffentraining nicht aufgetaucht waren. „Am besten, ihr wendet euch an einen Krieger oder den Fischer“, schlug er vor, bevor nach einigem Hin und Her klar war, dass zusätzlich auch der Brauereikrieger mitreiste.


Merkwürdigerweise kam die Zeugmeisterin irgendwann alleine zurück und überreichte mir mit spitzen Fingern ihren Umhang: "Sieh zu, was du noch retten kannst... er stinkt nach Fisch, als ob ich darin gebadet hätte!" Hmmm... ich roch zwar nichts, aber da diese Freie mit Vorsicht zu genießen ist, setzte ich meine hilfsbereite Miene auf und nahm das Kleidungsstück entgegen, um es zum Lüften an die Wäscheleine zu klammern. Dagegen hatte sie zum Glück nichts auszusetzen und war inzwischen auch damit beschäftigt, meinen Herrn über ihre Reise in dieses Dorf am Laurius zu informieren, in dem gerade ein Fischerfest gefeiert wurde, mit dem Erfolg, dass der Brauer und der Sattler noch irgendwo ihren Rausch ausschlafen mussten. 

Die Frau berichtete weiter, der Fischer hätte keine Notwendigkeit gesehen, Belnend bei dieser Racheaktion zu unterstützen, da er auch zuvor nicht um Hilfe gebeten worden war. Anscheinend hatte er aber vorgeschlagen, sich beizeiten zusammenzusetzen, um über eine große Allianz zu sprechen. Diese Absage war leider nicht, was mein Herr sich erhofft hatte, aber nach den Worten des Fischers bei unserem Besuch vor einiger Zeit eigentlich auch nicht weiter verwunderlich. Erneut zeigte sich übrigens, dass die Zeugmeisterin mitdachte. 

"Hauptmann, du könntest nach der Racheaktion Kafal, Enkara, Lydius, Belnend und wen man noch so findet nach Jorts Fähre einladen, damit ihr euch an einen Tisch setzt und in Ruhe alles besprecht... natürlich in Verbindung mit einem guten Mahl und die Gefährtinnen der Besprechungsteilnehmer werden natürlich ebenfalls eingeladen", schlug sie ihm vor und die Antwort meines breit grinsenden Herrn ließ nicht lange auf sich warten: "Herzlichen Glückwunsch zu deiner Aufgabe, Zeugmeisterin... meine Gefährtin wird dir helfen."

Während ich wenig begeistert meine Nase kräuselte, weil die Gnädigste nun von einem offiziellen Schreiben mit Siegel sprach und nicht von mündlicher Übermittlung... ich habe mich aus solchen Gesprächen ja herauszuhalten... dachte die Rotkastige ähnlich: "Nun... vielleicht könnte deine Gefährtin sich um das Mahl kümmern… genug Vorräte müssen da sein… einkaufen, was noch fehlt. Ich werde die Kommandanten für Vieraugengespräche aufsuchen... dann hören sie am Besten zu." Ein wirklich guterVorschlag, der die Zustimmung meines Herrn fand, bei dem mir aber auch sofort klar war, wer sich um die Planungen für dieses Essen kümmern wird... doch mal abwarten.

Toll an der letzten Nacht vor der Aktion gegen den Norden war übrigens dieAnsage meines Herrn: "Arya, du schläfst bis auf weiteres hier auf meinem Fell! Sobald 89 einen Namen bekommen hat, wird sie imSklavenkäfig übernachten!" Hach, ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich nach diesen Worten war, zumal er die Kajira zuvor in der Küchenecke trotz seiner ganzen Aufmerksamkeit der letzten Tage nicht weiter beachtet hatte. Ich schlief jedenfalls fantastisch und etwas länger, da mein Herr mich beim Aufstehen nicht geweckt hatte, packte wegen der bevorstehenden Kämpfe schnell noch diverses Verbandszeug zusammen, Seile und was sonst noch gebraucht wurde und machte mich dann auf die Suche nach meinem Herrn.

Ich traf ihn vor dem großen Stadttor. "Ahh... tal Arya!" begrüßte er mich lächelnd, während mir sofort schreckliche Eifersucht wie ein dicker Kloß in den Hals kroch, weil 89 ihre großen Brüste an ihn drückte. Mehr als nur einen knappen Gruß brachte ich einfach nicht zustande, ergänzte unsicher dann aber: "...wenn du mit 89 fertig bist, mein Herr, und sie sich mit ihrem dicken Busen nicht mehr dich lehnt, würde ich gerne deine Füße küssen, falls du dies dann noch wünschst." Natürlich ist es mir wichtig, meinen Herrn zu erfreuen, doch es tat echt weh zu sehen, dass das rothaarige Miststück ihn erfreuen durfte, die er jetzt aber zur Seite schob.

Schnell drückte ich nun doch meine Lippen auf seine Sandalen... allerdings deutlich kürzer als sonst. Doch das war ihm offensichtlich egal. Mit Genugtuung bemerkte ich, dass er seine Neue brummend mit eindeutigem Fingerzeig auf ihren Platz hinter mir verwies. Meine Angst, meinen Herrn bei der belnendschen Aktion womöglich nicht begleiten zu dürfen, war übrigens überflüssig. "Arya, gerade du als meine Kettenerste musst mit!" Das gab mir weiteren Auftrieb und außerdem disqualifizierte sich das rothaarige Ding gerade selbst... mitdenken war anscheinend nicht ihre Sache. 

Angeblich hatte sie bei einem Talunastamm gelebt, aber keine Ahnung, dass man Reiseproviant braucht? Um Fenris hatte sie sich entgegen meiner Anweisung am Vortag auch nicht gekümmert… sie hatte es wohl vornehmlich als ihre Aufgabe angesehen dafür zu sorgen, dass mein Herr sich am Stadttor nicht langweilte. Allerdings befolgte sie meine Befehle nun eilig und sehr bemüht. Kaum war sie weg, wollte mein Herr jedoch wissen: „Arya, bist du etwa eifersüchtig auf 89?“ Ich bejahte seine Frage, denn es stimmte und ich bin immer ehrlich. 

Hach, es war einfach wundervoll von starken Kriegerarmen so herrlich besitzergreifend und eng an meinen schmunzelnden Herrn gezogen zu werden. Bei seinen Worten bekam ich ganz weiche Knie: „Du bist meine Arya, meine Kettenerste… und bleibst es.“ Doch viel zu schnell war dieser schöne Moment leider vorbei… 89 tauchte nämlich mit dem Reiseproviant auf und die Abreise zu dieser belnendschen Racheaktion drängte.

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