Donnerstag, 14. Juni 2018

Brett vorm Kopf

Der Sattler und der Brauer waren natürlich neugierig, Genaueres über den Ausflug meines Herrn und des Rekruten nach Belnend zu einem Fest mit Tanzwettbewerb zu erfahren. Schade, aber leider nicht zu ändern war, dass ich wegen wichtiger Aufgaben nicht mit durfte. Besonders die belnendschen Kajirae haben wohl schöne Tänze dargeboten und auch die ersten Plätze unter sich ausgemacht. Mein Herr war übrigens in der Jury und hatte sich erkundigt, ob die Verliererinnen des Wettbewerbs hinterher an die Mitglieder des Gremiums verschenkt werden. Tja, Pech für ihn… das wollte keiner. „Die Jury hat nichts bekommen außer Arbeit. Ich muss mich wohl mal bei dem Kommandanten von Belnend beschweren, die auf den Rängen 1 bis 4 platzierten Tänzerinnen waren nämlich nett anzusehen. Und nein, ich werde euch jetzt nichts vortanzen… das überlasse ich lieber Arya, außer ihr wollt mich nackt an der Stange sehen.“ 

Na, wenn das kein verlockendes Angebot war, denn mein Herr ist wirklich gut gebaut. Komischerweise stellte sich der Rekrut schmunzelnd seinen Anblick „erheiternd“ vor, während der Sattler nachdenklich fragte: „Was mein ihr, wollen wir das?“ Das Brummen meines Herrn klang nicht wirklich begeistert, als er nun abzulenken versuchte: „Im Zweifel ist es schöner eine Sklavin tanzen zu sehen. Ich glaube übrigens, dem Rekruten ist beim Zuschauen in Belnend der Sabber aus dem Mund gelaufen.“ „Nee und wenn dem so gewesen wäre, dann lag das eher an meiner attraktiven Sitznachbarin“, stellte der Krieger klar, sodass nun frohlockt wurde, es gäbe bald eine Feier anlässlich seiner Gefährtenschaft… gratis Essen und Trinken ist nämlich etwas Feines. 

„Eine Gefährtenschaft mit dieser interessanten Freien, die ich schon lange kenne, wird es vorerst nicht geben“, wimmelte der Rekrut jedoch ab. „Bei Gefährtinnen gilt: Nichts übers Knie brechen, außer der Vertrag erlaubt die Versklavung… sonst hast du mit Pech einen Besen im Haus, der dir das Leben unangenehm macht. Allerdings kann man seine Gefährtin immer über Nacht an den Sklavenring ketten, das ist gute alte Tradition“, riet mein Herr und der Sattler nickte bestätigend. Sichtlich verwirrt fragte der Rekrut: „Was, sowas macht ihr mit euren Gefährtinnen? Die Schreiberin angekettet… da muss ich sie gelegentlich doch mal fragen, wie das so für sie ist!“ Spannend bleibt, ob der Krieger die Worte des Sattlers befolgen wird: „Das würde ich dir empfehlen lieber nicht zu tun... sie kann ganz schön biestig werden.“

„So, ich werde mich jetzt etwas ausruhen… sagt, was ihr trinken wollt. Heute gilt allerdings die „nur eine Bestellung“ Regel. Ich will Arya nämlich auf meinem Schoß haben, wenn ich meinen Kalana schlürfe“, informierte mein Herr die Männer, bevor er sich auf einem der Kissen am Feuerplatz niederließ. Der an diesem Tag wieder sehr schweigsame Brauer sah nun jedoch den Zeitpunkt gekommen, die stumme Gesellschaft seines Kessels zu genießen. Nicht nur mir war aufgefallen, wie wenig kommunikativ der rothaarige Herr seit einiger Zeit oft ist, doch mein Herr sagte dazu nur irgendwas wie: „Stille Ale-Seen von Kesselexperten sind tief… glaubt mir, der Brauer kann auch anders.“ Oder so ähnlich drückte er sich wohl aus.

Der Rekrut lief ebenfalls nach Hause, da er offensichtlich nicht abwarten konnte, dass seine Kajira endlich ihre Aufgaben erledigt hatte und zu ihm kam. Auch der Sattler verschwand, tauchte allerdings wenige Ehn später mit einem Becher Paga wieder auf. Toll, dass es auch gesellige, pflegeleicht und praktisch veranlagte Männer gibt, die sich nicht zu fein sind, ihr Getränk selbst zu holen! 

Damit ermöglichte mir der Handwerker, mich dem Servieren des Kalanas für meinen Herrn besonders intensiv zu widmen, der meine Hingabe mit herrlich sanften Berührungen meines Schenkels belohnte, bevor er mir den Becher mit seinem Wein abnahm und mich wundervoll besitzergreifend auf seinen Schoß zog. „Ich gönne mir heute noch mal etwas… habe ab morgen nämlich Spätdienst. Aber das ist schon in Ordnung, nachdem ich diese Hand frei hatte“, erzählte mein Herr dem Sattler und drückte mich dann noch inniger an sich, um mich zu küssen. 

Leider war dieser innige Moment viel zu schnell wieder vorbei, denn selbstverständlich war es ein Gebot der Höflichkeit für meinen Herrn, sich weiter mit dem Sattler zu unterhalten. Das Gespräch wandte sich der Kajira des Rekruten zu und mein Herr überlegte: „Ich bin gespannt, ob wir die Sklavin mal ohne den Rekruten zu sehen bekommen. Hehe, vermutlich hat sie ihn ziemlich unter der Fuchtel. Aber sie gehört ihm noch nicht lange und ich glaube, sie hat nicht mal ein Brandzeichen.“ „Ohooo, sie hat das Sagen? Na dann…“, kam grinsend vom Sattler und mein Herr ergänzte: „Zumindest habe ich bisher den Eindruck, denn warum hat er nicht gewartet, bis seine Sklavin zu ihm kommt?“ Danach klaute mein Herr sich einen weiteren Kuss von mir, bei dem ich erneut in seinen Armen dahin schmolz, obwohl auch dieser leider wieder viel zu kurz ausfiel. 

Übrigens muss im Gespräch mit dem Sattler ein Stichwort gefallen sein, bei dem sich mein Herr plötzlich an eine noch ausstehende Überraschung für mich erinnerte… so nennt er neuerdings ja immer irgendwelche für mich meistens eher unangenehmen Dinge, von denen ich vorher noch nichts ahne. Auf meine Nase piekend, kündigte er nämlich an: „Arya bekommt nachher noch eine Überraschung, denn sie hat heute etwas vergessen, als sie aus dem Haus kam.“ Mist… mir schwante, dass diese Überraschung vermutlich eher eine Strafe war. Aber was hatte ich vergessen? Die Haustür hatte ich doch zugemacht! Der Sattler leerte seinen Becher und verabschiedete sich grinsend: „Dann will ich den Spaß mal nicht verderben. Gute Nacht, Hauptmann… lass dich nicht ärgern, Arya!“ 

Leicht an meinem Nasenring ziehend, überlegte mein Herr als nächstes: „Ich frage mich, warum ich deine Nase sehen kann, Arya… solltest du heute nicht etwas Besonderes anziehen?“ Args, ich hatte wirklich ein Brett vorm Kopf, gegen das auch total intensives Grübeln nichts half. Obwohl ich meine Stirn beim Nachdenken vor lauter Konzentration bestimmt total kraus zog, wollte mir einfach nicht einfallen, was ich angeblich vergessen hatte: „Es tut mir leid, mein Herr... ich weiß wirklich nicht, wovon du sprichst.“ „War da nicht etwas mit einem Schleier, Arya?“ half er mir letztendlich auf die Sprünge. „Achsooo... ja aber sollte das heute denn schon sein? Ich bin mir nicht sicher, doch mir ist so, als ob du von nächster Hand sprachst, mein Herr?“ startete ich einen kläglichen, letzten Versuch. 

Puhhh, nachdenklich brummend gewährte mein Herr mir tatsächlich Aufschub: „Hmm… hmm… naja gut… dann hast du jetzt noch mal Glück gehabt, Arya… wir verschieben den Schleier um eine Hand.“

Dienstag, 12. Juni 2018

Gezeter über ländliche Düfte

“Wir sollten heute versuchen, noch einmal günstig an weitere Vulos zu kommen… bisschen mehr Auswahl schadet nicht, Arya“, beschloss mein Herr. Er nahm diesmal allerdings nicht den direkten Weg in den Wald zum Hof, sondern ließ die Schmiede links liegen und lief am Haus des Tarnreiters vorbei. Vor dem großen, mir schon vor einiger Zeit aufgefallenen Sumpfloch stoppte er. „Arya, hast du das hier schon gesehen? Das ist eine gefährliche Stelle, hier versinken sogar Urts drin! Ob da jemand zu viel reinpinkelt? Das können auch Abfälle vom Gerben sein oder nee, aus den Kesseln der Brauerei! Ich werde den Brauer bei Gelegenheit mal danach fragen.“ 


Da ich schon mehrfach mitbekommen hatte, dass der Lederarbeiter das Gerben von Tierhäuten immer ablehnt, handelte es sich bei dem Moder-Loch wohl kaum um Reste aus der Sattlerei. Brauereiabfälle in einem Sumpfloch zu entsorgen, fand ich jedoch ziemlich plausibel und den Brauer danach zu fragen, war bestimmt nicht verkehrt. Allerdings gab ich nach den Erfahrungen mit dem Herrn vor kurzem lieber noch zu bedenken, dass es sicher nicht verkehrt ist, bei dieser Nachfrage aufzupassen, sie möglichst gefühlvoll und sehr diplomatisch zu stellen, damit der manchmal äußerst empfindlich reagierende Brauer nicht gleich wieder eingeschnappt ist.


Schließlich am wie immer verlassenen Hof angekommen, ordnete mein Herr an: „Alles einsammeln, was nicht bei drei im Stall ist, Arya… und wenn die Vulos nicht wollen, brat ihnen einfach mit einem Stock eins über!“ Während ich mich leise "putt… putt… putt...." säuselnd den Federviechern näherte und es mir tatsächlich gelang, ein wild zappelndes schwarzes einzufangen, packte mein Herr den mit offenen Augen im Stehen schlafenden Bosk an den Hörnern: „Du kommst auch mit!“ Tja, mein Part mit dem Überlisten der Vulos war deutlich einfacher, als den störrischen Vierbeiner vom Mitkommen zu überzeugen, was letztendlich aber gelang. Unsere Beute bestand schließlich aus drei Vulos, einem Verr und dem Bosk, den mein Herrn hinter sich her zog.


„Arya, unser Einkauf hat sich gelohnt. Bring das Verr und die Vulos zu den anderen vor dem Kennel-Vulo-Stall am Stadthaus… ich werde den Bosk vor der Brauerei parken!“ Als ich dort eine Weile später eintraf, empfing mein Herr mich übrigens breit grinsend. „Das Viech scheint sich hier wohl zu fühlen… hat gleich etwas fallen lassen.“ Stimmt, der Bosk hatte sein neues Territorium mit zwei großen, dampfenden Haufen markiert. Womöglich hatte er beim Ortswechsel, über den er nicht wirklich begeistert zu sein schien, einen nervösen Magen bekommen? Naja, das wird sich bestimmt sofort ändern, sobald er Klaus-Bärbel kennengelernt hat.


„Komm Arya, ich habe den Bosk festgebunden, weglaufen kann er also nicht und wie man hinter ihm sieht, geht es ihm gut… der Zeitpunkt für einen Paga ist jetzt also genau richtig!“ Kaum hatte sich mein Herr am Feuerplatz niedergelassen, tauchte übrigens der Rekrut auf und meckerte über einen üblen Geruch, der angeblich von der Brauerei zu seinem Haus hinüber wehte. Lachend klärte mein Herr ihn auf: „Ach, das nennt sich Landluft… die kommt von dem frisch geklauten Bosk. Der hat wegen Stress beim Umzug eine bisschen angeregte Verdauung. Befehl doch deiner Kajira die Fladen weg zu machen, wenn sie dich stören!“ Oha, damit war der Rekrut überhaupt nicht einverstanden und empörte sich.

Peinlich, aber dem Kerl war offensichtlich nicht klar, dass er sich erneut blamierte, genau wie am Vortag schon beim Thema Aufpassen auf fremdes Eigentum: „Wieso meine Sklavin? Es ist doch nicht mein Tier, das da vor sich hin stinkt! Warum nicht die Brauereikajira? Wenn meine das macht, stinkt sie hinterher nach Bosk und ich habe den Gestank weiter im Haus!“ Ich gestehe, mir wurde einiges abverlangt, nicht laut prustend loszulachen. „Ach, dein Mädchen ist zu fein zum Kacke weg machen? Unsinn, Rekrut… es gibt schließlich Seife, setz dich!! Arya holt dir einen Paga und ich erkläre dir, wie man Bosk-Fladen weg bekommt!“ versuchte mein Herr dem Rekruten den Kopf zurecht zu rücken.

Bei meinem Eintreffen mit seinem Getränk, war der Krieger leider immer noch am Meckern und uneinsichtig. Er beruhigte sich erst ein bisschen beim ersten Schluck Paga, nachdem mein Herr ihm versichert hatte, dass die Hinterlassenschaften am nächsten Tag nicht mehr so intensiv stinken und der Brauer den Bosk bestimmt umparkt. Von wegen umparken! „Tal zusammen… wem gehört der vermaledeite Bosk, der vor meiner Destille dampfende Haufen scheißt?“ kam in dieser Ehn der Brauer wutschnaubend angerannt. „Der gehört dir. Er ist ein Geschenk, damit Klaus-Bärbel nicht so allein ist und Gesellschaft hat. Arya, bring dem Brauer mal ein Ale zur Entschleunigung“, versuchte mein Herr nun den zeternden Rothaarigen zu beruhigen.

Leider waren seine Bemühungen jedoch vergeblich. „Wer kommt auf sowas? Ich werde den schlachten... der Wirt kann Bosk auf seine Speisekarte schreiben!“ Was dann folgte, bekam ich nicht mit, da ich das Ale aus der Taverne holen musste. Doch bei meiner Rückkehr und dem Anblick seines Lieblingsgetränks hatte der Brauer sich zumindest soweit beruhigt, dass er eingestand: „…soll ja guter Dünger sein. Aber es wird sich ein Mädchen finden, das den Dung auf die Felder befördert, wo er hingehört... nicht wahr Arya?“ Komisch, bei der Frage sah er mich herausfordernd an, sodass ich schnell erklärte: „Herr, die Kajira deines Nachbarn ist dafür schon eingeteilt, weil ihr Herr ebenfalls am Entfernen der Hinterlassenschaften des Bosk interessiert ist.“

Args, trotz der Bemühungen meines Herrn hatte der Rekrut offensichtlich doch noch nichts kapiert, denn er wiederholte: „Nee, mein Mädchen ist dafür nicht eingeteilt… kommt überhaupt nicht in Frage!“ Wie gut, dass mein Herr mich jetzt in Schutz nahm und den beiden Kerlen verwehrte, über mich zu verfügen… das glauben die nämlich sich sonst mit großer Selbstverständlichkeit immer herausnehmen zu können. „Arya kümmert sich schon um die Versorgung der Vulos und Verrs, einschließlich deren Kacke. Den Bosk schaffe ich morgen weg, seine Fladen rühr ich allerdings nicht an.“ Danach war das Gezeter über die ländlichen Düfte endlich vorbei! ;-)

Montag, 11. Juni 2018

Grünhaariges Frischfleisch

So breit wie mein Herr mich angrinste und gut gelaunt durch meine Haare am nächsten Morgen wuschelte, bevor er die Kette an meinem Kragen und meine Fesseln löste, wurde mir sofort klar, er hatte vermutlich einen weiteren Einfall gehabt. Leider war zu befürchten, dass ich darüber nicht in Begeisterung ausbrechen würde. Meine leichte Unruhe über diese Erkenntnis entging ihm natürlich nicht, da ich ihm ja nicht erst seit gestern gehöre. „Musst du etwa pinkeln, Arya?“ Verneinend versuchte ich abzulenken und bot an, die heruntergefallene Münze zu holen, um das Schlimmste vielleicht noch zu verhindern. 

Mist, mein Vorhaben gelang nicht. „Die habe ich bereits aufgesammelt, als ich aufgestanden bin… du hast ja noch geschlafen wie ein Stein. Doch nun zu der Überraschung, die du dir mit dem Fallenlassen der Münze verdient hast. Du wirst morgen einen Schleier tragen und sonst nichts.“ Ups… schlief ich noch und träumte schlecht? Nein, ich war tatsächlich wach und mein Herr meinte es wirklich ernst damit, mir eine freie Frauen Gesichtsgardine zu verpassen. „Hehe, immerhin hast du gestern nicht lange ausgehalten, Arya, da muss es schon eine besondere Überraschung sein.“ 

Na toll, er war also immer noch in Laune, mir seine Macht über mich zu demonstrieren. Obwohl ich nicht einen Hauch von Begeisterung für diese überflüssige Anweisung aufbringen konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als zu wiederholen: „Ja mein Herr, wie du wünschst… Schleier und ansonsten nichts.“ Mir war klar geworden, ihn interessierte kein bisschen, dass es mir wichtiger gewesen war, mich an ihn zu schmiegen, als meine Ausdauer mit platt drücken einer Münze zu beweisen und er hatte auch nicht herausfinden wollen, ob ich in der Lage war mitzudenken und Prioritäten zu setzen.

Um mir meine Gefühle nicht anmerken zu lassen, denn als Kajira des Hauptmanns von Jorts Fähre muss ich mit der Willkür meines Herrn und seiner manchmal merkwürdigen Veranlagung leben können, senkte ich meinen Kopf etwas. Das schien ihm zu gefallen, da er erneut mit seinen Fingern sanft durch meine Haare strich. Gleichzeitig informierte er mich, dass die Reisekajira immer noch da war, er ihr inzwischen seinen Kragen verpasst und das ganze klimpernde Metall entfernt hat, mit dem sie sich behängt hatte. „Erstmal werde ich sie behalten, bis ich sie an wen auch immer verkaufen kann… mal abwarten, aber ich bin mir sicher, da wird sich jemand finden.“

Leider waren die Haare von dem Reiseding weiterhin grün… sehr merkwürdig, denn so lange wirkt das Entlausungsmittel doch normalerweise eigentlich nicht! Bei mir war es damals nach einer Hand jedenfalls ausgewaschen. „Genau Arya, wenn nötig, werden ihre Haare abgeschnitten, die sind in Grün wirklich nichts wert!“ bestätigte mein Herr meinen Vorschlag, bevor er sich beim Brauer erkundigte, wie lange es bei ihm her ist, dass er einer Sklavin den Kopf rasiert hat. „Hmmm… eine ganze Weile, Hauptmann. Außerdem überlasse ich das lieber anderen. Ich kann das nicht gut, die Köpfe sind danach meistens recht schartig.“ 

Bei meiner Nachfrage stellte sich heraus, mein Herr hatte seine Neue bislang nicht nach dem Grund  für ihre hässliche Haarfarbe gefragt… Entlausungsmittel war es jedenfalls nicht. „Gerade bei grüner Färbung, sind keine Läuse im Haar, Herr“, versuchte das blasse Mädchen eine Erklärung. „Fakt ist, ich mag keine grünen Haare. Entweder die bekommen eine normale Farbe oder sie werden abgeschnitten… ohne Haare hat man auch keine Läuse. Arya, sollten die nächste Hand noch grün sein, schwingen wir die Schere… erinnere mich daran“, stellte mein Herr klar, sodass seine Grünhaarige nun schnell behauptete, die Farbe wäre nicht dauerhaft.

Na, mal abwarten, ob sie ihre Haare tatsächlich retten wird. Ihren Zopf wird sie jedenfalls öffnen und die langen Krallen an ihren Fingern kürzen müssen. Außer einem Ale für den Brauer hatte sie sich übrigens auch noch verdient gemacht und dazu gehört bei der Veranlagung des Herrn ja nun wirklich nichts… sogar freie Frauen können einen Becher ohne Hingabe reichen. Trotzdem war es meinem Herrn wie immer wichtig, wegen der Einfachheit beim Rufen der Sklavin sofort einen Namen zu geben, sodass er alle Anwesenden aufforderte, ihm welche ohne „A“ am Anfang vorzuschlagen, die aber auf „a“ endeten.

„Haha… „Greena“… dein Vorschlag gefällt mir, Arya. Aber ich warte mal ab, was dem Rekruten einfällt“, kommentierte mein Herr, was mir spontan eingefallen war. Der Rekrut blieb jedoch stumm und raffte das mit dem „a“ am Ende ohne „A“ am Anfang sowieso nicht. An seiner Stelle schlug der Brauer vor: „Wie wäre es mit „Bluna“?“ Da meinem Herrn dieser Name angeblich leichter über die Lippen geht, war das Problem damit geklärt. Ansonsten steht wohl leider noch das ganz große Programm an Lektionen zur Ausbildung an für diese sich nicht wie eine Sklavin benehmende Reisekajira, mit weniger als Null Ahnung… beginnend mit Branding, ärztlicher Untersuchung einschließlich Sklavenwein, sofern sich nicht herausstellt, dass das unerfahrene Ding bereits schwanger ist.

Irritierend fand ich übrigens, mit welcher Selbstgefälligkeit der Brauer und der Rekrut ablehnten, auf das Eigentum meines Herrn mit aufzupassen, wenn er wieder den doofen späten Wachdienst hat. Tja, ständig über mich verfügen und zwar ohne meinen Herrn zu fragen, ist natürlich auch gaaaaanz etwas anderes, nämlich selbstverständlich. Ich vermute, die beiden Kerle würden lieber verdursten, als sich Ale oder Paga selbst zu holen! Beiden ging Verantwortung übernehmen und aufpassen, dass das weißhäutige Frischfleisch nicht abhaut, offensichtlich komplett am Allerwertesten vorbei nach dem Motto: „Dein Mädchen… deine Sache… geht mich nichts an!“


Der Brauer reagierte sogar wie eine oberbeleidigte Leberwurst… stellte verärgert seinen Ale-Becher ab und verdrückte sich mit der Begründung, er müsse aufpassen, dass sein Brauereikessel nicht wegläuft. Ach Mist, was bin ich für ein Dummchen! Sein abrupter Aufbruch ist doch wirklich logisch und nachvollziehbar... mit einem Brauereikessel, der nichts einfordert, unterhält es sich auch viel angenehmer, denn man muss mit dem nicht reden! Der Rekrut merkte übrigens doch noch, wie peinlich seine Aussage gewesen war, er müsse sich mit seiner eigenen Kajira beschäftigen und könne deswegen nicht auf das grünhaarige Ding aufpassen… nach kurzem Zögern erklärte er sich nämlich doch noch bereit dazu. ;-)

Donnerstag, 7. Juni 2018

Einfälle am Teichbach

„Ja, nackt baden… das hat etwas!“ ergänzte mein Herr den Vorschlag des Brauers, die Wonnen des Teiches zu genießen, bevor dem rothaarigen Krieger einfiel, dass in Ar gerade aufblasbare Inseln oder Sleens in Rosa schwer angesagt sind, auf denen man im Wasser liegen oder sitzen kann, um sich vergnüglich abzukühlen. Mein Herr tat alles aber schließlich mit der Bemerkung ab, dass er lieber auf anderem reitet und erwähnte dann, dass es Leute geben soll, die sich schmale Bretter unter die Füße binden, um sich von mächtig ins Zeug legenden Rudersklaven übers Wasser ziehen zu lassen. Ohje, die armen Ruderer... ich mochte mir gar nicht ausmalen, mit welchen Methoden die zu Höchstleistungen angetrieben werden, damit das klappt. 

Viel netter… zumindest für Sklaven, sind dagegen diese großen, breiten Bretter, auf denen man im Stehen paddelt. Das ist vor allem bei Anfängern ein lustiger Anblick bei Wellengang, weil die auf den schaukelnden Dingern ständig ihr Gleichgewicht verlieren und mehr im Wasser sind, als auf dem Brett. Über die Farbe waren wir uns schnell einig… entweder neutral in Naturholz oder in feschem Kriegerrot, was ja sowieso die einzig wahre Farbe ist. Die Frage war nur, ob eine Seemacht Stehpaddler zum Angriff von Feinden taugt… konnte es geübten Stehpaddel-Kriegern tatsächlich gelingen, einen Bogen zu ziehen und auf den Feind zu zielen, ohne herunter zu fallen? Der Brauer und mein Herr sahen eine geruderte Galeere als besser geeignet an. 

„Ich stell mir vor, da kommt eine Welle… alle fallen ins Wasser und sämtliche Feinde lachen sich tot“, argumentierte er. Tja, gemeinschaftlich ins Wasser fallen geht natürlich mit lautem Platschen einher, aber wenn sich der Gegner tot lacht, wäre der Angriff des Paddlerheers doch kampflos erfolgreich! Ich gab zu bedenken, dass das Anschleichen mit einer Galeere aufgrund ihrer Größe und möglicherweise laut knarzenden Rudern auch nicht lautlos möglich ist und behauptete einfach mal, ein Überraschungsangriff sehr geübter Paddler könnte bei ruhiger Wasseroberfläche durchaus gelingen, wäre fast lautlos und der Feind würde gar nicht merken, dass Gefahr heranpaddelt.

Selbstverständlich überlegte ich mir auch einen Plan B, sollte der Angriff entdeckt werden und es Pfeile regnen. In dem Fall springt man nämlich einfach ins Wasser, benutzt das Brett als perfekten Schutzschild, indem man darunter in Deckung taucht und schwimmt dann so geschützt Richtung Ufer. Der Feind wird glauben, alle Angreifer sind ersoffen, lehnt sich lachend zurück und bekommt eins übergebraten, sobald die Paddel-Krieger das Ufer erreichen. Mein Herr blieb skeptisch: „Nee, Arya… ich glaub, die Verteidiger können länger mit dem Bogen schießen, als ich tauchen kann.“ Ok, er hat es ja nicht so mit Wasser und konnte sich daher nicht vorstellen, wie gut man durch einen Schilfrohrhalm atmen kann.

„Nagut, ich merke, meine guten Ideen werden versiegen, ohne weiterentwickelt oder trainiert worden zu sein, mein Herr... trotz herrlichem Wetter!“ gab ich letztendlich auf, denn auch an diesem Tag waren nur Ideen meines Herrn gefragt. Die von mir erwähnten Drückerfische mit scharfen Zähnen kannte er übrigens auch nicht, sondern nur Drückerkolonnen, die von Haus zu Haus gehen um irgendwelche Abos zu verkaufen. Tja, der Brauer denkt nun über eine neue Geschäftsidee nach… Ale- und Paga-Abos mit extratollen Sachen als Anreiz. So ganz ausgegoren ist das alles zwar noch nicht, aber so wie er gleich seine Hände rieb, scheinz er sich lukrative Einnahmen mit solchen Abos auszurechnen.

„Du möchtest doch bestimmt, dass ich heute wieder etwas Gutes an dir ausprobiere, Arya. Mir ist nämlich eben gerade ein weiterer super Einfall gekommen… mit einer Münze“, kündigte mein Herr nun grinsend an. Da ich eh keine Wahl hatte, zog ich es vor, meine aufkeimende Nervosität damit zu vertuschen, dass ich flötete: „Es ist mir selbstverständlich immer eine sehr große Ehre, für deine Ideen herhalten zu dürfen, mein Herr.“ Offensichtlich gut gelaunt, schnippte er zuhause angekommen, mehrfach eine Münze in die Luft und fing sie grinsend wieder auf.


„Geh nach oben zum Sklavenring, damit ich dich dort anketten kann, Arya“, befahl er mir und befestigte nicht nur die Kette an meinem Kragen, sondern fesselte auch meine Hände hinter dem Rücken. „Dreh dich mit der Nase zur Wand, Arya und klemm diese Münze mit der Nasenspitze ein“, forderte er mich dann auf und hielt sie so, dass ich meine Nase dagegen drücken konnte. „Du wirst dir merken, wie lange es gedauert hat, bis die Münze heruntergefallen ist… danach richtet sich, welche Überraschung du morgen bekommst und ob überhaupt.“ „Ja mein Herr und danke… ich werde wie immer mein Bestes geben“, beeilte ich mich erst einmal zu antworten und quetschte meine Nase irritiert gegen das Geldstück.

Mein Herr machte es sich auf seinem schönen weichen Fell gemütlich, denn es war inzwischen spät geworden und Schlafenszeit. „Arya, jetzt stellt sich nur die Frage, ist es gut, wenn du es lange schaffst oder schlecht… sobald die Münze gefallen ist, darfst du dich nämlich zu mir aufs Fell legen.“ Pahhh… also das war nun wirklich keine Frage für mich. Da vollkommen unklar war, was am nächsten Tag auf mich wartete, nahm ich doch lieber, was ich sofort bekommen konnte. Begleitet von leisem Klirren ließ ich das Geldstück umgehend zu Boden fallen, um mich in der nächsten Ihn sehr innig an meinen Herrn zu kuscheln… warum sollte ich etwas so Schönes aus falschem Ehrgeiz unnötig hinauszögern? ;-)

Mittwoch, 6. Juni 2018

Wonnen des Teiches

Puhhh… meine Nacht auf dem Küchenboden war hart, extrem unbequem und mit sehr wenig Schlaf verbunden. Immer wieder hob ich meinen Kopf, drehte ihn lauschend in der Hoffnung hin und her, das Knarzen der Treppendielen unter den Füßen meines Herrn zu hören, der mich vielleicht von den Strapazen seiner „guten Idee“ erlösen wollte. Nichts! Schließlich muss ich doch noch tief eingenickt sein, denn ich bekam tatsächlich nicht mit, dass er aufstand und wurde vom Wuscheln meiner Haare geweckt. „Mir scheint, hier hatte jemand eine unbequeme Nacht… da kannst du mal sehen, was meine Ideen so bewirken, Arya“, kam zur Begrüßung.



Wegen dem Knebel in meinem Mund gelang mir anstatt eines Grußes leider nur komplett unverständliches Gemurmel, was meinen Herrn aber nicht zu stören schien. Als nächstes wurde mir bewusst, wie dringend ich mal verschwinden musste. Doch lenkte mich der Finger meines Herrn von meinem Bedürfnis erst einmal ab, mit dem er langsam meine Wirbelsäule nachmalte und mir ein leises Seufzen entlockte. Mist, ich kam nicht umhin mich darauf zu konzentrieren, nicht auf die Bodendielen zu pieschen, sodass ich die eigentlich schöne Berührung nicht wirklich genießen konnte, zumal mein Herr dann plötzlich am Lederriemen zog, der durch meine Hitze lief und ihn noch etwas anspannte. Mein Stöhnen wurde lauter. 

„Ahhh, es scheint dir zu gefallen Arya!“ interpretierte er nicht ganz richtig und packte die Ledergurte, um mich auf die Seite zu drehen, damit er sich seinem Eigentum noch etwas eingehender widmen konnte. Leider drückten sich dabei die eng um meinen Körper geschlungenen Riemen erneut fester in mein Fleisch. Keuchend vor Panik, meinem Herrn womöglich über die Hand zu pinkeln, schüttelte ich wild meinen Kopf, obwohl mein Sklavenfeuer inzwischen entfacht war. „Ach, es gefällt dir nicht… wirklich nicht?“ war eine vollkommen überflüssige Frage, weil ich inzwischen mit noch energischerem Kopfschütteln versuchte zu verneinen. Leise lachend hatte mein Herr dann ein Einsehen und befreite mich von Fesseln und Knebel. „Danke mein Herr… ich muss bitte ganz schnell mal vor die Tür“, brachte ich gerade noch zustande und lief gleichzeitig etwas steif noch, aber ohne seine Antwort abzuwarten schon Richtung Haustür.

Puhhh… ich schaffte es tatsächlich ins Gebüsch! Bei meiner Rückkehr stand mein Herr grinsend vor dem Haus. Er erlaubte mir noch einen Happen zu essen und einen großen Schluck Wasser zu trinken, bevor er sich einen Platz am Teichbach suchte, um sich bei dem schönen Wetter dort von mir einen Paga servieren zu lassen. Bei den warmen Temperaturen und dem herrlichen Blick aufs Wasser war es nur logisch, dass wir uns übers Baden unterhielten, aber auch über die Gefahren, die im Gegensatz zum Teichbach im Vosk lauern. Früher wollte ich die ja nicht wahrhaben und dachte immer, mir würde nichts passieren. Das änderte sich dann aber mit einigen Lektionen, die ich zum Thema erhielt und vor allem, nachdem mir mein verschollener Herr sehr intensiv die Leviten las.


Ohne Vorankündigung gab mein Herr mir übrigens ganz plötzlich einen unerwarteten Schubs, sodass ich das Gleichgewicht verlor. Erschrocken quietschend kippte ich nach hinten über und landete im Wasser, was aber natürlich nicht schlimm war. „Arya, du bist wirklich eine Bade-Urt… nutzt jede Gelegenheit, einfach so ins Wasser zu hüpfen“, stellte er breit grinsend fest, nachdem ich prustend und lachend wieder aufgetaucht war. „Ups, vielleicht ist die Uferböschung hier ein bisschen steil, meinst du ich sollte die Neigung mal mit der Schaufel etwas flacher gestalten, mein Herr?“ kicherte ich und kniete mich wassertriefend wieder vor ihn ins Gras. „Nein Arya, für solche Arbeiten nehmen wir lieber eine Reisesklavin, bei der ist es egal, ob sie an den Händen Schwielen bekommt.“

Als später der Brauer auftauchte, forderte mein Herr ihn auf: „Setz dich, wir besorgen dir ein Ale. Arya ist eben zwar schon ins Wasser gefallen, aber dein Ale bekommt sie trotz Tollpatschigkeit bestimmt hin.“ Dabei lachte er verschmitzt und schubste mich erneut... mit dem gleichen Erfolg wie zuvor. „Schau…. sie ist schon wieder reingefallen!“ Selbstverständlich tat ich so, als habe er mich auch diesmal total überrascht und blieb einige Ihn länger untergetaucht im herrlichen Nass. Doch kaum war mein Kopf über der Wasseroberfläche, konnte ich mir mein begeistertes Lachen nicht verkneifen und spritzte übermütig je eine Hand voll Wasser in Richtung meines Herrn und auch zum Brauer, der sich inzwischen auf dem Steg niedergelassen hatte. Eh schon im Wasser stehend, nahm ich selbstverständlich die Abkürzung zur Taverne, um das gewünschte Ale zu holen. 

Ich schwamm einfach zum anderen Ufer hinüber und nahm zurück den zuvor bereits erfolgreich erprobten Weg, nun allerdings in entgegengesetzter Richtung. Kurz musste ich jedoch nach einer etwas seichteren Stelle suchen, um nicht schwimmen zu müssen. Meine vergangenen Badeausflüge machten sich dabei übrigens bezahlt, denn ich fand schnell auf der anderen Seite des Stegs die Furt wieder, durch die ich mit über den Kopf erhobenem Becher zum Brauer hinüber watete… der Herr verdurstete also nicht und sein Ale blieb unverwässert. „Sehr gut, Arya… getauchtes Ale taucht nämlich nichts“, lachte er mich von Steg herunter an, als er mir sein Lieblingsgetränk abnahm, das ich ihm formlos hochreichen durfte. 


„Arya möchte, dass ich heute Abend wieder eine gute Idee habe… was denkst du darüber, sollte ich mir etwas einfallen lassen?“ wandte mein Herr sich einige Paga- und Ale-Schlucke später an den Brauer. „Hmmm… ich rate zu ruhigem, gemäßigtem Tun… lieber nicht überhitzen bei diesen Temperaturen, Hauptmann“, riet ihm der Angesprochene grinsend und ich bin mir sicher, dass wir alle an das Gleiche dachten, zumal ich nach den erfrischenden Bädern vorgekühlt und daher perfekt vorbereitet war, den aktiveren Part der Empfehlung zu übernehmen. „Du solltest mit deiner Kajira die Wonnen des Teiches genießen, Hauptmann!“ kam noch ein konkreterer Vorschlag, der meinem Herrn offensichtlich gefiel, denn er schwärmte: „Ja, nackt baden… das hat etwas!“ Stimmt!! Allerdings kam meinem Herrn noch eine andere Idee......... ;-))

Dienstag, 5. Juni 2018

Die besten Ideen

„ARYA!! Da will wer Vuloeier klauen!“ war lautes Gebrüll zu hören, sodass ich eilig in Richtung Vulo-Kennel-Stall lief. Mein Herr stand dort, vor ihm eine viel Haut zeigende, mit Bogen bewaffnete Fremde, die ihn um mindestens eine Kopflänge überragte. „Arya, hole etwas trockenes Brot aus der Taverne… wir haben Besuch mit viel Hunger“, befahl er bei meinem Eintreffen. Selbstverständlich beeilte ich mich mit dem Herbeischaffen und wahrte auch die gebotene Höflichkeit beim Überreichen des Gewünschten, obwohl es mir wieder schwer fiel, ein halb nacktes Waldweib mit „Herrin“ anzusprechen. Die "Besucherin" war offensichtlich von meinem Herrn dabei erwischt worden, als sie sich Zutritt ins Stadthaus verschaffen wollte, denn bei meiner Rückkehr machte er ihr gerade unmissverständlich klar, dass sich sowas nicht gehört: „Einfach in fremde Häuser zu gehen, ist keine gute Idee, die mit Pech im Kragen enden kann. Das nächste Mal, wenn du Hunger hast, erwarte ich Bezahlung… entweder Münzen oder eine Sklavin!“

Ich war mir nicht sicher, ob ich den ungewöhnlichen Dialekt der Jägerin richtig verstand, als sie nun überlegte, mich gegen eine andere Kajira einzutauschen. „Nein, nein… meine Kajira bleibt hier! Aber wenn du mir eine Sklavin bringst, bekommst du von mir dafür im Tausch Essen!“ stellte mein Herr richtig, bevor er vermutlich den Rest der Vereinbarung mit der Wilden genauso wenig verstand wie ich. Kaum hatte sich das Waldweib nämlich verabschiedet, seufzte er: „Uff, die hat wirklich komisch gesprochen… kam bestimmt aus dem tiefsten Wald! Aber heute scheint hier sowieso Dschungeltag zu sein, denn ich habe vorhin eine Reisesklavin mit grünen Haaren eingesperrt, die vermutlich ebenfalls von dort kam… oder hatte sie ihren Kopf in einen Eimer mit Boskdung gesteckt, keine Ahnung.“ Mir wurde klar, das schlafende Ding im Käfig war nicht die aus Torcodino angekündigte Rücksendung.

Vor einigen Tagen kam mir mein Herr nach meinem kurzen, erfrischenden Bad aus dem Teichbach entgegen. Mich musternd, während ich schnell die auf meiner nackten Haut glitzernden Wassertropfen abstreifte, bevor ich meine Kleidung wieder anzog, erzählte er: „Arya, ich habe heute einen Brief vor der Tür gefunden, als ich von der Nachtwache nach Hause gekommen bin.“ Ich bin zwar nicht neugierig, doch war mein Interesse natürlich sofort geweckt zu erfahren, was die Verwandtschaft meines Herrn ihm schrieb. Er spannte mich auch nicht lange auf die Folter. „Da steht drin, Arya ist eine freche Sklavin, muss an den Füssen aufgehängt und durchgekitzelt werden. Außerdem werden Gertenschläge als Kontrast zum Kitzeln empfohlen, die auch gegen dein Brummen helfen.“ Total entsetzt schaute ich zu meinem Herrn auf und stammelte: „Frech… hängen… kitzeln… brummen???“ Mehr brachte ich vorerst nicht heraus… da musste eindeutig eine Verwechslung vorliegen!

Tief Luft holend plusterte ich meine Wangen auf, ließ die Luft aber wieder entweichen und blieb doch lieber stumm, was manchmal die bessere Idee ist, außerdem ergänzte mein Herr jetzt: „Ach ja… Prusten wird auch erwähnt und dass du gerne badest.“ Mist, um eine Verwechslung konnte es sich also doch nicht handeln, denn wer badet so gerne wie ich? Genau, niemand! Lachend wurde ich dann aufgeklärt: „Keine Sorge Arya, ich habe mir das Ganze gerade ausgedacht. Aber meine Familie schrieb mir tatsächlich. Ich hatte ihnen eine Kajira überlassen, die ich inzwischen wieder zurücknehmen soll, bei meinem letzten Besuch aber vergessen habe… wundere dich also nicht, falls die hier tatsächlich auftaucht.“ Pahhh, das Wundern über irgendwelche Familienerbstücke habe ich schon lange aufgegeben und genauso über die Sammelkajirae meines angeblich nicht mehr sammelnden Herrn. Deswegen hatte ich auch nicht näher in Augenschein genommen, wem die grünen Haare im Käfig vor dem Haus gehören. 


Trotzdem wusste ich für die Ursache grüner Haare eine Erklärung, die ich nun zum Besten gab: „Meine Haare waren vor langer Zeit auch mal grün, mein Herr. Es gibt nämlich ein Mittel zum Entlausen, das zu solchen Verfärbungen führt. Ich bekam es damals allerdings nur vorsorglich, denn auf meinem Kopf waren keine Läuse... war alles nur Wunschdenken einer Grünen.“ „Hehe, das würde ich an deiner Stelle auch sagen, Arya“, veranlasste mich zur enttäuschten Rückfrage, ob mein Herr womöglich denkt, ich sage nicht die Wahrheit. „Doch ich glaube dir, Arya, aber andere werden das wohl eher nicht tun, wenn sie dich mit grünen Haaren sehen… vielleicht hat die Reisekajira tatsächlich Läuse.“ Wundervoll besitzergreifend zog er mich danach mit festem Griff an sich, während ich ihm gestand, dass diese Heilermethode nebst ihrer Anwenderin auf meiner geheimen Liste mit dickem Minus versehen waren.

„Als ob die Liste einer Sklavin wichtig wäre… gehorchen musst du trotzdem und wenn jemand aus grüner Kaste etwas mit dir machen will, dann ist das so, Arya“, erhielt ich grinsend zur Antwort, während die Finger meines Herrn sanft durch meine nun schon eine Ewigkeit nicht mehr grünen Haare strichen. Selbstverständlich ist mir das alles bewusst und genauso, dass es Grüne gibt, die glauben, mit dem Eigentum anderer machen zu können, was sie wollen. Leider gibt es auch Herrschaften, die das zulassen. Ich finde es jedenfalls gut… denn die Gedanken einer Kajira sind frei… diese Geheimliste im Kopf zu haben, die u.a. dazu führt, dass ich bei manchen Freien besonders auf der Hut bin, vor allem aber bei bestimmten Mitgliedern der grünen Kaste.

Ich hadere übrigens auch nur selten mit meinem Kajiraschicksal, denn mir ist sehr wohl bewusst, dass eine Sklavin nichts gegen Willkür ausrichten und Freie nicht erziehen kann, denen nicht klar ist, dass nur eine glückliche Kajira eine gute Kajira ist und für ihren Herrn manchmal vielleicht sogar über sich hinaus wächst. Den Befehl meines Herrn hinterfragte ich jedenfalls nicht weiter, denn ich ahnte, welche Idee ihn dazu veranlasst hatte, mir das Ausziehen zu befehlen, meinen Mund zu öffnen und warum er meine dünne Kleidung dann sorgfältig zusammenfaltete. Außerdem mag ich unsere Gespräche zu zweit, in denen ich frei sprechen darf. Dass auch eine Sklavin zu Dingen eine Meinung hat, ist für mich selbstverständlich und genauso, dass ihr Herr sich manchmal dafür interessiert. Und ich weiß, warum mein Herr mir hinterher immer wieder sehr deutlich zeigt, was ich bin.

So war es auch an diesem Abend vor einer harten Nacht auf dem Küchenboden in Sklavenfesseln, mit Knebel und Augenbinde. „Lass dir die Nacht nicht so lang werden, kleine Sklavin… es ist genau wie du sagst, meine Ideen sind die besten!“ meinte er zufrieden mit sich selbst und vermutlich auch mit dem, was vor ihm lag, bevor mein Herr noch kurz meine Haare wuschelte und dann die Treppe hinauf nach oben stampfte. ;-)

Montag, 4. Juni 2018

Schaufeleinsätze

Der plötzliche Paga-Schwund blieb weiterhin unklar. Ebenso unklar blieb, falls sich diebische Durchreisende am Eigentum meines Herrn bedient hatten, wieso die nicht von seinen beiden Sleens angegriffen wurden. Der Brauer gab zwar an, keine Verluste an Paga oder Ale bemerkt zu haben, trotzdem bot mein Herr großzügig wie er ist an, ihm seine Sleen-Dame Risa als Wache auszuleihen. „Danke, aber lass das Tier besser wo es ist“, wimmelte der Krieger jedoch ab und änderte seine Meinung auch nicht nach dem Hinweis meines Herrn: „Risa ist wirklich zutraulich… sie lässt sich sogar kraulen, wenn sie satt ist.“ 

Einen Wachsleen als Aufpasser für sein Hab und Gut zu haben, ist zwar nicht verkehrt, doch zum Thema Kraulen fand ich wichtig zu erwähnen, dass die sabbernden, stinkenden Viecher solche Gelüste zum Glück nur bei meinem Herrn entwickeln… andernfalls wären sie ja wohl untauglich zum Bewachen, wenn sie sich von jedem Dieb anfassen ließen. „Ich werde Risa klar machen, dass sie netter zu dir sein muss, Arya.“ Damit kündigte mein Herr dann leider etwas an, was ich vorsichtig abzuwimmeln versuchte, da meine Nase auf Sleen-Gestank äußerst empfindlich reagiert. Mist, verliebt in seine Tiere, aus denen er wahrscheinlich am Liebsten verhätschelte Schoß-Sleens machen würde, überlegte mein Herr, mein Riechorgan mit ihren übel stinkenden Hinterlassenschaften abzuhärten… leider hat er es ja manchmal mit so besonders ekeligen Einfällen. 


„Ich glaube, bei diesen Arbeiten hat sich meine bisherige Technik ganz gut bewährt, mein Herr“, versuchte ich abzuwiegeln, ohne ihm direkt zu widersprechen, denn ich nehme immer eine Schaufel. Na toll, prompt erkundigte er sich beim Brauer, ob der von ihm nicht mein Arbeitsgerät zum Schaufeln der Paga-Zutaten ausleihen möchte, damit ich meine Hände nehmen muss. Restlos enttäuscht, weil mein Herr mir überflüssigerweise und leider auf diese wirklich ekelhafte Art glaubte zeigen zu müssen, wie ausgeliefert ich ihm bin, konnte ich mir einfach nicht verkneifen ihn irritiert zu fragen: „Mein Herr, du möchtest Paga trinken, dessen Inhalte mit einer Schaufel Kontakt hatten, die ich vorher zum Entfernen von Sleen-Kacke benutzt habe?! Sag doch gleich, dir gefällt es nicht, wie praktisch deine Sklavin veranlagt ist!“

Zack… wie befürchtet erhielt ich einen alles andere als angenehmen Kopfpatscher, ließ mir darüber aber nichts anmerken. „Ich würde das an deiner Stelle auch mit einer Schaufel machen, Arya“, gestand mein Herr mir danach allerdings lachend zu, bevor er leider noch einige andere ekelhafte Möglichkeiten zur Abhärtung meiner Nase erwähnte, gegen die ich natürlich ebenfalls zu argumentieren versuchte. Belustigt über meine Bemühungen grinsend, wandte er sich an den Brauereibesitzer: „Hörst du das… meine Arya hat auf alles eine Antwort.“ Der an diesem Tag wieder ausgeprägt redefaule Herr äußerte sich dazu allerdings nur mit einem knappen „tja…“. In dieser Ehn lief nämlich eine dicke Urt direkt neben uns vorbei und er fand es wichtiger, erst einmal seinen Bogen zu ziehen: „Oh… da!! Ein besonders fettes Urt-Exemplar, Hauptmann!“ 


Das freche Biest leistete sich wirklich eine dreiste Nummer, lief aber schnell weiter Richtung Teichbach, während ich mich eilig mit der Schaufel bewaffnete und hinterher flitzte. Auf der Rückseite des neuen Hauses gelang es mir dann auch tatsächlich, das Mistviech zu stellen, ihm eins über zu ziehen klappte leider jedoch nicht, da die Urt an der Uferböschung in einer kleinen Höhle verschwand. „Zuschaufeln und Steine oben drauf legen, Arya, dann verhungert sie“, schlug mein Herr vor. Ich fand seinen Vorschlag jedoch wenig erfolgversprechend: „Die buddelt sich bestimmt wieder aus, mein Herr… oder ihre Höhle hat vielleicht sogar einen Hinterausgang. Soll ich hier nicht lieber auf der Lauer bleiben, bis sie wieder herauskommt?“ 

Wie es sich für eine richtige Kriegerkajira gehört, geschickt meine Schaufel-Waffe im Anschlag haltend, ohne Furcht bereit jederzeit zuzuschlagen, sobald das Biest wieder auftauchte, hörte ich den Brauer nun allerdings sagen: „So eine Urt-Jagd macht durstig… lass uns etwas trinken gehen, Hauptmann!“ Mein Herr war sofort einverstanden. „Ja, das sollten wir machen. Wenn wir uns nicht selbst bedienen wollen, können wir Arya aber hier nicht Urt-Wache stehen lassen… also Arya, lass die Urt Urt sein, du kommst mit!“ Tja, an diesem Tag kam die Schaufel also nicht mehr zum Einsatz… weder für die vorgenannten Dinge, noch zum Erschlagen einer besonders dreisten Urt. ;-)

Donnerstag, 31. Mai 2018

Eine Sorge weniger... kurzfristig

Ich hatte schon gehört, dass sich der Rekrut eine Kajira zugelegt hatte, doch begegnet war ich ihr bislang noch nicht. Als mir nun auf dem Rückweg vom Stadthaus, wo ich mich um die Versorgung der Vulos gekümmert hatte, eine unbekannte Sklavin über den Weg lief, lag daher die Vermutung nahe, dass es sich um dieses Mädchen handeln könnte… und so war es. Eigentlich hatte ich vorgehabt, auf meinem Heimweg noch ein schnelles Bad im Teichbach zu nehmen, bevor ich mir zuhause ein rotes fast Nichts überstreifen wollte, doch das fiel an diesem Tag aus. 


Mein Herr kam mir bereits entgegen, während ich noch dabei war, die Kajira auszuhorchen, die der Rekrut am Hafen gefunden hatte, noch keinen Namen hat und wie sich dann herausstellte, noch ziemlich unerfahren ist. Ich blieb also nackt, was in Anbetracht der hohen Temperaturen sowieso nicht verkehrt war. Lustig fand mein Herr die Sorge der Namenlosen, weil ihr Herr nun schon seit einigen Tagen damit beschäftigt ist, sein Haus auszumisten. „Ja, wenn der Rekrut etwas macht, dann macht er es gründlich“, lachte er über ihre Ängste und dachte dabei vermutlich wie ich an die äußerst ausgeprägte Reiseleidenschaft des Kriegers, der total verliebt ins Pilgern und den dazu gehörigen Stab ist.

Wegen der Wärme tat mein Herr sich übrigens wieder ein bisschen Leid, weil er sich erneut zur Nachtwache eingeteilt hatte. Er machte sich Gedanken um den Brauereikrieger, konnte den Abwesenden nämlich nicht fragen, ob er seinen Dienst übernimmt. Naja, ich denke, die Frage erübrigte sich sowieso, weil zur Antwort vermutlich wie immer sowas Ähnliches gekommen wäre wie: „Nee… heute ist es wirklich ganz schlecht, Hauptmann. Aber wenn es mal nicht schlecht ist, dann gerne.“ Naja, ich gebe zu, ein bisschen ungewöhnlich war es schon, dass der Herr nichts davon gesagt hatte, dass er es sich ein paar Tage an der Thassa bei einem kühlen Lüftchen gut gehen lassen will.


Die Idee meines Herrn, die Namenlose und mich mit zur Wache zu nehmen, damit wir ihm Luft zufächeln, gefiel mir eigentlich sehr gut, denn eine Kajira ist ohne ihren Herrn ja irgendwie ganz leer. Die Frage war nur, ob er nicht zu sehr abgelenkt wäre, wenn wir mit vollem Körpereinsatz fächeln und unsere wohlgeformten Körper sich beim Fächeln geschmeidig winden wie eine Ost, um es noch zu verstärken. „Ach was, von wegen abgelenkt… sonst müssen sie halt pusten oder blasen, Hauptmann“, schlug der Sattler grinsend als Alternative vor. Von dieser Möglichkeit begeistert und unserem Können überzeugt, lachte mein Herr: „Genau! Blasen können die beiden ganz sicher!“ Tja, oder doch nicht? 

Während ich lasziv mit der Zungenspitze meine Lippen benetzte und meine Blicke die Beine meines Herrn hinauf wanderten, schließlich in seinem Schritt verharrten, sah ich aus dem Augenwinkel, wie die Namenlose mit verdutztem Gesichtsausdruck nun sofort auf Distanz ging: „Was?...ähhmm… ich… ähhmm… ich lgaube, ich muss im Haus noch fegen, Herr… das geht nicht!“ Mir wurde klar, das Mädchen war nicht nur von weißer Seide, sondern anscheinend auch gänzlich unerfahren. Auch mein Herr erkannte sofort ihren Trainingsbedarf, aber auch, dass sie kneifen wollte: „Was höre ich da Sklavin, versuchst du dich abzusetzen?“ „Herr, ich… ich habe noch etwas zu tun und kann daher nicht helfen bei dem was du meinst“, stammelte das schüchterne Ding. 


Die Frage nach ihrem Seidenstatus erübrigte sich somit, zumal der in dieser Ehn eintreffende Rekrut bestätigte, dass sie noch eine Glana ist und auch noch keinen Sklavenwein bekommen hat. Sonst immer gerne die Hand aufhaltend, kam die Versteigerung ihrer Öffnung für ihn übrigens nicht in Frage, um mit den Münzen die Wände zu streichen… das bot sich ja wirklich an, wo er sein Haus doch gerade umdekoriert. Vom Streichen mit Tarskblut wollte er aber auch nichts hören, obwohl mein Herr beteuerte, dass man sich irgendwann an den Gestank gewöhnt. Ebenfalls kam für den Rekruten nicht in Frage, die Wände mit rotem Kalana in seiner Kastenfarbe zu streichen: „Nee, den trink ich lieber!“ 

Ok, das wäre auch ein sehr teures Vergnügen. Ich schlug daher vor, ob man sich die renovierungsbedürftigen Wände stattdessen lieber mit Kalana schön trinken sollte. „Ja Arya, das kann man zusätzlich machen“, bestätigte mein Herr diese Möglichkeit, bevor die Männer den Einsatz von Läusen erörterten, die zu rotem Farbstoff verarbeitet werden können. Anscheinend war diese Methode von den Hofkajirae schon mal ausprobiert worden, leider ein totaler Misserfolg. Der Versuch war komplett gescheitert, weil nur oberhässliches Rosa zustande kam und wer will schon rosa Wände… der Rekrut jedenfalls nicht.


Tja, zur Nachtwache nahm mein Herr mich dann leider doch nicht mit, dafür durfte ich ihm am nächsten Abend am Ufer des Teichbachs beweisen, was er verpasst hatte, während seine scharfen Kriegeraugen wachsam die Umgebung beobachteten. Tiefenentspannt wuschelte er hinterher durch meine von seinem Rock ziemlich zerzausten Haare, rieb sehr sanft mein Ohrläppchen und brummte wohlwollend: „Arya, ich glaube, deine Ohren müssen sich keine Sorgen machen.“ Er weiß nämlich ganz genau, wie fies ich es finde, wenn er meine Ohren zur Strafe oder einfach nur so lang zieht und verdreht. Diese Sorge war ich nun los… leider wohl nur kurzfristig. ;-)

Mittwoch, 30. Mai 2018

Fast ertrunken… mit und ohne Folgen

Tja, leider war der Brauer wegen einer Paga Bestellung nicht auffindbar. Das beichtete ich meinem Herrn selbstverständlich umgehend, kaum dass er von seinem Rundgang zurück war und sich auf eines der Kissen am Lagerfeuer plumpsen ließ, um sich wegen der Wärme ein bisschen selbst leid zu tun… angeblich lief ihm der Schweiß am Allerwertesten herunter, nachdem er das Feuer ausgepinkelt hatte. „Der Brauer macht wohl ein paar Tage Urlaub an der Thassa, was eigentlich nicht verkehrt ist, denn dort weht bestimmt ein etwas kühleres Lüftchen als hier, Arya. Aber du hast ja weniger an und schwitzt bestimmt nicht so.“ Hmmm… so wie mein Herr drauf war, wollte er bestimmt nicht hören, dass sein Hinterteil unter seinem Rock genauso nackt war wie meines… aber ok, meine Kleidung war um einiges durchsichtiger als seine.

Ich verkniff mir meine Kommentare, als sich der Sattler laut seufzend dazu gesellte, im Schlepp Kira, die mit einem Brotteller, einem Becher Wasser und einem mit Paga bewaffnet war. „Tal Sattler, so wie du klingst, schwitzt du auch oder?“ begrüßte ihn mein Herr grinsend, während ich die Ursache für das Seufzen des Herrn eher darin vermutete, dass sich sein Pagavorrat genau wie der meines Herrn geleert hatte oder weil seine Sklavin ihn schon wieder mästen wollte. Wir lagen beide daneben. „Nee, ich mag die Wärme, aber scheinbar kann Kira die nicht ab… die ist heute besonders lustig!“ Hilfsbereit wie mein Herr nun mal ist, bot er sofort Abhilfe an: „Wenn ihr die Hitze zu Kopf steigt, heißt das, sie muss abgekühlt werden. Wir könnten sie fesseln und mit dem Kopf ins Wasser tauchen.“ „Ja, das wäre eine Möglichkeit, aber warten wir erst mal ab.“


Während ich nun zur Taverne lief, um meinem Herrn in Anbetracht der Wärme mit Wasser verdünnten Kalana zu holen, fachsimpelten die beiden Männer anscheinend weiter über die Abkühlung der Sattlerkajira, denn der Sattler überlegte bei meiner Rückkehr ernsthaft, sie in den Teichbach zu werfen. Als Nichtschwimmerin druckste sie ohne einen Hauch von Begeisterung irgendetwas übers Ertrinken, was ihr Herr jedoch ignorierte und sie stattdessen anfauchte: „Bekomme ich mein Essen denn heute noch, Kira?!“ Während sie sich nun beeilte, seinen Wunsch endlich zu erfüllen und zumindest kurzfristig ihr Gemecker einstellte, wollte er von mir wissen: „Arya! Wie tief ist der Teich? Du bist dort doch andauernd drin im Bach.“ 

„Unterschiedlich, Herr… an einigen Stellen sehr seicht, an anderen aber auch so tief, dass man super schwimmen kann“, beeilte ich mich zu erklären und schluckte meine Verwunderung herunter, dass im Sattlerhaushalt diese tolle Bademöglichkeit vor der Haustür anscheinend bislang nicht genutzt worden war, denn sonst hätte der Herr die Frage sicher nicht gestellt. Kira jammerte inzwischen weiter übers Ertrinken, sodass ihr Herr mir die Frage stellte, ob ich sie notfalls retten kann. „Der Teichbach ist doch nicht breit. Es ist egal, ob man schwimmen kann oder nicht, denn man kann mit angehaltener Luft von einem Ufer zum anderen latschen. Und ja, ich kann Kira retten... wetten, wenn ich ihr unter Wasser in den Po zwicke, dann saust sie so flott ans Ufer, dass sie fast gar nicht nass geworden ist, Herr!?“

Die beiden Männer brachen in Lachen aus, doch die Miene der Sattlerkajira nahm die Sorte obersauer an. Kurz wurden noch verschiedene sowohl von meinem Herrn, als auch meiner früheren Herrin erprobte Methoden erörtert, die zumindest mir nur angedroht werden müssen, um mich umgehend wieder einzukriegen und mein Benehmen schlagartig zu ändern. „Arya, was meinst du, ertrinkt Kira oder nicht?“ wollte mein Herr schließlich von mir wissen, was ich natürlich sofort verneinte… der Sattler übrigens auch. Oha, hatte ich die falsche Antwort gegeben? So wie die Kajira sich jetzt aufplusterte und mich mit vor Wut verengten Augen angiftete offensichtlich ja: „Woher willst du das wissen, Arya… bist du schon mal beinahe ertrunken?“ 

„Ja Kira, das bin ich“, erwiderte ich sachlich, erzeugte damit jedoch erneutes Schnauben, da mich die Sklavin nun als perfektes Opfer für ihre Wut ansah und mich anzischte: „Dann solltest du es ja besser wissen!“ Der Sattler ignorierte seine Kajira übrigens und forderte mich auf zu erzählen, was ich seinerzeit erlebt hatte. Tja, offensichtlich war dieses Erlebnis nicht mal ein Vulo-Schiss gegen das was Kira erlebt hatte, denn sie tat es ab mit: „Du warst da aber nicht lange mit dem Kopf unter Wasser und dachtest nicht, du kommst nie wieder hoch!“ Genervt widersprach ich: „Oh doch… Wellen so hoch wie das Haus deines Herrn, lassen einen ganz schön nach Luft schnappen, wenn man wieder auftaucht und zwischendurch denkt man, dass man das nicht schafft… zumindest solange man noch denken kann!“

„Du scheinst auch ein Erlebnis mit Wasser gehabt zu haben, Kira? Erzähl!“, wandte sich der Sattler nun an sein Mädchen und wir erfuhren, dass ihr ehemaliger Herr sie wegen eines Vergehens wütend mit einem Bosk-Geschirr gefesselt und in den Vosk geworfen hatte, sodass sie wie ein Stein unterging: „…als ich dachte, jetzt hauchst du deinen letzten Atemzug aus, hat er mich am Nacken wieder herausgefischt und zum Trocken aufgehängt. Seitdem geh ich nur noch bis zu den Waden ins Wasser, nicht tiefer.“ Hmmm… vielleicht merkwürdig, aber solche Folgen hatte mein fast Ertrinken nicht. Oder war ich nur deswegen solch eine Wasserurt, um mir immer wieder zu beweisen, dass ich nicht ertrinken werde, weil ich gut schwimmen kann?

„Wenn ich es dir befehle, wirst du es aber tun… oder Kira?“ forschte der Sattler weiter und erhielt eine gute Antwort: „Wenn das dein Wunsch ist, mein Herr, ja sicher, dann werde ich das.“ „Ausziehen Kira.“ Nachdiesem Befehl befestigte er eine Kette an Kiras Kragen und lief mit ihr zum Teichbach. Ich konnte nicht hinterher, weil mein Herr auf seinem Kissen sitzen blieb. Mist, aber nicht zu ändern und neugierig bin ich ja nun auch wirklich nicht. Eine ganze Weile war leider nichts zu hören, doch schließlich platschte es tatsächlich… Kira war offensichtlich ins Wasser geplumpst. Ob freiwillig oder ob sie mit Nachhilfe ihres Herrn davon überzeugt werden musste, dass Badetag war, erfuhren wir allerdings nicht.

Die beiden kamen gar nicht zurück, sodass mein Herr etliche Ehn später befürchtete: „Ich glaube, jetzt ersäuft sie gerade.“ Da ich nun endlich einen Grund hatte mich vorzubeugen, gelang es mir unter den Brettern des Stegs unterdurch zu erkennen, dass Kira an einer seichten Stelle offensichtlich Grund unter den Füßen hatte und nur bis zum Hals im Wasser stand und stand und stand und stand… sie überlebte letztendlich ohne Po-Kniff von mir oder andere Rettungsmaßnahmen. ;-)

Dienstag, 29. Mai 2018

Ein Versorgungsproblem

„Arya, wir haben ein Problem… ein gravierendes, wirklich schlimmes! Ich frage mich, wie das passieren konnte!“ Ups, komplett ahnungslos wovon mein Herr sprach, machte ich jetzt Bekanntschaft mit einem oberfiesen Griff in meine Haare und wurde in Richtung des luftigen Appartements neben seinem Haus gezogen. Dort drehte er meinen Kopf zur Wand und fragte mich nicht gerade begeistert brummend:  „Arya, fällt dir etwas auf?“ Mist, was sollte mir auffallen… dort war nichts Ungewöhnliches! „Da ist nichts, mein Herr… der Käfig ist leer, rechts davon steht dein Stuhl an der Hausecke und links vom Käfig wächst ein Busch.“

„Genau! Arya, ich habe nämlich festgestellt, dass beide Pagafässer leer sind… irgendwer hat meinen Paga gesoffen!“ Oh je, das erste Fass war schon eine Weile leer und ich hatte vollkommen vergessen, vom Brauer Nachschub zu ordern und nun war der Paga alle und beide Fässer weg? Klar, mein Herr war in letzter Zeit äußerst großzügig mit dem Ausgeben von Runden gewesen, aber das war kein Grund für das Verschwinden der Fässer. „Du willst mir jetzt nicht sagen, dass ich selber Schuld habe, Arya?“ brummte er drohend, lenkte bei meinen Beteuerungen aber grummelnd ein: „Na gut, wichtig ist jetzt für Nachschub zu sorgen, damit ich nicht verdurste. Später werde ich dir zeigen, wie gut ich es finde, dass wir keinen Paga mehr haben.“ Na toll, meine Vorfreude war riesig.


Zum Glück gesellte sich in dieser Ehn der Sattler dazu und da mein Herr in der letzten Hand seine Familie in Torcodino besucht hatte, nutzte er die Gelegenheit sich zu erkundigen, ob der Zimmermann noch Geld verlangt hatte. Der Handwerker war mit den Arbeiten am neuen Haus für die Händlerin nämlich sehr schnell gewesen und wollte nach der Fertigstellung auch gleich weiter reisen, sodass der Sattler den Bau abgenommen hatte, weil mein Herr ja noch nicht zurück war. „Es zog ihn weiter nach Belnend, aber er sagte, dass du im Voraus bezahlt hattest.“ „Oh, ja dann war der Bau viel günstiger, als ich dachte. Wenn er nichts mehr verlangt hat, ist das gut, denn eigentlich wäre der endgültige Preis noch auszuhandeln gewesen.“

„Aber etwas anderes… sag mal, Sattler, hast du Fremde gesehen, die von meinem Paga genascht haben?“ „Nein, habe ich nicht… der Zimmermann hat ganz schön gesoffen, erwähnte aber, dass er freie Getränke in der Taverne hat“, grinste der Sattler. „Ja, ich hatte mit dem Handwerker freie Kost und Logis vereinbart. Verdammt, dann habe ich die Fässer vielleicht wirklich selbst leer gesoffen?! Da der Brauer unterwegs ist, wird Arya meinen Paga nun erst mal aus der Taverne beschaffen müssen.“ Doch den Weg dorthin durfte ich mir sparen, da der Sattler meinen Herrn einlud: „Arya, ich habe noch welchen… kannst aus meinem Haus holen und bring mir einen mit!“ 

„Übrigens, dein Rekrut hat eine Kajira… ich bin gespannt, wie lange. Sie scheint noch nicht besonders gut ausgebildet zu sein. Wo sie herkommt weiß ich allerdings nicht, er hat sie wohl am Hafen gefunden, mich aber nicht wegen Hilfe beim Kragen oder Branden angesprochen“, bestätigte der Sattler, was ich meinem Herrn bereits kurz nach seiner Rückkehr angedeutet hatte. Mein Herr war vom Einsatz des jungen Kriegers anscheinend sehr angetan: „Prima, dann muss ich mich nicht mehr um die Fundstücke kümmern, zumal das Branden immer mit unnötigen Kosten verbunden ist, die ich mir nicht mehr antun möchte.“


Den Sattler zog es schließlich zurück an seine Arbeit und meinen Herrn zur Besichtigung des neuen Hauses, denn selbstverständlich wollte er sich ein Bild davon machen, wie gut der Zimmermann den jortsschen Baustil hinbekommen hatte und ob alles solide gebaut worden war. „Ja, das ist gute Handwerkerarbeit“, lautete sein Urteil nach ausgiebigem Test mit diversen Tritten gegen Pfeiler und Wände und gründlichem Rütteln an der stabilen Tür. Auch die Fensterläden schlossen bei meiner Prüfung einwandfrei und quietschten nicht in den Angeln… die Händlerin wird bestimmt ganz begeistert sein, wenn sie von ihrer Handelsreise zurückkehrt.

„Genau Arya und sollte ihre Begeisterung zu wünschen übrig lassen, klopf ich mit einem rostigen Kragen an ihrer Tür… immerhin hat der Bau eine Menge Münzen gekostet“, kündigte mein Herr voller Vorfreude breit grinsend an und machte erneut deutlich, wie leicht es für ihn sein wird, die Frau von ihrer Unterbringung zu überzeugen. ;-)