Mittwoch, 7. Juni 2017

Fest des Nordens (2)

Mein Jarl hatte sowieso kein Interesse an den Wettkämpfen teilzunehmen, trotzdem wurde er anschließend am Lagerfeuer vom Oberjarl des Things aufgeklärt, dass der Norden die Südler nur aus Respekt eingeladen hatte, ihnen das Mitmachen allerdings verwehrte. „… aber genug der Politik. Wir halten hier Frieden und wollen nur eines… feiern!!!“ beendete der Nordmann das Thema und warum dieser Oasen-Emir anscheinend wieder abgereist war. Er befahl seiner Sklavin, sich ans Feuer zu bewegen und ich glaube, sogar ihr Name bezog sich auf ihre prallen Rundungen: „DAS, mein Freund aus Kassau, ist meine Prall… wohlgeformt und griffig!“ Die wogenden Massen des Mädchens neugierig musternd, machte ich mich sofort etwas kleiner, denn damit und auch sonst, konnte ein Dummchen aus dem Süden natürlich nicht mithalten. 

„Ja, das kann man sehen. Ich habe Dummchen einem Südkerl abgenommen… die muss sich erst noch einleben“, erklärte mein Jarl dem nordischen, gewaltig von sich eingenommenen Angeber, der schließlich selbst aufstand, um wild stampfend eine Art Tanz aufzuführen.

 „Dummchen, hier wird ganz anders gefeiert, als bei den Schwächlingen im Süden was?“ setzte mein Jarl noch einen drauf, während ich mich noch dümmer stellte und so tat, als ob ich nicht mal in der Lage war, den Knoten zu lösen, mit dem mein knappes Röckchen zusammengehalten wurde. „Na los meine Kleine, zeig diesem Dummchen, was es heißt, hier zu feiern. Hilf ihr sich auszuziehen und zerr sie notfalls an den Haaren zum Tanzen!“ forderte der Jarl sein Mädchen auf.


Ich stellte mich taub, kniff meine Augen zu, als die wogenden Brüste zu mir herum wirbelten und schaffte es irgendwie, mich der freundlich ausgestreckten Hand des Mädchens zu entziehen, um weiter die Dumme zu mimen. Ich wollte dem Nordler doch nicht seine Show stehlen, sollten die Anwesenden ruhig denken was sie wollten! So ruhig wie es inzwischen war, wurde offensichtlich sowieso eine ganze Menge gedacht und mir schwante, welch großen Vorteil es hatte, dass ich keine Gedanken lesen konnte. Für mich war einzig wichtig, wonach meinem Jarl der Sinn stand, der gerade wundervoll sanft über meinen Schenkel strich und mir ein leises Seufzen entlockte. „Dummchen, es wird wohl langsam Zeit, dass wir uns einen schönen Platz zum Schlafen suchen.“

Offensichtlich gnädig gestimmt jetzt oder vielleicht der Meinung, dass ich auch zum Suchen zu dumm war, bot der Oberjarl nun großzügig an: „Es gibt hier noch ein freies Zelt… zwar zählt Kassau für uns mehr zum Süden, das heißt, dein Lager wäre gegenüber vom Hafen, aber wenn du das freie Zelt finden solltest, sei es dein.“ Dem Kerl war vermutlich klar, wen mein Jarl auf die Suche schicken würde. „Husch, Dummchen, geh schauen, wo das ist und wenn du es gefunden hast, holst du mich“, lautete nämlich wie erwartet der Befehl meines Jarls, mit dem er mir eine perfekte Gelegenheit bot, einen weiteren Beweis für meinen Namen zu liefern.


Ich ließ mir Zeit und suchte erst einmal einen geeigneten Busch, hinter dem ich mich erleichtern konnte… das leere Zelt hatte ich nämlich schon bei unserer Erkundung des Lagers entdeckt und war mir ziemlich sicher, es schnell wiederzufinden. Da mein Jarl mir andernfalls nicht gerade Streicheleinheiten angekündigt hatte, stolperte ich schließlich zum Lagerfeuer zurück, kniete mich dann aber lieber mit deutlichem Abstand neben ihn und verkündete mit sehr verhaltenem Lächeln: „Ich bin wieder da mein Jarl.“ Wie erwartet brummte er mich in der für ihn typischen Art sofort an: „Das sehe ich Dummchen… hast du gefunden, was du suchen solltest?“

Vielleicht übertrieb ich es und stellte mich tatsächlich zu dumm, denn ich erzählte erst einmal, dass ich jede Menge Zelte gesehen hatte. Dabei ließ ich weg, dass dies wie gesagt schon eine Weile her war. Oha, der Oberjarl schien beim Tanzen inzwischen in Wallungen gekommen zu sein und hatte es jetzt offensichtlich dringend nötig, sich Luft zu machen: „Bei Thor, lass dieses verdammte Dauerknien… willst du deine Möse vom kalten Boden kratzen? Du bist hier in einem Tal zwischen zwei Gletschern, also heb deinen Arsch gefälligst vom Boden!“ mischte der Kerl sich nämlich ein. Nanu, war dem Kerl nun endgültig was auch immer in den Kopf gestiegen und hatte ihn verwirrt?Erneut zog ich es vor so zu tun, als hätte ich ihn nicht gehört, denn das große Lagerfeuer strahlte ordentlich Wärme ab.

Meinem Jarl wegen des Übernachtungszeltes weiter Rede und Antwort stehend, erzählte ich ihm lang und breit von vielen leer stehenden Zelten und wollte gerade ergänzen, dass an einem keine Flagge hing, es also das gesuchte sein musste, als der Nordmann wieder dazwischen blaffte: „Deine Kleine ist wirklich ein Dummchen. Die Zelte mit Flaggen gehören den Clans, aber es gibt EIN Zelt ohne Flagge am Eingang, das frei ist.“ 

Mein Herr ertrug das Einmischen mit großer Gelassenheit... vermutlich ließ er alles gleich ohne hinzuhören von seinen Ohren abprallen. Doch ich konnte mir einen böse funkelnden Blick in die Richtung des immer noch stampfend Tanzenden echt nicht mehr verkneifen.

Oha, der hatte es gar nicht mit den Augen, sondern trotz tief stehendem Zentralfeuer und flackerndem Lagerfeuer meinen Blick bemerkt, hörte sofort mit dem ausgelassenen Gehopse auf und baute sich vor mir auf: „Was sollte dein Blick, Sklavin? Hast du ein Problem?“ 

Während ich konzentriert die dicken Stiefel vor mir musterte, hörte ich von meinem Herrn nur ein leises Rülpsen und spürte gleichzeitig, dass der Superseher meine Haare packte. „Bitte verzeih, Jarl, wenn mein Blick deinen Tanz unterbrochen hat...aber ich konnte einfach nicht anders, als die geschmeidigen Tanzbewegungen deines gestählten Körpers zu bewundern“, bemühte ich mich um Schadensbegrenzung.

Dabei sah ich kurz zu dem vor mir Stehenden auf, bevor ich die intensive Musterung seiner Stiefel fortsetzte. Leider funkelten meine Augen beim Aufschauen wohl noch mehr oder wahrscheinlich konnte der Mann sie jetzt endlich richtig erkennen, denn er zerrte mich an den Haaren auf die Füße und verpasste mir eine schallende Ohrfeige. Während ich nach Luft schnappte, raunte er mir kalt zu: „Lass deinen Blick das nächste Mal nicht deine wahren Absichten verraten und wenn du nochmal lügst, wirst du noch was anderes kennen lernen, was du im Norden sicher noch nicht erlebt hast!“ Mir blieb nur, mich leise zu bedanken und zu versprechen, dass ich mir seine Worte merken werde.

Der Nordmann setzte seinen Tanz danach zwar fort, doch folgte nun zusätzlich auch noch eine Ermahnung meines Jarls: „Dummchen, Dummchen… du blamierst mich, wenn du so weiter machst und das gefällt mir nicht.“ Selbstverständlich entschuldigte ich mich auch bei ihm, fügte aber erklärend hinzu, dass ich meinem Namen doch nur Ehre machen wollte. „Dummchen, wer sagt denn, dass du das machen sollst? Das ist Unsinn und solange du dich wie ein Dummchen benimmst, bleibst du auch Dummchen…“ 


Die restlichen Worte meines Jarls erinnere ich nicht mehr, da sie vom Gejohle des tanzenden Oberjarls übertönt wurden und schließlich durfte ich den Weg zum leeren Zelt zeigen. Dort musste ich wegen der dünnen Wände zwar weiter jarlen, durfte aber trotzdem auch die anschmiegsame Arya in den Armen des Hauptmanns von Jorts Fähre sein, als mein Herr sich mit mir vergnügte. Ich denke, ich muss nicht näher beschreiben, wie glücklich ich später eng an ihn gedrückt einschlief. ;-))

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