Dienstag, 12. September 2017

Viel zu lernen noch

Fenris war gerade fertig versorgt, als mein Herr um die Hausecke bog und mir einen kleinen Schrecken einjagte, weil ich seine leisen, herannahenden Schritte im weichen Gras überhaupt nicht gehört hatte. In der nächsten Ihn strahlte ich dann aber und drückte wie meistens bei der Begrüßung meines Herrn meine Lippen sehr sanft auf seine Sandalen. 

Da es noch ein kleines Nachbeben gegeben und sich der Boden erneut etwas angehoben hatte, wollte ich ihm nun unbedingt zeigen, wie toll der vom Schmied umgehend organisierte Trupp Arbeitssklaven den Weg zu seinem und dem Haus meines Herrn geebnet hatte. Ich fand es zwar bedauerlich, dass sich dadurch die Wasserflächen vorm Haus verringert hatten, dafür war aber eine wundervolle Bucht entstanden, in der man bestimmt fantastisch baden kann, wenn sich das Schilf nicht weiter ausbreitet und das werde ich als anerkannte Wasser-Urt sicherlich zu verhindern wissen.

Die Neue meines Herrn hatte ich zuvor zwar eingespannt und sie jede Menge Wasser für den Sleen-Trog vom Brunnen holen lassen, sie danach aber wieder am Sklavenpfahl angekettet. Doch nun bestimmte er, sie habe sich lange genug ausgeruht und befahl mir, ihre Kette zu lösen. Sein Blick fiel dann auf ihr drei Tage altes Branding: „Arya, schau mal, ich glaube ihr Kef hat sich entzündet… es ist knallrot. Wir müssen wohl die Knochensäge holen.“ Während die Sklavin sofort zu jammern begann, er möge ihr Bein nicht absägen, erkundigte ich mich: „ Mein Herr, erlaubst du ihr etwas Heilsalbe drauf zu streichen, denn abgesägt ist weg und außerdem fällt das Bein irgendwann bestimmt von ganz alleine ab, wenn die Salbe nicht hilft."


Er genehmigte diese Maßnahme zwar, wunderte sich aber: „Warum haben wir Heilsalbe im Haus, Arya… damit ihr euch verarzten könnt, wenn ich euch die Kurt gegeben habe?“ Während ich aus der Kiste in der Küche den kleinen Tiegel hervor holte, den ich der Kajira mit der Anweisung reichte, wie sie den Inhalt die nächsten Tage aufzutragen hat, beteuerte ich meinem Herrn, dass ich selbstverständlich nie auf die Idee kommen würde, ohne sein Einverständnis meine Striemen damit zu behandeln. Den Priesterkönigen sei Dank passiert zwar selten etwas, trotzdem muss eine Kriegerkajira leider damit rechnen, dass ihr Herr mal eine schlimme Blessur verpasst bekommt, die vielleicht mit Heilsalbe gelindert werden kann.

Nachdem die Sklavin ihr fies aussehendes Branding eingecremt hatte, nutzte ich die Gelegenheit, ihr die wichtigsten Hausregeln meines Herrn beizubringen. Ich bin mir zwar unsicher, ob sie nicht doch eine 99er ist und er sie behalten wird, doch die wichtigsten Regeln muss sie selbstverständlich kennen. 

Es bleibt wohl abzuwarten, ob es mir tatsächlich gelungen ist ihr klar zu machen, dass Regeln zwar gut und schön sind, man aber immer seinen Kopf einschalten muss, da manches eben je nach Situation mal so oder so zu handhaben ist. Ihre Frage, warum Fenris demnächst an ihr schnuppern wird, ignorierte ich übrigens, damit sie nicht zu nervös wurde und sich besser auf das Merken der Hausregeln konzentrieren konnte.

Insgesamt machte die unausgebildete Barbarin, die noch nicht lange auf Gor ist, aber einen recht gelehrigen Eindruck, war vor allem kein bisschen besserwisserisch oder aufmüpfig, wie leider die meisten angeschwemmten Sammelstücke, sondern bemühte sich, stellte Fragen, war auch nicht zickig und akzeptierte mich ohne Widerworte als erstes Mädchen. 

Während meiner Lektion war ein Paga für meinen Herrn mehr als überfällig geworden und da seine Neue vor kurzem im Gasthaus mitbekommen hatte, wie Laya dem Brauer sein Ale und ich meinem Herrn seinen Paga serviert hatten, bekam sie jetzt die Chance zu zeigen, ob und wie gut sie aufgepasst hatte. Tja… so richtig aufmerksam war sie wohl doch nicht gewesen. Dass sie keinen langen Serve hinlegen würde, war mir klar, aber sich einfach nur an die falsche Seite neben meinen Herrn knien und ihm den nicht mal richtig vollen Pagabecher komplett ohne alles zu reichen, war doch arg wenig und führte zu entsprechendem Gebrumme: „Na, da muss aber jemand noch viel lernen.“ 


Das stimmte leider und da vieles besser verinnerlicht wird, wenn man es zusätzlich gezeigt bekommt, trank mein Herr aus und drückte mir seinen Becher grinsend in die Hand: „Zeig ihr mal, was du eben erklärt hast, Arya. Ich hätte gerne einen vollen Becher und du, Holz, schaust genau zu.“ Nur logisch, dass ich nun die ganz große, dunkelrote Schublade aufzog und meinem Herrn seinen Paga mit aller mir zur Verfügung stehenden Hingabe servierte. Klar war auch, dass sie meine rotseidenen Gefühle nicht nachempfinden konnte und auch nicht, warum die Berührungen meines sichtlich zufriedenen Herrn, den mein Serve nämlich nicht kalt ließ, mein Sklavenfeuer schließlich lichterloh entfachten. 

Doch was soll’s… es ist noch keine Kajira vom Himmel gefallen und das Mädchen kann froh sein, dass mein Herr sie jetzt schon nicht mehr „Holz“ nennt. Leider tat er sich jedoch wieder einmal schwer mit Sklavennamen, sodass es an mir war, ihm ein paar Vorschläge zu machen… er entschied sich für „Nara“.

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