Donnerstag, 22. Juni 2017

Na dann…

…erholt euch mal schön von meinen krassen Posts, meinen Stacheln, meiner peinlichen Wortwahl, meinem Betteln um Aufmerksamkeit, meinen Halbwahrheiten, meinen Lügen, meinem Verdrehen von Tatsachen und meinen Schikanen aufgrund blanker Eifersucht... alles Dinge, die ich mir dank der Macht herausnehme, die mein Herr mir gegeben hat und die er mir durchgehen lässt, indem er mir nach dem Mund redet und mein pfui-Teufel-Verhalten zulässt.

Der Sattler stand gestern zu seinem Vorschlag, den er meinem Herrn vor einigen Tagen am Hafen unterbreitet hatte, mich auf seiner Reise mitzunehmen und bei dem blonden Aufseher zur Feldarbeit abzuliefern. 

Puhhh... das werden bestimmt wieder drei oberschrecklich anstrengende Hand, aber immer noch besser, als mit Steinen im Arm in die Thassa geworfen zu werden. Mein Herr sagte gestern beim Abschied übrigens, dass er mich zurück haben will, weil er sonst "etwas schlitzen wird und zwar von oben nach unten und sehr intensiv." Tja, irgendetwas muss er wohl an mir finden! ;-)))

Mittwoch, 21. Juni 2017

Handelsposten, Waldspaziergang und zurück

Mein Herr unternahm einen weiteren Waldspaziergang zu den Wilden in Sachen „mal nett daran erinnern“, dass die En ihm noch ein Geschäft schuldig ist. Diesmal durfte ich jedoch nicht mit, sondern blieb am Handelsposten, wo aber nichts los war. Bei seiner Rückkehr tauchte eine Reiterin mit ihrem gefährlich aussehenden Kailla auf, das sofort anfing zu knurren, als ich mich näherte. Ich zog es daher vor, lieber einen größeren Sicherheitsabstand einzuhalten, stand aber zum Glück wohl nicht auf dem Speiseplan des Viechs. Nach ein paar beruhigenden Worten seiner Besitzerin hörte es nämlich mit dem unwilligen Schnaufen auf. Anscheinend war es inzwischen neugierig geworden und schnupperte mit nach vorne gespitzten Ohren in meine Richtung.

Mist, ich hatte mich getäuscht, das Kailla muss doch hungrig gewesen sein, denn plötzlich schnappte es nach dem zerknitterten Dokument, das die Freie aus ihrer Tasche gezogen hatte und fraß es auf. Es war anscheinend das Programm mit irgendwelchen Festivitäten in der Oase der 4 Palmen gewesen, für das mein Herr sich interessiert hatte, der nun feststellte: „Mir scheint, dein Reittier hat Hunger… aber meine Kajira gibt es nicht zum Nachtisch. Arya, geh mal gucken, ob du mir hier irgendwo einen Stehpaga besorgen kannst.“ Mir kam das natürlich sehr gelegen, falls das Viech die Sache mit dem Nachtisch womöglich anders sah.

Mangels Tavernenwirt in dieser ziemlich ausgestorbenen Ecke Gors, gestaltete sich meine Suche nach dem gewünschten Getränk etwas schwieriger, vor allem nach einem großen Pagabecher. Dabei war ich so konzentriert, dass ich die grün gekleidete Frau nicht bemerkte, die dort an einem der Tische saß. Das war mir wirklich sehr unangenehm, wurde von der Freien aber nicht übel genommen, die übrigens vor etlichen Märkten eine ganze Weile in Jorts Fähre gewohnt und sich um die Gesundheit der Bürger gekümmert hatte, einschließlich eines abgefrorenen Zeh. Ohne Schleier und deutlich dünner als seinerzeit, erkannte ich die Grüne allerdings erst, als sie von meinem Herrn sprach.

Mein Herr war bei meiner Rückkehr mit dem Stehaga übrigens immer noch im Gespräch mit der Kailla-Reiterin, die er inzwischen anscheinend davon zu überzeugen versuchte, welche Ehre es für sie wäre, bei einem Rennen seinen Wagen zu ziehen. Er versuchte es mit Schmeicheln „…du siehst flink aus!“ und mit Höflichkeit „…und wenn ich dich nett frage?“ Doch alles nützte nichts, das Weib lehnte ab und deutete auf mich als geeignete Wagenzieherin. Entsprechend ungut hörte sich sein Brummen an, als er nun wissen wollte, warum ich für sein Getränk so lange gebraucht hatte. Nachdem ich ihm von der Grünen erzählt hatte, schickte er mich allerdings zurück zur Taverne und tauchte wenig später ebenfalls dort auf, nachdem die Reiterin fort war.

„Arya, das war definitiv kein Paga aus Jorts Fähre… er war nicht gut, aber auch nicht ungenießbar. Schau mal, ob es hier Kalana gibt und probier einen Schluck“, brummte mein Herr und drückte mir den Becher in die Hand, kaum dass er in der Taverne war. „Sklaven und Alkohol, das geht nie gut“, kommentierte die Grüne seinen Befehl, während ich auf die unzähligen Bothas mit Kalana im Regal deutete, allerdings keine Preisliste entdeckte. Den Hinweis der Freien nahm mein Herr natürlich zum Anlass zu erwähnen, wie schlecht mir meine Ale Verkostung bekommen war und die Grüne bestätigte: „Auf eine Kajira, die keine Alkoholtoleranz hat, kann ein Krug Ale verheerende Auswirkungen haben.“ Danach ließ mein Herr mich übrigens nicht mehr probieren.


Er nippte selbst am Kalana… angeblich, weil er das sowieso besser kann als ich. Sein großer Probeschluck direkt aus der Botha fiel offensichtlich zufriedenstellend aus und der Becher wurde nicht mehr benötigt. „Ich denke, ich trinke direkt aus der Botha… das ist einfacherer.“ Na klar, vor allem lässt direkt schlürfen, ohne auf das Nachschenken zu warten, auch nichts überschwappen. Da die Herrin keinen Getränkewunsch hatte, gab es für mich nichts weiter zu tun, als neben meinen Herrn zu knien und seine Nähe genießend dem Gespräch der beiden zu lauschen über „Wie geht es dir? Lebst du nun hier? Ich kann nicht klagen. Ich bin froh, dass du einen Platz gefunden hast, der dir gefällt.“

Nachdem eine Menge gemeinsamer Erinnerungen ausgetauscht worden waren, die Botha inzwischen leer und das zentrale Feuer längst untergegangen, verabschiedete sich mein Herr von der Grünen mit einer Einladung: „Du kannst uns ja mal besuchen, wenn dir langweilig sein sollte… dann gebe ich dir eine Boskmilch aus. Eine Reise bildet, sagt man das nicht so?“ 

Bevor es zum Anleger ging, wo er mich kurzerhand über seine Schulter warf und an Bord des Schiffes stampfte, das uns wohlbehalten und ohne irgendwelche Zwischenfälle nach Hause brachte, kramte er selbstverständlich noch einige Kupfermünzen heraus. Er händigte sie mir mit dem Hinweis aus, eine fehlende Preisliste bedeutet vermutlich, jeder zahlt so viel, wie ihm sein Getränk wert ist, denn mein Herr prellt selbstverständlich nirgendwo die Zeche.

Dienstag, 20. Juni 2017

Das Übliche

...oder auch nicht.

„Arya, wir machen einen Spaziergang… bleib wie du bist.“ Damit legte mein Herr fest, dass ich nichts anziehen sollte, was wegen der herrlich warmen Wetters auch wirklich überflüssig war. Da vor der Taverne niemand saß, ging es an diesem Tag weiter ins Gasthaus, denn ob er dort oder am Hafen das Übliche trinkt, ist eher zweitrangig. Auf meine Frage, ob Paga oder Kalana gewünscht war, kam brummend jedoch nur: „Hmm… hmm… das Übliche.“ Leider klärte meine Bestätigung „ja mein Herr… also Paga im Gasthaus“ doch nicht so ganz seinen Getränkewunsch. „Hmm… das Übliche… hmm… vielleicht auch das Unübliche… ist bei dem warmen Wetter wohl besser?“ Ich bot ihm darauf natürlich ein Wasser an, doch das wurde abgelehnt: „Nein, nicht so unüblich!“

„Huch, wir haben Besuch… TAL! Na, wieder in der Stadt?“ brüllte mein Herr über die Mauer der Gasthausterrasse, wo ein weiß Gekleideter saß. Sämtliche Getränkeüberlegungen waren damit endgültig beendet, zumal sich in diesem Moment auch der Brauereikrieger dazu gesellte. Ich beschloss einfach, dass für meinen Herrn das Übliche wie immer Paga war und der Brauer trinkt sowieso grundsätzlich nur Ale, sodass ich mich zu dem Fremden kniete, um mich nach seinem Getränkewunsch zu erkundigen. Leider passierte mir dabei mein erster Fehler… ich erkannte nicht, welcher Kaste dieser mir unbekannte Besucher angehörte und kniete wie vor einem Mann üblich, mit geöffneten Schenkeln vor ihm.

Nach seiner Bestellung „…nur ein Wasser für mich“ flitzte ich sofort Richtung Gasthausküche davon, hörte aber noch, wie der Besucher sich erkundigte, ob ich ausgebildet bin. Erst verstand ich diese Frage nicht und mein Herr anscheinend auch nicht, doch dann ging mir auf, dass es sich um einen Wissenden handelte… der Herr trug nämlich nicht nur die traditionell weißen Roben der Mitglieder dieser höchsten Kaste, sondern hatte sich auch den Schädel kahl geschoren. Immerhin wusste ich, dass die Eingeweihten es nicht mit dem weiblichen Geschlecht haben, denn ihnen ist nicht nur Sex mit Sklavinnen verwehrt, sie dürfen Frauen nicht mal berühren und umgekehrt natürlich auch nicht.

„Wasser soll ja gesund sein, hehe… aber ich bevorzuge etwas Stärkeres“, hatte mein Herr den Getränkewunsch des hohen Besuchers zuvor gerade noch kommentiert, doch als ich ihm dann seinen Paga servierte, brummte er wenig begeistert: „Hmm… Paga? Arya, ich dachte, ich bekomme Kalana?“ Tja, das Übliche war in diesem Fall nicht das Übliche wie sonst, wenn er nicht eingeladen ist und Paga anscheinend nicht stark genug. Allerdings nahm er mir den Becher dann doch noch ab… natürlich mit sehr finsterem Blick. Hach, echt schön war dagegen das Lächeln des Brauers zu sehen, als ich ihm sein geliebtes Ale reichte. Leider verpuffte meine Freude jedoch schnell, als der Wissende sein Wasser bekommen sollte.

Ich kniete nun zwar mit züchtig geschlossenen Schenkeln neben ihm nieder und deutete ehrfürchtig auch nur sowas wie den Hauch eines Kusses auf den unteren Rand des Bechers an, bevor ich meinen Blick senkte und dem hohen Herrn meine Hände mit dem Wasserbecher entgegen streckte, begleitet von einem freundlichen Wunsch… leider war das Fehler Nummer 2. Der Wissende weigerte sich nämlich, mir das Getränk abzunehmen: „Du musst lernen, Kleine… nimm einen neuen Becher und berühre ihn nur mit einem Reptuch. Du bist unrein und ein Kuss ist einer Beleidigung gleich.“ Oha… ich war doch nicht schmutzig!

Mein schmunzelnder Herr fand das offensichtlich lustig, denn er prostete nun dem Brauer zu: „Ich glaube, bei unserem Gast dauert es noch etwas… Ta Sardar Gor!“ Doch ich senkte erstaunt meine Arme und beging noch einen Fehler: „Wie bitte, Herr? Ich wasche mich regelmäßig und der Kuss war nur angedeutet.“ „Arya, mach was der Wissende gesagt hat, sonst brumm ich!“ herrschte mein Herr mich an, sodass ich nun zusah, diesen Wunsch zu erfüllen. Bei meiner Rückkehr aus der Gasthausküche erzählte mein Herr dem Weißen gerade, dass in Jorts Fähre selten Mitglieder dieser Kaste zu Besuch sind und er daher bislang angenommen hatte, mir zu erklären, wie man Mitglieder dieser Kaste zu bedienen hat, sei nicht nötig.

Ich hatte den Becher übrigens nicht nur wie gewünscht umwickelt, sondern zusätzlich transportierte ich ihn auf einem Tablett, das ich dem Gast mit großem Abstand nieder kniend entgegen streckte, damit er sich sein Getränk ohne zusätzliche Berührung meiner weiblichen Hände nehmen konnte. „Ist es dir genehm, Herr, wenn ich dir dein Wasser so reiche? Das Tablett habe ich nur außen angefasst“, erkundigte ich mich höflich, doch das war nicht genehm: „Stell den Becher bitte hin… ich sehe, ich mache dir Angst… bitte deinen Herrn um Unterrichtung.“ Artig bedankte ich mich und beeilte mich, zurück zu meinem Herrn zu kommen… diesmal kniete ich allerdings in Deckung hinter ihm.


Mein Herr war etwas ratlos, bei wem er mir Unterricht erteilen lassen sollte, wenn nicht bei einem Eingeweihten. Doch dieser Wissende zierte sich, Mitglieder seiner Kaste hätten anderes zu tun, als Sklaven zu schulen. Letztendlich lenkte er dann aber ein: „Sagen wir so grob als Erziehung… Frauen sind unrein… Berührungen und Körperkontakt sind zu unterbinden… am besten Handschuhe nehmen oder halt ein Reptuch. Nacktheit ist ein Übel, mit dem wir leben müssen, aber ein wenig Stoff wäre besser…“ Als sich das Gespräch schließlich anderen Dingen zuwandte, war der Paga ausgetrunken und es gelüstete meinen Herrn nach einem Kalana, um den ich mich selbstverständlich umgehend kümmerte.

Nach meinem Mini-Serve ging ich lieber erneut in Deckung hinter ihm, während der Wissende lobte: „Servieren kann die Kleine.“ „Ja“, bestätigte mein Herr, „aber normal macht sie das besser. Ich glaube, du machst sie nervös.“ Oh ja, und wie! Entsprechend froh war ich, dass sich dieser erlauchte Gast bald auf sein Zimmer zurückzog. Danach war endlich der richtige Zeitpunkt gekommen, mich bei meinem Herrn zu entschuldigen und ihm zu erzählen, dass ich zuvor noch nie ein Mitglied dieser Kaste bedient hatte. 

„Nun Arya… du hast dazu gelernt. Ein Wissender ist in der höchsten Kaste… wenn der dir etwas sagt, dann gehorchst du und widersprichst nicht. Das gefällt mir nämlich nicht!“ Selbstverständlich werde ich mich bemühen, meine Fehler nicht zu wiederholen!

Montag, 19. Juni 2017

Fasslieferung mit Waldspaziergang

Selbstverständlich hatte ich mich rechtzeitig ums Verladen der vielen Fässer jortsschen Kalanas gekümmert, die von einem Krieger aus Belnend bestellt worden waren und nun endlich geliefert werden sollten. 

„Hast du auch die Laufsandalen an, Arya, wir gehen am Handelsposten nämlich noch in den Wald. Ich will nach Wilden suchen, die sich Wakanda nennen… da muss man im Notfall schnell laufen können“, eröffnete mein Herr mir am Hafen vor unserer Abreise. Der Brauer wies zwar darauf hin, dass sowas auch ins Auge gehen könnte, doch mein Herr tat jegliche Befürchtungen ab: „Ohne Risiko kein Gewinn, aber wir erkunden erst mal, ob wir ihr Camp finden. Arya, wir hinterlassen am Aushang-Brett für den Fall der Fälle mal eine Nachricht.“


Die Reise zum Handelsposten, wo der Kalana-Käufer die Fässer zwischengelagert haben wollte, verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle und das Ausladen klappte ebenfalls bestens. Dem dortigen Lagermeister war die Lieferung anscheinend angekündigt worden und entsprechende Lagerkapazitäten vorhanden, sodass dem geplanten Spaziergang in den Urwald nichts mehr im Wege stand. Dank der Spürnase meines Herrn und des Brauereikriegers, war bald ein Hinweisschild auf das Lager der Talunas gefunden, das Camp wirkte allerdings ausgestorben. „Was meinst du… wollen wir Arya mal über die Befestigungen helfen, indem wir sie drüber werfen?“ schlug mein Herr dem Brauer vor, während ich es vorzog, lieber erst mal die Palisaden entlang zu schleichen.


Auf den vorgeschlagenen Freiflug legte ich nämlich keinen gesteigerten Wert und hatte tatsächlich Glück. Ich konnte mich unter einigen dicken Baumwurzeln hindurch quetschen und einen Blick in das tatsächlich verlassene Lager werfen.

„Mein Herr, um die Ecke herum bei dem dicken Baum… dort gibt es einen Spalt, durch den man sich durchquetschen kann!“ informierte ich ihn, sodass er zusammen mit dem Brauereikrieger das Lager genauer inspizieren konnte. Natürlich schlichen wir sehr leise und äußerst vorsichtig zwischen den Zelten herum, was sich als weise Voraussicht herausstellen sollte, als wir plötzlich doch noch eine offensichtlich schlafende Wache entdeckten. Genauso lautlos wie wir hinein gekommen waren, machten wir uns lieber wieder aus dem Staub.


Leider kam mein Herr auf der Rückreise noch einmal auf die Lieferung der Kalana-Fässer zu sprechen und wollte wissen, ob ich eine Quittung erhalten hatte. Das war natürlich nicht der Fall, denn ich hatte die Fässer doch nicht bei einem Schreiber einlagern lassen, sondern bei einem Lagerverwalter, der nicht den Eindruck erweckte, lesen und schreiben zu können. „Arya, wenn wir kein Geld kriegen, dann bekomme ich gaaaaaaaaaaanz schlechte Laune und lass mir etwas sehr Nettes für dich einfallen“, kündigte er leider an und kam später zuhause auf die Idee, mich in den Käfig am Hafen zu sperren: „Ausziehen und rein mit dir Arya!“


Mein Käfigaufenthalt war zum Glück nur kurz, denn der Brauereikrieger störte sich daran. Auf das knarzende Ding deutend, das nach einem Schubs meines Herrn quietschend leicht hin und her schwang, äußerte er empört: „Herrje was für ein Krach! Sag mal, soll Arya heute da drin übernachten? Das Geschepper ist nicht schön in der Nacht… da leidet das Ale!“ „Hmm na gut… raus mit dir, Arya, wir trinken vor der Taverne noch etwas.“ Selbstverständlich beeilte ich mich, zügig meinem Herrn seinen gewünschten Paga zu bringen, denn er hatte seinen strengen Tag, wie der schöne rothaarige Krieger zuvor gerade sehr treffend bemerkte. „Arya, wenn der Brauer sein Getränk hat, zu mir zurück und die Nasenspitze auf den Boden!“


Selbstverständlich kam ich diesem Befehl umgehend nach und gab keinen Muckser von mir, als ich spürte, wie mein Herr seinen Fuß auf meinem Rücken abstellte. Meine Haltung währte allerdings nicht lange, da er mit dem Eintreffen von zwei Besuchern aus Belnend seine Sitzhaltung erneut änderte und seinen Fuß wieder herunter nahm: „Arya, Kopf hoch.“ Es waren der Krieger, der die 24 Fässer Kalana geliefert bekommen hatte und sie nun bezahlen wollte und seine Gefährtin, die eine Schriftrolle mit Einladung zu Feierlichkeiten in der Oase der 4 Palmen überreichte.

Freitag, 16. Juni 2017

Kopfwäsche

ARGS… was war DAS??? Erschrocken zuckte ich zusammen und richtete mich blinzelnd auf. Irgendetwas Nasses lief mir aus den Haaren übers Gesicht. Das registrierte ich allerdings nur zweitrangig, da heftiges Kopfweh meinen Schädel auseinander zu sprengen drohte und mich aufstöhnen ließ. Gleichzeitig brummte es gefährlich neben mir: „Brauchst du noch eine zweite Ladung, Arya?“ Langsam… und zwar seeeeehr langsam, drehte ich mich um und noch langsamer schaute ich zu meinem Herrn auf, der grinsend mit einer Schüssel in der Hand neben mir stand. Seine Frage nicht verstehend erkundigte ich mich: „Ähmmm… was soll ich laden, mein Herr?“ 

„Eine Ladung Wasser zum Wachwerden! Wir gehen gleich zum Brunnen, Arya!!“ brummte er unheilverkündend und mir dämmerte, warum sich mein Kopf so anfühlte, als ob er gleich platzt und warum neben meinen Knien eine Wasserpfütze auf den Fliesen war. „Achsoooo.. nene, ich bin doch schon wach, mein Herr... ist es denn schon hell? Verzeihung, ich muss verschlafen haben und ich glaube, ich weiß auch warum… habe da so eine vage Ahnung“, antwortete ich immer leiser werdend, während hinter meinen zusammen gekniffenen Augen ein auf ex getrunkener Krug Ale meinen Schädel zu sprengen drohte und es draußen vorm Fenster viel zu hell war.

„Womit hat denn deine vage Ahnung zu tun, kleine Sklavin?“ bohrte mein Herr weiter und ich flüsterte: „Also ich versteh das gar nicht, denn ich bin das nie...aber ich, ich... ich bin... ich glaube, ich bin krank, mein Herr.“ „Du bist krank? Was hast du denn, Arya? Brauchst du einen Einlauf oder vielleicht etwas Lebertran?“ Nach dieser Ankündigung bollerte es nicht nur in meinem Kopf, sondern rumorte zusätzlich auch noch in meinen Eingeweiden, was ich mir aber nicht anmerken ließ. „Ich glaube zu erinnern, dass ich jede Menge Ale trinken musste und jetzt… naja… helfen denn Einlauf und Lebertran gegen Kopfschmerzen, mein Herr?“ erkundigte ich mich hoffnungsvoll, doch mein Herr verneinte.

Diese beiden oberfiesen Behandlungsmethoden hätte ich tatsächlich in Kauf genommen, da sie mir weniger schlimm erschienen, als das Dröhnen meines Schädels, das bei den Fragen meines Herrn nicht besser wurde… woran ich mich erinnere, warum ich faul gewesen war und nicht nur einen Becher Ale geholt hatte, sondern einen ganzen Krug und warum ich den austrinken musste. 

Obwohl ich es doch nur gut gemeint hatte mit dem Brauer und seinem großen Durst, warf mein Herr mir Verschwendung vor, packte mich schließlich an den Haaren und zog mich brummend hinter sich her zum Brunnen, wo er meinen Kopf unter einen Wasserstrahl hielt.

„Das hilft sicher und kühlt gut oder Arya? Vielleicht muss ich dich noch etwas untertauchen?“ Ich glaube, er erwartete nicht wirklich Antworten auf seine Fragen. Ich beeilte mich zwar zu beteuern, dass es mir schon viel besser ging, doch dabei zog er meinen Kopf in den Nacken, sodass mir das kühle Wasser ins Gesicht spritzte und tauchte ihn schließlich komplett unter Wasser. „Wirklich? Besser? Wir wollen doch ganz sicher gehen… aber ich bin froh, dass du nicht ins Haus gekotzt hast.“ Er setzte die einzelnen Varianten meiner Kopfwäsche noch eine Weile fort, die ich mehr oder weniger prustend und zwischendurch nach Luft schnappend, aber ansonsten stumm über mich ergehen ließ.


„So, ich denke, das reicht erst mal, Arya, aber du hast mich mit deinem Kopfaua nass gemacht.“ Danach ließ mein Herr mich los, sodass ich mich nicht nur bedankte und ihn um Verzeihung bat, sondern mich vor ihm niederkniend tief herunter beugte, um die Wassertropfen von seinen Sandalen zu küssen. „Ich hoffe, du hast etwas gelernt Arya… du bleibst heute nackt. Trockne dich ab, wir gehen zum Hafen.“ „Danke mein Herr... ich werde nie wieder einen Krug gegen großen Durst holen, wenn ich dazu nicht aufgefordert werde...ganz bestimmt nicht!" beteuerte ich noch und sauste dann zurück ins Haus, um mich trocken zu rubbeln.

Vor der Taverne trafen wir den Brauereikrieger, der sich schmunzelnd erkundigte: „Was macht der Kopf, Arya?“ Eilig beteuerte ich, dass der nichts machte und wurde dann gefragt, wie das Ale mir geschmeckt hatte. „Wenn ich ehrlich bin und das bin ich ja immer Herr... dann mag ich es nicht so... vor allem mag ich seine Wirkung nicht“, antwortete ich verlegen und ließ dabei offen, ob ich die Wirkung auf meine Zunge meinte oder meinen Kopf. Grinsend erklärte er mir: „Es wird gerne wegen der Wirkung gekauft, Arya… und natürlich wegen dem herben Geschmack. Aber es gilt das Maß zu treffen… nicht zu viel davon zu trinken.“


Natürlich entschuldigte ich mich auch bei dem Brauer noch und beteuerte, meinen Fehler nicht zu wiederholen, doch der winkte ab und mein Herr schmunzelte: „Arya hat wohl was gelernt oder?“ „Ja, jetzt weiß sie, wie Ale schmeckt und welche Wirkung es hat… finde ich prima!“

Donnerstag, 15. Juni 2017

Heute beides…

...zwei folgenschwere Worte.

Mist, meine Nacht am Sklavenring war nicht die beste und ich nicht wirklich gut ausgeschlafen… doch darüber ließ ich nichts verlauten. Da ich kein Interesse am ekelig schmeckenden Waffenputztuch meines Herrn hatte, muckste ich mich nicht, denn ich muss mit seinen Launen und Willkür nun mal leben. 

Ihm war am Abend zuvor anscheinend nur so, nämlich ohne für mich ersichtlichen Grund einfach danach gewesen, mich in dieser unbequemen Lage übernachten zu lassen… sein gutes Recht, ich bin nur eine Kajira. Sonderlich erbaut darüber, dass er mit seiner Rothaarigen das Haus verlassen hatte, war ich natürlich nicht, übte mich aber stumm in Geduld. 

Ich nutzte die Zeit für ein paar Überlegungen und hatte mich gerade dazu entschieden, wie ich der Kajira die Hierarchie und ihren Platz an der Kette meines Herrn verdeutlichen konnte, als sie offensichtlich gut gelaunt auftauchte und meine Fesseln löste. Die Voraussetzungen erschienen mir bestens geeignet, gleich mit meinen Anweisungen zu beginnen… leider lag ich falsch mit dieser Annahme.

Mein Herr war wie erwartet nicht sonderlich erfreut, ging aber auf die lächerlichen Unterstellungen seiner Besserwisserin nicht ein, sondern drohte uns mit unschönen Maßnahmen und stellte klar, dass seine Rana mich ab sofort anzusprechen hat, wie ich es wünsche und dass sie meinen Befehlen zu gehorchen hat, als ob es seine sind. Mir befahl er: „Arya, ich erwarte von dir, dass du eine gute Kettenerste bist… streng, aber gerecht und keine Schikanen, verstanden?“ Natürlich beeilte ich mich, ihm diese Selbstverständlichkeit umgehend zu bestätigen.

Danach ging es zur Wiese hinter dem Hof. Mein Herr hatte dem Brauereikrieger ein zusätzliches Waffentraining versprochen und lief schon mal vor, während wir uns noch um die Mitnahme von Paga und Ale kümmerten. Ich war wirklich erleichtert, wie höflich seine Rana jetzt war, keinen Hauch aufmüpfig mehr und auch nicht besserwisserisch, sondern sehr bemüht und freundlich, sodass ich nicht schon wieder die Kettenerste heraushängen lassen musste. Vielleicht war der Machtkampf tatsächlich beigelegt? Mal abwarten. 


Das Training brachte zwar ein paar auszuwaschende, zusätzliche Grasflecken, aber der Paga für meinen Herrn war offensichtlich genau das Richtige in Sachen Treffsicherheit.

Mir war zwar nicht klar, wie es möglich sein konnte, dass seine Rana und ich ihm Glück bringen, doch er behauptete: „Wenn ich ohne Sklavin trainiere, verliere ich immer… wenn also eine Sklavin Glück bringt, müssen zwei noch mehr Glück bringen… und die Kombination aus zwei Sklaven mit Getränken, bringt es dann richtig.“

Er schlug sich übrigens nicht nur bei diesem Extratraining wirklich gut, sondern auch am nächsten Tag beim Waffentraining mit einigen aus Belnend angereisten Kriegern. 


Die belnendschen Rarii reisten zwar nach Trainingsende gleich wieder ab, doch die Erfolge meines Herrn und des Brauers wurden selbstverständlich noch am Hafen mit Kalana begossen… Letzterer blieb aber bei seinem geliebten Ale. Leider muss seine gute Form meinem Herrn zu Kopf gestiegen sein, denn erneut versuchte er den Sattler zu überreden, ihm Laya zu verkaufen... war sogar bereit, Gold und noch ein Fass Paga auszugeben! Ich verstand wirklich nicht, warum er eine dritte Kajira will… Hauptsache haben!? Merkwürdig, aber meine Blicke schweiften wie von ganz alleine Richtung Vosk und ich stellte mir vor, wie es wäre, von den reißenden Stromschnellen erfasst und abgetrieben zu werden.


Wie gut, dass mich das Ale für den gutaussehenden Brauereikrieger von meinen Gedanken ablenkte, dem das Training anscheinend genauso gut gefallen hatte wie meinem Herrn. Noch besser schien ihm jetzt aber zu gefallen, dass ich unaufgefordert sein Lieblingsgetränk brachte: „Aaahh, beflissen wie immer… schön dass du mir ein Ale bringst, Arya, ich bin ganz ausgetrocknet!“ rief er aus und angelte sich lächelnd den Becher. „Das hab ich gebraucht!!“ Sichtlich zufrieden wischte er sich nach einem großen Schluck den Schaum vom Mund und mein Herr bot an: „Arya bringt dir so viel Ale wie du willst.“ Mich interessierte jedoch vor allem, schmeckte das Ale so gut, wegen großem Durst oder weil ich es gebracht hatte? 


„Heute beides“, schmunzelte der Krieger, sodass ich in Sachen Nachschub erneut in die Taverne flitzte. Ich dachte natürlich, seine Antwort bezog sich auf das Angebot meines Herrn und den großen Durst. Mist, meine Entscheidung, jetzt lieber gleich einen Krug zu füllen, stellte sich leider als eine folgenschwere heraus. Ich wurde zwar noch gelobt „das hast du gut gemacht, Arya….“, aber mit Blick auf den Krug wurde mir erklärt: „…aber ich wollte kein neues Ale… stehen lassen will ich‘s nicht… wird ja warm, was schade wäre... zurückfüllen geht gar nicht… also wirst du jetzt diesen Krug Ale in einem Zug leeren, Arya… nur Mut, trink aus.“ Ohje, unsicher ob ich das schaffe und mein schmunzelnder Herr es mir erlaubt, druckste ich unschlüssig herum.

Breit grinsend befahl er jedoch: „Arya, gehorche, sonst krieg ich schlechte Laune.“ Ok, das wollte ich natürlich nicht. Ich holte also tief Luft, hielt mir die Nase zu und hob den Krug an meine Lippen, während der Brauer mich aufzumuntern versuchte: „Du schaffst das, Arya… das gibt Kraft, zeig was du kannst!“ Sein Glaube an mich ehrte mich sehr, trotzdem setzte ich noch einmal ab: „Danke, dass du an mich glaubst, Herr… aber Moment noch, das war vorschnell eben… ich muss mich vorbereiten, denn bevor ich tauche hole ich auch immer einige Male ganz tief Luft.“ Amüsiert lachte er über mein Getue: „Trinken, nicht tauchen darin! Herrje, bist ja schlimmer als ich!“

Langsam und konzentriert atmete ich mehrfach tief ein- und aus, was logischerweise einige Zeit brauchte, in der mein Herr leider ungeduldig wurde: „Arya auf ex, das ist doch nicht so schwer!“ Davon ließ ich mich allerdings nicht aus der Ruhe bringen, setzte schließlich aber doch den Krug erneut an meine Lippen, hielt mit einer Hand meine Nase zu, kniff vorsorglich auch noch meine Augen fest zusammen und schluckte, schluckte, schluckte. „Gib alles, Arya… sieht gut aus… bisschen noch, noch bisschen…“, kam vom sichtlich begeisterten Brauer, während er den Krug fest hielt und mir zwei dünne Rinnsale Ale aus den Mundwinkeln liefen.

Ich schaffte es tatsächlich, sämtliches Ale zu trinken, muss dabei aber Luft mitgeschluckt haben, die sich anschließend mit einem gewaltigen Rülpser entlud. Flüssiges sprudelte dabei aber zum Glück nicht rückwärts. „Und wie fühlst du dich Arya?“ erkundigte sich der Brauer neugierig. „Voll Herr... total voll… und ich glaube, mein Bauch nähert sich der goreanischen Idealfigur.“ „Ach, du fühlst dich nicht eher leicht, mit so einem Hauch von Wurschtigkeit?“ bohrte er weiter. Nee, das war nicht der Fall, wie kann man sich leicht fühlen, wenn einem das Ale bis Oberkante Unterlippe steht? Ich öffnete meinen Mund und fragte, ob man das womöglich sieht, bekam aber mit strengem Blick zu hören: „Mund zu, Hand davor, warten...alles wird gut!“

Tja, ich glaube, es wurde gar nichts gut, denn das Warten hatte eine schreckliche Wirkung… meine Zunge wurde total schwer und merkwürdigerweise immer klebriger, sodass ich schließlich kaum noch sprechen konnte. Keine Ahnung, was dann noch passierte………

Mittwoch, 14. Juni 2017

Wucherpreis

Selbstverständlich gehört zu meinen häuslichen Arbeiten auch, die Felle oben auf dem Balkon auszuschütteln. Ich finde den Blick über die Stadt jedes Mal wieder schön, er ist aber natürlich ganz besonders toll, wenn ich meinen Herrn in der Gasse neben dem Brunnen entdecke, so wie vor kurzem. Er stand dort zusammen mit dem Brauereikrieger und unterhielt sich mit zwei mir unbekannten Besucherinnen. Es ist mir unerklärlich, aber vielleicht lenkte mich der Anblick der beiden stattlichen Krieger ab, jedenfalls vergaß ich die Windrichtung zu prüfen, sodass die aus dem Fell geschüttelte Mini-Staubwolke zu der Gruppe hinüberwehte.

Erschrocken hörte ich meinen Herrn sofort brummen und sah, wie der Brauer gleichzeitig theatralisch mit seiner Hand vor dem Gesicht herum fuchtelte. Dabei tat er zusätzlich so, als hätte er Atemnot, bekam einen Hustenanfall und rief schließlich: „Was im Namen der Priesterkönige machst du da, Arya? Willst du uns ersticken?“ Args… so ein Mist! Um Schadensbegrenzung bemüht, setzte ich umgehend mein oberunschuldiges Gesicht auf. Freundlich grüßend verzichtete ich allerdings darauf nieder zu knien, um nicht hinter dem Balkongeländer zu verschwinden, sondern wedelte stattdessen eifrig mit beiden Händen in der Luft herum, obwohl die Sicht eigentlich bestens war. Danach verdrückte ich mich schleunigst mit dem Fell zurück ins Haus.


Ich ließ noch einen Moment verstreichen, nachdem ich mit meinen Arbeiten fertig war. Doch letztendlich siegte meine Wissbegier zu erfahren, worüber sich die Freien unterhielten. In Sachen Mini-Staubwolke erschien es mir allerdings ratsam, erneut meine „kein Wässerchen trüben Miene“ aufzusetzen, als ich mich schließlich neben meinen Herrn kniete. Meine Vorsichtsmaßnahme war jedoch überflüssig, denn mein Herr konzentrierte sich auf das Lesen eines Dokuments in seiner Hand, das ihm die beiden Weiber anscheinend überreicht hatten. Oder nee, ich glaube, er tat nur so als ob und brummte: „Lesen ist immer so anstrengend.“

Das fand ich auch, ein Blick auf das Geschriebene war mir aus meiner knienden Position nämlich nicht möglich. Ich verstehe auch nicht, warum so viele Goreaner neuerdings schreiben können und Informationen eher nur noch sehr selten mündlich übermittelt werden. Aber egal, da ich keine Schreiberkajira bin, interessiert mich weniger, ob es irgendwann keine Schreiber mehr geben wird. Offensichtlich war es bereits jetzt schwierig, ein Mitglied der blauen Kaste zu finden. Die beiden Besucherinnen hatten wegen der Beglaubigung eines Papiers über die Freilassung einer Sklavin und zur Klärung einiger Details nämlich die weite Reise aus Lydius auf sich genommen, um einen Schreiber zu finden.


Natürlich fiel diese Merkwürdigkeit auch meinem Herrn auf, doch außer wortreichem Verständnis für sein Misstrauen, mit Formulierungen wie„…seine Spezialität ist das Wort des Schwerts, nicht des Papiers“ oder „…sieh es ihm nach“, bekam er keine Antwort auf seine Frage. Er bohrte weiter und erkundigte sich nach der Bezahlung für Siegel und Unterschrift auf dem Schreiben, erhielt jedoch nur eine vage, nichtssagende Antwort über die Kosten solch einer Beglaubigung. Es folgten diverse weibliche Denkpausen, die jedes Mal sehr wortreich endeten und zuletzt mit Augenrollen kombiniert wurden.

"Siehst du… ich habe es dir doch gleich gesagt. Das kannst du einem Mann nicht verständlich machen, dass man nicht zu einem gierig dreinblickenden, fetten und alten Schreiberling gehen will, der zudem nach Paga stinkt, als ob er die Nacht in einem Haufen Boskdung verbracht hätte! Verschwendete Liebesmüh... " Da mein Herr weder fett noch alt ist, blieb ihm nur, es irgendwann mit Geldgier zu versuchen. Er nannte einen hohen Wucherpreis für Siegel und Unterschrift… eine elegante Lösung, um ein Ende der Merkwürdigkeiten herbei zu führen, die allerdings nicht sofort wirkte und auch nicht den einen oder anderen noch folgenden weiblichen Wortschwall verhinderte.

Die Besucherinnen verstrickten sich immer mehr in Wiedersprüche und letztendlich gab mein Herr mir das Dokument, damit ich es zurückgebe. Er machte deutlich, dass für ihn das Thema „Beglaubigung“ vorerst erledigt war: „Eines ist klar, Abreisende soll man niemals aufhalten… geh zu dem fetten gierigen Schreiber deines Vertrauens. Solltest du es dir anders überlegen, dann kannst du ja zurückkommen.“ Nachdem sich der Brauer nun breit grinsend verabschiedet hatte, kam zwar noch einiges Blablabla, doch letztendlich zogen die beiden Weiber von dannen. Puhhh… erstaunlich, aber meine Ohren hatten die weiblichen Wortfluten überstanden.


„Die waren komisch Arya. Ich will nicht in etwas hinein gezogen werden oder zwischen irgendwelche Fronten geraten, indem ich ein Dokument von Fremden beglaubige! So... und nun ist es Zeit für einen DAP!!“ Es ging für den Dienst-Abschluss-Paga zum Hafen, wo einige Sitze vor der Taverne an diesem Abend bereits besetzt waren. Doch diesmal war es nicht an mir, alle Herren mit Getränken zu versorgen, da Laya sich bereits um den Durst ihres Herrn, des Brauereikriegers und des Bauern gekümmert hatte. Die Gespräche der Männer wandten sich natürlich auch kurz noch den beiden Besucherinnen zu und bestätigten, dass an der Sache vermutlich irgendetwas faul gewesen war. ;-)

Dienstag, 13. Juni 2017

Wie man in den Wald hinein ruft…

Oha, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet… 89 war zurück. Eigentlich brauchte ich noch ein paar Ehn zum Verdauen dieses gänzlich unerwarteten Ereignisses, doch mein Herr rief: „Arya, bist du oben? 89 ist wieder da und ich habe sie umbenannt!“ Mir blieb nichts anderes übrig, als die Kanne zum Gießen der Blumen abzustellen, an der ich mich mit gespitzten Ohren festgehalten hatte, als die beiden nach Hause gekommen waren. Außerdem interessierte mich, was ihn zur Namensänderung veranlasst hatte, weil seine Heimgekehrte doch lange weg gewesen war.

Eilig hüpfte ich die Treppe hinunter, der neue Name blieb vorerst jedoch geheim. Mein Herr teilte mir lediglich mit: „Ich hatte gute Laune… das kommt hin und wieder vor. Erstaunlicherweise hat meine Familie sie zurückgeschickt… aber ich dachte eigentlich, du freust dich mehr, dass sie wieder da ist, Arya.“ Hmmm… Sleenkacke wegmachen hin oder her, schon lange habe ich mich daran gewöhnt, mich um alles, jeden, sonstiges, das Gasthaus, die Taverne und überhaupt zu kümmern… warum sollte ich mich also der Hoffnung hingeben, dass ausgerechnet dieses Mädchen bleibt? 

„Arya, du wirst dich an sie gewöhnen. Mach ihre Kette mal ab, wir gehen in die Stadt!“ unterbrach mein Herr meine Gedanken. Während ich seinem Befehl nachkam, schluckte ich sämtliche in mir tobenden Gefühle herunter und begrüßte die Heimgekehrte: „Tal 89, willkommen zurück im Haus meines Herrn… auf mit dir, zieh dich an, es geht nach draußen.“ Ups, jegliche Reaktion blieb aus, die Sklavin rührte sich nicht. „Sie hat es mit den Ohren, mein Herr“, informierte ich ihn und zischte die Schwerhörige danach an, was ich von ihr erwarte, wenn ich ihr einen Befehl gebe.

Toll, das Miststück schaute hinter sich, als ob dort jemand kniet, legte es offensichtlich auf einen Machtkampf mit mir an… na, den konnte sie haben! „Rana, bist du taub geworden?!“ machte mein Herr sich ungehalten Luft und ich erfuhr immerhin den neuen Namen seiner Sklavin, die weiter regungslos in ihrer Ecke blieb, irgendwann aber antwortete: „Nein mein Herr, ich höre sehr gut, nur dachte ich, dass noch jemand neben mir ist, den die Herrin mit 89 anredet.“ „Stell dich nicht dumm, Rana!“ grummelte mein Herr und stampfte zur Tür hinaus, während ich klar stellte, dass ich ihre Erste bin und sie nennen kann, wie ich will.

„Mein Herr bestimmt, welchen Namen ich trage… nicht du“, wurde mir mit überlegenem Lächeln mitgeteilt. Tja, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus… jetzt war ich diejenige, die sich taub stellte. Ich verzichtete auf eine vermutlich überflüssige Erwiderung, für mich blieb sie 89. Dass sie danach meine Befehle irgendwann komplett ignorierte und ich mich um sein Getränk kümmerte, entging natürlich auch meinem drohend zwischen uns hin und her schauenden Herrn nicht: „Arya, Rana… klärt das, sonst helfe ich nach!“ Ok, das wollte ich tun, allerdings erst später, denn über das Wann hatte er sich nicht geäußert. Vorerst gab es Wichtigeres, als diesem dummen Vulo die Leviten zu lesen.

Sichtlich erheitert, fragte 89 meinem Herrn doch tatsächlich, ob ich noch seine Erste bin. „Rana, wenn Arya dich 89 nennen will, dann darf sie das… da mische ich mich nicht ein.“ Eigentlich hatte er damit nun wirklich alles geklärt und meine Stellung über dieser Kajira bestätigt… dachte ich jedenfalls. Doch 89 dachte anders und nahm sich heraus, meinem Herrn zu widersprechen: „Ich reagiere aber nur auf den Namen, den mein Herr mir gab.“ Ihm blieb nichts anderes übrig, als zu wiederholen: „Arya ist die Kettenerste, sie kann dich nennen, wie sie will… und wenn sie dich anspricht, egal wie, dann reagierst du!“


Später alleine mit ihm, strich mein Herr mit seiner Hand sehr sanft über meinen Rücken und kam schmunzelnd noch einmal auf die Besserwisserin am Ende seiner Sklavenkette zu sprechen: „Arya, ich will nicht, dass du dich mit anderen Sklaven abärgern musst. Manchmal bist du aber auch sehr stur, was mir meistens gefällt, aber nicht immer. Du darfst zeigen, dass du meine Erste bist, doch vertreib die Rothaarige nicht, damit ich sie zur Not teuer verkaufen kann, denn sie hat viele Münzen gekostet.“ 

Ja, das hatte sie leider. Ich versprach, mir Mühe zu geben mit seinem Geschenk, das er sich selbst gemacht hatte und beteuerte: „Mein Herr, ich möchte doch, dass dir deine Kajira erhalten bleibt und dich ihr Kauf freut.“ „Arya… an erster Stelle steht für mich, dass du mir erhalten bleibst. Du darfst nicht vergessen, wer nach meinen Zwillingen das größte Geschenk in meinem Haushalt ist… es kniet gerade neben mir.“ :-)))

Donnerstag, 8. Juni 2017

Zurück in Jorts Fähre

„Tal Arya! Na, bist du froh, nicht mehr im Norden zu sein? Und dass du nicht mehr Dummchen bist, gefällt dir bestimmt auch oder?“ erkundigte sich mein Herr schmunzelnd. Stimmt, darüber war ich wirklich erleichtert, befühlte vorsichtshalber aber noch einmal dezent meine Nordmannwange, die sich inzwischen jedoch komplett erholt hatte. „Dich dumm zu stellen, war keine gute Idee, Arya… aber ich denke, du hast gemerkt, wie wenig schlau das war.“ Oh ja, das hatte ich und ich legte auch keinerlei Wert auf eine Fortsetzung der Behandlung des großen Nordmanns.

Um Ablenkung von diesem schmerzhaften Erlebnis bemüht, erkundigte ich mich hoffnungsvoll, ob vielleicht schon zu sehen ist, dass ich seit unserer Heimkehr doppelte Resteportionen esse. „Warum das denn Arya?“ fragte mein Herr sichtlich irritiert. Da er nicht verstand, warum ich kompakter werden wollte, erklärte ich ihm, wie grässlich ich es finde, wenn ständig die nach oben ragenden Riesenbrüste und gewaltigen Hinterteile von fast gleich aussehenden Kajirae mit Kindergesichtern angepriesen werden, während ich abfällig als zu dünn bezeichnet werde. Leider scheinen Sklavinnen dieser Zuchtform neuerdings sehr beliebt zu sein. 

„Arya, wer sagt, dass ich will, dass du zunimmst?“ fragte mein Herr erstaunt und strich dabei über meinen obersatten, allerdings immer noch ziemlich flachen Bauch. Ausschlaggebender letzter Anlass für meine Bemühungen war das Erlebnis im Norden gewesen, als er das ausladende Hinterteil dieser Prall mit den üppigen Formen durchgeknetet und ihr Jarl damit angegeben hatte. „Ach… und knete ich deinen Hintern nicht auch, wenn mir danach ist, Arya?“ Das stimmte natürlich, trotzdem hatte ich Angst, meinem Herrn vielleicht nicht mehr zu gefallen. „Hör auf doppelte Portionen zu essen… wenn du zunehmen sollst, weiß ich eine andere Methode, Arya.“

Damit war das Thema für meinen Herrn erledigt, denn er zupfte jetzt am Schmuck, den ich immer noch trug. Nach unserer Heimkehr hatte ich vollkommen vergessen, ihn wieder in meinem kleinen Schatzkästchen zu verstauen, obwohl ich doch genau weiß, dass ihm sowas nicht gefällt. „Arya, leg die Binaketten ab und zieh dir etwas an… wir gehen jetzt zur Brauerei.“ Vorher nahm er allerdings noch eine andere Kette zur Hand, die er schmunzelnd an meinem Kragen befestigte, spielerisch daran zog und dabei äußerst zufrieden brummte: „So gefällt es mir, meine kleine Kajira.“ Oh ja… dieser Schmuck gefiel mir natürlich auch.


An der Brauerei angekommen, bollerte mein Herr diesmal höchstpersönlich an die Tür und brüllte so laut den Namen des Brauers, dass der Herr förmlich heraus geschossen kam mit einem „…nur die Ruhe und tal erst mal… was gibt es denn so Wichtiges?“ Mein Herr erklärte, dass er sich seit unserer Abreise zum Thing große Sorgen um ihn gemacht hatte, weil der Brauer doch eigentlich mitkommen wollte. „Uff… ich musste dringend zu einer Fachverkostung!“ antwortete der wieder aufgetauchte Vermisste, was sehr wichtig und interessant klang. Details dieser Verkostung wurden aber nicht näher erläutert, da sich das Gespräch der beiden Männer natürlich um die Erlebnisse beim Thing drehte und dass jeder meinen Herrn als Südling erkannt hatte.

Während mein Herr von den Tanzkünsten des nordischen Oberjarls berichtete und der Angeberei der Nordleute mit ihren prallen Sklavinnen, schaffte ich eilig Getränke herbei… diesmal übrigens in weniger als zwei Ehn, was mit hörbar zufriedenem Brummen honoriert wurde. Leider erwähnte mein Herr auch die kräftige Ohrfeige des Oberjarls und ich musste erklären, dass ich sie mir nur deswegen eingehandelt hatte, weil ich einfach nicht anders konnte, als die geschmeidigen Tanzbewegungen des Nordmanns mit funkelnden Blicken zu bewundern, die der Kerl nur leider falsch verstand.


Nachdem sich der Sattler mit seiner Kajira dazu gesellt hatte, verlagerten sich die Männer auf die Tavernen-Sitzfässer am Hafen… im Sitzen trinkt es sich eben doch besser. Unsere Reise zum Thing mit den ganzen nordischen Merkwürdigkeiten blieb natürlich weiter Gesprächsthema Nummer 1. Fazit meines von dieser Veranstaltung insgesamt wenig beeindruckten Herrn war übrigens: „Es war ziemlich windig dort… ich hätte die Nordler mit einer Hand auf dem Rücken besiegen können, die waren nämlich nicht gut… aber ich durfte ja nicht mitmachen.“ 

„Hmm… bisher hatten sie immer recht gute Kämpfer“, erwiderte der Brauer erstaunt und erzählte von seinem Besuch eines anderen Festes im Norden, das damals vollkommen überlaufen gewesen war. Kurz wandte sich das Gespräch noch den Vor- und Nachteilen der Tarnung meines Herrn mit oder ohne Bart zu, um zukünftig nicht von jedem Nordmann mit Namen und Herkunft erkannt zu werden, aber auch wohlriechendem Sklavenparfüm, der Vertiefung diplomatischer Beziehungen und minderwertiger, viel zu teuer ersteigerter, nämlich ständig schlafender Sklaven-C-Ware.


Während das Zentralfeuer tiefer und tiefer sank, nahte gleichzeitig leider unaufhörlich die Ahn der Nachtwache meines Herrn, zu der er diese Hand eingeteilt war. „Arya, du kümmerst dich noch um den Brauer und wenn er dich nicht mehr benötigt, kommst du nach Hause.“ Nach diesen Worten wuschelte er noch kurz meine Haare durch, stemmte sich dann aber hoch, denn Dienst ist nun mal Dienst, zu dem ein pflichtbewusster Hauptmann selbstverständlich nicht zu spät kommt. Ich rutschte also ein Sitzfass weiter, um mich nun sanft an den schönen rothaarigen Brauereibesitzer anzuschmiegen, der nach Layas Frage etwas ausführlicher erklärte, was ein Thing ist.

„Ich glaube, das machen die Nordler regelmäßig alle 4 Märkte… Turniere, fressen, saufen, tanzen… werfen Knochen und so Kram… fragen nach dem Wetter, wie der Winter wird, ob die Fische beißen, wie der Krieg ausgeht.“ Mit ungläubigem Gesichtsausdruck hakte der Sattler nach diesem recht ungewohnten Redeschwall des Kriegers prompt nach: „Knochen nach dem Wetter fragen? Wenn ich wissen will, wie das Wetter ist, schau ich zum Himmel!“ „Stimmt Herr und wenn man vom Regen nass wird, erübrigt sich sogar der Blick nach oben“, gab auch ich meinen Senf noch dazu und der Sattler bestätigte: „Genau Arya... wenn es regnet, das merke ich sogar nach drei Paga noch!“

Im Nachhinein fand ich es schade, dass bei unserer Ankunft im Norden das ganze Gedöns des Things schon in Gange gewesen war und wir uns vor dem Ende wieder auf den Heimweg machen mussten… ein Knochenwetterbericht hätte mich echt interessiert! 

Lange Zeit, den Knochen hinterher zu trauern, blieb mir allerdings nicht. An diesem Abend riefen nämlich nicht die Kessel nach dem Brauereikrieger, sondern seine Felle, sodass ich dem Wunsch meines Herrn, mich gut um den schönen Rarius zu kümmern, nachkam und meine Heizdienste anbot. „Aye… du kannst mir gerne das Fell wärmen, Arya“, schmunzelte der Rarius und patschte mir vor seiner Haustür bestens gelaunt aufs Hinterteil: „Rein mit dir, Arya!“ ;-))

Mittwoch, 7. Juni 2017

Fest des Nordens (2)

Mein Jarl hatte sowieso kein Interesse an den Wettkämpfen teilzunehmen, trotzdem wurde er anschließend am Lagerfeuer vom Oberjarl des Things aufgeklärt, dass der Norden die Südler nur aus Respekt eingeladen hatte, ihnen das Mitmachen allerdings verwehrte. „… aber genug der Politik. Wir halten hier Frieden und wollen nur eines… feiern!!!“ beendete der Nordmann das Thema und warum dieser Oasen-Emir anscheinend wieder abgereist war. Er befahl seiner Sklavin, sich ans Feuer zu bewegen und ich glaube, sogar ihr Name bezog sich auf ihre prallen Rundungen: „DAS, mein Freund aus Kassau, ist meine Prall… wohlgeformt und griffig!“ Die wogenden Massen des Mädchens neugierig musternd, machte ich mich sofort etwas kleiner, denn damit und auch sonst, konnte ein Dummchen aus dem Süden natürlich nicht mithalten. 

„Ja, das kann man sehen. Ich habe Dummchen einem Südkerl abgenommen… die muss sich erst noch einleben“, erklärte mein Jarl dem nordischen, gewaltig von sich eingenommenen Angeber, der schließlich selbst aufstand, um wild stampfend eine Art Tanz aufzuführen.

 „Dummchen, hier wird ganz anders gefeiert, als bei den Schwächlingen im Süden was?“ setzte mein Jarl noch einen drauf, während ich mich noch dümmer stellte und so tat, als ob ich nicht mal in der Lage war, den Knoten zu lösen, mit dem mein knappes Röckchen zusammengehalten wurde. „Na los meine Kleine, zeig diesem Dummchen, was es heißt, hier zu feiern. Hilf ihr sich auszuziehen und zerr sie notfalls an den Haaren zum Tanzen!“ forderte der Jarl sein Mädchen auf.


Ich stellte mich taub, kniff meine Augen zu, als die wogenden Brüste zu mir herum wirbelten und schaffte es irgendwie, mich der freundlich ausgestreckten Hand des Mädchens zu entziehen, um weiter die Dumme zu mimen. Ich wollte dem Nordler doch nicht seine Show stehlen, sollten die Anwesenden ruhig denken was sie wollten! So ruhig wie es inzwischen war, wurde offensichtlich sowieso eine ganze Menge gedacht und mir schwante, welch großen Vorteil es hatte, dass ich keine Gedanken lesen konnte. Für mich war einzig wichtig, wonach meinem Jarl der Sinn stand, der gerade wundervoll sanft über meinen Schenkel strich und mir ein leises Seufzen entlockte. „Dummchen, es wird wohl langsam Zeit, dass wir uns einen schönen Platz zum Schlafen suchen.“

Offensichtlich gnädig gestimmt jetzt oder vielleicht der Meinung, dass ich auch zum Suchen zu dumm war, bot der Oberjarl nun großzügig an: „Es gibt hier noch ein freies Zelt… zwar zählt Kassau für uns mehr zum Süden, das heißt, dein Lager wäre gegenüber vom Hafen, aber wenn du das freie Zelt finden solltest, sei es dein.“ Dem Kerl war vermutlich klar, wen mein Jarl auf die Suche schicken würde. „Husch, Dummchen, geh schauen, wo das ist und wenn du es gefunden hast, holst du mich“, lautete nämlich wie erwartet der Befehl meines Jarls, mit dem er mir eine perfekte Gelegenheit bot, einen weiteren Beweis für meinen Namen zu liefern.


Ich ließ mir Zeit und suchte erst einmal einen geeigneten Busch, hinter dem ich mich erleichtern konnte… das leere Zelt hatte ich nämlich schon bei unserer Erkundung des Lagers entdeckt und war mir ziemlich sicher, es schnell wiederzufinden. Da mein Jarl mir andernfalls nicht gerade Streicheleinheiten angekündigt hatte, stolperte ich schließlich zum Lagerfeuer zurück, kniete mich dann aber lieber mit deutlichem Abstand neben ihn und verkündete mit sehr verhaltenem Lächeln: „Ich bin wieder da mein Jarl.“ Wie erwartet brummte er mich in der für ihn typischen Art sofort an: „Das sehe ich Dummchen… hast du gefunden, was du suchen solltest?“

Vielleicht übertrieb ich es und stellte mich tatsächlich zu dumm, denn ich erzählte erst einmal, dass ich jede Menge Zelte gesehen hatte. Dabei ließ ich weg, dass dies wie gesagt schon eine Weile her war. Oha, der Oberjarl schien beim Tanzen inzwischen in Wallungen gekommen zu sein und hatte es jetzt offensichtlich dringend nötig, sich Luft zu machen: „Bei Thor, lass dieses verdammte Dauerknien… willst du deine Möse vom kalten Boden kratzen? Du bist hier in einem Tal zwischen zwei Gletschern, also heb deinen Arsch gefälligst vom Boden!“ mischte der Kerl sich nämlich ein. Nanu, war dem Kerl nun endgültig was auch immer in den Kopf gestiegen und hatte ihn verwirrt?Erneut zog ich es vor so zu tun, als hätte ich ihn nicht gehört, denn das große Lagerfeuer strahlte ordentlich Wärme ab.

Meinem Jarl wegen des Übernachtungszeltes weiter Rede und Antwort stehend, erzählte ich ihm lang und breit von vielen leer stehenden Zelten und wollte gerade ergänzen, dass an einem keine Flagge hing, es also das gesuchte sein musste, als der Nordmann wieder dazwischen blaffte: „Deine Kleine ist wirklich ein Dummchen. Die Zelte mit Flaggen gehören den Clans, aber es gibt EIN Zelt ohne Flagge am Eingang, das frei ist.“ 

Mein Herr ertrug das Einmischen mit großer Gelassenheit... vermutlich ließ er alles gleich ohne hinzuhören von seinen Ohren abprallen. Doch ich konnte mir einen böse funkelnden Blick in die Richtung des immer noch stampfend Tanzenden echt nicht mehr verkneifen.

Oha, der hatte es gar nicht mit den Augen, sondern trotz tief stehendem Zentralfeuer und flackerndem Lagerfeuer meinen Blick bemerkt, hörte sofort mit dem ausgelassenen Gehopse auf und baute sich vor mir auf: „Was sollte dein Blick, Sklavin? Hast du ein Problem?“ 

Während ich konzentriert die dicken Stiefel vor mir musterte, hörte ich von meinem Herrn nur ein leises Rülpsen und spürte gleichzeitig, dass der Superseher meine Haare packte. „Bitte verzeih, Jarl, wenn mein Blick deinen Tanz unterbrochen hat...aber ich konnte einfach nicht anders, als die geschmeidigen Tanzbewegungen deines gestählten Körpers zu bewundern“, bemühte ich mich um Schadensbegrenzung.

Dabei sah ich kurz zu dem vor mir Stehenden auf, bevor ich die intensive Musterung seiner Stiefel fortsetzte. Leider funkelten meine Augen beim Aufschauen wohl noch mehr oder wahrscheinlich konnte der Mann sie jetzt endlich richtig erkennen, denn er zerrte mich an den Haaren auf die Füße und verpasste mir eine schallende Ohrfeige. Während ich nach Luft schnappte, raunte er mir kalt zu: „Lass deinen Blick das nächste Mal nicht deine wahren Absichten verraten und wenn du nochmal lügst, wirst du noch was anderes kennen lernen, was du im Norden sicher noch nicht erlebt hast!“ Mir blieb nur, mich leise zu bedanken und zu versprechen, dass ich mir seine Worte merken werde.

Der Nordmann setzte seinen Tanz danach zwar fort, doch folgte nun zusätzlich auch noch eine Ermahnung meines Jarls: „Dummchen, Dummchen… du blamierst mich, wenn du so weiter machst und das gefällt mir nicht.“ Selbstverständlich entschuldigte ich mich auch bei ihm, fügte aber erklärend hinzu, dass ich meinem Namen doch nur Ehre machen wollte. „Dummchen, wer sagt denn, dass du das machen sollst? Das ist Unsinn und solange du dich wie ein Dummchen benimmst, bleibst du auch Dummchen…“ 


Die restlichen Worte meines Jarls erinnere ich nicht mehr, da sie vom Gejohle des tanzenden Oberjarls übertönt wurden und schließlich durfte ich den Weg zum leeren Zelt zeigen. Dort musste ich wegen der dünnen Wände zwar weiter jarlen, durfte aber trotzdem auch die anschmiegsame Arya in den Armen des Hauptmanns von Jorts Fähre sein, als mein Herr sich mit mir vergnügte. Ich denke, ich muss nicht näher beschreiben, wie glücklich ich später eng an ihn gedrückt einschlief. ;-))

Dienstag, 6. Juni 2017

Fest des Nordens (1)

Eigentlich war verabredet worden, dass mein Herr und der Krieger mit Brauerei die belnendschen Rarii auf ihrem Waldausflug begleiten und bei ihrem Vergeltungsschlag gegen irgendein Taluna-Camp unterstützen.

Doch leider zog vollkommen unerwartet plötzlich schrecklich dichter Nebel auf, sodass der Schiffskapitän wegen fehlender Sicht das Auslaufen verweigerte. Mir kam dies nicht wirklich ungelegen, da ich am Oberteil meines Herrn noch ein paar Kleinigkeiten zu nähen hatte, das er als getarnter Südler beim Thing im Norden tragen wollte, um nicht aufzufallen.

Am Tag unserer Abreise in den Norden brachen wir zeitig zur Brauerei auf, die jedoch ausgestorben war und auch auf mein lautes Klopfen öffnete niemand, obwohl der rothaarige Brauereibesitzer am Vortag noch sein Interesse am Besuch des Things kundgetan hatte. „Was ist Arya, hörst du das typische Schnarchen, wenn jemand auf seinem Gold schläft?“ erkundigte sich mein Herr nach einer Weile, während ich lauschend sogar die Luft anhielt. Doch zu hören war absolut nichts… der Goldschlaf des Brauereikriegers also vermutlich besonders tief. 


„Hmm… gut, wir sägen jetzt einfach einigen Bosk ihre Hörner ab und nehmen etwas Honig mit, Arya“, entschied mein Herr und lief Richtung Hof. Doch auch dort war niemand zu sehen und es standen leider auch keine Honigtöpfe herum. 

Die Bienenstöcke anzufassen konnte ich meinem Herrn zum Glück ausreden, wurde also nicht gestochen und auch vom Absägen der Boskhörner nahm er Abstand. Den leckeren Schinkenspeck, der förmlich darum flehte mitgenommen zu werden, fand er allerdings als zusätzlichen Reiseproviant bestens geeignet. 

Da mein Herr sich selbstverständlich nicht einfach so am Eigentum eines Heimsteinangehörigen vergreift, übergab er mir natürlich noch ein paar Münzen, die ich dem Bauern vor die Haustür legte. 

Mich schließlich genau musternd, ließ er als nächstes leider seinen Unmut über meine Kleidung heraus und besonders darüber, dass es mir nicht gelungen war, am Hafen einen Sirik zu kaufen: „So, so, Arya… dann streck deine Hände vor!“ Kaum diesem Befehl nachgekommen, packte er meine Handgelenke, um sie eng zusammenzuketten und sie schließlich mit einer längeren Kette aus der Schmiede noch zusätzlich mit meinen gefesselten Knöcheln zu verbinden. 

Nun offensichtlich einigermaßen zufrieden mit meinem Aussehen, erkundigte mein Herr sich in Sachen Tarnung: „Wenn im Norden irgendwer fragen sollte… aus welcher Stadt kommen wir, Arya?“

„Wir könnten sagen aus Kassau, mein Herr… stimmt doch irgendwie, weil du dort mal gelebt hast und ich nach dem Feldzug gegen Lydius auch eine kurze Zeit… es wäre also nicht gelogen.“ 

Mein Herr war einverstanden und ergänzte noch: „Arya, du wirst während der Reise meinen Namen nicht sagen und ich nenne dich Dummchen.“ Außer einem schnellen „ja mein Herr“ erübrigte sich weiteres Antworten natürlich, da ich meinen Herrn sowieso nicht beim Namen nenne. Im Norden angekommen wurde mir allerdings schnell klar… er hätte vorher lieber noch erwähnen sollen, dass ich ihn mit „mein Jarl“ anreden muss, dann hätte ich unterwegs schon mal üben können. 

„Hast du den Flug mit dem Tarn und die Aussicht genossen, Dummchen?“ erkundigte sich mein Jarl nach unserer Landung und nach meiner begeisterten Antwort legte er fest: „Gut, Dummchen… auf dem Rückflug werde ich dir die Augen verbinden.“ Ich schluckte zwar, doch standen mir keine Widerworte zu, sodass ich leise antwortete: „Danke mein Herr... ähmmm... mein Jarl... ich bin mir sicher, der Blindflug zurück ohne wird bestimmt genauso wundervoll, wie der Hinflug mit Sicht aus luftigen Höhen.“ 

Danach bemühte ich mich, ihn wirklich nur noch mit „mein Jarl“ anzusprechen, was echt oberschwer war. Das Thing war bei unserem Eintreffen übrigens bereits in vollem Gange und von weitem schon war das Musikantengedudel des Barden aus Kafal zu hören, der eigentlich in ganz Gor auf jedem Fest anzutreffen ist. 

Nachdem mein Herr über sein Inkognito und die Herkunft aus Kassau sowie meine Namensänderung informiert hatte und ich sämtliches echte und schadenfrohe Mitleid an mir abprallen ließ, zog er mich allerdings weiter und ignorierte einen merkwürdigen Nordmann, der irgendetwas über "Sandwurm" von sich gab.

Es war sicher nicht verkehrt, sich einen Überblick über das Lager und die vielen aufgebauten Zelte zu verschaffen, an deren Eingängen Flaggen mit den unterschiedlichsten Wappen hingen. Als Dummchen tat ich später am Lagerfeuer natürlich so, als habe ich keine Ahnung, was diese Lappen bedeuten und versuchte meinem Namen damit einige Ehre zu machen. Vorher ging es aber erst einmal auf die Tribüne, von der man den Axt-Wettkämpfen sehr gut zuschauen konnte, in denen die Nordler gefährlich auf einander einschlugen, bis schließlich recht bald auch schon das Finale ausgerufen wurde. 


Sonderlich viel los war auf dem Thing zum Glück nicht... wobei wir auch erst später eingetroffen waren, als es schon voll in Gange war. Da ich solche Massenveranstaltungen nicht so besonders mag, fand ich das ganz schön. Mein Jarl tarnte sich übrigens nicht nur mit seiner Kleidung, sondern trank sogar Met. Allerdings goss er dieses nordische Zeug auf ex in sich hinein, sodass ich mich stumm fragte, ob er den Geschmack möglichst schnell wieder loswerden wollte. Trotz seiner Kleidung erkannte ihn erstaunlicherweise der breit grinsende oberste Jarl der Veranstaltung: „Na, was sehe ich denn da? Der Kommandant von Jorts wagt sich zum Fest des Nordens? Willkommen… der Friede des Things sei dir gewiss, aber ruh dich nur nicht zu sehr aus…“

Der Kerl ergänzte noch, wie weit weg sich das Camp für die Leute aus dem Süden befindet, gestand nach dem Hinweis meines Jarls auf Kassau dann aber ein, dass er nicht so gut sah und korrigierte sich: „Bei Thor… entschuldige, das Licht ist dumm, ich habe dich tatsächlich verwechselt… dann willkommen, Krieger aus Kassau!“ Weiter um sein Inkognito bemüht, erwähnte mein Jarl zusätzlich noch die weite Anreise für jemanden aus Jorts Fähre und erfuhr, andere Besucher hatten einen viel weiteren Weg auf sich genommen: „Gestern war sogar der Emir der Oase der 4 Palmen hier, merkte aber rasch, dass dies ein Fest des Nordens ist………“

Samstag, 3. Juni 2017

Besuch aus Belnend

Mist, ich war spät dran und mein Herr hatte sein Training mit dem Brauereikrieger bereits beendet, als ich an der Wiese hinter dem Hof eintraf. „Wo warst du solange, Arya?“ stellte er mich zur Rede, war aber offensichtlich nicht schlecht gelaunt, da er gleichzeitig sanft durch meine Haare kraulte. Naja, seine Laune sollte sich noch ändern.

Ich war nämlich wegen seiner Kleidung für dieses Thing im Norden unterwegs gewesen und das hatte wegen der vergeblichen Suche nach einem Händler etwas länger gedauert. „Was ist daran denn so schwer, Arya, dass du mein Training verpasst?“ fragte er nun leicht ungehalten. 

„Nichts wäre schwer, wenn wir einen Händler hätten, der nicht dauerhaft auf Reisen ist oder eine Schneiderin… aus einem Sa Tarna Sack will ich dir nämlich nichts schneidern, mein Herr“, versuchte ich mein spätes Eintreffen zu erklären. „Arya, höre ich da Kritik? Wenn du mir etwas aus einem Sa Tarna Sack nähst, krieg ich einen roten Kopf!“ Selbstverständlich lag es mir gänzlich fern, irgendetwas kritisieren zu wollen, aber ich bin eben immer ehrlich und vor allem realistisch. „Ein roter Kopf wäre kontraproduktiv mein Herr, denn es geht dir doch darum, im Norden KEIN Rot zu zeigen!“ 

Oh Mist, war der Brauereikrieger mit dem falschen Fuß zuerst aus seinen Fellen gestiegen oder einer seiner Kessel übergekocht? Mit bedrohlich angeschwollener Stirnader warnte er: „Sag jetzt nichts gegen meine Haare, Arya!“ Um Schadensbegrenzung bemüht beteuerte ich schnell, wie toll ich seine roten Haare finde, während mein Herr ankündigte: „Wenn ich einen roten Kopf bekomme, dann bekommst du ein rotes Hinterteil, Arya… das nennt sich dann rote Verlagerung. Aber ich gehe davon aus, dass du fleißig dabei bist, meine Wünsche zu erfüllen und unserem Nordausflug nichts im Wege steht.“

Ich muss so konzentriert auf das Gespräch mit meinem Herrn und dem Brauer und ganz besonders auf das Verhindern unangenehmer Folgen gewesen sein, das ich das Herannahen von zwei Besuchern überhaupt nicht bemerkt hatte… sie standen nämlich so schlagartig auf der Wiese, als wären sie von einem Tarn gefallen. Mein Blick nach oben, zeigte allerdings weit und breit keinen dieser großen Vögel. Auch mein Herr meinte bei der Begrüßung des belnendschen Kriegers und seiner Gefährtin übrigens erstaunt: „Tal… ihr hattet es aber eilig zu uns zu kommen!“ 

Der Rarius überbrachte der roten Kaste von Jorts Fähre extra persönlich die Information von einem geplanten Überfall auf ein Taluna-Camp... man muss leider mit Verrätern rechnen, wenn man Boten einsetzt... und hoffte natürlich auf Unterstützung. Anscheinend hatten diese Waldfrauen Belnend mal überfallen, Tribut gefordert und sogar zu ihrem Außenposten erklärt, was man nicht auf sich sitzen lassen wollte. So wirklich logisch und nachvollziehbar war mich allerdings nicht, warum mit Bogen bewaffnete Wilde eine befestigte Stadt mit dicken Stadtmauern angreifen sollten. 

Aber ok, ich muss nicht alles verstehen und Belnend war schon immer sehr… naja, speziell eben… der Kommandant hat bekanntlich eine besondere Vorliebe für regelmäßigen Waldurlaub. Außerdem wurde diese Vergeltungsaktion vermutlich erforderlich, weil Belnend sonst die Söldner wieder weglaufen. Diese Sorte Krieger gehört meistens ja keinem Heimstein an, sondern findet sich kurzfristig immer nur dort ein, wo es nach Krieg riecht und gekämpft wird. Ansonsten reisen sie nämlich weiter, da Alltagsleben in Frieden offensichtlich zu langweilig ist… naja, jedem das Seine.


Herumstehen macht Durst und da es sich im Sitzen besser und vor allem bequemer trinkt, verlagerte sich die Gruppe schließlich an den Hafen vor die Taverne… der Ale verliebte Brauer bestellte übrigens mit dem Hinweis: „Heute ausnahmsweise mal ein Ale, Arya!“ Wegen seiner Defizite mit dem Schwert, fand der belnendsche Krieger die regelmäßig jede Hand in Jorts Fähre stattfindenden Waffentrainings interessant und nahm erfreut die Einladung meines Herrn zur Teilnahme an. Es wurden noch einige andere rotkastige Angelegenheiten besprochen und Neuigkeiten ausgetauscht.

Die Information über den Wiederaufbau von Kasra sorgte übrigens für reichlich Erstaunen bei meinem Herrn und dem Brauereikrieger, die Erinnerungen an die stinkende Fischsuppe allerdings bei allen Anwesenden auch für jede Menge Ekel.

Trotzdem will der Brauer gelegentlich wohl mal hin und mein Herr bot schmunzelnd seine Begleitung an: „Ich zuckel mit… solltest du mit deinem Bosk-Karren aber stecken bleiben, ich schiebe nicht!“ Na toll… ich ahne schon, wer dann sicher helfen muss, Klaus-Bärbel mag nämlich keine Steigungen.

Bevor die Besucher sich auf den Heimweg nach Belnend machten, lernte ich übrigens wieder etwas Neues… „Sultana“ ist nämlich nur ein Titel, der nichts mit getrockneten Trauben zu tun hat, sondern einfach nur so von der ehemaligen Gefährtin und Erbin des stinkreichen Besitzers einer Insel namens Lyros geführt wird, wo es Gold, Edelsteinminen und auch Salz gab.

Die Gefährtenschaft des belnendschen Kriegers mit dieser Frau war also ein mehr als lukratives Geschäft, hat aber trotz Reichtum mit dem Besitz von zwei Häusern offensichtlich den großen Nachteil, dass sämtliche Kleiderschränke wegen der vielen Roben dieser Sultana aus den Nähten platzen.

Jorts Fähre war an diesem Tag Ausflugsziel noch für einen weiteren Belnender. Leider traf der belnendsche Heiler und Händler von Kräutern sowie selbst hergestellter Medizin jedoch erst zu sehr später Ahn ein, als es meinen Herrn schon fast nach Hause in die Felle zog.

Wobei der Besucher sowieso Pech hatte, da die Gnädigste seit einiger Zeit wegen irgendwelcher grünkastigen Angelegenheiten auf Reisen ist, er mit seinen Kräutern und Medizinprodukten also eh kein Geschäft machen konnte. Ein erster Kontakt war allerdings hergestellt und der Name des Herrn ein weiterer auf meiner Merkliste, denn mein Herr hat es nun mal nicht so mit Namen. ;-)