Mittwoch, 29. August 2018

Hinterher ist man schlauer

„Komm Dina, lass uns mal etwas frische Luft schnappen.“ Dieser Befehl meines Herrn veranlasste mich zu der Frage, ob ich mir etwas anziehen sollte. Es war zwar immer noch warm, aber die große Hitzewelle schien inzwischen vorbei zu sein. „Kleidung nutzt ab, das ist doof und mag ich nicht“, war eine klare Ansage, nach der es sich erübrigte, in die Kiste mit den Sklavenklamotten zu greifen. Mit einem kurzen „ja mein Herr“ bestätigte ich seinen Wunsch und lief zur Tür, um sie für ihn zu öffnen. Komischerweise war mein unausgesprochenes „nicht in die Kiste greifen“ für ihn das Stichwort auf seinem Weg durch die Haustür in meine Haare zu greifen, sodass ich gezwungen war, weit vorgebeugt zu laufen.


Draußen blieb mein Herr stehen und stellte fest, dass die Temperaturen inzwischen tatsächlich etwas abgekühlt waren, während ich neben ihm in den Vierfüßlerstand ging, um den unangenehmen Zug an meinen Haaren möglichst gering zu halten. „Vielleicht musst du bald wieder etwas überziehen, Dina.“ „Oder mich vielleicht besonders eng an dich anschmiegen, mein Herr?“ war doch eine gute Alternative, die mein Herr schmunzelnd sofort ausprobierte, indem er mich näher an sich heranzog. „Meinst du etwa so, Dina?“ „Ja mein Herr, aber weniger vorgebeugt wäre noch wärmer und viel intensiver, weil ich im Knien dann meinen Bauch an dein Bein drücken könnte.“ „Ach wirklich? Ja du hast Recht, Dina… das könnte auch bequemer sein“, lachte er, ließ meine Haare los und gab mir mit den Fingern schnippend ein Zeichen, damit ich mich hinkniete.

Nach dem Eintreffen des Brauers wandte sich das Gespräch erneut der scheußlichen Haube zu, die ich in Schendi hatte tragen müssen. „Ich spare viel Geld, seit ich keine Gefährtin mehr habe und kann das in eine schöne Sklavenhaube für Dina investieren… Dina, freust du dich darüber?“ erkundigte sich mein Herr und der Brauer bestätigte belustigt grinsend: „Genau, sie war richtig begeistert über ihr Häubchen!“ „Ja, nur die Luft darunter war angeblich etwas muffig… aber die Ketten und Fesseln fand sie besonders toll“, lachte mein Herr, während ich mich beeilte zu sagen, alles was ihm an mir gefällt, macht auch mir eine Freude. 

Zum Glück unterhielten sich die beiden Männer dann über die Reisefreudigkeit des Rekruten und mein Herr fragte, ob der Brauer schon mal in Ar Station gewesen war. „Ja, aber nur einmal am Hafen dort, der Ort war vollkommen ausgestorben, sodass ich gleich wieder aufs Schiff bin“, berichtete der Brauer wenig begeistert. Da Ar Station quasi zur Nachbarschaft von Jorts Fähre gehört, denn es liegt ebenfalls am Vosk und zwar flussaufwärts gar nicht allzu weit entfernt, verabredeten sich die beiden Männer für den nächsten Tag, um sich dort mal umzusehen. 


Den Brauer herauszutrommeln gestaltete sich übrigens etwas schwieriger, da die Reisepläne über Nacht offensichtlich komplett abhanden gekommen waren. „Herrje… was gibt es denn und warum machst du so einen Radau, Dina?“ kam leicht ungehalten, nachdem der Krieger endlich von meinem Bollern an seine Tür wach geworden war und sich nun vor mir aufbaute. 


„Oh, nach Ar Station will dein Herr... ach das ist heute? Na gut, meinetwegen… ist er denn schon fertig? Nicht, dass ich mich jetzt abhetze und er trödelt!“ Da ich sämtliche Fragen außer dem Trödelvorwurf bejahte, mir auf diese Unterstellung aber einen Kommentar lieber verkniff, obwohl mein Herr nie trödelt, traf der Brauer schließlich leise fluchend vor der Taverne ein, wo mein Herr auf ihn wartend inzwischen schon mit den Sandalen im Gras scharrte. 

Die Schiffsreise verlief schnell und ohne irgendeinen Zwischenfall, denn es war ja wie schon erwähnt nicht weit. Dafür war der Weg vom Anleger in das Kaff etwas weiter, allerdings auch sehr nobel gepflastert. „Hier ist Geld… du kannst die Preise für deine Fässer erhöhen, Brauer. Aber so eine Straße brauchen wir auch, damit es weniger sumpfig ist bei uns“, schlug mein Herr vor, als wir schließlich vor einem verschlossenen Stadttor standen. „Schlafmützen... oder sie haben die Hose voll“, grummelte der Brauer, weil sich auf sein laut hörbares Läuten der Torglocke nichts rührte. Mein Herr stellte fest: „Die scheinen hier keine Besucher zu mögen.“ Doch in dieser Ihn tauchte ein Weib oben auf der Mauer auf.

Als erstes mokierte sie sich über die angeblich schon sehr späte Ahn, dann wollte sie den Grund für den Besuch wissen und wimmelte arrogant gleich ab, nur an lukrativen Geschäften interessiert zu sein… süffiges Ale und feiner samtiger Paga gehörten offensichtlich nicht dazu. „Komm, Brauer, wir gehen. Das ist mir die Mühe nicht wert. Dina auf und bei Fuß!“ befahl mein Herr und wandte sich tatsächlich zum Gehen, als oben auf der Mauer noch ein Kerl auftauchte. Ohne Näheres zu erfragen, unterstellte der meinem Herrn und dem Brauer frech, sie hätten sich verlaufen. Was der Brauer darauf erwiderte bekam ich nicht mit, da ich meinem Herrn inzwischen gefolgt war, vor dem sich nun allerdings zwei andere Nordleute aufbauten, die er freundlich grüßte.

„Steck dir dein „Tal“ sonst wo hin, Südmann. Bei uns sagt man „Odin zum Gruße“!“ kam umgehend eine murrende Korrektur. „Oh, ich bin mir sicher, „Tal“ kann man auch im Norden sagen“, schmunzelte mein Herr jedoch nur und verzichtete zu erwähnen, dass wir uns nicht im Norden befanden, sondern in Mittelgor am Vosk. Nun versuchte das Weib ihren Begleiter noch zu toppen und fand sich ihre Nase rümpfend offensichtlich besonders witzig: „Nay, ein Tal haben wir nicht. Der Berg und das Tal sind dahinten.“ „Hehe, ich weiß, dass ich hier nicht im Norden bin und ich weiß auch, dass Torvaldsland nach Torvald benannt ist und nicht nach Odin“, versuchte mein Herr es erneut. Tja, der Nordmann begann darauf zu gähnen und verlangte von der Frau: „Gib mir mal den Met… ist mir schon wieder zu viel hier!“ 


Während der Nordler nun den Met in sich hinein schüttete, sah die Frau es anscheinend als erforderlich an, noch eins drauf zu setzen: „Ein kleiner Klugscheißer… und dass die Sklavinnen hier überhaupt noch laufen können, so oft wie die am Boden hocken…“ Bei ihren letzten Worten nahm sie ihren Umhang ab und ging auf mich zu, um mir das Ding über den Kopf zu werfen, hatte aber wohl nicht damit gerechnet, dass ich mich ducken würde, sodass der Stoff über mich hinweg segelte. Wahhh…ich lass mir doch nicht irgendwelche Nordkleidung über den Kopf stülpen, die womöglich verlaust ist! Wie gut, dass der Brauer seine Verhandlungen am Stadttor inzwischen abgebrochen hatte, sodass unserer Heimkehr nichts mehr im Wege stand… dachte ich. Wie hätte ich auch ahnen können, dass das Weib sich nun wie eine Sklavin benahm.

Sie drückte sich an den Brauereibesitzer und säuselte ihn an: „Oh... dir ist doch sicher auch warm, roter Krieger, so voll in Rüstung hier unter der warmen Abendsonne? Möchtest du nicht auch etwas Met trinken? Na komm… Met wird dich stärken." Pahhh, wenn es eines gibt, was der Angesprochene nicht trinkt, dann ist das Met. Doch schlau wie er nun mal ist, lehnte der Brauer höflich ab und ging auf die Frau nicht weiter ein. „…Wieso gesellt ihr euch nicht zu den Boskviechern aus Ar und leistet denen Gesellschaft?!“ Damit bestätigte der Mann leider meine Befürchtung, in Ar Station hatten sich anscheinend Nordleute breit gemacht... hoffentlich konnten die Einwohner rechtzeitig flüchten! 


Echt lustig war, dass der Kerl oben auf der Mauer nun plötzlich angerannt kam: „Ich habe angeordnet, dass wegen der Piraten kein Schiff den Hafen verlässt… also kommt zurück in die Stadt!“ Pffft…nun auf einmal? „Wir werden zu Fuß gehen, denn Jorts Fähre ist ja nicht so weit… sichere Wege“, brummte mein Herr unmissverständlich und setzte sich in Bewegung. „Sollte ich noch mal dahin wollen, darf Dina mich auspeitschen. Pahh… ich bin doch kein Depp vom Dienst und spring, wenn die plötzlich was von uns wollen. Erst abblitzen lassen und dann auf einmal doch?“ empörte er sich später zuhause bei einem Paga und der Brauer bestätigte: „Diese Reise hatte doch ein Gutes… ich kenne wieder einen Hafen mehr, den ich in Zukunft nicht anlaufe!“ Tja, hinterher ist man schlauer. :-)

Dienstag, 28. August 2018

Launen meines Herrn

Auch die Rückreise von Schendi durfte ich ohne Fesseln und Haube verbringen. Doch kaum legte das Schiff in Jorts Fähre an, fesselte mein Herr erneut meine Handgelenke hinter meinem Rücken und zog mir grinsend die muffige Sklavenhaube über den Kopf. Zusätzlich band er einen Sack um meinen Hals, in dem sich die Bothas mit Palmwein befanden. „Dina, pass auf, dass nichts kaputt geht, sonst verziere ich deinen Hintern noch heute mit Streifen“, warnte er und zog an der Leine. Puhhh, endlich… zuhause nahm er mir Haube und Fesseln nämlich wieder ab, damit ich den Palmwein in der Küche verstauen konnte. 

Meine Erleichterung verpuffte allerdings schlagartig, als ich mich umdrehte und sah, dass mein Herr inzwischen die Gerte von der Wand genommen hatte. Er ließ sie erst einmal gefährlich durch die Luft zischen, legte sie dann aber unter mein Kinn, um meinen Kopf in den Nacken zu drücken, damit ich zu ihm aufschaute. „Hat dir die Reise gefallen, Dina?“ erkundigte er sich und musterte mich sehr intensiv mit seinen blauen Augen. „Ja mein Herr, sie gefiel mir und ist es nicht eine Wucht, du bist jetzt im Besitz von Palmwein!“ antwortete ich wahrheitsgetreu.

Ich ließ weg, was mein Herr vermutlich über meine Empfindungen hören wollte, während ich in Schendi die meiste Zeit gefesselt, geknebelt und blind gewesen war. „Ja, das stimmt… ich war überrascht, dass die Palmwein hatten, Dina. Aber nun ist es spät. Du schläfst heute hier unten im Käfig… vielleicht darfst du morgen wieder auf mein Fell.“ Mist, ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen und krabbelte nach einem leisen „ja mein Herr… ich wünsche dir eine gute Nacht“ in die hintere Ecke des verhassten Käfigs.


So ganz konnte ich aber doch nicht verbergen, was in mir vorging, nachdem die Tür geschlossen und das Schloss eingehängt war. Ich zuckte nämlich zurück und versteifte mich etwas, als mein Herr noch kurz durch meine Haare wuschelte und sanft über meine Seite streichelte. Die Decke, die er mir schließlich zwischen den Gitterstäben durchschob, umklammerte ich wie eine Kostbarkeit und zog sie schützend über mich, obwohl mir eigentlich gar nicht kalt war… zumindest äußerlich nicht. In meinem Innern sah es ganz anders aus, denn ich fühlte mich zurückgewiesen, schaffte es aber trotzdem, mich für die Decke mit einem kleinen Lächeln zu bedanken.

„Gute Nacht, Dina… es ist schön dich zu besitzen. Du weißt, dass ich Käfige mag und ich weiß, dass du keine roten Streifen magst“, schmunzelte mein Herr, kontrollierte das Schloss noch einmal sehr gründlich und stampfte danach die Treppe hinauf, um sich oben auf seinem schönen, weichen Fell schlafen zu legen. Es dauerte nicht lange, bis sein lautes Schnarchen zu hören war, während ich mich immer noch hin und her wälzte und nicht einschlafen konnte. Seit unzähligen Märkten auf diesem mir bis dahin unbekannten Planeten Gor ist mir schon sehr lange klar was ich bin, nämlich nur eine Sklavin ohne Rechte und meinem Herrn oder anderen Freien hilflos ausgeliefert. 

Irgendwann muss ich eingeschlafen sein, denn ich wurde vom Öffnen der Käfigtür wach. Hach, als mein Herr mich dann an sich zog und seine Finger durch meine Haare strichen, war schlagartig vergessen, wie einsam und verloren ich mich in dieser Nacht gefühlt hatte. Demütig beugte ich mich schließlich tief herunter, um meine Lippen innig auf seine Sandalen zu drücken. „Es war eine ungewohnte Nachtunterbringung für dich, Dina, denn vor mir hattest du noch keinen Herrn, der dich im Käfig schlafen ließ.“ Damit hatte mein Herr Recht, alle meine früheren Besitzer genossen meine Nähe immer sehr, ließen mich manchmal aber auch am Fußende oder angekettet am Sklavenhaken neben ihrem Fell schlafen.

„Ich denke, wir werden jetzt häufiger reisen, Dina. Es war doch ganz erholsam in Schendi oder?“ erkundigte er sich schmunzelnd. Na klar, es war sehr erholsam gewesen. Gefesselt, geknebelt und blind war mir jede Möglichkeit entzogen worden, mich nützlich zu machen. Ich war bestenfalls schmückendes Beiwerk gewesen, wobei… mit der hässlichen Haube wohl eher nicht? Mein Herr sah das anders: „Ich fand den Sonnenstichschutz sehr gut, Dina. Vielleicht bestelle ich bei dem Sattler eine Haube aus Leder… die ist dann nicht muffig, liegt dafür enger an und ist unbequemer.“ „Wie du wünschst, mein Herr.“ Mehr konnte ich dazu nicht sagen und senkte ergeben meinen Kopf, schaffte es jedoch nicht, mir ein leises Seufzen zu verkneifen. 


„Ahh, war das eben Vorfreude, Dina? Ich kann sie förmlich riechen!“ Ohje, hatte mein Herr womöglich Probleme mit seiner Nase? Vergessen war die doofe Haube, ich schaute besorgt zu ihm auf: „Vielleicht solltest du deine Nase mal von einer Grünen untersuchen lassen, mein Herr?“ Mist, irgendwie verstand er meine Sorge um seine Gesundheit vollkommen falsch, packte mein Ohr und verdrehte es äußerst schmerzhaft: „Soso, du willst also, dass ich mich einem Nasenkontrollgriff unterziehe oder sogar einer Nasenspülung? Das würde dir wohl gefallen, Dina?“ Ich versuchte mich mit Unwissen über grüne Untersuchungsmethoden herauszureden und dass ich doch nur das Beste für ihn wollte, konnte mich offensichtlich aber nicht verständlich machen.

„Wenn ich eine Nasenspülung bekomme, dann bekommst du einen Einlauf, das kann ich dir versprechen und außerdem Lebertran mit Salz als Stärkungsmittel! Zukünftig wirst du deine Vorfreude auf Investitionen, die ich für dich zu tätigen gedenke, stärker zeigen Dina, dann geht es meiner Nase auch besser!!“ brummte mein Herr wutschnaubend, bevor er mein Ohr zum Glück wieder losließ, ohne es abzudrehen. Anstatt nun lieber meinen Mund zu halten, war mir wichtig zu fragen: „Ich bin immer ehrlich, mein Herr, aber wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du, dass ich heuchle und Vorfreude vortäusche?“

Breit grinsend stellte mein Herr fest: „Ich kann also davon ausgehen, dass dir der Kauf der Haube nicht gefällt und dass deshalb die Vorfreude auch nicht zu riechen war.“ Genau, das traf den Nagel perfekt mitten auf den Kopf, denn ich war mir sicher, mit einer Sklavenhaube hässlich auszusehen… egal ob Sack oder aus Leder. Aber Geschmäcker sind verschieden und nach meinem ging es selbstverständlich nicht. Außerdem weiß ich, dass eine Sklavenhaube nicht für gutes Aussehen gedacht ist, sondern das Weglaufen einer Sklavin verhindert, sie erniedrigt, dem Herrn Kontrolle gibt und seine Macht über sie zeigt.

„Ich mag es, Macht über meine Kajira zu haben“, schmunzelte mein Herr und ergänzte auf meinen Hinweis, dass er die auch ohne Haube über mich hat: „Ja, aber mit Haube sieht man es stärker, Dina! Haube, Knebel und Ketten gehören genauso zu meinen Launen, wie das Küssen meiner Füße.“ ;-))

Montag, 27. August 2018

Wer das Sagen hat…

Mein Herr dozierte darüber, dass der Hintern einer Sklavin regelmäßig mit roten Streifen verziert werden muss und behauptete gerade „so rein prophylaktisch oder wie das heißt“ sei diese Maßnahme erforderlich. Wie gut, dass in dieser Ehn der Brauereibesitzer eintraf und meinen Allerwertesten vor der Bekanntschaft mit Gerte oder Kurt rettete… zumindest an diesem Tag. Meinem Herrn ging es nicht um Bestrafung, sondern er hatte offensichtlich einfach nur so mal wieder Lust darauf, mir Angst zu machen. Insofern war ich dem Brauer total dankbar, dass er schließlich fragte: „Hast du heute schon etwas vor, Hauptmann? Oder passt es dir, mich nach Schendi zu begleiten?“

Uff, ich war erleichtert, mein Herr war einverstanden, mit dem Brauer auf Reisen zu gehen. Wie gut, dass der Gefährte der Sultana von Schendi die in der letzten Hand bestellten Fässer Paga und Ale nicht gleich aufs Schiff hatte verladen lassen! Auf eine Demonstration seiner Macht über mich verzichtete mein Herr jedoch trotzdem nicht, allerdings nicht in Form von Peitschenhieben. „Dina, hol mal die Sklavenfesseln und die Leine vom Schreibtisch, die habe ich da liegengelassen.“ Auf meine Frage, ob ich mir etwas anziehen sollte, erkundigte er sich bei dem Brauer nach dem Wetter in Schendi und der Herr schlug vor, etwas gegen die an der Thassa heiß brennende Sonne sei nicht verkehrt.


„Gut, dann bring auch die Sklavenhaube und den Knebel noch mit, Dina… ich möchte nicht, dass du einen Sonnenstich bekommst“, entschied mein Herr… na toll. Ich war schwer begeistert, meinen Kopf in den muffigen Sack stecken zu müssen und geknebelt zu werden, schaffte es aber trotzdem irgendwie, mir jeden Kommentar über die Fürsorge meines Herrn zu verkneifen, bevor ich mit dem Knebel dann ja nicht mehr sprechen konnte. Immerhin nahm er mir auf dem Schiff alles wieder ab, doch kaum hatten wir im Hafen von Schendi angelegt, blieb mir nichts anderes übrig, als wieder mit gefesselten Händen, blind und stumm, an der Leine meinem Herrn hinterher zu stolpern.

Den Worten des Brauers konnte ich entnehmen, dass er die Fässer vorerst an Bord des Schiffes ließ und sich dann auf die Suche nach seinem Kunden machte, während mein Herr mich wohin auch immer zog. Irgendwo stieß ich mit dem Fuß schmerzhaft gegen einen Stein, den ich nicht sehen konnte. Insofern war ich froh, als mein Herr schließlich stoppte, auch wenn er mir dann in den Hintern kniff und sich über mich lustig machte. „Na Dina… genießt du die Aussicht? Die Reise tut deiner Hautbräune jedenfalls gut“, lachte er und zog mich weiter. Schließlich hörte ich ihn die Dritt- und Viertmeinung grüßen… also den Gefährten der Sultana und sein Weib, der sich erkundigte, ob mein Herr inzwischen einen Namen für mich gefunden hatte.

„Ja, habe ich… ich nenne sie „Dina“. Der Name passt gut zu ihrem Brandzeichen und ich komme nicht mehr durcheinander“, lachte mein Herr. Der Brauer meinte vergnügt: „Mir würde jetzt als Name für sie ganz spontan „Falkenhäubchen“ einfallen“. Auch der Sultana-Gefährte hatte seinen Spaß und schlug belustigt vor, sollte mein Herr mal unzufrieden mit mir sein, könnte das „a“ am Ende meines Namens durch ein „o“ ersetzt werden. Menno, mir vollkommen unverständlich knirschten plötzlich meine Zähne, obwohl es für eine Kajira doch nichts Schöneres gibt, als Männer zu erfreuen!? Zum Glück brummte mein Herr nur: „Dina, ich glaube, ich muss deinen Knebel fester machen, wenn du noch mit den Zähnen knirschen kannst!“

„Sagt, warum ist eure Sklavin nackt mit einem Sack über dem Kopf? Ist der nackte Teil der hübschere?“ erkundigte sich als nächstes eine mir unbekannte Frauenstimme bei meinem Herrn, sodass er kurz an der Leine ruckend dem neugierigen Weib erklärte: „Nein, man muss einer Sklavin nur hin und wieder zeigen, wer das Sagen hat und wer nicht.“ Ein Gutes hatte meine Hilflosigkeit übrigens… mit auf dem Rücken gefesselten Händen musste ich keine Freien ohne eigene Sklavin bedienen, die nach einem Getränk lechzten. An diesem Abend vor der Hafentaverne von Schendi sah mein Herr nämlich keine Notwenigkeit zum Lösen meiner Fesseln.


Er war übrigens eingeladen worden vom „Hüter von Schendi, Bezwinger von Kasra und Verteidiger von Turmus, Retter von Witwen und Waisen“… so wurde der Gefährte der Sultana nämlich irgendwelchen sich merkwürdig benehmenden Nordleuten vorgestellt, die kurz nach uns eintrafen Wegen der Einladung bedauerte mein Herr zwar, nur Wasser und nicht Kalana bestellt zu haben, war aber trotzdem gut drauf. „Dina, du trinkst auch etwas! Das ist wichtig, damit dir unter der Sklavenhaube nicht zu warm wird!“ befahl er und gab einer blonden Sklavin den Schlüssel, damit sie mir das scheußliche Ding und den Knebel abnehmen konnte, nachdem sie eine Schale Wasser vor meinen Knien abgestellt hatte. 

So zufrieden, wie der Brauer meinen Herrn bei seiner Rückkehr vom ersten Händler in Schendi schließlich angrinste, hatte er seine Fässer offensichtlich sehr lukrativ verkauft, musste sich vor unserer Heimkehr aber noch um das Entladen kümmern. Inzwischen drehte sich das Gespräch vor der Taverne um Palmwein, für den diese Stadt ja gorweit bekannt ist. Die Beschaffung dieses Weines hatte der Rekrut zwar vor etlichen Hand mal angekündigt, war damit aber nie übergekommen. Sich an die vom Sultana-Gefährten ausgesprochene Einladung erinnernd, wegen der Wärme aber nur Wasser trinkend, bestellte mein Herr schließlich 5 Bothas Palmwein, um sie mit nach Hause zu nehmen. 

Die blonde Kajira tat mir ein bisschen leid, denn normalerweise ist es nicht meine Art, ohne zu helfen nur hinter meinem Herrn zu knien. Doch gefesselt wie ich war, hatte ich nun mal keine Hand frei. Außerdem wedelte mein Herr schon wieder mit der Sklavenhaube, die ich mit nicht gerade liebreizenden Blicken bedachte, bis er sie zum Glück noch eine Weile neben sich auf der Bank ablegte und mir damit ein leises Seufzen der Erleichterung entlockte. Leider ließ er mir das blöde Ding zu vorgerückter Ahn dann aber von der Blonden doch wieder überstülpen, nachdem sie die Bothas vor ihm auf den Tisch gestellt hatte.

„Blondschopf, kannst du beim Tragen helfen? Bring den Palmwein in meine Kabine, dann kannst du gehen. Dina ist komischerweise verhindert und ich muss die Leine halten.“ Das war für das hilfsbereite Mädchen natürlich keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit. :-))

Sonntag, 26. August 2018

Unterlassene Hilfeleistung

Vorsichtig öffnete ich die Haustür einen kleinen Spalt und luscherte hindurch, denn ich wollte möglichst vermeiden, meinem Herrn den Griff ins Kreuz zu rammen, sofern er wie vor einigen Tagen wieder auf der obersten Stufe stand. Oha, ich sah etwas Rotes und ließ die Tür wieder zuklappen. Das blieb offensichtlich jedoch nicht unbemerkt, denn umgehend war ein mir durchaus bekanntes Brummen zu hören, sodass ich mich beeilte zu fragen: „Wünschst du, dass ich nach draußen komme, mein Herr? Ich kann aber auch solange hier drinnen bleiben, bis du mir Bescheid gibst, dass der Weg frei ist.“ 

„Ich genieße die Aussicht. Dina, im Haus verstecken gibt es nicht... schwing deinen Allerwertesten raus, sonst verziere ich ihn dunkelrot!“ veranlasste mich nun umgehend zu meinem Herrn zu laufen und ihm meine Ergebenheit zu zeigen, indem ich meine Lippen auf seine Sandalen drückte. Danach fesselte er meine Hände hinter dem Rücken, befestigte eine Kette an meinem Kragen und wuschelte grinsend durch meine Haare: „So, Dina… damit du dich nicht verläufst oder mir abhanden kommst.“ Nackt wie ich war, befand er mich als ausreichend unbekleidet für die geplante Reise nach Kafal oder Halin, denn irgendwelche freien Frauen, denen mein Anblick nicht gefiel, interessierten ihn nicht.


Kurz vor dem Sattler tauchte der Brauer auf, wusste aber leider nicht wo der Rekrut steckte, sodass mein Herr vermutete, der würde aus Angst vor dem EKG bei seiner immer noch ausstehenden Dienstantrittsuntersuchung kneifen. Es ging nämlich darum, endlich ein Mitglied der grünen Kaste aufzutreiben. „Kneifen“ war für den Brauereibesitzer übrigens das Stichwort, meinen Herrn auf das leer stehende Haus des Tarnreiters anzusprechen, der sich klammheimlich davon geschlichen hatte. „Der Arsch hat mir nichts gesagt... Unverschämtheit! Dabei haben wir extra für ihn ein Haus wie er es haben wollte bauen lassen und zwar an dem Platz, wo er unbedingt wohnen wollte. Wenn ich den noch mal sehe pinkel ihm ans Bein“, brummte mein Herr verärgert.

Letztendlich tauchte der Rekrut doch noch auf. „Hehe, alles wartet… wir wollen reisen und dir bei deiner Tauglichkeitsuntersuchung Beistand leisten! Wo geht es denn nun hin, nach Kafal oder Halin?“ begrüßte mein Herr ihn. „Ach ja, meine Untersuchung… muss die wirklich sein?“ Pahhh, was für eine überflüssige Frage! Das sah der junge Krieger dann aber ein und ergänzte betrübt: „Na gut, bring ich es hinter mich. Da ich noch keine Antwort aus Halin erhalten habe, müssen wir nach Kafal, Hauptmann… hoffentlich ist die Grüne dort nicht so furchtbar wie ihr erzählt habt.“ 

Das Reiseziel gefiel meinem Herrn und den anderen Männern, denn das sehr spezielle Mitglied der grünen Kaste, das seit einiger Zeit in Kafal praktiziert, hatte früher mal in Jorts Fähre gelebt. Entsprechend freudig, aufmunternd und drohend fielen die Kommentare des Sattlers, des Brauers und meines Herrn aus: „Das wird bestimmt unterhaltend“... „Ach was, alles halb so wild!“... „Hehe, sie ist ganz nett. Solltest du dich drücken, gibt es keinen Sold!“ Komischerweise erweckte der Rekrut auf dem Weg vom Anleger am Laurius in die Stadt den Eindruck, als würden seine Beine immer kürzer werden oder sogar versagen. 

Wir hatten Glück, denn die bevorzugte Grüne war zugegen und saß auf der kafalschen Gasthausterrasse. Der Rekrut sah nun jedoch aus, als würde er sich mit Fluchtgedanken befassen und benötigte eine energische Aufforderung meines Herrn: „Rekrut, komm endlich ran!“ Wenig begeistert erkundigte sich die Frau: „Was ist denn nun los? Habt ihr keinen eigenen Heiler?“ „Werte Lady, unser Hauptmann ist der Meinung, ich benötige zum Feststellen meiner Tauglichkeit eine Heilerin.“ „Ärzte sind in Jorts Fähre gerade aus, aber die Untersuchung unseres Rekruten ist wichtig… die Versicherung besteht darauf“, erläuterte mein Herr das Anliegen näher. „Tatsächlich? Da ich die Tauglichkeitsbedingungen nicht kenne, sehe ich mich außerstande, so eine Untersuchung durchzuführen“, versuchte das Weib nun abzuwimmeln und es zeigte sich, wie gut es war, dass die Untersuchungsmerkmale schriftlich festgehalten waren. Naja, oder auch nicht.

Erst erklärte die Freie sich wenigstens noch gnädig bereit, das Dokument mal anzusehen und zog als nächstes ein Gesicht, als würde sie die Kosten überschlagen. Doch während wir uns nun über den zu verabreichenden Einlauf unterhielten, die letzte Auflage der Versicherung, verpuffte jegliche Hilfsbereitschaft bei der Frau wie auf Knopfdruck und im Gesicht des Rekruten breitete sich blankes Entsetzen aus: „Was sagt ein Einlauf denn über meine Tauglichkeit als Krieger aus!?“ Oha, der Kerl konnte oder wollte sich nicht vorstellen, wie wichtig ein gut funktionierender Schließmuskel ist? Nicht auszudenken, wenn ein Krieger trotz Pfeilhagel erst mal hinter den nächsten Busch muss, anstatt solange zu kneifen bis der Feind in die Flucht geschlagen ist!

„Ich möchte meine Heilerei wegen der Konsequenzen eines Einlaufs nicht komplett reinigen lassen und kann auf die Schnelle auch keinen Test der Zeugungsfähigkeit machen, habe schlichtweg nicht die Möglichkeiten dafür!“ weigerte sich die Grüne energisch. Merkwürdig… einen Eimer würde sie ja wohl haben und warum genierte die Frau sich, dem Krieger mit einem gekonnten EKG an sein Gemächt zu greifen, um zu sehen, ob sich dort etwas regte? Das war doch die erste Voraussetzung für Nachwuchs in der roten Kaste! Mein Herr willigte ein, die beiden Untersuchungen zu streichen, doch das Weib flüchtete: „Ich muss mich jetzt zurückziehen, wünsche noch einen angenehmen Aufenthalt.“ Zack, weg war sie. 


Boahhh, das war unterlassene Hilfeleistung! „Sleenkacke, der weite Weg war umsonst! Ist unser Geld nicht gut genug für diese Stadt?“ erboste mein Herr sich, bevor er dem offensichtlich sehr erleichterten, breit grinsenden Rekruten ankündigte: „Keine Sorge, wir werden ein anderes Mitglied der Grünen für diese Untersuchung finden… das wäre ja gelacht!“ Der Sattler, der Brauer und mein Herr waren sich jedenfalls einig, der Rekrut hat Anspruch auf eine kompetente Untersuchung und sie meinten es sei kein Verlust, dass diese Grüne nicht mehr in Jorts Fähre praktiziert. ;-)

Freitag, 24. August 2018

Zweit-, Dritt- und Viertmeinung

Ohje… fast hätte ich meinen Herrn auf der Treppe vor der Haustür in den Rücken geknufft und womöglich sogar ins Gras befördert! Ich wollte schnell nach draußen, um meinen Herrn zu suchen, stieß aber zum Glück nicht den rechten Türflügel, sondern den linken…rechts auf der obersten Stufe die Aussicht genießend stand nämlich mein Herr. An ein Podest, das wegen der sich nach außen öffnenden Türen eigentlich erforderlich gewesen wäre, hatte der Baumeister seinerzeit leider nicht gedacht. „Dina, du hättest mir fast die Tür ins Kreuz geschlagen! Bist gerade noch mal so davon gekommen“, wurde ich mit erhobener Hand drohend angebrummt. Selbstverständlich beeilte ich mich nun gewaltig, meine Lippen demütig auf die Sandalen meines Herrn zu drücken.

Seitdem mein Herr vor einiger Zeit in Enkara erfahren hatte, dass man die Ohren von Würmern reinigen lassen kann, kommt er leider ständig auf den fiesen Gedanken, meine Ohren mal einer solchen Maßnahme zu unterziehen. Obwohl er genau weiß, wie sehr es mich davor graust, gibt er seiner sadistischen Neigung nur zu gerne nach und freut sich jedes Mal, wenn sich Panik in mir ausbreitet… als seine Sklavin bin ich ihm ja leider hilflos ausgeliefert. „Meine Ohren sind gereinigt, mein Herr“, beeilte ich mich zu beteuern, als er nun mal wieder eine Ohrwurm-Anwandlung bekam. „Ach, du warst in Enkara und hast die Würmer ausprobiert, Dina?“ erkundigte er sich erstaunt, sodass ich eilig ergänzte, wie günstig und ohne vollkommen überflüssige Kosten man ohne den Einsatz dieser Viecher die Ohren beim Baden säubern kann.

„Mein Herr, hast du denn inzwischen eigentlich schon gesehen, was seit letzter Hand auf deinem Schreibtisch liegt?“ versuchte ich abzulenken. Ich hatte von ihm vor kurzem nämlich den Auftrag erhalten aufzuschreiben, was bei einer Dienstantrittsuntersuchung für Rekruten untersucht werden muss und eine Liste erstellt, auf der wie von ihm gewünscht auch die Ohrwurm-Methode zum Reinigen der Rekrutenohren stand. Da mein Herr seinem Schreibtisch leider wenig bis keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, eilte ich nun ins Haus, um den Zettel zu holen. „Hmm… hmm… naja, immerhin…“, kam brummend beim Lesen, doch zu meiner großen Erleichterung lautete sein abschließendes Urteil: „Ja, ich glaube das funktioniert für den Anfang, Dina… mal sehen, was die Grünen dazu sagen.“

Wahhh… als mein Herr mich mit diese Aufgabe beauftragte, hatte er mir auf meine Nachfrage zugestanden, dass ich um eine solche Untersuchung herumkomme, sofern meine Kreativität seinen Vorstellungen entspricht. Doch nun überlegte e: „Vielleicht sollte ich die Untersuchung doch erst einmal an dir testen lassen… oder ist meine Dina etwa empfindlich?“ Entsetzen breitete sich in mir aus und ich beeilte mich zu antworten: „Ich denke, die Kosten für einen Test kannst du sparen, mein Herr… und ja, deine Sklavin ist empfindlich, denn wenn ich das nicht wäre, könntest du auch ein Brett mit in die Felle nehmen.“ „Immer eine Ausrede parat, aber dein Gesicht verrät mir, wie sehr du dich darüber freust“, grinste mein Herr, gab jedoch zu, dass ihm Bretter in den Fellen zu unbequem und zu wenig anschmiegsam sind.


Die Untersuchung musste allerdings noch warten… worüber der Rekrut übrigens nicht traurig war… da nun ein Krieger eintraf mit seiner Gefährtin, der Regentin von Schendi. Merkwürdig fand ich, dass der hohe Rat dieser reichen, an der Thassa gelegenen Handelsstadt eine Frau als Oberhaupt gewählt hatte, die sich Sultana nannte. Aber egal, das ging mich nichts an und die beiden Besucher waren sehr freundlich. Sie hatten den weiten Weg auf sich genommen, um die Einladung zu einem Kastentreffen der Händler persönlich zu überreichen. Und da die Erzeugnisse der jortsschen Brauerei gorweit einen guten Ruf haben, nutzten sie die Gelegenheit gleich für eine größere  Ale- und Paga-Bestellung, worüber sich der Brauer natürlich mächtig freute.

Mein Herr hatte einen Tag nach meiner Umbenennung übrigens schon wieder über meinen Namen nachgedacht und überlegt, ob er mich nicht doch lieber „Bina“ nennen sollte. Ihm gefiel zwar, dass ich nun wieder eine „ina“ bin, allerdings steht das „D“ nicht an erster Stelle im Alphabet und „Aina“ klingt doof nach Zunge brechen. Kaum kreuzte der Brauereikrieger seinen Weg erkundigte er sich daher: „Ich bin noch in der Testphase und brauch mal eine Zweitmeinung… was denkst du, welcher Name klingt besser… „Dina“ oder „Bina“? Beides geht flott von der Zunge.“ 

„Hmm… so vom Klang her nehmen sich die beiden Namen nichts, aber was würde eine Bina anders machen als die Dina?“ erkundigte sich der Brauer schmunzelnd und wurde über die Reihenfolge im Alphabet aufgeklärt, denn meinem Herrn ist es wichtig mit meinem Namen auszudrücken, dass ich die Erste an seiner Kette bin. „Tja, dann hättest du es bei „Arya“ lassen sollen, Hauptmann“, lachte der Rothaarige und mein Herr entschied, doch erst einmal bei „Dina“ zu bleiben, bis die im Alphabet hinter dem „D“ folgenden Buchstaben aufgebraucht sind. Mit dem Eintreffen der Besucher aus Schendi kam ihm allerdings die Idee, dass eine Dritt- und Viertmeinung nicht verkehrt sei.

„Was meint ihr… „Dina“ oder „Bina“…welcher Name ist schöner? Tja, so wie die Gefragten herum drucksten war schnell klar, dass sie sich aus dieser Entscheidung lieber heraushalten wollten. Viel interessanter als ein Sklavenname war natürlich auch die für den Rekruten immer noch ausstehende Dienstantrittsuntersuchung, denn davon hatten sie noch nie gehört, befürworteten sie aber. Besonders den EKG fand der Krieger interessant und er überlegte breit grinsend, ob dieser Kontrollgriff bei der Untersuchung freier Frauen HKG genannt wird. ;-)

Donnerstag, 23. August 2018

Eine Hitzefolge?

Egal, ich hab‘ ihn wieder!!!

„Ahhh… tal meine Dina… ich bin froh dich zu sehen, Dina!“ rief mein Herr, als er von der Reise zu seiner Familie zurückkam. Als nächstes strich er mir gut gelaunt durch die Haare, während ich ihn anlächelte, was das Zeug hielt. Ich war mir total obersicher, mich wirklich nicht verhört zu haben… mein Herr hatte mich tatsächlich „Dina“ genannt und das gleich zweimal!! War das etwa eine Folge der immer noch andauernden Hitze, bei der die meisten Bewohner sich lieber in ihren Häusern aufhielten, anstatt vor die Tür zu gehen? Oder hatte er endlich ein Einsehen gehabt? Auf jeden Fall war er gut drauf, was mir sein Gewuschel auf meinem Kopf deutlich zeigte.

Ganz knapp gelang es mir übrigens nur, mir den Freudenausbruch über meine Umbenennung zu verkneifen... das fiel mir echt schrecklich schwer. Doch im Gegensatz zu all meinen früheren Herren und Herrinnen hatte mir mein jetziger Herr schon so oft einen neuen Namen gegeben, dass mir größte Vorsicht geboten schien. Außerdem ließ er über meinen neuen alten Namen kein Wort fallen, sondern stellte stattdessen die Vermutung auf, dass es in Jorts Fähre während seiner Abwesenheit und wahrscheinlich auch wegen der hohen Temperaturen in der letzten Zeit sehr ruhig gewesen war. „Ja mein Herr, das war es… ruhig wie auf einem Friedhof“, bestätigte ich ihm und hoffte gleichzeitig, er würde wieder „Dina“ zu mir sagen.


Doch erst einmal wurde ich von seinen starken Kriegerarmen gepackt und noch näher an ihn herangezogen. Anschließend brummte er: „Ich muss aber sagen, das Wetter hat eher etwas von Sauna, als von Friedhof. Dina, bei der Wärme schickt man nicht mal seine Sklavin vor die Tür!“ Da war es wieder… er hatte mich erneut „Dina“ genannt! „Danke mein Herr!! Ich finde es echt superfantastisch, dass du dir trotz der hohen Temperaturen überlegt hast mich umzubenennen… damit hast du mir wirklich eine riesige Überraschung bereitet“, konnte ich jetzt einfach nicht mehr anders, als meiner Begeisterung endlich Luft zu machen. „Naja... „kleine Badenixe“ würde bestimmt auch zu dir passen, aber ich denke „Dina“ ist ein guter Name für dich, sogar besser als „Arya“ und ich kann ihn mir gut merken“, grinste mein Herr. 

„Mir ist bewusst, dass ich mir den Namen jeden Tag aufs Neue verdienen muss. Und ich weiß auch, wie hervorragend dein Gedächtnis ist, mein Herr… doch wenn du es dir mit dem Namen deiner Sklavin einfacher machen kannst, ist das auf jeden Fall eine sehr schlaue Entscheidung“, schleimte ich um seinen nicht vorhandenen Bart und strahlte dabei von einem Ohr zum anderen wie ein Honigkuchen-Kaiila. Leider durchschaute er mich wohl, denn sein breites Grinsen nahm prompt die Sorte „fies“ an. „Es hat lange gedauert, bis du diesen Namen wiederbekommen hast, doch es bleibt abzuwarten, wie lange er dir bleibt, Dina.“ Hach, noch war der Zeitpunkt ihn mir wieder weg zu nehmen offensichtlich nicht gekommen, so innig wie mein Herr mich an sich drückte und dabei auch gar nicht mehr fies grinste… ich war endlich wieder Dina!


Als der Brauer und der Sattler sich über die Hitze stöhnend draußen später dazu gesellten, drehte sich das Gespräch logischerweise wieder um das Wetter und mein Herr stellte fest: „Bei den Temperaturen kann man nur nackt im Vosk liegen und sich abkühlen.“ „Na, das möchte ich mir jetzt aber lieber nicht vorstellen“, empörte sich der Brauer merkwürdig pikiert, wie es sonst eher freie Frauen tun, allerdings bekam er keine Schnappatmung. Der Sattler feixte dazu nur und mein Herr erwiderte lachend: „Wieso, nackte Männer mit vom Baden ganz schrumpeliger Haut sind doch gut anzusehen!“ Warum sich der schöne Brauer genierte nackt zu baden, verstand ich jedenfalls nicht, zumal mir gerade sehr interessante Fantasien in den Sinn kamen, die ich aber lieber verschwieg.

Meinen neuen alten Namen registrierten die beiden Herren zwar, ließen darüber allerdings wenig verlauten. Vielleicht waren sie zu verwirrt oder hatten es inzwischen aufgegeben, sich über das Hobby meines Herrn noch zu wundern… oder war ich in ihren Gedanken womöglich immer „Dina“ geblieben? Egal. Während der Sattler trotz Hitze noch zu arbeiten hatte, setzten sich mein Herr und der Brauer noch auf ein Getränk zusammen und überlegten, wie man aus dem Wetter ein Geschäft machen kann. Der Verkauf von Wasserfässern wurde verworfen, weil das Wasser zu schnell faulig werden könnte. Mein Vorschlag, die Fässer mit einem langen in den Vosk oder Brunnen reichenden Schlauch und einer Pumpe zu verbinden und auf hohe Gestelle zu montieren, um darunter zu duschen, fand jedoch Gefallen bei meinem Herrn.


Der Brauer startete jetzt allerdings zu einem kreativen Höhenflug und schlug lachend vor: „Wir sollten in Fremdenverkehr investieren… einmal baden im Vosk, ein kleines Kupferchen… Tücher zum Abtrocknen werden gereicht von unseren dienstbaren Geistern, nicht wahr Dina? Danach Schwitzen in der Räucherhütte… auch ein Kupferchen… und wieder rein ins Wasser hinterher… eine Endlosschleife, die das Stadtsäckel füllt!“ Ich ergänzte, dass für das Rundumwohlfühlprogramm als kulinarische Spezialität raffiniert zubereitete Echseneier angeboten werden könnten und mein Herr überlegte total begeistert: „Wir könnten außerdem Kühl-Taxe verlangen! Oooooh, wir werden wahrlich reich… ich sehe schon goldene Straßen!“ 

Tja, mal abwarten, ob überhaupt und wenn ja, was davon umgesetzt wird oder ob es mit der Hitze plötzlich wieder vorbei ist. ;-))

Dienstag, 21. August 2018

Hitzewelle

…auch in Jorts Fähre!

„Ich bin froh, dass du wieder da bist“, empfing mein Herr mich bei meiner Rückkehr, denn er hatte mich mal wieder für eine Weile auf die Felder geschickt. Als nächstes kontrollierte er meine Finger auf Schwielen und war angenehm überrascht, wie erstaunlich weich meine Hände waren. Mal abgesehen davon, dass ich immer sehr auf ihre Pflege achte, denn welcher Herr mag Berührungen einer Sklavin mit schwieligen, rauen Fingern, gestand ich ihm nun, dass der Aufseher mich diesmal als Begleitung auf eine Reise mitgenommen hatte. 

Leider erfuhr ich als nächstes, dass mein Herr mal wieder den doofen, nämlich ganz frühen Wachdienst erwischt hatte. Weise, schlau und listig wie er nun mal ist, erlaubte er mir aber, dass ich nicht mit ihm aufstehen musste. Puhh… nachdem mein Schlafrhythmus in der Zeit beim Aufseher etwas aus dem Takt geraten war, den Priesterkönigen sei Dank ist der Herr nämlich kein Frühaufsteher, war ich natürlich über die Entscheidung mehr als froh, nicht mitten in der Nacht geweckt zu werden. Ganz besonders gefiel mir jedoch, dass mein Herr glaubte, weil ich so lange fort gewesen war, habe ich Übungsbedarf im Anschmiegen. Herrlich besitzergreifend warf er mich dann auch gleich oben auf sein Schlaffell, damit ich mit einigen besonders intensiven Übungen umgehend beginnen konnte.


„Arya, ich bin dafür, dass es etwas abkühlt!“ eröffnete mein Herr mir am nächsten Tag, nachdem er von einem Rundgang heimgekehrt war. Obwohl ich es warm mag, stimmte ich ihm zu, denn andernfalls war zu befürchten, dass ich Sklavenüberhitze bekomme, obwohl ich nackt herumlief. Ich schlug ihm ein kühlendes Bad vor. „Hmm… hmm… meinst du nicht, dass das Wasser langsam zu warm geworden ist?“ erkundigte mein Herr sich total skeptisch und hielt draußen am Teichbach angekommen brummend einen Fuß ins Wasser: „Oha, es ist eindeutig immer noch wässrig und fließt noch, aber es ist auch nicht wirklich kühl.“ Damit hatte er selbstverständlich Recht. 

„Na los... Arya, du darfst eine Runde schwimmen!“ kam dann grinsend, was ich mir selbstverständlich nicht zweimal sagen ließ und sofort mit einem großen Satz ins Wasser platschte, sodass es vermutlich gewaltig spritzte. Doch das bekam ich natürlich nicht mit, weil ich erst einmal untertauchte, was gerade bei den hohen Temperaturen natürlich supertoll für die Kopfkühlung war. Ok, für meinen Herrn war das nichts, er mag in seinen Ohren nämlich kein Wasser haben. 

„Das läuft doch wieder heraus, mein Herr, und man spart die Ohrwürmer zum Reinigen!“ lachte ich ihn an und da er ein Anhänger der in Enkara praktizierten Ohrwurm-Reinigung ist, ergänzte ich lieber schnell noch, dass diese Methode mit den Würmern nichts für mich ist, weil die Viecher in meinen beim Baden und Tauchen ständig gespülten Ohren nichts finden würden und erbärmlich verhungern müssten. 

„Ach was, zur Not lässt man sie in deinen Ohren etwas länger herum krabbeln“, ließ mein Herr sich nicht überzeugen, wurde von diesem grässlichen Thema aber zum Glück vom Sattler abgelenkt, der auf der Tavernenterrasse irgendjemanden bemerkt hatte. „Arya, geh mal nachschauen, wer das ist… zack, zack!“ beendete mein Herr mein herrliches Bad, wobei auch ich natürlich wissen wollte, was das für Besucher waren. Es handelte sich um eine Freie und eine leider jarlende Sklavin, wie sich später herausstellte, nachdem mein Herr und der Sattler sich dazu gesellt hatten. 

Bei meiner Begrüßung blieb ich übrigens vorsorglich hinter der Terrassenmauer in Deckung, damit die Frau durch meinen nackten Anblick nicht gleich Schnappatmung bekam. „Nun ja… wir hätten gerne ein Zimmer zum Übernachten. Hier ins Gebäude traute ich mich nicht hinein, als wir gestern Nacht ankamen, Mädchen. Wir haben lieber im Gras geschlafen, aber das haben wir ja scheinbar überlebt, auch wenn es hart war“, wurde meine Frage beantwortet, ob ich der Herrin zu Diensten sein kann. 


"Reisen sind manchmal beschwerlich... es tut mir leid, wenn du etwas vermisst haben solltest, Herrin. Dies hier ist die Taverne, die Übernachtungsmöglichkeiten für Herrinnen sind im gegenüber liegenden Gebäude“, erklärte ich freundlich und zeigte der Frau dann die Unterkunft, da sie sich kurz etwas frisch machen wollte. Inzwischen waren mein Herr und der Sattler eingetroffen und gelüsteten nach einem Getränk, denn der Ausgleich von Flüssigkeitsdefiziten ist bei solch einer Hitzewlle, wie wir sie nun schon seit etlichen Hand hatten, natürlich besonders wichtig. „Puhh, es ist heute wirklich warm… mir läuft das Wasser am Hintern herunter“, stöhnte mein Herr, nachdem er sich auf ein Sitzkissen fallen ließ.

Der Satter verzog wenig begeistert sein Gesicht: „Hauptmann, das sind zu viele Details.“ „Da muss ich zustimmen, Sir… viel zu viele!“ bestätigte die Besucherin dankbar. „Ach was, ich war doch sehr ungenau… man könnte sowas viel deutlicher beschreiben!“ grinste mein Herr nur, war dann aber natürlich daran interessiert zu erfahren, was die Frau nach Jorts Fähre geführt hatte. Doch darüber hielt sich das Weib ziemlich bedeckt und erzählte nur, es sei eine lange Geschichte und sie auf dem Weg zurück in den Norden. Immerhin war sie mit der Unterkunft zufrieden, denn die letzte Nacht im Wald war offensichtlich um einiges rustikaler gewesen.

„Uff, die Hitze macht das Hirn weich… ich glaube, ich brauche meinen Helm zum Kopf kühlen!“ stöhnte mein Herr plötzlich, weil sich das Gespräch nun um die schon so lange herrschende Hitzewelle drehte. Einen Kriegerhelm zum Kühlen? Oha, schnell bot ich an, lieber ein nasses Reptuch zu holen, weil das auf den Kopf gelegt bestimmt gut tut, auch wenn es nicht so heroisch aussieht wie ein Helm, den mein Herr vielleicht aber drüber stülpen könnte. Auch die Besucherin hatte Mitleid und schlug vor: „Kann man dem Ärmsten nicht einen Eimer Wasser über den Kopf gießen, um ihn abzukühlen?“

Doch irgendwie gefiel meinem Herrn nicht, wie ein begossener Hauptmann auszusehen und ein nasses Tuch unter dem Helm fand er kontraproduktiv… es blieb also alles wie es war. ;-))

Montag, 25. Juni 2018

Versilberte Zimtschnecken

…im Tausch gegen den Sattler.

„Wer hat das gute Wetter bestellt, Arya? Es ist ziemlich warm heute.“ Hmmm, selbstverständlich lag es mir fern, meinem Herrn zu widersprechen, denn ich fand die herrlichen Temperaturen draußen eigentlich genau richtig, wie sie um diese Jahreszeit sein müssen. Nach meiner vorsichtigen Antwort war ich daher erleichtert, dass er mir zustimmte: „Ja, du hast recht, Arya… wenn es kalt ist, jammert man auch. Irgendwie sind wir manchmal schwer zufriedenzustellen.“ Letzteres traf besonders auf meinen Herrn zu, der sich schon öfter über die Wärme beschwert hatte, was mich bei seiner Kleidung eigentlich aber auch nicht verwunderte. 


Insofern war ich froh, als er nun überlegte, ob er sich nicht etwas Leichteres schneidern lassen sollte, obwohl ihm die Geldausgabe nicht sonderlich behagte. Kleinere Reparaturen sind für mich zwar kein Problem und ich habe auch schon mal ein Oberteil genäht, Ärmel gekürzt oder abgetrennt, aber ich bin eben keine ausgebildete Schneiderin: „Mein Herr, ich befürchte, ein komplettes Krieger-Outfit zu nähen, ist ein paar Nummern zu groß für mich. Du sollst mit deiner Kleidung doch etwas herzeigen… nur perfekt sitzende Sachen bringen dein gutes Aussehen richtig zur Geltung und heben es noch hervor!“ 

„Hmmm, so klein bist du gar nicht, aber kurze oder abgetrennte Ärmel helfen wohl alleine nicht gegens Schwitzen, Arya. Und ja, es stimmt, ich muss gut aussehen, wobei das eigentlich leicht ist bei meinem markanten Gesicht und so… damit falle ich überall positiv auf. Du meinst, gut sitzende Kleidung macht mich unwiderstehlich elegant und gut aussehend?“ Pahhh, was für eine überflüssige Frage. „Nein mein Herr, das bist du doch schon… aber sie macht dich noch unwiderstehlicher und noch eleganter und überhaupt obersupergut aussehend!“ antwortete ich ohne lange zu überlegen. 

„Du kleine Schmeichlerin! Ich werde darüber nachdenken, ob ich mich in diese Kosten stürze, Arya. Jetzt gehen wir erst einmal nach draußen und schauen, ob vielleicht ein Schneider vorbeikommt“, lachte mein Herr vergnügt und zog mich mit sich zur Tür. Kaum waren wir draußen, kam tatsächlich Besuch, allerdings kein Schneider, sondern ein spärlich bekleidetes Waldweib. „Bist du der Kommandant hier und heißt Kintradim?“ rief die Frau vom anderen Ufer des Teichbachs herüber, was mein Herr natürlich bejahte und sie zum Näherkommen einlud, damit er nicht so schreien musste: „Was kann ich für dich tun… du kommst sicher nicht ohne Grund zu uns?“


„Ich habe sogar 3 Gründe… gibt es hier eine Sklavin, die Kira genannt wird und einen Ledermacher namens Val?“ Beides bestätigte mein Herr und wir erfuhren, dass Letzterer angeblich beim Spionieren erwischt worden war. „Warum sollte unser Sattler spionieren… den interessieren doch höchstens die Lederpreise in Ar!“ wunderte sich mein Herr. Ups, der Sattler von Waldweibern gefangen? Der inzwischen eingetroffene Brauer war genauso erstaunt wie wir. Auf die Umstände, die zur Gefangennahme des Herrn geführt hatten, ging die Jägerin allerdings nicht weiter ein: „Egal, er wurde ertappt und hat uns für seine Freiheit 2 Silber und eine Kiste Zimtschnecken geboten. Seine Kajira soll uns die Münzen und das Gebäck geben.“

„Zimtschnecken!?!“ rief der Brauer erstaunt, während mein Herr anbot: „Puhh, die zwei Silber kann ich dir geben… die Backwaren müssen aber erst noch gebacken werden.“ Gleichzeitig kramte er in seinem Münzbeutel, sodass der Brauer sich veranlasst sah, die Bremse zu ziehen: „Langsam… es muss Zug um Zug gehen, sonst haut die Wilde mit dem Silber ab und wir kriegen nichts! Warte Hauptmann, statt Zimtschnecken bieten wir ein Fass Ale und der Sattler wird heute noch frei gelassen.“ Doch davon wollte mein Herr nichts wissen. „Warum, wir stellen alles Val in Rechnung“, brummte er und schnippte der Jägerin tatsächlich die Münzen zu. „Morgen bekommst du die Backwaren und wir unseren Sattler zurück!“

Trotz aller Bemühungen des Brauers blieb das Weib leider stur bei ihrer Forderung nach Zimtschnecken und der Austausch ein paar drohender Nettigkeiten mit Bezeichnungen wie „Waldfloh“ und „Kerlchen“ durfte selbstverständlich auch nicht fehlen. Doch schließlich einigten sich alle auf den Übergabeort am nächsten Tag und die Wilde zog von dannen. Danach machten sich mein Herr und der Brauer erst einmal Luft mit „…das wird den Sattler aber einiges kosten“, „...meine Fresse, auch noch reisen!“ und „…wird anstrengend, denn wir Krieger müssen unsere Berge an Muskeln mit uns herumtragen!“ Die beiden Männer taten sich jedenfalls ordentlich Leid.


„Wo kriegen wir denn nun Zimtschnecken her?“ überlegte mein Herr und da ich mich dafür nicht zuständig ansah, schlug ich vor, das Mittagsschläfchen der Sattlerkajira endlich zu beenden, damit die sich mit dem Backen für die Freilassung ihres Herrn ins Zeug legen konnte. Während ich laut an der Haustür des Sattlers bollerte, hörte ich noch den raffinierten Vorschlag des Brauers: „Wir nehmen Nacktschnecken aus dem Sumpf und streuen Zimt drüber... passt!“ Was mein Herr zu diesem tollen Einfall sagte, entging mir dann leider, da Kira mich inzwischen empört anranzte: „Ich schlafe nicht, duuu… was willst denn?“ Der Teig an ihren Händen veranlasste mich sofort zur Frage, ob sie vielleicht gerade Zimtschnecken backt.

Ich traute meinen Ohren nicht, aber das Mädchen antwortete tatsächlich: „Ja, willst du eine abhaben?“ Selbstverständlich lehnte ich ab, gab ihr aber die Empfehlung, meinem Herrn in Sachen guter Laune und so mindestens eine mitzubringen. Kira schnappte sich gleich das ganze Backblech, sodass nun allgemeines Schwelgen in frisch gebackenen Zimtschnecken begann… der Brauer mochte die leckeren Teile nämlich auch und mein Herr gestand mir davon ebenfalls eine zu, während er der Sattlerkajira brummend befahl: „Du wirst bis morgen eine Kiste mit Zimtschnecken backen, andernfalls werden wir deinen Herrn nämlich nicht frei bekommen und du wirst Brauereikajira.“

Merkwürdig… die Gefangenschaft ihres Herrn und die möglichen sie selbst betreffenden Folgen schienen Kira nicht sonderlich zu interessieren, stattdessen erkundigte sie sich nach der Kistengröße. „Nicht übertreiben, wir wollen die Waldflöhe auf keinen Fall verwöhnen!“ versuchte der Brauer erneut meinen Herrn zu bremsen und legte fest: „…oben drauf so gute wie diese hier und den Rest ordentlich versalzen!“ Nun war auch mein Herr in der richtigen Spur und entwickelte fiese Ideen für die unteren Zimtschneckenschichten, die den Waldfrauen mit Sicherheit den Appetit auf weitere Backwaren gehörig verderben würden. 


Spannend bleibt, ob die Täuschung klappen wird, damit der Sattler gegen die versilberten Zimtschnecken freikommt und wie er sich für den Vorschuss meines Herrn und die Bemühungen um ihn erkenntlich zeigen wird. ;-)

Sonntag, 24. Juni 2018

Frist abgelaufen

…und was meinem Herrn sonst noch in den Sinn kam.

„Ohh, tal meine Arya, ich hab dich ja ewig nicht gesehen, weil ich so beschäftigt war“, wurde ich erfreut begrüßt und gleichzeitig meine Haare leicht gekrault. Mein Herr saß auf seinem Stuhl neben der Haustür und war offensichtlich gut drauf, denn er zog mich auf seinen Schoß. Tja, nur schaute er mich nicht so erstaunt an, wie ich es mir ausgemalt hatte. Allerdings grinste er geheimnisvoll… hatte er etwa doch bemerkt, was vor meiner Nase hing, weil inzwischen die gewährte Frist abgelaufen war und ich seinen letzten Befehl vor dieser ewig langen Hand jetzt ausgeführt hatte? Mein Herr machte es leider spannend. 

„Es ist gut, wieder hier zu sein und ein paar Tage keine Spätwache oder sonstige Termine zu haben. Ich gehe davon aus, dass ich nichts verpasst habe oder?“ Das hatte er tatsächlich nicht, denn es war die letzten Tage in Jorts Fähre sehr ruhig gewesen. Leider kamen ihm nun irgendwelche auf Spiele von Freien in Ar oder sonstwo in den Sinn. Pahhh… was interessierten mich solche Merkwürdigkeiten? Genau, weniger als einen Vuloschiss. Mir ist es ziemlich egal, ob zwei Mannschaften hinter einem Ball herlaufen, um ihn in einen mit einem Netz bespannten großen Rahmen des Gegners zu schießen.

Ich hielt es nicht länger aus: „Findest du nicht, dass es jetzt reicht mein Herr?“ „Was soll reichen, Arya?“ stellte er sich jedoch ahnungslos, drückte mich aber noch etwas inniger an sich, was mich ein bisschen ablenkte, da ich genießend meine Augen schloss. „Ich frage wegen dem Ding vor meiner Nase, das ich tragen muss, weil du so komische Ideen hattest, mein Herr!“ klärte ich ihn dann aber auf und reckte ihm erneut mein Gesicht entgegen. Mein Herr grinste noch breiter, zupfte aber auch an dem scheußlichen Schleier, um ihn neben sich auf den Boden zu werfen. 

„Den brauchen wir noch, aber so gefällst du mir erst einmal besser. Es freut mich, dass du meine Ideen toll findest, Arya… oder etwa nicht?“ lachte er vergnügt. Vorsorglich erkundigte ich mich, ob er meine ehrliche Antwort wünschte und da das der Fall war, gestand ich: „Mein Herr, ich finde deine letzten Ideen oberschrecklich und bin ein bisschen traurig, weil du offensichtlich glaubst, dass du mir deine Macht zeigen musst, denn die ist vollkommen unstrittig und deine Überraschungen somit überflüssig!“ „Das stimmt, aber mir stand der Sinn danach, kleine Arya.“ Tja, jeder Freie kann natürlich tun was er will, nur warum kommen meinem Herrn so komische Sachen in den Sinn? 

Der Sattler tauchte auf und berichtete kurz von einer Reise, bevor sich das Gespräch um die Brauereikajira drehte, die das Weite gesucht hatte. Leider stellte ich dann eine Vermutung auf, die ich mir lieber hätte verkneifen sollen: „Oder musste sie vielleicht wegen kalter Füße gehen? Der Brauer mag nämlich keine kalten Füße, wenn man sich an ihn schmiegt.“ „Dagegen gibt es etwas… mit einem Stock auf die Fußsohlen hauen, dann sind die Füße sofort warm“, gab mein Herr eine fiese Maßnahme zum Besten, die der Sattler leider bestätigte, sodass ich mich beeilte zu betonen, dass ich nie kalte Füße habe. 


Doch das überhörte mein Herr einfach und schwelgte in der Vorstellung, wie schön Sklaven bei einer Stockmassage quicken. Da beiden Männern diese Reaktion angeblich vollkommen unverständlich war, dachte mein Herr über einen Test an mir nach und der Sattler erklärte sich bereit, aus dem Haus sein eigens für diese Zwecke gebautes Gestell zu holen. Mist, von starken Kriegerarmen gepackt, gab es kein Entrinnen… ich wurde auf dem blöden Teil fixiert. „Tal Rekrut… wir testen gerade, ob wir Arya zum Quicken bekommen“, informierte mein Herr den Krieger, der anscheinend neugierig geworden sich nun dazu gesellte. 

Freie erfreuen mit Quicken? Trotzdem nahm ich mir ganz fest vor, keinen Piep von mir zu geben. Erstaunlicherweise trat jedoch nicht ein, was ich befürchtet hatte… mein Herr legte nämlich ganz sanft seine Hand auf meine Fußsohle, wandte sich dann aber an die beiden Männer und begann meine Fußsohlen zu kitzeln, indem er mit seinen Fingernägeln leicht darüber kratzte: „Die Frage ist, wie bekommen wir Arya jetzt dazu?“ Soweit es meine gefesselten Knöchel zuließen, drehte ich beide Füße heftig hin und her, was aber leider nichts brachte, und flehte um Beherrschung ringend: „Hilfe!!! Bitte nicht, mein Herr!!!“ 

Wie befürchtet ging er darauf nicht ein, stattdessen allerdings auf den Vorschlag des Sattlers: „Ich kann Balduin holen… der Verr-Bock liebt es, Salz von Fußsohlen zu lecken und seine Zunge ist wirklich gemein.“ Mit dem Eintreffen des vierbeinigen Experten, den ich mit total vernichtenden Blicken anfunkelte, sodass er eigentlich hätte tot umfallen müssen, änderte ich meine Taktik. Ich biss mir fest auf die Unterlippe, konnte ein leises, gequältes Wimmern aber nicht verhindern, als die Zunge des Mistviehs über meine Fußsohlen schleckte. Der fies hilfsbereite Sattler hatte meine Füße zuvor übrigens mit Wasser begossen, damit das Salz besser auf ihnen klebte und ich es nicht abschütteln konnte. 

Ich zerrte heftig an meinen Fesseln, keuchte, stöhnte und fauchte zwischendurch immer wieder Balduin obergiftig an, sodass mein Herr schließlich feststellte: „Also nach Quicken klingt das aber noch nicht.“ „Soll ich jetzt „quiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiick“ rufen, damit das Viech aufhört, mein Herr?“ jammerte ich in meiner Not. Der Rekrut lachte belustigt, doch mein Herr erwiderte leider wenig hilfreich: „Nein, ich möchte, dass du quickst, weil es nötig ist zu quicken, Arya.“ 

Das blöde Viech setzte die gemeine Folter fort. „Auuuuuuuu! Meine Fußsohlen sind doch total verweichlicht vom ständigen Sandalen Tragen! Hiiiiiilfeee!! Quiiiiiiiiiiiiiiiiiiick!!!!!!!!!!!“ machte ich mir in meiner inzwischen kaum mehr beherrschbaren Panik Luft. Doch es nützte nichts. Erneut biss ich mir fest auf die Unterlippe und ergab mich schließlich leise wimmernd in mein Schicksal, während ich meinen Tränen freien Lauf ließ. 

Vollkommen unerwartet band mein Herr mich plötzlich los. „Ich denke, das müssen wir irgendwann wiederholen, allerdings nicht so bald… dann klappt das auch mit dem Quicken. Heute scheint Arya erschöpft zu sein, sie hat sich aber gut gehalten“, schmunzelte er und streichelte durch meine Haare, während der Sattler feststellte: „Hmmm... hat ihr nicht gefallen, glaube ich.“ Damit hatte er selbstverständlich Recht, doch für mich zählte in diesem Moment nur, wie innig mein Herr mich jetzt an sich drückte: „Arya, ich bin zufrieden mit dir. Als Belohnung darfst du den Rest der Hand nackt sein… ohne Sandalen, Kleidung oder Schleier. Und du hast Glück, so ein Brett passt bei uns nicht ins Haus.“ :-)

Donnerstag, 14. Juni 2018

Brett vorm Kopf

Der Sattler und der Brauer waren natürlich neugierig, Genaueres über den Ausflug meines Herrn und des Rekruten nach Belnend zu einem Fest mit Tanzwettbewerb zu erfahren. Schade, aber leider nicht zu ändern war, dass ich wegen wichtiger Aufgaben nicht mit durfte. Besonders die belnendschen Kajirae haben wohl schöne Tänze dargeboten und auch die ersten Plätze unter sich ausgemacht. Mein Herr war übrigens in der Jury und hatte sich erkundigt, ob die Verliererinnen des Wettbewerbs hinterher an die Mitglieder des Gremiums verschenkt werden. Tja, Pech für ihn… das wollte keiner. „Die Jury hat nichts bekommen außer Arbeit. Ich muss mich wohl mal bei dem Kommandanten von Belnend beschweren, die auf den Rängen 1 bis 4 platzierten Tänzerinnen waren nämlich nett anzusehen. Und nein, ich werde euch jetzt nichts vortanzen… das überlasse ich lieber Arya, außer ihr wollt mich nackt an der Stange sehen.“ 

Na, wenn das kein verlockendes Angebot war, denn mein Herr ist wirklich gut gebaut. Komischerweise stellte sich der Rekrut schmunzelnd seinen Anblick „erheiternd“ vor, während der Sattler nachdenklich fragte: „Was mein ihr, wollen wir das?“ Das Brummen meines Herrn klang nicht wirklich begeistert, als er nun abzulenken versuchte: „Im Zweifel ist es schöner eine Sklavin tanzen zu sehen. Ich glaube übrigens, dem Rekruten ist beim Zuschauen in Belnend der Sabber aus dem Mund gelaufen.“ „Nee und wenn dem so gewesen wäre, dann lag das eher an meiner attraktiven Sitznachbarin“, stellte der Krieger klar, sodass nun frohlockt wurde, es gäbe bald eine Feier anlässlich seiner Gefährtenschaft… gratis Essen und Trinken ist nämlich etwas Feines. 

„Eine Gefährtenschaft mit dieser interessanten Freien, die ich schon lange kenne, wird es vorerst nicht geben“, wimmelte der Rekrut jedoch ab. „Bei Gefährtinnen gilt: Nichts übers Knie brechen, außer der Vertrag erlaubt die Versklavung… sonst hast du mit Pech einen Besen im Haus, der dir das Leben unangenehm macht. Allerdings kann man seine Gefährtin immer über Nacht an den Sklavenring ketten, das ist gute alte Tradition“, riet mein Herr und der Sattler nickte bestätigend. Sichtlich verwirrt fragte der Rekrut: „Was, sowas macht ihr mit euren Gefährtinnen? Die Schreiberin angekettet… da muss ich sie gelegentlich doch mal fragen, wie das so für sie ist!“ Spannend bleibt, ob der Krieger die Worte des Sattlers befolgen wird: „Das würde ich dir empfehlen lieber nicht zu tun... sie kann ganz schön biestig werden.“

„So, ich werde mich jetzt etwas ausruhen… sagt, was ihr trinken wollt. Heute gilt allerdings die „nur eine Bestellung“ Regel. Ich will Arya nämlich auf meinem Schoß haben, wenn ich meinen Kalana schlürfe“, informierte mein Herr die Männer, bevor er sich auf einem der Kissen am Feuerplatz niederließ. Der an diesem Tag wieder sehr schweigsame Brauer sah nun jedoch den Zeitpunkt gekommen, die stumme Gesellschaft seines Kessels zu genießen. Nicht nur mir war aufgefallen, wie wenig kommunikativ der rothaarige Herr seit einiger Zeit oft ist, doch mein Herr sagte dazu nur irgendwas wie: „Stille Ale-Seen von Kesselexperten sind tief… glaubt mir, der Brauer kann auch anders.“ Oder so ähnlich drückte er sich wohl aus.

Der Rekrut lief ebenfalls nach Hause, da er offensichtlich nicht abwarten konnte, dass seine Kajira endlich ihre Aufgaben erledigt hatte und zu ihm kam. Auch der Sattler verschwand, tauchte allerdings wenige Ehn später mit einem Becher Paga wieder auf. Toll, dass es auch gesellige, pflegeleicht und praktisch veranlagte Männer gibt, die sich nicht zu fein sind, ihr Getränk selbst zu holen! 

Damit ermöglichte mir der Handwerker, mich dem Servieren des Kalanas für meinen Herrn besonders intensiv zu widmen, der meine Hingabe mit herrlich sanften Berührungen meines Schenkels belohnte, bevor er mir den Becher mit seinem Wein abnahm und mich wundervoll besitzergreifend auf seinen Schoß zog. „Ich gönne mir heute noch mal etwas… habe ab morgen nämlich Spätdienst. Aber das ist schon in Ordnung, nachdem ich diese Hand frei hatte“, erzählte mein Herr dem Sattler und drückte mich dann noch inniger an sich, um mich zu küssen. 

Leider war dieser innige Moment viel zu schnell wieder vorbei, denn selbstverständlich war es ein Gebot der Höflichkeit für meinen Herrn, sich weiter mit dem Sattler zu unterhalten. Das Gespräch wandte sich der Kajira des Rekruten zu und mein Herr überlegte: „Ich bin gespannt, ob wir die Sklavin mal ohne den Rekruten zu sehen bekommen. Hehe, vermutlich hat sie ihn ziemlich unter der Fuchtel. Aber sie gehört ihm noch nicht lange und ich glaube, sie hat nicht mal ein Brandzeichen.“ „Ohooo, sie hat das Sagen? Na dann…“, kam grinsend vom Sattler und mein Herr ergänzte: „Zumindest habe ich bisher den Eindruck, denn warum hat er nicht gewartet, bis seine Sklavin zu ihm kommt?“ Danach klaute mein Herr sich einen weiteren Kuss von mir, bei dem ich erneut in seinen Armen dahin schmolz, obwohl auch dieser leider wieder viel zu kurz ausfiel. 

Übrigens muss im Gespräch mit dem Sattler ein Stichwort gefallen sein, bei dem sich mein Herr plötzlich an eine noch ausstehende Überraschung für mich erinnerte… so nennt er neuerdings ja immer irgendwelche für mich meistens eher unangenehmen Dinge, von denen ich vorher noch nichts ahne. Auf meine Nase piekend, kündigte er nämlich an: „Arya bekommt nachher noch eine Überraschung, denn sie hat heute etwas vergessen, als sie aus dem Haus kam.“ Mist… mir schwante, dass diese Überraschung vermutlich eher eine Strafe war. Aber was hatte ich vergessen? Die Haustür hatte ich doch zugemacht! Der Sattler leerte seinen Becher und verabschiedete sich grinsend: „Dann will ich den Spaß mal nicht verderben. Gute Nacht, Hauptmann… lass dich nicht ärgern, Arya!“ 

Leicht an meinem Nasenring ziehend, überlegte mein Herr als nächstes: „Ich frage mich, warum ich deine Nase sehen kann, Arya… solltest du heute nicht etwas Besonderes anziehen?“ Args, ich hatte wirklich ein Brett vorm Kopf, gegen das auch total intensives Grübeln nichts half. Obwohl ich meine Stirn beim Nachdenken vor lauter Konzentration bestimmt total kraus zog, wollte mir einfach nicht einfallen, was ich angeblich vergessen hatte: „Es tut mir leid, mein Herr... ich weiß wirklich nicht, wovon du sprichst.“ „War da nicht etwas mit einem Schleier, Arya?“ half er mir letztendlich auf die Sprünge. „Achsooo... ja aber sollte das heute denn schon sein? Ich bin mir nicht sicher, doch mir ist so, als ob du von nächster Hand sprachst, mein Herr?“ startete ich einen kläglichen, letzten Versuch. 

Puhhh, nachdenklich brummend gewährte mein Herr mir tatsächlich Aufschub: „Hmm… hmm… naja gut… dann hast du jetzt noch mal Glück gehabt, Arya… wir verschieben den Schleier um eine Hand.“