Sonntag, 18. Februar 2018

Außer Spesen nichts gewesen

Auf den Brauer wartend hatte sich mein Herr schon mal draußen auf dem Stuhl neben der Haustür niedergelassen, während ich noch die letzten Vorbereitungen für die Reise in die Tahari-Oase erledigte. Er hoffte, dort den Sattler wohlbehalten anzutreffen und wollte ihn auf dem Weg zurück nach Hause begleiten. „Ganz angenehm so ein Stuhl, den hätte ich schon früher haben sollen… man hat einen erstklassigen Ausblick und kann seiner kleinen Sklavin leicht auf den Kopf patschen oder sie kraulen“, meinte mein Herr, während er mir herrlich sanft durch die Haare wuschelte. 


Selbstverständlich freut es mich, wenn er sich wohlfühlt und wenn es bequem für ihn ist, seine Füße auf dem Fass abzulegen, finde ich auch das natürlich super, obwohl ich mich nicht anschmiegen kann. Der Stuhl steht nach meinem Empfinden leider etwas zu dicht neben der Treppe, was das Knien an der linken Seite meines Herrn etwas erschwert. Insofern war ich froh über seine Erlaubnis, links knien zu dürfen. 

Während der Brauereikrieger noch auf sich warten ließ, eröffnete mein Herr mir, dass demnächst mit der Lieferung der Sleendame aus Ar zu rechnen ist. „Wenn sie da ist, wirst du eine ganz besondere Ehre erhalten, Arya, und sie bestimmt sehr genießen.“ „Finde ich das denn auch, dass es eine besondere Ehre ist, mein Herr?“ erkundigte ich mich lieber vorsichtig, bekam darüber aber nichts weiter heraus, da nun der Herr auftauchte und wenige Ehn später auch der Rekrut. 


Mit Erstaunen hörte ich, dass Letzterer ebenfalls mitkam… er wollte sich schon wieder eine Sklavin kaufen, da seine Rothaarige anscheinend abgehauen war. Neue Möbel brauchte der Krieger ebenfalls, denn die Kajira hatte offensichtlich einen Teil seiner Einrichtung zu Geld gemacht, um ihre Flucht zu finanzieren. „Klau dir doch in der Oase ein Mädchen… dort gibt es viele“, schlug mein Herr dem Rekruten noch grinsend vor und gab dann den Befehl zum Aufbruch.

Die Reise mit dem Schiff und zu Fuß durch den Urwald verlief problemlos. Ärgerlich war nur der auf dem Weg liegende verlassene Handelsposten, von der Wirtin dort weit und breit keine Spur. Ziemlich sauer über die Unzuverlässigkeit dieser Frau, mit der mein Herr nämlich noch wegen einiger Silber ein dickes Vulo zu rupfen und ihr außerdem seinen Besuch angekündigt hatte, pinkelte er wütend auf ihre Sitzkissen, bevor es weiter ging. 


Anscheinend war unser Tempo etwas zu flott für den Rekruten, aber letztendlich tauchte er doch noch wohlbehalten in der menschenleeren Oase auf, in der die meisten Wachen schliefen. Nachdem der letzte nicht schlafende Krieger bei unserem Eintreffen eilig das Weite gesucht hatte, war die Gelegenheit für kostenlose Einkäufe natürlich oberperfekt. „Arya, nimm mit, was dir gefällt und ruhig etwas mehr… kostet ja nichts. Ich pass auf, damit niemand mitbekommt, dass wir klauen!“ ließ ich mir von meinem breit grinsenden Herrn beim Anblick der schönen Stoffe natürlich nicht zweimal sagen.

Wir waren gerade fertig mit dem Verstauen zahlreicher kostenloser Einkäufe, als doch noch ein Oasenbewohner auftauchte, der an diesem Tag anscheinend das Ganze hatte und uns willkommen hieß. Es war ein sehr hilfsbereiter Sklavenhändler, an den ich mich noch sehr gut aus der Zeit erinnerte, als ich vor unzähligen Märkten bei einem meiner früheren Herren in der Tahari lebte und später mit meiner ehemaligen Herrin am Fayheen. 

Trotz großer Bemühungen konnte der Freie dem inzwischen aufgetauchten Sattler auf der Suche nach einem Mitglied der grünen Kaste leider jedoch nicht weiterhelfen, obwohl es in dieser Oase angeblich sogar 3 Heiler geben soll. Die Sattlerkajira erhielt also immer noch nicht den Sklavenwein und ihr Herr muss weiterhin auf eine gewisse Benutzung verzichten… im Gegensatz zu anderen Freien hat er nämlich keine Lust auf eine schwangere Kajira.

Da großes Verständnis dafür herrschte, dass der Sattler auch keine Lust auf die allgemein bekannte vollbusige Heilerin mit sehr eigenen Ansichten und dem Hang zu Moralpredigten verspürte, verlagerten sich die Freien wegen der Hitze schließlich auf die im Schatten liegenden Sitzkissen vor dem Gasthaus. „Ein Paga geht immer“, meinte mein Herr und war sehr erfreut, dass dank der Spendierlaunen des Sklavenhändlers und des Sattlers zwei Runden sogar kostenlos für ihn waren. 

Außer einer Oasenkajira gab es allerdings keinerlei Bedienung, was sich in diesem Fall jedoch als Vorteil herausstellte. Im Gegensatz zu meinem Herrn, dem ich seinen Paga wie immer in Fasstemperatur servierte, wurde der Paga für den Sattler nämlich ohne Nachfrage einfach erhitzt. „Man trinkt Paga hier heiß, Herr… warme Getränke lassen einen weniger schwitzen.“ „So trink ich den nie, aber wenn es hier so üblich ist…“, seufzte der Sattler und nahm wenig begeistert aussehend einen Schluck.

Das Timing des knienden Oasenvolkes war übrigens interessant… zahlreiche Kajirae tauchten nämlich erst auf, nachdem alle Freien mit Getränken versorgt waren. Die sich hinter dem Sattler aufreihende Kajiraanhäufung bekam auch nichts mehr zu tun, da der freundliche Sklavenhändler plötzlich wegen einer wichtigen Angelegenheit aufbrechen musste. 

Ware, die es lohnen würde zu klauen, schien es meiner Meinung nach nicht zu geben und außerdem kam der Rekrut in Sachen Kajira sowieso nicht in die Puschen… erhoffte er sich womöglich, von seinem Hauptmann an die Hand genommen zu werden? Selbstverständlich lehnte mein Herr dies jedoch ab: „Schau dich um, dann findest du schon etwas.“ 

Keine Ahnung, ob der Jungkrieger sich tatsächlich umschaute, ich war jedenfalls nicht traurig, dass mein Herr sich wegen der anstehenden Sleen-Lieferung noch vor der zweiten Getränkerunde auf den Heimweg machte.

Dienstag, 13. Februar 2018

Tratsch vor der Haustür

…über zu viel Kalana hinterm Schleier, Ohne-Augen-Suppe, Sumpfeier und Trennkost

Mit meinen Hausarbeiten endlich fertig, lief ich nach draußen zu meinem Herrn, der sich dort mit dem Brauer und dem Wirt über das ständig trübe Wetter unterhielt. Ich fand es total nachvollziehbar, dass dies Letzterem nicht gefiel… dauerhaft diese Witterung kann einem wirklich aufs Gemüt schlagen und vermiesen, überhaupt noch vor die Tür zu gehen. Mein Herr nutzte das Zusammentreffen mit dem Wirt, auf die Zeche anlässlich seiner kleinen Feier zum 3000er Jubiläum am Vorabend hinzuweisen, die er noch nicht bezahlt hatte. Doch der offensichtlich gut gelaunte Wirt hatte es damit nicht eilig und gab meinem Herrn sogar 20 % Nachlass.

Das Gespräch wandte sich danach der Schreiberin zu. Schade, dass mein Herr sich wegen seiner Wachdienste oft recht früh zurückziehen muss oder auch gar keine Zeit für einen abendlichen Umtrunk hat… wir hatten nämlich einiges verpasst. Wegen der immer noch säumigen Zahlungen des Rekruten beim Wirt, hatte die Wichtigtuerin doch tatsächlich empfohlen, einen Teil seines Solds einzubehalten. 

„Hehe… das Schreiberweib kann viel sagen, wenn der Tag lang ist… der Rekrut ist abgehauen! Sollte er nicht wieder auftauchen, Jorts Fähre zahlt seine Schulden nicht, zumal er auch noch Dienst schuldig ist… er hat seinen Sold nämlich im Voraus bekommen!“ brummte mein Herr ungehalten.


„Die Schreiberin hatte sich gestern übrigens zu viel hinter ihren Schleier gekippt… das war dem Sattler vielleicht peinlich!“ lenkte der Brauer nun lachend ab. Die sonst nur verdünnten Kalana trinkende Frau hatte sich wegen der Tavernenküchenhygiene ihren Wein nämlich aus Desinfektionsgründen pur bestellt.

Der Wirt war enttäuscht: „Die hatte einen zu viel? Und ich war im Wald? So eine Scheiße aber auch!“ Ein paar mehr Details über die betrunkene Blaue hätten mich wirklich interessiert, doch wortkarg wie der Brauer nun mal ist, blieben die erhofften Informationen aus. Auch mein Herr fand es ärgerlich, das sich stets so wichtig nehmende Weib alkoholisiert verpasst zu haben und schlug dem Wirt vor, zukünftig generell Kalana nur unverdünnt auszuschenken, zumal das Wasser aus dem Fischfass auch nicht wirklich gut ankommt. Tja, genau deswegen hole ich es für freundliche Besucher immer frisch aus dem Brunnen.

Lustig war übrigens auch, der Wirt hatte in seiner Küche die Münzen im hinteren Krug rechts bislang noch nicht entdeckt, die ich dort immer hinein tat, wenn mein Herr seine Zeche gezahlt hatte oder ein anderer Gast. „Dort sind die zu gut versteckt, Sklavin… wer braucht schon so viele Krüge, dass ich an den hintersten gehe?“ Pahhh… lieber zu gut versteckt als weg.

Da sich die Verhältnisse in der Taverne in letzter Zeit wirklich deutlich gebessert hatten, sah ich nun einen guten Zeitpunkt gekommen, an den erstaunlich gut Gelaunten das positive Feedback einiger Besucher weiterzugeben: „Deine Gemüsesuppe wurde übrigens gelobt, Herr... schon zweimal… allerdings an die Fischsuppe hat sich niemand getraut.“

„Das mit der Fischsuppe finde ich verständlich, denn wenn ich davon höre, muss ich immer an die Suppe in Kasra mit den oben drauf schwimmenden Fischaugen denken“, kommentierte mein Herr das Essen und ich gestand ein, dass ich genau wegen dieses ekeligen Anblicks, der mich zahllose Märkte meines Gorlebens verfolgt hatte, den Deckel des jortsschen Fischsuppentopfs bislang nicht angehoben hatte.

„Igitt, in meinen Fischeintopf kommt nur Filet, den Rest vom Fisch verfüttere ich an die komischen Viecher in den Gräben hinter meiner Taverne!“ stellte der Wirt zur allgemein großen Erleichterung zum Glück richtig.

Selbstverständlich vergaß ich auch nicht zu erwähnen, dass die Rothaarige von der Stadtkette die letzten Voloeier zu Omelette verarbeitet hatte, als mein Herr von der erfolgreichen Aktion am Vortag berichtete und vorschlug: „Wirt, wir haben ein paar Vulos und Verrs geklaut… vielleicht können wir dir bald etwas Fleisch liefern und Eier.“ „Eier für Omelette? Das waren keine Vuloeier!“ lachte der Wirt äußerst belustigt. „Die hatte ich aus einem Nest von so einem Schuppen-Viech im Sumpf… ich wollte mal ausprobieren, ob die schmecken!“

Offensichtlich hatten sie das, denn der damit beköstigte Händler hatte sich nicht beschwert. Trotzdem befahl mein Herr: „Arya… erinnere mich, dass ich wegen der Eier zukünftig auf Nummer sicher gehe, falls ich mal Omelette bestelle… ich weiß nicht so genau, wie gesund die Sumpfeier sind!“

„Also wenn die so gut schmecken, werde ich mich gleich mal aufmachen und neue sammeln, bevor ich mich der Planung meines Küchenumbaus widme“, kündigte der Wirt breit grinsend an und erzeugte damit natürlich ein paar neugierige Fragen. „Ach, du willst deine Küche umgestalten, damit es besseres Essen gibt?“ frohlockte mein Herr und der Brauer erkundigte sich interessiert: „Oh, machst jetzt auf feine Küche?“

„Es geht mir lediglich darum, die Arbeit dort zu erleichtern… Getränke auf die eine Seite, Essen auf die andere“, erklärte der Wirt sein Vorhaben. „Ahhhh… Trennkost! So nennt man das doch oder?“ war dem Brauer sofort klar, er wurde jedoch korrigiert: „Trennkost? Nee, das Essen bleibt dasselbe und ist auch schon fast perfekt! Hört man doch an der zufriedenen Kundschaft.“

Mein Herr war erst enttäuscht, denn besser geht immer. Mich besitzergreifend näher zu sich heranziehend, sah er dann aber ein: „Wie gut, dass Arya besser kocht… wenn nicht, wird ihr Hinterteil erneute Bekanntschaft mit dem Teppichklopfer machen!“

Montag, 12. Februar 2018

Luftmaschen

...leider nicht in Rot.

Selbstverständlich berichtete ich meinem Herrn von dem Händlerbesuch während seiner Wache am Vorabend, obwohl der Grund dafür nicht die Beschaffung eines gewissen Stoffs war, aus dem man einen Hauch von Nichts schneidern könnte, sondern nur die rothaarige Kajira, die inzwischen ja an der Stadtkette bzw. in Obhut des Sattlers ist. Kaum hatte ich den Herrn mit Wasser und Gemüsesuppe bedient, musste ich nämlich als Auskunftsquelle für das Mädchen herhalten. Ich kam diesem Befehl so vage wie möglich nach, scheiterte jedoch bei meinen Ablenkungsversuchen. Außer seiner Meinung über die Schreiberin bekam nicht viel heraus über diesen Herrn, der sich dann auch bald verabschiedete.

Viel interessanter als den Kajira-Interessenten fand mein Herr am nächsten Tag, was ich mangels ausreichend Garn aus viel Luft und ziemlich großen Maschen gehäkelt hatte. Während ich mir verlegen auf die Lippen biss und nach meinem Angebot kaum zu atmen wagte, bei Missfallen alles wieder aufzurebbeln, musterte er mich sehr eingehend, brummte gelegentlich undefinierbar, rieb sich nachdenklich das Kinn, zupfte hier und da etwas herum. Ich war wirklich erleichtert, als er schließlich schmunzelnd meinte: „Da war aber jemand fleißig… die luftigen Maschen gefallen mir, hätten mir aus rotem Garn allerdings noch besser gefallen.“ Oh ja, mir auch… nur hatte das Sammelsurium in der Truhe leider kein rotes Garn enthalten.

Da der Brauer nun wegen einer Lieferung auftauchte… mein Herr wollte an diesem Abend zu seinem 3000er Jubiläum nämlich Paga ausgeben, wurde sofort die Gelegenheit genutzt, eine weitere Meinung zu meinem Luftmaschen-Werk einzuholen: „Arya, zeig dich mal, damit der Brauer dein Gehäkeltes sehen kann… ich bin neugierig, was er dazu sagt.“ „Das sieht aus wie ein Kettenhemd… ziehst du in die Schlacht, um den besseren Platz auf dem Fell zu ergattern, Arya?“ feixte der schöne rothaarige Herr über meine Erklärung und zum Thema viel Luft wegen zu wenig Garn lachte er vergnügt: „Das mit der Luft ist dir gut gelungen, Arya… es sieht auch ohne Rot hübsch aus.“ 


Das Urteil des breit grinsenden Sattlers lautete übrigens: „Oha... sehr dekorativ, aber wärmen tut‘s wohl nicht… vielleicht fehlt unten herum noch etwas?“ Ich erläuterte also erneut, warum mein Gehäkeltes so luftmaschig aussah und dass ich oben herum noch ganz optimistisch gewesen war, bis das Garnknäuel dann aber leider dünner und dünner wurde und schließlich alle war, als ich tiefer kam. "Tja... als Kajira eines armen Hauptmanns hat man es bestimmt schwer, Arya." Freie zu verbessern steht einer Sklavin zwar nicht zu, doch in diesem Fall klärte ich den Sattler darüber auf, dass mein Herr nicht arm ist. Wie gut, dass er dies selbstverständlich sofort bestätigte und dann ein anderes Thema anschnitt.

„Ich denke, du bist ein guter Handwerker und kannst bestimmt auch gut mit Holz umgehen, Sattler. Wir brauchen einen Vulostall, denn wir wollen drüben bei dem verlassenen Bauernhof ein paar Federviecher klauen.“ Über den Standort der Vulounterkunft gingen die Meinungen wegen des ruhestörenden Gegackers zwar etwas auseinander, doch letztendlich einigten sich die Männer auf meinen Vorschlag: „Wäre der Vulostall nicht am Stadthaus ideal...dann hat die Schreiberin bisschen Unterhaltung, wenn sie mal wieder ein Schreiben aufsetzt… und solange der Stall noch nicht fertig ist, könnten die Vulos vielleicht in den Bretterverschlag für Gefangene einziehen?“ 

Mein Vorschlag erzeugte nicht nur allgemeine Heiterkeit, sondern auch Zustimmung, denn mein Herr entschied: „Hehe, das sind erschwerte Bedingungen, die mir gefallen… wenn die Viecher alles vollkacken, freut sich die nächste Gefangene. Lasst uns aufbrechen… Seil habe ich ja immer dabei, Arya nimmt zwei Säcke mit. Der Brauer hält Wache, der Sattler und ich binden die Verr zusammen und Arya sackt die Vulos ein… auf geht’s, wir können los!!“ Übrigens tauchte sogar die Schreiberin irgendwann noch am Hof auf, durchblickte mit nervös hin und her flackernden Blicken unsere Aktion aber kein bisschen und erkundigte sich: „Wem gehört das hier denn eigentlich?“ 


„Keine Ahnung, ich habe hier noch nie jemanden gesehen… jetzt sind es unsere Tiere“, lachte mein Herr, der inzwischen zwei Verr am Seil hielt, während ich die meisten Vulos eingefangen hatte. Beim Blick auf zwei aufgeregt herum gackernde Einzelstücke, die mir leider immer wieder entwischten, konnte das Weib sich natürlich nicht verkneifen: "Hauptmann, deine Kajira ist ein wenig langsam heute. Vielleicht nascht sie zu viel, das macht träge." Darauf ging mein Herr jedoch nicht weiter ein, da das laute Gezeter aus den beiden inzwischen wirklich gut gefüllten Säcken Beweis genug für meine Aktivitäten war, die die Frau wegen ihrer hinterher Trödelei jedoch nicht mitbekommen hatte.

Stattdessen befahl er: „So, ab nach Hause… wir sperren die Vulos beim Stadthaus ein, damit es dort schön laut gackert, wenn die Schreiberin arbeitet!“ „Hauptmann, das ist nicht dein Ernst!“ funkelte die Freie meinen zufrieden grinsenden Herrn an. Doch zuhause angekommen, brachte ich die Vulos trotzdem im Bretterverschlag unter, in ihrem neuen Zuhause, das vom Brauer übrigens mit „prima Vulostall“ bezeichnet wurde. Empört wandte sich die Blaue nun an ihren Gefährten: „Sag etwas… wie soll ich bei dem Lärm arbeiten… hast DU etwa vorgeschlagen, das Geflügel hier unterzubringen?“ „Naja... du willst hier doch nicht schlafen“, gab der Sattler dazu lediglich von sich. 

Während die Diskussion über die eigentlich längst gelöste Unterbringung der Federviecher wegen der weiterhin meckernden Frau leider noch einmal von vorne losging, kümmerte ich mich um die Versorgung der Vulos und hörte dem Gezeter des Weibs einfach nicht länger zu, zumal mir klar war, dass die Männer sowieso bei ihrem Entschluss bleiben würden. Offensichtlich gaben die nun folgenden, detaillierten Informationen der Schreiberin den Rest. Es ging um eine geeignete Methode, wie man Balduin, denn Verr-Bock des Sattlers am besten dazu bringen kann möglichst bald Nachwuchs mit den beiden geklauten Verr-Damen zu zeugen. Sie gab tatsächlich auf und verschwand wegen angeblich wichtiger Schreibarbeiten im Stadthaus.


„Sehr gut… das war ein erfolgreicher Tag“, grinste mein Herr und lud zum Umtrunk auf sein 3000er Jubiläum ein, kaum dass die Blaue wieder auftauchte. Vermutlich hatte sie vor Neugier, weil sie drinnen im Haus nur die Hälfte oder noch weniger mitbekam, sich letztendlich doch nicht auf irgendwelchen Schreibkram konzentrieren können. ;-))

Sonntag, 11. Februar 2018

Ohrringe gegen lästige Fragen

Draußen war alles ruhig und von den Bewohnern niemand zu sehen. Seitdem das Wasser die Umgebung von Jorts Fähre in einen Sumpf verwandelt hatte, ist das Wetter leider überwiegend trübe und man muss wirklich aufpassen, dass es nicht aufs Gemüt schlägt. Daher fand ich es nachvollziehbar, dass niemand Lust verspürte vor die Tür zu gehen und alle es sich lieber ohne Nebel in ihren Häusern gemütlich machten… genau wie mein Herr. Von seinem Rundgang zurück, wuschelte er erst einmal sehr ausgiebig durch meine Haare, was ich wie immer sehr genoss, und ließ sich dann auf einem Kissen nieder. Breit grinsend eröffnete er mir: „Sollte Rotschopf wieder Zöpfe haben, darfst du sie abschneiden Arya… Stadtsklaven müssen ihre Haare offen tragen.“

Diese Maßnahme wunderte mich kein bisschen, da mir seine Abneigung gegen zusammengebundene Haare bei Kajirae durchaus bekannt war. Natürlich war ich neugierig, was Fenja erwidert hatte, denn ihr Mundwerk ist Freien gegenüber oft leider recht besserwisserisch. „Sklaven sind keine Widerworte erlaubt, wenn sie einen Befehl bekommen. Aber du hast Recht, an ihr ist noch Erziehungsarbeit nötig und sie braucht eine strengere Hand als die des Rekruten. Ich hatte geahnt, dass sie ihm auf der Nase herumtanzen wird.“ Ein wenig erstaunt war ich, dass mein Herr kein Interesse mehr an der Rothaarigen hatte. Darüber war ich jedoch nicht wirklich traurig, weil mir sicher einiges erspart blieb. Nicht nachvollziehbar fand ich allerdings das Interesse des Sattlers.

Erneut kraulte mein Herr sehr sanft durch meine Haare und kündigte dann an: „Wir müssen nächste Hand mal zum Handelsposten reisen, Arya.“ Oha, sofort kam mir die dort im Gasthaus angebotene Urtsuppe mit Gehirn in den Sinn, von der der Brauer erzählt hatte, sodass ich mich entsetzt erkundigte, ob der Grund für die Reise womöglich Appetit auf diese Suppe war. Das war zwar zum Glück nicht der Fall, was mein Herr mir nun jedoch erzählte, behagte mir ebenfalls nicht sonderlich. Er hatte vermutlich 3 Silber verloren, die Vorauszahlung für eine Kajira, deren Lieferung inzwischen schon lange überfällig war. „Naja, ich wollte eine bestimmte Sklavin, denke aber, die Frau wird nicht liefern können. Hehe, ich werde mir mein Geld jetzt mit Zinsen zurückholen… ihr Gasthaus anzünden kann man immer noch.“

Beim Thema Urts warnte mein Herr mich davor, diesen Viechern nicht zu nahe kommen, weil sie sonst die Ohren oder noch mehr abkauen. „Also pass auf Arya, denn woran soll ich ziehen, wenn ich mit dir brummig bin!“ Ich fand eigentlich viel schlimmer, dass ich ohne Ohren die schönen Ohrringe nicht tragen kann, die mein Herr mir seinerzeit geschenkt hatte. „Hmmm… stimmt… die Ohrringe. Sofern sie bei der Arbeit nicht stören, möchte ich, dass du sie trägst, Arya. Dann sehen die Leute nämlich, dass ich nicht arm bin, weil du doch nackt herum läufst, solange ich den Hauch von Nichts für dich noch nicht gefunden habe.“ Juhuuu, ich war begeistert, denn ursprünglich hatte er mir das Tragen dieses Schmucks nur bei besonderen Anlässen erlaubt... vielleicht verhinderten die Ohrringe zukünftig lästige Fragen?


Selbstverständlich flitzte ich sofort nach oben zu dem kleinen Kästchen mit meinen ganz besonderen Schätzen, die mein Herr mir zugestanden hatte und legte die Ohrringe an. Zusätzlich bürstete ich meine Haare ausgiebig und versuchte sie hinter die Ohren zu klemmen, damit die hübschen Ringe auch zu sehen waren. „Pass nur auf, dass du nirgendwo hängenbleibst, Arya… der Schmuck war nicht billig und ausgefranste Ohrläppchen sind nicht schön!“ lachte er, patschte mir auf meinen Allerwertesten, zog mich herrlich dicht zu sich heran und dann auf seinen Schoß, um sich von mir ein paar leidenschaftliche Sklavenküsse zu klauen.


Mich mit seinen starken Kriegeramen weiter eng an sich drückend, während seine Hände heiße Spuren auf meiner nackten Haut hinterließen, murmelte er zwischendurch: „Du brauchst etwas zum Anziehen… ich hoffe, dass ich den Hauch von Nichts irgendwann noch finden werde. Doch das wird vermutlich dauern, also wirst du noch lange nackt herumlaufen müssen, Arya… die goreanische Händlerkaste ist nämlich schlecht geworden.“ „Ich denke, damit komme ich ganz gut klar, mein Herr“, antwortete ich eng an ihn geschmiegt und erhielt die lachende Antwort: „Erstaunlich, ich hätte gedacht, dass du jetzt in Tränen ausbrichst, Arya.“

Donnerstag, 8. Februar 2018

Nackt und doch nicht nackt

Die Seifenhändlerin schloss sich unserem Ausflug zur Besichtigung einer Zweigstelle für die jortssche Brauerei an, da sie sich davon Möglichkeiten für ihren Seifenhandel erhoffte. Am Lagerhaus angekommen, das der Brauer sich ausgeguckt hatte, nutzte sie sofort die Gelegenheit, ihre schäumenden Erzeugnisse wieder wie Sauer-Ale anzubieten und wollte natürlich wissen, ob ich den Test inzwischen durchgeführt hatte. Doch das war in den vergangenen Tagen wegen der ungünstigen Wachen meines Herrn bislang leider nicht möglich gewesen und für ihn sollte die Seife ja sein.

„Ich werde deine Probe demnächst ausprobieren. Solange wirst du warten müssen“, machte er der Händlerin unmissverständlich klar und ich bin gespannt, wie er nach dem Seifentest riechen wird… hoffentlich nicht wie ein parfümierter Kajirus. Er machte der Frau aber auch Hoffnung mit seiner Ankündigung, wenn ihm der Geruch zusagt, ihr eine größere Menge abzunehmen. „Ich rieche nämlich gerne gut und ich hab auch gerne gut riechende Sklaven… ein leichter Geruch, der den Eigengeruch unterstützt und fördert, ist angenehm. Nach Bodenschwengel will ich aber nicht duften… so weit kommt das noch!“ 

Toll an unserem Ausflug war übrigens, dass die gestiegenen Temperaturen den fiesen Schnee hatten schmelzen lassen. Ok, so ganz toll war es dann doch nicht… mein Herr und ich hatten uns viel zu dick angezogen, sodass wir ziemlich schwitzten. Immerhin konnten wir uns bei der kurzen Besichtigung einer Mine etwas abkühlen, denn unter Tage war es deutlich kühler, aber auch nicht allzu hell. Ich war daher ganz froh über die Entscheidung meines Herrn, uns wieder auf den Heimweg zu machen, nachdem wir den abenteuerlichen Aufzug überstanden hatten und es im Lager der geplanten Außenstelle des Brauers nichts mehr zu sehen gab.


Während ich mich zuhause beeilte, meine warme Kleidung schnell wieder loszuwerden, lud mein Herr die Händlerin auf der Tavernenterrasse zu einer Suppe ein. So wirklich in Dankbarkeit brach die Frau darüber jedoch nicht gerade aus, sondern erwiderte auf seine Einladung ziemlich dreist: „Kann dein Mädchen nicht einfach ein paar Eier braten? Ich bin doch eine halbe Pilgerin… somit ist Kost und Logis ja frei.“ „Unsinn… wie kommst du denn da drauf? Arya, eine Suppe für die Pilgerin! Was willst du… Fisch oder Gemüse?“ Immer noch keine Begeisterung zeigend, wurde nach dem Hinweis auf Fischaugen dann erstaunlich schnell die Gemüsesuppe gewählt.

Während ich mich um das Essen und vor allem um einen Paga für meinen Herrn kümmerte, erzählte das Weib, sie hätte vom Brauer die Information über die für Pilger kostenlose Unterbringung erhalten. „Na, das soll er dem Wirt mal erzählen… der wird ihm was husten!“ Damit war für meinen Herrn das Thema eigentlich schon erledigt, doch die Frau seufzte: „ Na gut, was kann man von diesem Wirt schon erwarten, wenn Frauen in seiner Taverne Aufschlag zahlen müssen. Wobei... den Aufschlag übernimmt für Pilger doch bestimmt die Stadtkasse?“ „Unsinn, ich hab dich eingeladen… also zahl ich das und zieh es einfach von der Summe ab, die ich für deine Seife zahlen werde.“ 

Die Suppe roch übrigens nicht nur gut, sondern schmeckte offensichtlich auch sehr lecker, sodass mein Herr entschied: „Wenn die Händlerin davon nicht kotzen muss, dann werde ich es wagen und auch davon essen.“ Dazu kam es allerdings nicht mehr, weil nach dem Eintreffen des Brauers ausgiebig über das rote Gewand der Händlerin diskutiert wurde und ob die Farbe eine unterschwellige Botschaft sein könnte, um sich höhere Chancen auf einen Gefährten aus der roten Kaste zu verschaffen. Mein Herr vermutete, sie könnte womöglich ein Auge auf ihn geworfen haben, was angeblich aber nicht der Fall war. Naja, mal abwarten, vielleicht sollte die Farbe auch nur die Kauflust meines Herrn auf Seife steigern? 

Das Herumeiern über rote, weiße oder rosafarbene Kleider, die besser zur Haarfarbe passen, interessierten mich ehrlich gesagt nicht wirklich, bis der Brauer irgendwann „Kajirae tragen ja auch manchmal Rot…“ von sich gab und kurz danach das Mädchen des Rekruten auftauchte. An diesem Tag war sie nämlich nicht nackt, sondern erstaunlich fein gekleidet. „Hach, sie trägt auch Rot… hier buhlen wohl noch mehr, aber ihr Kleid ist ziemlich gewagt!“ rief die Frau in der Annahme, Fenja sei eine Freie. „Das ist nur eine Sklavin“, stellte mein Herr richtig und ich ergänzte, dass sie dem jungen Krieger gehört. „Ach, haben eure Sklaven keinen Kragen?“ ließ das Weib nicht locker und nun wurde klar, warum Fenja ihr Kinn so tief auf die Brust senkte und sich immer wieder an den Hals fühlte.

Mein Herr vermutete: „Der Rekrut hat vermutlich ihren Kragen verkauft, um sich ein zweites Paar Stiefel zuzulegen. Das Brandzeichen macht ein Mädchen zur Sklavin, das Metall um ihren Hals ist nur der Anhänger für den Namen ihres Besitzers.“ „Ich... ich soll ausrichten... ich... also mein Herr nahm mir das Collar ab und sagte, er ginge auf Reisen und er weiß nicht, ob und wann er wieder kommt...“ stotterte Fenja, sodass nun allgemeines Erstaunen und Unverständnis über dieses obermerkwürdige Benehmen des Rekruten ausbrach. Besonders schlimm und eine wirkliche Schande war, dass der reiselustige Kerl ohne Verantwortungsgefühl für sein Eigentum anscheinend mit dem Sold durchgebrannt war, den er als Vorschuss erhalten hatte.

Während mir klar wurde, dass dieses für einen angehenden Krieger vollkommen unmögliche Benehmen bestimmt noch ein Nachspiel haben wird und vermutlich mit mehr als einem Satz roter Ohren einhergehen wird, entschied mein Herr: „Gut… Arya, geh mal mit Rotschopf in die Schmiede. Sie soll sich ausziehen und bekommt einen neutralen Kragen ohne Inschrift.“ Nackt, am Hals nun aber nicht mehr nackt, konnte Fenja endlich wieder lächeln. ;-)

Mittwoch, 7. Februar 2018

Geld gespart

Die Überlegungen des Wirtes, Fallen für nutzlose Schwertträger aufzustellen, um aus ihnen dünne Suppe zu kochen, weil die Panther interessante Rezepte dafür haben, waren mit dem Eintreffen des Brauers beendet. Der Herr mokierte sich nämlich darüber, dass er fast ins Wasser gefallen war. „Die Brücke da… den Wasserlauf gab es doch bislang nicht!“ entrüstete er sich und deutete auf den Bach hinter sich, der tatsächlich neu war und offensichtlich sämtliche Marktstände fortgespült hatte. Sofort keimten Befürchtungen in mir, das Wasser des Vosk könnte erneut angestiegen sein, während der Wirt über das Verschwinden irgendeines unwichtigen Paddelbootes zu jammern begann. Doch das interessierte weder meinen Herrn noch sonst jemanden: „Tja, ist wohl abgetrieben… viel schlimmer ist, das Land ist weg!!“


Merkwürdig, aber Fenja fand das Ganze lustig und kicherte irgendetwas über den Wasserverbrauch der Pilgerin, der nicht mehr normal ist. Ohne lange zu fackeln bekam sie von meinem Herrn eine gescheuert. „Es war nicht dein Wasser und du bist nur eine Sklavin, keine Freie… seit wann reden Sklaven schlecht über Freie?“ herrschte er sie an. Ich fühlte mit dem Brauer, der mit seinen Fässern nun einen Umweg am Haus des Sattlers und dem meines Herrn vorbei nehmen muss. Die anscheinend vom Wirt zusammengezimmerte Holzbrücke über den Bach, war nämlich viel zu schmal für Klaus-Bärbel, den dicken Brauerei-Bosk. Und ob die Bohlen beim Haus meines Herrn tragfähig genug für einen mit Fässern beladenen Karren waren, war ebenfalls fraglich. Außerdem befürchtete mein Herr vom Rumpeln der Räder im Schlaf gestört zu werden. 

Der Wirt hatte anscheinend seinen besserwisserischen Tag: „So tief ist das Wasser nicht, die Waldfrauen konnten da durchlaufen… das schafft auch ein Bosk.“ Seine Aussage über die Wassertiefe bestätigte sich zwar, nachdem Fenja auf Zehenspitzen und reichlich Getue durchgewatet war, trotzdem gefiel der geänderte Verlauf des Bachs außer ihm niemandem. Insofern war die Idee nicht schlecht, sämtliche beim Tavernenumbau vor kurzem übrig gebliebenen Steine zum Verfüllen zu nehmen. Mir schwante leider ungut, wer mit dieser Arbeit betraut werden könnte. Entsprechend groß war meine Erleichterung, dass mein Herr offensichtlich einen anderen Plan hatte: „Rekrut, du kennst dich doch bestimmt mit Schaufeln aus?“ 


Mist, wie so oft kam von dem Angesprochenen mal wieder keine Reaktion, vielleicht hatte ihn aber auch das Gefasel des Wirtes über das Löschen angezündeter Marktstände, Diebstahl und wildes Gelächter mit Bögen bewaffneter Wilder abgelenkt. Keine Ahnung, ob er schon wieder sein bester Kunde gewesen war, der Wirt tat jedenfalls alles als unwichtig ab, weil er bei der Gelegenheit ein Rezept für dünne Kriegersuppe und Boskhodeneintopf getauscht hatte. „Was, Wilde? Waren das etwa unsere Nachbarn?“ empörte sich mein Herr und zeigte wenig Interesse an Suppe und Eintopf. Der sonst eher ruhige, recht wortkarge Brauereikrieger rief sogar entsetzt: „Dünne Kriegersuppe?! Sag mal spinnst du Wirt?? Und Klaus-Bärbels Cojones kriegst du auch nicht!!“

Darauf nicht weiter eingehend schnitt der Wirt ein anderes Thema an: „…irgendwer hat meine Vorräte fast komplett geleert!“ „Das waren wir nicht! Ich musste die Pilgerin bei mir mit Suleintopf verpflegen“, wies mein Herr die Unterstellung genervt von sich und ich ergänzte, dass sämtliche Tavernenvorräte komplett vergammelt gewesen waren. „Wirt, wenn du auf Reisen bist brauchen wir eine Liste darüber, was du hast und was nicht. Ohne Überblick können wir keine Gäste bewirten, Essen verdirbt und unser guter Ruf wird geschädigt!“ redete mein Herr endlich Klartext über die untragbaren Zustände in der Taverne, deren Betreiber nach Gutdünken kam und ging. „Essen? Ich habe Fleisch und Fisch… also Fischsuppe und Gemüsesuppe mit etwas Fleisch, aber nicht zu viel… Fleisch ist teuer.“ Ok, keine Früchte und kein Braten für verwöhnte Weiber, doch immerhin erfuhren wir endlich Konkretes.


Als sich schließlich herausstellte, dass der Wirt gar nicht von Lebensmitteln gesprochen hatte, sondern von leeren Fässern, schnappte der Rekrut nach Luft: „Versteh ich das richtig, wir haben nichts mehr zu trinken? Die Brauerei ist doch wohl noch flüssig oder?“ Inzwischen sah ich den Wirt in der Tasche seiner schmuddeligen Hose herum fummeln und dann dem Brauereibesitzer irgendetwas zeigen. „Lass mal sehn… wieviel hast denn? Dafür kann ich dir 4 Fässer liefern… ok?“ Einige Münzen wechselten den Besitzer und der Brauer sich machte sich zu seinen Fässern auf, während sich die anderen Männer in Erwartung kostenlosen und unverpanschten, nämlich frisch gelieferten Pagas auf die Tavernenterrasse verlagerten… mein Herr wollte eine Runde ausgeben. 

Der Transport mit Umweg klappte übrigens tatsächlich, obwohl sich Klaus-Bärbel etwas schwer tat. Das Abladen blieb mal wieder alleine an mir hängen, da die Brauereikajira nicht abkömmlich war und Fenja ihrem Herrn erst einmal beichten musste, dass sie am Vortag eine Freie beleidigt hatte, was für ihn aber anscheinend nicht weiter von Belang war. Wichtiger war ihm, von einem Händler, der sich inzwischen dazu gesellt hatte, Näheres über einige Bewohner in Lydius zu erfahren, da es die Stadt offensichtlich nicht mehr gab und mein Herr erkundigte sich nach dem anscheinend recht großen Warenangebot des Gastes. „Das Einzige, womit ich nicht handele, hat ein Kef und 2 Beine.“ Während nun der vor langer Zeit von meinem Herrn bestellte, jedoch nie gelieferte Hauch von Nichts zur Sprache kam, legte ich mich selbstverständlich mit schön durchgedrücktem Rücken mächtig ins Zeug, mich dem Händler möglichst vorteilhaft zu präsentieren.


Nachdenklich ruhte der Blick des Herrn auf mir, den ich fast körperlich zu spüren glaubte. „Du meinst noch weniger Hauch, als die Kleidung deiner Sklavin? Dann nimm ihr die Bauchkette ab, sodass sie nur das trägt, was eine Sklavin braucht, ihren Brand und das Collar, und stell sie in die kühle Morgenluft. Billiger kannst du an den Hauch von Nichts nicht drankommen… die Vulopelle auf ihrer Haut und ihre Brüste, die sich in der Kälte spannen, besonders wenn sie nach einer Nacht mit dir aus den Fellen kommt.“ Während ich mich nun um ein frisches Wasser für den Händler kümmerte, bekam ich nur einen Teil davon mit, was mein Herr sich unter dem Hauch von Nichts in Rot vorstellte, wusste ja aber ungefähr, was er meinte.

Mich dann beim Servieren des Wassers sehr genau musternd, rieb der Händler nachdenklich sein Kinn. „Hmmm… feine Sklavenseide kann ein Hauch von Nichts sein, aber auch der feine Schweißfilm, mit dem sich die Haut der Sklavin bei einem Tanz überzieht… darf ich mir deine Sklavin genauer ansehen?“ erkundigte er sich schließlich. Mit Einverständnis meines Herrn erhob ich mich geschmeidig und lief auf nackten Füßen zur freien Fläche. Dort nahm ich meine Arme in die Höhe, spreizte gleichzeitig meine Schenkel und wurde von der kreisenden Bewegung des Händler-Zeigefingers aufgefordert, mich um meine Achse zu drehen.


Mich leicht in den Hüften wiegend, kam ich unter den Blicken des Herrn mit wild klopfendem Kajiraherzen seinem Befehl nach. „Du kannst zu deinem Herrn zurück. Ganz ehrlich, Rarius, wenn die da mein Eigentum wäre, würde ich nachts die Fenster verdunkeln… eine, nur eine Fackel im Raum aufstellen und sie dann im Schein der Fackel tanzen lassen. Das wäre der Hauch von nichts, der dieser Sklavin gerecht werden würde.“ Eine wundervolle Erinnerung keimte bei den Worten des Händlers in mir und ich spürte, wie mein Gesicht sich mit einer leichten Röte überzog. Damit dies nicht auffiel, senkte ich schnell meinen Kopf, wurde in der nächsten Ihn aber sowieso in die Gegenwart zurückgeholt. „Es scheint so, dass ich Geld spare, Arya“ lachte mein Herr und patschte mir auf den Hintern.

Dienstag, 6. Februar 2018

Becher-Lektionen

Eigentlich wollte ich mir einen Überblick über die Lebensmittelvorräte in der Taverne beschaffen, damit zukünftig bei der Bewirtung von Besuchern keine Peinlichkeiten mit Maden mehr vorkamen und mal schauen, ob der im Alkoven übernachtenden Reisende einen Wunsch hatte. Der Vorhang war zwar geschlossen, doch der Herr offensichtlich bereits abgereist. Dafür machte jetzt eine Pilgerin auf ihrem Weg zum oder vom Sardar Zwischenstation in Jorts Fähre, die ich freundlich willkommen hieß.

„Tal Sklavin, zeig mir, wo ich Unterkunft und etwas zu essen bekomme“, forderte die Frau mich auf, sodass ich sie ins Stadthaus führte und ihr im Obergeschoss die Übernachtungsmöglichkeiten zeigte. „Auf Kissen und Fellen? Bist du von Sinnen, Mädchen? Zeig mir ein Zimmer mit Bett!“ Mir blieb nichts anderes übrig, als der Echauffierten bedauernd zu erklären: „Herrin, es gibt hier kein Gasthaus mit Betten. Wenn dir die Felle nicht genehm sind, müsstest du leider weiterreisen.“

„Unmöglich dieses Dorf, schon beim letzten Mal diese Umstände! Nicht, dass man mal was ändern würde... und warum läufst du hier eigentlich nackt herum, ist das normal hier?“ blubberte sie weiter. „Ach, du warst schon einmal hier? Dann erinnerst du doch aber bestimmt, dass es hier in Jorts Fähre für Gäste nur Felle gibt, Herrin. Ich bin nackt, weil es meinem Herrn so gefällt.“ Ich kannte die Frau zwar nicht, doch offensichtlich stand die Oberzicke vor mir, die der Brauer vor einiger Zeit im Bett des Wirtes untergebracht hatte. „Ich wette, dein Herr ist dieser komische Krieger, richtig? Wie hieß er noch??? Klimbimbarim oder so.“ Vor meiner Antwort war in Sachen Höflichkeit nun erst einmal tief Luft holen angesagt.


„Ich bin mir sehr sicher, meinen Herrn interessiert nicht, was eine freie Frau denkt, wenn er mir befiehlt, dass ich mir nichts überziehen soll, Herrin, und er heißt Kintradim… schon immer und immer noch und komisch ist er auch nicht.“ „Ja genau den meinte ich… so, dann bring mich mal zu einer Herberge, wo ich etwas zu essen bekomme. Geh vor und zeig mir den Weg oder muss ich deinem Herrn berichten, dass du nicht gehorchst?“ Uff, ich atmete erneut tief durch und antwortete freundlich: „Ja gerne Herrin… ich gehorche immer und bemühe mich um Höflichkeit. Gegenüber ist die Tavernenterrasse, ob der Wirt allerdings anwesend ist, kann ich nicht sagen, bekomme ich aber für dich heraus.“

Der Wirt war immer noch auf Reisen und die katastrophalen Zustände seiner madenzerfressenen, vergammelten Vorräte nicht besser geworden. Da das Weib Fleisch und Früchte verlangte, verkniff ich mir den Hinweis auf die lebendig gewordenen Lebensmittel, sondern erklärte stattdessen entschuldigend: „Verzeih Herrin, aber ich bin nicht die Kajira des Tavernenwirts, sondern die Sklavin des Hauptmanns und muss erst schauen, was vorrätig ist.“ Dazu kam ich jedoch nicht mehr. „Wenn du nicht in der Lage bist, mir hier etwas Anständiges zu machen, dann bring mich zu deinem Herrn“, forderte die Frau nämlich und ich vermutete, sie wollte sich zum Essen bei ihm einladen. 


Meine Erleichterung war groß, als mein Herr uns mit Fenja im Schlepp entgegen kam. Ohne mich über die Dreistigkeit dieses penetranten Weibs auszulassen, die offensichtlich ohne Proviant und Begleitung auf Reisen war, fasste ich ihm die Situation schnell zusammen. Sehr zu meiner Freude bestätigte mein Herr alles, was ich der Pilgerin bereits erzählt hatte und sah sich selbstverständlich nicht zuständig für Gasthausverpflegung und Übernachtungskomfort. „Tja… also ich habe auch kein Bett. Es gibt einfach Dinge, die kann man sich nicht aussuchen… das Leben ist nun mal hart und ungerecht. Aber ich habe heute meinen großzügigen Tag. Arya was hast du gekocht?“

„Es gibt Suleintopf, mein Herr… mit Fleischeinlage, du magst doch gerne leckeren Speck“, informierte ich ihn. „Gut, ich denke, die Pilgerin mag den Eintopf auch. Rotschopf kann sich um sie kümmern. Aber ein Gästebett haben wir nicht.“ Trotz der Einladung meckerte das Weib noch eine ganze Weile weiter, nahm sie dann aber doch an. Puhhh, ich war mehr als froh, dass ich diese Freie nun an Fenja weiterreichen konnte und dass es mir gelang, für meinen Herrn deutlich mehr Speck aus dem Eintopf zu fischen, als für seinen Gast, der sich schließlich als echte Kajirahasserin zeigte.

Fenja reichte der Besucherin das zum Eintopf gewünschte Wasser mit gesenktem Haupt und einem freundlichen Wunsch einfach nur an. Die Freie nahm ihr den Becher jedoch nicht ab, sondern vermutete: „Das Mädchen ist noch nicht lange Sklavin, richtig?“ Nachdem mein Herr seinen Gast über den Besitzer aufgeklärt hatte, nahm sie das Wasser zwar endlich, kippte es Fenja aber ins Gesicht: „Hol neues und mach es diesmal richtig.“ Mir wurde klar, das Weib erwartete einen Serve, doch darüber ließ sie sich nicht näher aus und Fenja fragte nicht nach, was mit „richtig“ gemeint war.


Das Warten auf ihr Getränk nutzte die Frau, sich genauer über Fenjas Herrn zu erkundigen. Erfreut lobte sie ihn dann in den höchsten Tönen… er hätte sie auf ihren Reisen begleitet und hervorragend beschützt. Während sein Mädchen inzwischen mit demütig gesenktem Blick wieder neben ihr kniete und vermutlich auf ein Zeichen zum Servieren wartete, kommentierte sie schmunzelnd noch die Vergesslichkeit des Rekruten, der oft nicht nur seine Stiefel vergisst, sondern peinlicherweise auch sein Schwert. Vergeblich versuchte sie von meinem Herrn Fenjas Kaufpreis zu erfahren, bis sie ihre Neugier aufgab und sich dem Mädchen erneut zuwandte. Tja, es folgte Becherdusche Nr. 2, denn die Kajira bemerkte den Blick des Weibs nicht. „Sklavin, ich nehme noch ein Wasser.“

Beim Eintreffen des nächsten Wasserbechers wurde der Smalltalk mit meinem Herrn unterbrochen. „Rothaarige, willst du es diesmal richtig machen?“ „Ich weiß ja nicht mal, was falsch an meinem demütigen Verhalten einer freien Frau gegenüber ist, Herrin.“ „Hast du servieren gelernt… dann solltest du wissen, was falsch war oder muss ich es erklären?“ „Ja sehr gerne Herrin, ich kann servieren, aber vielleicht kann ich noch etwas lernen.“ „Beim ersten Mal hast du mir den Becher hingehalten ohne zu fragen… beim zweiten Mal warst du nicht aufmerksam, als ich ihn wollte… und jetzt hol mir einen neuen.“

Mein Herr schien sich beim Essen gut unterhalten zu fühlen, wandte nun aber ein: „Händlerin, du gehst sehr großzügig mit meinen Bechern um.“ „Wie sollen die Mädchen das sonst lernen, wenn sie keine Ausbildung haben!“ rechtfertigte sich die Frau. Fenja tauchte mit dem nächsten frisch gefüllten Becher auf. Diesmal stellte sie ihn allerdings auf den Tisch, als sie neben der Pilgerin niederkniete, sah sie an und vergaß leider sämtliche Erziehung und dass sie nur eine Kajira ist: „Herrin... wenn ihr keine Ahnung habt und auch nicht fähig seid zu hinterfragen... dann wundert euch nicht, wenn ihr eure Pilgerreise auf Knien beendet.“ 


Ich war mir sehr sicher, hinterm Schleier war nun entsetzte Schnappatmung zu hören, bevor es laut klatschte… Fenja hatte eine deftige Ohrpfeife bekommen. „Davon wird dein Herr erfahren und jetzt hole mir einen neuen Becher Wasser.“ Ich hatte das Zählen schon längst aufgegeben, als mein Herr die Erziehungsmaßnahmen schließlich beendete: „Rotschopf, mir wäre es recht, wenn du es jetzt richtig machst. Stell den Becher einfach auf den Tisch, dann kann mein Gast sich bedienen.“ Übrigens betonte er überdeutlich „mein Gast“ und schaffte es, dass das Weib doch noch klein beigab: „Wie ihr wünscht, Sir.“

Sonntag, 4. Februar 2018

Besucher zu vorgerückter Ahn

Die neue Kurt meines Herrn, die ich am Morgen vom Sattler abgeholt hatte, war bei einem Paga vorm Haus Anlass für einige den jungen Krieger betreffende Überlegungen. „Ich bin gespannt, ob der Rekrut etwas mit seiner Kurt anfangen kann, denn mit Pech hat Rotschopf die Hosen an, was sehr peinlich für ihn wäre. Er muss aufpassen, nicht zum Gespött zu werden… alleine schon, dass er fast nie Stiefel anhat. Ich werde ihm wohl ein paar Grundregeln beibringen müssen, sonst wird aus ihm kein guter Krieger.“ Dazu hielt ich mich etwas bedeckt, denn über Freie zu urteilen steht einer Sklavin nun mal nicht zu, während ich die sanft durch meine Haare kraulende Hand meines Herrn sehr genoss.

Schließlich kam mir in den Sinn, ob man dem Neu-Krieger nicht vielleicht einen Besuch abstatten müsste… so zum Einzug in sein Haus und so. Mein Herr vermutete zwar, dass der Herr auf seiner Sklavin lag, meinte schließlich dann aber, ein Versuch könnte nicht schaden, zumal ich frisches Sa Tarna Brot gebacken und bereits ein kleines Säckchen mit Salz vorbereitet hatte. Da die Tür des beim Krieger sperrangelweit offen stand, stampfte mein Herr gleich hinein und brummte auf typische Hauptmannsart: „Tal Rekrut… aufwachen der Hauptmann ist da. Still gestanden und Meldung! Arya hat dir was mitgebracht… also ich hab es gebracht, Arya hat es nur getragen.“ 

Die Meldung blieb bis auf einen überraschten Gruß übrigens aus, da die Neugier über das Mitbringsel natürlich überwog. „Sag nicht das sind Schuhe“, überlegte der Rekrut, denn ich hielt die Sachen immer noch hinter meinem Rücken versteckt. Nachdem ich die Mitbringsel überreicht hatte, freute er sich: „Das ist eine schöne Geste!“ Während Fenja übers ganze Gesicht strahlte, beging der Krieger leider jedoch den peinlichen Fehler, sich zuerst bei mir und dann erst bei meinem Herrn zu bedanken, was logischerweise zu berechtigtem und entsprechend drohendem Grummeln führte. Naja, die Ereignisse der letzten Tage waren an dem jungen Herrn sicher nicht spurlos vorbei gegangen.

Außerdem muss er jeden Tag früh raus zum Dienst, sodass mein Herr sich bald verabschiedete, damit der Krieger genug Schlaf bekam. Vorher kündigte er aber noch an, dass es langsam an der Zeit sei, sein Erscheinungsbild an die rote Kaste anzupassen, da andernfalls der Sold gekürzt wird. „Wenn du ein Krieger sein willst, dann trage wenigstens Stahl… den Pilgerstab brauchst du hier nicht mehr. Immerhin musst du Eindruck schinden und das Gesetz vertreten!“ Ich denke, es ist ganz gut, dass Fenja vor vielen Märkten in Torcodino mal einem Rarius gehört hatte, da kann sie ihrem Herrn bestimmt den einen oder anderen Tipp geben.


Da Fenja trotz der inzwischen vorgerückten Ahn noch nicht müde war, begleitete sie uns noch auf einen kleinen Rundgang durch den Ort. Sie nutzte die Gelegenheit, sich nach der wieder aufgetauchten Kajira zu erkundigen, der mein Herr nun eine allerletzte Chance eingeräumt hatte. Sollte sie die nicht nutzen, sich keine Mühe geben und sich erneut ohne eine Erklärung verdrücken, obwohl sie ja angeblich lernen möchte, würde er sie allerdings endgültig ersäufen oder an Fenris verfüttern, denn der Sleen mag gerne Knochen knacken und Knochenmark auslutschen.

Unser Rundgang endete vorerst an der Taverne. Dort stand nämlich eine Besucherin und erkundigte sich nach dem Wirt. Tja, Pech für die Freie… die Vorräte des schon seit längerem auf Reisen befindlichen Tavernenbesitzers waren entweder vergammelt oder hart und von Maden bevölkert. „Immer dieses Südpack, müssen die nichts verdienen?“ grummelte das Weib ungehalten, was natürlich dazu führte, dass mein Herr rot anlief, sich aufplusterte und seine Muskeln anspannte, bevor er ein sehr drohend klingendes Brummen von sich gab: „Wie hast du mich genannt? Sehe ich aus wie Südpack??“ „Wie, was, wo? Südpack? Tal Sir… also ich habe nichts gesagt, ich wollte nur etwas essen und trinken“, versuchte sich die Frau nun heraus zu reden und hatte Glück, dass mein Herr die Sache nicht weiter verfolgte. 

Wegen der Unklarheiten über das richtige Fass, verzichtete sie letztendlich wegen der uringelben Farbe auf das bestellte Met und nahm genau wie ein weiterer jetzt eintreffender Besucher Vorlieb mit einem Becher Wasser. Die Frau stellte sich übrigens als Seifenhändlerin vor und da sie bereit war, mir ein kleines Stückchen Seife kostenlos für Testzwecke zu überreichen… ich fand diesen Test unerlässlich, da mein Herr selbstverständlich nicht wie ein parfümierter Kajirus riechen darf… gab ich ihr den Tipp, dass die Maden meistens aus dem vertrockneten Brot und der Hartwurst heraus fallen, wenn man beides mehrfach auf dem Tisch klopft. Doch nun schluckte sie komisch und winkte ab: „Ach, ich glaube, mein Hunger ist gar nicht so groß.“

Mit der sauberen Übernachtungsmöglichkeit ohne Maden und sonstiges Krabbelgetier im Obergeschoss des Stadthauses, um die sich nämlich wir Kajirae uns kümmern und nicht der schmuddelige Wirt, habe ich der Händlerin vermutlich eine kleine Freude bereitet, denn inzwischen war es wirklich spät geworden. Wie gut, dass der Fremde es gewohnt war im Wald unter Bäumen zu schlafen und entsprechend anspruchslos war. Er wusch sich nämlich einfach am Brunnen und war zufrieden mit einem Alkoven in der Taverne. „Sklavin, ich nehme den rechten, er wird mir vollkommen reichen für eine oder zwei Nächte“, meinte er dazu ruhig und entließ mich dann nach Hause zu meinem Herrn. :-)

Samstag, 3. Februar 2018

Vergnügen für Fenris

Meinen Herrn beschäftigte immer noch, ob er mit seiner Vermutung richtig gelegen hatte: „Ich wette, der Rekrut wird seinem Mädchen als Begrüßung nicht die Kurt geben.“ Der Sattler und der Brauer hatten das offensichtlich genauso gesehen, denn niemand war darauf eingegangen. Doch erst einmal fühlte mein Herr sich bei Fenjas Antwort bestätigt. Ihr Besitzer war tatsächlich zu weich gewesen und hatte sein Kurt-Geschenk lediglich zum Einstauben an die Wand gehängt. Breit grinsend begrüßte mein Herr daher den Brauer: „Tal, ich habe die Wette um das Goldstück gewonnen, ob der Rekrut seine Kajira traditionell begrüßt oder nicht!“ „Tal… was? Welche Wette? Nicht mit mir… das wüsste ich. Vielleicht hast du mit dem Sattler gewettet“, wimmelte der Brauer jedoch ab.

Später am Lagerfeuer kam mein Herr dann erneut auf diese Wette zu sprechen, doch auch der Sattler verneinte: „Da haben wir nicht drüber geredet und um Gold hätte ich eh nicht gewettet, vor allem wo ich mir sicher bin, dass der Rekrut sowas nicht macht.“ „Mist, Arya hatte ich gewettet oder hab ich das nur geträumt? Du warst doch die letzten Abende dabei. War die Wette vielleicht mit dem Wirt?“ grummelte mein Herr. Tja, mir blieb leider nur aufklärend richtig zu stellen: „Es tut mir leid mein Herr, aber ich bin immer ehrlich. Du hattest gesagt: „Ich wette, der Rekrut wird sein Mädchen nicht traditionell begrüßen." Doch es ist niemand der Anwesenden auf deine Wette eingegangen.“ „Ist schon gut, Arya. Ich dachte, ich hätte, aber ich muss mich getäuscht haben.“


Damit war die Wette abgehakt und außerdem hatte sich inzwischen der junge Krieger dazu gesellt… natürlich mal wieder barfuß… sodass mein Herr nun ein anderes Thema anschnitt: „Ah, gut dass du jetzt da bist… nun können wir deinem Rotschopf doch noch den Wunsch erfüllen und meinen Sleen an ihr schnüffeln lassen.“ Der Herr verstand erst nicht, doch dann leuchteten ihm die Vorteile ein, wenn Fenris den Geruch seines Mädchens kennt und nicht frisst, weil er sie als Lebendimbiss auf seinem Sleen-Speiseplan ansieht. Falls sie mal geklaut werden sollte, könnte außerdem seine Spürnase bei der Suche nach ihr sehr hilfreich sein. 

Sogar der sonst meistens äußerst wortkarge Brauer versuchte grinsend Stimmung für diese Aktion zu machen: „…und es ist recht lustvoll für die Mädchen, jedenfalls lassen das die Töne vermuten, die sie dabei von sich geben.“ Der Rekrut willigte ein: „Ok, aber wehe dein Sleen schnappt zu und beschädigt wichtige Teile, dann gibt‘s Ärger.“ „Dann leiste ich Schadensersatz. Das ist aber bisher nur zweimal passiert… einmal war ein Arm ab und das andere Mal der halbe Kopf… das war etwas teurer. Arya, halt mal Audienz beim Sleen, ob er Zeit und Lust hat aufs Schnüffeln. Und du Rotschopf, zieh dich schon mal aus und besorg dir Seife und Handtuch für danach“, ordnete mein Herrn dann an, denn 18 Kupfer Schadenersatz war das Vergnügen allemal wert. 

Fenris ahnte anscheinend schon, was auf ihn zukam, denn er hatte bereits den Kopf von seinem Teppich gehoben, das zerkniffelte Ding, bei dem meine Bemühungen in Sachen glätten leider gescheitert waren. Er schaute mich neugierig an und scharrte erwartungsvoll mit der Tatze im Gras, konnte sich aber wieder mal nicht verkneifen, seine Schnauze an meine Hitze zu drücken, um daran zu lecken. Die Sleen-Laune war also perfekt für das bevorstehende Vergnügen, nur Fenja zierte sich ziemlich, bis sie endlich ausgezogen war und mit gespreizten Schenkeln auf dem Boden lag. Der Brauer hatte es sich auf das Spektakel wartend inzwischen am Feuer gemütlich gemacht und der Sattler schaute oben von seinem Balkon zu. 


„Wenn der Sleen sich nicht beherrschen kann, bekommt er eins mit meinen Pilgerstab übergebraten“, versuchte sich der drohende Barfußkrieger, der wie immer sein Schwert nicht dabei hatte, anscheinend selbst Mut zu machen, sodass mein Herr ihn vorsorglich warnte: „Hehe, mach ihn nicht nervös, das könnte ins Auge gehen!“ Ich vermutete ja, der Krieger wollte vor allem seiner steigenden Nervosität Herr werden, als er nun tönte: „Wer hier wen nervös macht ist die Frage… 18 Kupfer zu verlieren ist eine unschöne Sache.“ Fenja startete noch einen letzten Versuch und bettelte darum, bei der Prozedur wenigstens stehen bleiben zu dürfen, doch Fenris scharrte inzwischen mehr als ungeduldig im Dreck und verteilte Sabber. 

„Nein, das mag er nicht. Dann muss er den Kopf nach oben recken und bekommt Nackenstarre… wer mag das schon“, lehnte mein Herr selbstverständlich ab, sodass ihr Herr nun entschied: „Jetzt los Mädchen, bringen wir‘s hinter uns… hinlegen und die Beine breit!“ Während Fenja irgendetwas über „verwöhnt ist er auch noch“ motzte, fügte sie sich schließlich aber doch noch und mein Herr flüsterte Fenris das geheime Codewort ins Ohr, damit die sabberige Prozedur mit der Sleen-Zunge über die Schenkel, die Hitze und die Brüste der Sklavin endlich beginnen konnte. Als Fenris sich schnüffelnd das Bein von Fenja hinauf arbeitete frohlockte der Brauer übrigens sofort lachend: „Ahhh… jetzt wird er geil… hehe, das macht ihn wuschig den Guten!“ 


Doch die von ihm erhofften lustvollen Geräusche der Kajira blieben leider aus, anscheinend hatte sie vor Angst nicht mehr genügend Fantasie sich vorzustellen, von einer anderen Zunge geleckt zu werden. Hauptsache war aber, sie überlebte und war nicht erstickt, weil sie vor Panik über den nach mindestens 100 verfaulten Urts stinkenden Sleen-Mundgeruch das Atmen vergaß. Fenja war zwar von oben bis unten komplett vollgesabbert, aber ohne sonstigen Schaden und mein Herr musste keine 18 Kupfer Schadenersatz für das Vergnügen seines Sleen bezahlen. Der gute Fenris hatte sich sein Leckerlie danach wirklich verdient. ;-)

Freitag, 2. Februar 2018

Allerletzte Chance

Mein Herr war bereits Richtung Taverne aufgebrochen, weil am Gebäude irgendwelche Bauarbeiten in Gange waren. Als ich dort kurze Zeit später ankam, war er im Gespräch mit dem Wirt. Oha, es ging um das zickige, mundfaule Weib, das der Brauer vor einiger Zeit in der Kammer des Wirtes einquartiert hatte, nachdem aus dem konzentrierten Schweigen am Lagerfeuer anscheinend ein zu ermüdendes geworden war. Mein Herr war neugierig, ob der Wirt die Frau vielleicht in seinem Bett erwischt hatte. Warum sich diese arg zerlumpt aussehende Freie zu fein für eines der Felle für weibliche Gäste im Stadthaus gewesen war und was sie an der Abtrennung mit Vorhängen zu mäkeln gehabt hatte, konnte ich nicht nachvollziehen. Aber egal, ich verstehe freie Frauen sowieso meistens nicht.

„Gästezimmer? Welches Gästezimmer?“ erkundigte sich der Wirt bei meinem Eintreffen gerade irritiert bei meinem Herrn, der dann in Richtung Kammer hinter der Tavernenterrasse deutete. „Ach bei mir, deshalb war das alles so zerwühlt. Das ist mein Zimmer, Gästezimmer gibt es nicht, aber Alkoven… da hätte das Weib schlafen können!“ ließ mich abrupt inne halten und hinter der Terrassenmauer lieber etwas in Deckung gehen. Es erschien mir sicherer, erst einmal abzuwarten, wie sich das Gespräch zwischen den beiden Männern entwickelte, denn ich glaube, der Wirt ist mit Vorsicht zu genießen. Letztendlich wagte ich mich aber doch an die Seite meines Herrn, nachdem der Wirt offensichtlich gut gelaunt war und schallend lachte: „Ich hoffe, sie ist gut in den Fellen… sind ja immerhin meine Felle!“


„Arya, es ist wie ich vermutet habe. Der Wirt hat kein Gästezimmer, hat aber auch nichts dagegen, wenn der Brauer Pilgerinnen in seinem Lager schlafen lässt… vor allem wenn sie nicht bezahlen und noch ein gratis Frühstück bekommen.“ Oha, mit dieser Unterbringung des Weibs hatte der Brauer sich nicht wirklich beliebt gemacht beim Wirt, der nun polterte: „Nicht bezahlen? Gratis Frühstück? Der Brauer? Der hat bald einen ganz langen Zettel bei mir!“ „Ich glaube, Zettel mag er, aber eher die Rechnungen, die er selber schreibt“, erwiderte mein Herr grinsend und ich sah den Zeitpunkt gekommen, vorsichtig zu versuchen, dem Gespräch eine Wendung zu geben, denn mir waren sofort die nicht mehr zotteligen, sondern sehr kurz geschnittenen Haare des Wirtes aufgefallen: „Herr, warst du auf deiner Reise beim Friseur?“

Da eine Antwort leider ausblieb, wandte ich mich an meinen Herrn: „Mein Herr, hat sich die Pilgerin eigentlich irgendwie komisch benommen nach ihrer Übernachtung im Bett des Herrn? Hat sie sich gekratzt oder so?“ „Ja, sie war wie vom wilden Watz gebissen, sagte aber nur etwas von einem komischen Geruch.“ „Das war der Duft eines Mannes, den das Weib wohl nicht kannte“, erklärte der Wirt nun… meine Vermutung war also falsch gewesen, dass er sich wegen unerwünschter Mitbewohner von seinem Zottelhaar getrennt hatte. „Naja, ich werde sehen, was sich nach meiner Unterredung mit dem Brauer ergibt und jetzt mein Bett lüften. Mal schauen, was ich da so alles finde… vielleicht eine versteckte Pilgerin?“ verabschiedete sich der Kurzhaarige lachend. 

Auf dem Weg nachhause, begegneten uns der Sattler und der junge Krieger, der wieder barfuß unterwegs war. Mein Herr vermutete jetzt natürlich, seine Rothaarige hätte seine Stiefel verlegt. „Nee, das war ich selbst… ich komme frisch aus dem Fell. Hab sie noch nicht gefunden“, grinste der Barfüßige und legte dann nach einer kurzen Beratung mit allen Anwesenden fest, dass seine Sklavin den Namen Fenja bekommen soll. Ich fand ihre Umbenennung gut, denn durch diese Änderung wurde nicht mehr ständig an die Regentin erinnert, der Fenja vorher gehört hatte. Meinem Herrn hätte allerdings auch der Name Rotschopf gefallen, allerdings war der länger. 


Das Thema wurde beendet, als plötzlich hinter uns ein leises „tal mein Herr“ zu hören war. „Arya, träume ich? Kneif mich mal in den Hintern“, gab mein erstaunter Herr von sich, was ich natürlich sofort ausnutzte und meine Hand tastend unter seinen Tunikarock schob, um sanft streichelnd sein nacktes Hinterteil zu erkunden, was sich wirklich gut und sehr real anfühlte. Doch so wirklich auskosten konnten wir dieses schöne Gefühl nicht, denn wir sahen beide eine Sklavin, die eine Ewigkeit schon verschollen war und von der wir dachten, sie wäre ersoffen. Offensichtlich konnte sie aber schwimmen und hatte das Hochwasser überlebt. Welchen Namen mein Herr ihr gegeben hatte, war mir inzwischen jedoch entfallen.

„Sklaven, die solange weg sind brauchen keinen Namen… den müssen sie sich neu verdienen“, grummelte mein Herr, während die Kajira schuldbewusst schluchzte, es aber nicht für nötig befand, endlich eine demütige Haltung einzunehmen, sondern einfach stehen blieb: „Es tut mir schrecklich leid mein Herr, ich habe nicht mehr zu dir gefunden.“ „Das Knien hat sie auch verlernt. Ist wohl zu viel Luft in ihren Kopf gekommen“, kommentierte mein Herr ungehalten und vom Sattler kam: „...ich denke eher Wasser.“ Immer noch ziemlich sauer wandte mein Herr sich an mich: „Arya, meinst du, ich sollte dem Mädchen die Sehnen durchschneiden?“ Oha, diese Strafe ist für Weglaufen zwar durchaus üblich, würde aber auch das Ende der Kajira bedeuten.

„Naja, das Hochwasser mein Herr und Vandalen, die sowas ausnutzen... sie war ja nur draußen am Sklavenpfahl angebunden, konnte also leicht geklaut werden. Ich habe von ihr noch nichts gehört, was ihr Verschwinden erklärt, mein Herr... vielleicht magst du ihr die Chance für eine Erklärung geben?“ gab ich vorsichtig zu bedenken. Mein Herr lenkte tatsächlich ein: „Na gut, Blondkopf, dann mal raus mit der Sprache. Lass die Wahrheit hören und bete zu den Priesterkönigen, dass mir die Sache gefällt, sonst kuschelst du heute mit dem Sleen.“ Als hätte ich dem Mädchen die Worte in den Mund gelegt, stammelte sie etwas von „Hochwasser… vom Fluss mitgerissen… Bewusstsein verloren“, sodass mein Herr ein Einsehen hatte.


Er gab der Sklavin eine allerletzte Chance sich nützlich zu erweisen, den Namen „Tür“, bis sie sich einen anderen verdient hat und Fenris musste vorerst auf seinen Lebendimbiss verzichten. Ob sie es wert ist, im Haus meines Herrn zu übernachten, muss sie auch erst noch beweisen und wurde vorerst im Käfig neben seinem Haus untergebracht… hochwassersicher, vom Fluss mitgerissen werden fällt also aus. Nun bleibt abzuwarten, ob sie keine 99er ist und der Name „Tür“ nicht zu vorausschauend gewählt… auf wundersame Weise geöffnete Türen oder Schlösser hat es ja bekanntlich schon öfter gegeben. ;-)