Sonntag, 9. Dezember 2018

Wie der Herr so’s Gescherr

Es kam also nicht mehr zur körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Krieger aus dem Norden und dem Jungkrieger, der es letztendlich vorzog, seine Forderung lieber nicht wahr zu machen, sondern sich stattdessen mit Tami verdrückte. Die gekräuselte Stirn des Sattlers glättete sich danach wieder und auch die hochgezogenen Augenbrauen des Brauereikriegers senkten sich. Mein Herr hatte zuvor zwar seinen Becher zur Seite geworfen, um die Hände frei zu haben, als er bei dem eskalierenden Disput zwischen den beiden Männern aufgesprungen war, setzte sich aber nun genau wie der Nordmann nach den schlichtenden Worten des Brauers: „Leute, beruhigt euch… mach doch keinen Terz wegen einer Sklavin! Lasst uns lieber trinken!“ Es gab also wieder einiges zu tun für mich in Sachen Getränkebeschaffung, denn nun hatte ich das Ganze.

Der Krieger machte überzeugend deutlich, dass er die Sitten von Jorts Fähre nicht in Frage stellen wird, zumal er, mein Herr und er Brauer sich auch schon lange kennen. Er stellte allerdings genauso überzeugend klar, dass er sich nicht von einem unerfahrenen Jungkrieger drohen lässt, der sich wegen seiner Sklavin aufbläst und lächerlich macht. „Gut, lasst uns das Ganze vergessen. Unser Jungkrieger ist noch sehr jung und muss vieles erst noch lernen… außerdem war es nur eine Sklavin. Ich bin übrigens gespannt, ob sie sich anstrengt, ihre Sachen zurück zu bekommen“, schlug mein Herr breit grinsend dann vor und sackte Tamis immer noch im Gras liegende Kleidung ein. Da alle Becher inzwischen wieder gefüllt waren, wurde der Vorfall nun mit großen Schlucken und einem weiteren „Ta Sardar Gor“ fortgespült.

„Hauptmann, schmeiß mir mal den Fummel herüber!“ forderte der Nordmann meinen Herrn schließlich auf. „Was muss sie denn machen, damit sie ihn wiederbekommt?“ wollte der breit grinsend vorher natürlich wissen, kam aber der Aufforderung nach, obwohl sich der Nordmann bedeckt hielt. Allerdings gab dieser vor seinem Aufbruch zum Haus des Jungkriegers meinem Herrn schmunzelnd noch sein Wort mit Tami nichts mehr zu machen… sie und vor allem ihr Herr hatten für den Tag erst mal genug einstecken müssen, meinte er lachend. 

„Wenn trotzdem gleich Geschrei oder Mord und Totschlag zu hören ist, gehst du dorthin zum Schlichten, Sattler“, beschloss mein Herr, doch der angesprochene Handwerker war sich sicher, dass der Nordmann auf eine friedliche, einvernehmliche Regelung aus war. „Wenn ich überlege, wie arrogant, überheblich, ungehorsam und besserwisserisch sich Tami benommen hat, ist sie mit den 5 Gertenhieben noch gut davongekommen… aber vielleicht haben die ja geholfen. Dina, solltest du dich jemals so benehmen, werden 5 Schläge nicht ausreichen… das kann ich dir jetzt schon versprechen!“ 

Damit kündigte mein Herr mir etwas an, was eigentlich vollkommen überflüssig war. Zum Glück ergänzte er aber noch, dass er mich als besser erzogen einstuft und mich selten daran erinnern muss, dass ich nur eine unwichtige Kajira bin, es hin und wieder aber aus Spaß trotzdem macht. Kopfschüttelnd erwiderte er auf den Einwurf des Sattlers, Tami habe auch noch nicht so viel Erfahrung wie ich: „Genau das habe ich der Barbarin auch gesagt… sie ist noch nicht mal einen Markt hier, denkt aber sie sei die beste Sklavin von Gor!“


Tja, und ich denke immer, dass ich dazulernen muss. Eine Kajira lernt nämlich nie aus, obwohl ich den Priesterkönigen sei Dank immer Herren und eine Herrin hatte, die sehr viel Wert auf das Benehmen ihrer Sklavin legten. Als der Nordkrieger zurück kam wollte mein Herr natürlich wissen: „Hat Tami sich für die Kleidung bedankt?“ Doch der Herr winkte schmunzelnd ab: „Ich bot ihrem Herrn meine Hilfe an, die er jedoch verweigerte. Er ist unbelehrbar… wie soll seine Kleine anders sein?“ „Wie der Herr so's Gescherr.“ Mit diesen Worten meines Herrn wurde das Thema endlich fallengelassen, denn der Nordmann erkundigte sich nach der Wetterlage in den nächsten Tagen, da er anscheinend überlegte weiterzureisen.

„Keine Ahnung, aber solange es warm bleibt ist es mir egal… ich mag keine Sklaven mit langen Röcken. Warum wollt ihr weiter, gefällt es euch hier bei uns nicht?“ erkundigte mein Herr sich interessiert. „Wenn mir Jorts Fähre nicht gefallen würde, wäre ich gar nicht erst gekommen, Hauptmann“, kam lachend zur Antwort, sodass mein Herr nun erwähnte, dass er demnächst ein Haus räumen muss, weil die Bewohnerin verschollen ist. Es ging ihm bei diesem Hinweis allerdings nicht um Hilfe beim Räumen, sondern indirekt bot er dem Krieger damit das freiwerdende Haus an. Mit ungläubig gerunzelter Stirn, aber nicht desinteressiert klingend, fragte der lieber noch einmal nach: „Hauptmann, habe ich mich gerade verhört?“ Doch er hatte natürlich richtig verstanden, allerdings bot mein Herr vorsorglich die Beschaffung von Ohrwürmern aus Enkara an, sollte es Probleme mit den Ohren geben.

„Danke für das Angebot. Nein, Ohrwürmer benötige ich nicht, aber ich werde es mir überlegen… bin gleich zurück“, kam schließlich vom Krieger, der seine Begleiterin nun grinsend aufforderte: „Komm mal eben mit für ein kurzes Gespräch unter 4 Augen. Aber folge mir unauffällig… es soll doch nicht den Anschein haben, dass du meine Gefährtin bist.“ Weit weg gingen die beiden allerdings nicht, sodass ich einzelne Wortfetzen verstehen konnte. Anscheinend ging es um Met… „…wärmer als im Norden“, hörte ich von dem Herrn und „…im Alter fröstelt es mich dann doch mehr.“ „Wer weiß, was die da machen. Hoffentlich müssen sie nicht zwangsvergefährtet werden oder pinkelt er in den Teichbach?! Aber falls sie bleiben, eine Hall bauen wir hier nicht“, brummte mein Herr gerade nachdenklich, als das Paar auch schon zurückkam.


Der Nordmann machte es spannend. Er nahm einen kleinen Stein auf, warf ihn eine Weile auf und ab, bis sich seine Hand irgendwann um ihn schloss und er meinen Herrn anschaute: „Hauptmann, das hier wird mein Grundstein, mein Heimstein… meine Begleiterin zieht in das Haus der Bäckerin ein. Ich werde vorerst weiter in einem der Tavernenalkoven schlafen. Ob ich dieses Weib noch einmal zur Gefährtin nehme, muss sich nämlich erst noch zeigen. Aber sei gewarnt, ab morgen werde ich immer Rot tragen… was das bedeutet sollte dir klar sein, Hauptmann.“ „Sicher, Rot ist eine schöne Farbe. Ich lass dir Sold zukommen. Mal sehen, ob ich den vom Jungkrieger kürze… das überlege ich mir noch“, grinste mein Herr und fuhr fort: „…im Alkoven schlafen ist kein Problem, du kannst aber auch in die Schmiede einziehen. Dina, zeig der Frau mal die Bäckerei.“ Diesem Befehl kam ich selbstverständlich umgehend nach. ;-)

Samstag, 8. Dezember 2018

Ärger Stufe 8

Wir hatten Mitte der Hand und somit war Strudeltag. Da Strudel frisch gebacken natürlich besonders gut schmeckt, war bei meinen Vorbereitungen schließlich der Zeitpunkt gekommen, draußen mal die Lage zu peilen, denn eigentlich hatte mein Herr an diesem Tag geplant, mit Tami als Locksklavin einen Tarn zu fangen… der Strudel musste also vielleicht noch warten. Draußen am Lagerfeuer angekommen, wurde mir sofort klar, dass aus dem Ausflug nichts wird und ob ein Strudel die dicke Luft besser machen würde, war ebenfalls fraglich. Aber egal, die in Paga eingelegte Füllung sollte einen Tag später noch besser schmecken. Was genau passiert war, war mir allerdings unklar, doch Tamis Kleidung lag im Gras und sie hockte nackt vor dem Nordmann, der von meinem sichtlich verärgerten Herrn nun aufgefordert wurde, er möge ihr von ihm eine Ohrfeige verpassen.

„Sklavin, du sollst auf allen Vieren krabbeln… wir wollen deinen Arsch in Bewegung sehen!“ herrschte er das Mädchen außerdem wütend an, das sich nun beeilte, nach dem Getränkewunsch des Nordmanns zu fragen. „Odinstrunk… beweg dich Tami, sonst passiert noch viel Schlimmeres mit dir! Und bring dem Brauer ein Ale, meinen Paga holt mir Dina“, brummte mein Herr ungehalten, sodass ich eilig ins Haus flitzte und die Kajira sich Richtung Taverne entfernte. „Nutzloses Ding… das sagte ich ihr schon vor zwei Tagen und auch ihrem Herrn, bei dem ich nicht weiß, was er darstellen möchte!“ fluchte der Nordmann wütend bei meiner Rückkehr mit dem Paga. Leider wurde erneut deutlich, wie wenig Erfahrung Tami hat. Andernfalls hätte sie sich die Frage „gereicht oder serviert?“ bei dem Odinstrunk nämlich gespart. Ihr war offensichtlich nicht klar, dass dicke Luft mit einem schönen, besonders hingebungsvollen Serve vielleicht dünner wird und sie mit Glück etwas gut machen kann.

Inzwischen waren der Sattler und die Metbrauerin eingetroffen, deren Getränkebeschaffung ich dann übernahm, während mein Herr ihnen erklärte, dass Tami sich durch ihr Benehmen Ärger mit ihm und dem Nordmann der Stufe 8 auf einer Skala von 0 – 10 eingebrockt hatte. Leider beging sie noch einen weiteren Fehler, indem sie neben dem Brauer knien blieb, nachdem sie sein Ale überreicht hatte. Von meinem Herrn hatte sie zuvor nämlich noch den Auftrag erhalten, nach dem Servieren der beiden Getränke das Feuer zu schüren. Was dann passierte, entging mir jedoch, weil ich mich in Sachen Paga und Odinstrunk eilig entfernte, allerdings hörte ich den Nordmann noch hinter mir rufen: „Dina, bring die Gerte deines Herrn mit!“ Oha, Tamis Benehmen erforderte also eine weitere Strafe.

Entsprechend still und mit gesenktem Blick hockte sie bei meiner Rückkehr im Gras. Ihr Herr war inzwischen eingetroffen und wandte sich nun seinem Mädchen zu, um sie nachdenklich zu mustern: „Sag mal Tami, warum bist du nackt? Muss ich etwas wissen?“ „Mein Herr, ich war wohl ungezogen und der Herr Hauptmann befahl, dass ich mich ausziehe,“ gestand sie, wurde von meinem Herrn aber umgehend angeherrscht: „Tami, streich „wohl“ in deinem Satz!“ Heulend ergänzte sie dann: „Ich war überheblich und benahm mich nicht gut, mein Herr.“ „Tami, kommt da noch etwas? Du hast einiges vergessen!“ mischte mein Herr sich erneut ein. Der Nordmann bemängelte ihre fehlende Einsicht, hielt mir sein Trinkgefäß entgegen, nahm mir die Gerte ab, drehte sie aber noch eine Weile hin und her, während er nachdenklich zum Jungkrieger schaute.

Diesem gefiel es anscheinend, dass sein Mädchen wegen ihrer Überheblichkeit nackt war. Womit sie die Männer sonst noch verärgert hatte, schien ihn nicht zu interessieren, denn den Hinweis meines Herrn hinterfragte er nicht weiter, anscheinend war die Sache für ihn sogar erledigt? Nachdenklich überlegte ich, ob Tami tatsächlich eine Strafe erhalten hatte oder wurde sie nicht gerade belohnt, denn ihr Anblick gefiel ihrem Herrn, der ihr grinsend übers Haar strich. Tja, es gibt anscheinend doch noch richtige Goreaner. Der Nordmann erhob sich jetzt nämlich und baute sich neben dem Jungkrieger auf: „Also, es gibt 2 Möglichkeiten… entweder du bestrafst deine Kajira mit der Gerte oder ich mache das für dich. Für die Verletzung zahle ich dir ein Tarskbit, denn mehr ist sie nicht wert!“ Der Blick des Jungkriegers verfinsterte sich. Ungehalten herrschte er den sich vor ihm aufbauenden Mann an: „Was willst du jetzt?“


„Du hörst genauso wenig wie deine Sklavin… entweder du bestrafst sie selbst oder ich mache das“, wiederholte der Angesprochene. „Erst will ich wissen warum“, kam aufgebracht zurück, sodass mein Herr sich wieder einschaltete: „Das kann dir deine Sklavin sagen. Sie hat eben zu ihren Gunsten einige Dinge ausgelassen.“ Der Nordmann gab Tami 5 Ihn, um klarzustellen, womit sie die Herren verärgert hatte, doch der Jungkrieger war jetzt so aufgebracht, dass er schrie: „Um WAS klarzustellen!“ „Ich bin nicht wie befohlen auf allen Vieren zu diesem Herrn gekrochen und habe vergessen, Holz aufzulegen, mein Herr“, gab Tami endlich zu und mein Herr ergänzte, dass sie arrogant und überheblich gewesen war. Letztendlich sah der Jungkrieger ein, dass seine Sklavin nicht um die Gerte herumkommen würde, bestrafte sie aber selbst, zumal mein Herr ihn aufforderte: „Zeig ihr, dass sich Arroganz und Überheblichkeit nicht ziemt für eine Sklavin!“


Tamis Herr verzieh ihr zwar schon vorher, verpasste ihrem Hinterteil aber trotzdem 5 Gertenhiebe, obwohl der Nordmann nur einen tiefroten Striemen gefordert hatte. Leider vergaß er danach etwas sehr Wesentliches. Er vergaß nämlich seine auf Gor immer noch neue Kajira, die zwar meint, sie sei die beste Sklavin schlechthin, darüber aufzuklären, dass sie sich zu bedanken hat... forderte sie nur auf sich wieder hinzuknien. Tja, nun riss dem Krieger aus dem Norden die Geduld. Ohne lange zu fackeln schnappte er sich einfach die Gerte aus der Hand des Jungkriegers und verpasste Tami noch einen weiteren Hieb: „Der war für das nicht danke Sagen... etwas, was du inzwischen eigentlich gelernt haben solltest.“ Danach warf er die Gerte meinem Herrn zu und setzte sich wieder, während der Jungkrieger noch mehr ausrastete und den Herrn sogar fordern wollte, es dann aber doch vorzog wütend mit seiner Tami nach Hause zu stampfen.

Freitag, 7. Dezember 2018

Merkwürdig-Exotisches

Am nächsten Tag wurde natürlich ausführlich über das merkwürdige Benehmen der Besucher diskutiert. Unklar blieb, ob die schon früh am Abend auf der Tavernenterrasse eingenickte Begleiterin des Nordmanns die ganze Nacht dort im Sitzen geschlafen hatte oder doch noch in einen der Alkoven zu ihrem Ex-Gefährten gekrochen war. Wobei der ja eigentlich sehr deutlich hatte durchblicken lassen, dass er ganz froh über das Ende der Gefährtenschaft war. Unklar blieb auch, ob die zwischen der Frau vom Hof und dem Krieger hin und her fliegenden Becher eine merkwürdige Art nordischen Balzens um eine Gefährtenschaft gewesen war. Zumindest war es dem Weib gelungen, die Aufmerksamkeit des Herrn von mir auf sich selbst zu lenken und ihn davon abzubringen, mit mir in die Felle zu verschwinden. 

Vollkommen klar für meinen Herrn und den Brauer war übrigens, dass sich der Nordmann und diese Frau nicht das erste Mal begegneten. Mit meinen Erfolgen in Sachen günstige Fremdbeschaffung vom Hof war mein Herr offensichtlich sehr zufrieden und meinte zum neuen Verr: „Tiere scheinen dich zu mögen, Dina. Wir werden abwarten, ob es irgendwann Verr-Nachwuchs gibt oder ob Balduin seine Gnadenfrist verwirkt und wir ihn als Zielscheibe zum Bogenschießen verwenden.“ Gut, dass der Sattler das Letzte nicht mitbekam, als er nun eintraf. Allerdings wegen dem neuen Verr, das mir vom Hof gefolgt war und sich mit seinem Balduin angefreundet hatte, wurde er natürlich hellhörig. Trotzdem ermahnte er mich: „So, so, günstig geholt? Wenn niemand da ist, nimmst du es einfach mit? Irgendwann wirst du noch mal erwischt, Dina.“


„Wenn sie erwischt wird, hat sie selbst schuld… dann war sie nicht vorsichtig genug.“ Damit war für meinen Herrn die Sache erledigt und mir wurde erneut klar, dass ich als Kajira immer die Verliererin bin, denn ich hatte das Stroh doch nicht wegen irgendwelcher Diebstahlgelüste, sondern auf seinen Befehl beschafft... hätte ich den verweigert, hätte ich gewaltig Ärger bekommen. Aber zum Glück bin ich nicht erwischt worden. Außerdem gehörte das Verr anscheinend nirgendwohin oder zumindest nicht zum Hof, denn sonst wäre die Rothaarige nicht nur auf der Suche nach ihrem Stroh gewesen, sondern auch nach dem Tier. Aber egal, niemand hatte mich bemerkt und außerdem hatte ich vorher nicht nur laut, sondern so richtig hauptmannkajiramäßig gegen die Haustür gebollert… nur eine schlaue, vorsichtige Sklavin wird nicht erwischt und behält alle wichtigen Körperteile.

Leider wurde es beim Thema Ale, das der Brauer inzwischen dauerhaft auf Kosten meines Herrn trinkt, leider ohne ihm beim Kauf des Fasses einen Rabatt gewährt zu haben, dann doch noch kurz heikel für mich. „Meinst du, es ist richtig, dass ich immer so nett und großzügig bin, Dina?“ wollte mein Herr nämlich von mir wissen. Oha… ich befand mich auf sehr dünnem Eis und mir wurde gerade ziemlich warm. „Ich denke, zu bewerten wie du bist, steht mir nicht zu, mein Herr… du bist nun mal wie du bist und ich nur deine Kajira“, versuchte ich vorsichtig eine konkrete Antwort zu vermeiden. Mein Herr lachte leise, zog mich näher zu sich heran und erließ mir die Beantwortung seiner Frage: „Du bist immer sehr diplomatisch und drückst dich geschickt vor einer Aussage, Dina.“ 


Später am Lagerfeuer erkundigte sich der Nordmann übrigens bei ihm, ob noch eine weitere Sklavin in Jorts Fähre benötigt wird. „Das komische Weib gestern meinte nämlich, mir einen Becher zwischen die Beine pfeffern zu müssen. Ich bin ernsthaft am Überlegen, sie zur Sklavin zu machen, wenn ich sie sehe.“ „Hmm…hmmm…“, brummte mein Herr nachdenklich und entschied dann schmunzelnd: „Ja, warum nicht. Ich habe schon gehört, was gestern Abend ablief… wir vermuten, es war eine Art Paarungsverhalten aus dem Norden und dass ihr euch kennt?“ „So ein Weib will ich gar nicht kennen, da ist mir meine Ex lieber… aber eine Zeit als Strafsklavin wäre eine Lehre für die Frau. Und Becher werfen hat nichts mit Paarung zu tun, das ist nur Sitte im Norden“, lachte der Krieger und ich hatte wieder etwas Neues gelernt.


Als ich mich am nächsten Tag übrigens zu meinem Herrn gesellte, empfing er mich mit einer merkwürdigen Information: „Ah, meine kleine Dina! Tami hat exotische Wünsche… sie möchte mit Kurii Wettrennen machen, denn sie mag die wohl, würde sich freuen, wenn sie herkommen und glaubt, Kurii sind nett zu ihr und werden sie nicht essen.“ Während ich annahm, mich verhört zu haben, schaute Tami sich ängstlich um und versuchte klarzustellen: „Nein, ganz und gar nicht, Herr… ich habe nur Gerüchte gehört, dass anscheinend welche in Belnend, Schendi und Halin gesichtet wurden.“ „Achso… Belnend hat sowieso Überschuss an sich langweilenden Kajirae… in Schendi geschieht es den prüden freien Frauen ganz Recht, wenn sie mal das Fürchten lernen… und Halin ist eh meistens ausgestorben“, tat ich die Gerüchte schulterzuckend ab.


Mein Herr bestätigte grinsend meine Einschätzung: „Stimmt, die landen dann alle auf der Speisekarte… warum sollten satt gefressene Kurii noch zu uns kommen? Die sind auch faul! Ansonsten ziehen wir uns nach Enkara zurück oder wir opfern eine Barbarin zur Ablenkung.“ Da selbst der ständig reisende Jungkrieger davon nichts gehört hatte, war letztendlich klar, seine Kajira muss geträumt haben. Viel interessanter fand ich nun die Frage meines Herrn, ob er Tami mal ausleihen kann. „Kommt drauf an wofür…“, gab sich der Gefragte vage und erfuhr, dass mein Herr das Mädchen als Lockfutter einsetzen will, die meisten Kajirae aber überleben und er das außerdem nicht zum ersten Mal macht. „Und wie ging es den Sklaven hinterher oder gab es sie nur noch in Stücken?“ bohrte der immer reservierter wirkende Jungkrieger weiter.


Erstaunlich, aber Tamis Herr schaffte es und erklärte sich schließlich einverstanden mit diesem ihm bis zuletzt offensichtlich exotisch erscheinenden Plan meines Herrn. Oder gefiel ihm der Gedanke, mal ohne seine Kajira auf Reisen zu gehen? So wie er Tami anhimmelt und an ihr klebt, hätte ich das wirklich nicht gedacht! ;-)

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Balzen auf nordisch

Mein Herr interessierte sich natürlich dafür, ob die beiden Nordleute einer Einladung des anscheinend mit ihnen befreundeten Brauers gefolgt waren. Doch sie hatten sich selbst eingeladen. „Ahh, ja das ist eine gute Idee… unser Jungkrieger dritter Klasse wird sich freuen, wenn wieder alle Getränke auf ihn gehen. Ich weiß, wie sehr er sich darüber freuen wird“, grinste er, denn der zur Kasse Gebetene war nicht anwesend. Den Brauereikrieger interessierte vor allem, wie es den Besuchern ergangen war, da seit ihrem letzten Treffen inzwischen wohl Unmengen Wasser den Vosk heruntergeflossen waren. „Wie du siehst, ich lebe noch!“ betonte der Nordmann und ergänzte schulterzuckend: „…obwohl andere Gerüchte herumgingen.“ Ich hätte natürlich gerne den Grund für die Gerüchte erfahren, doch anscheinend war der bekannt oder unwichtig.

Auch die Frau hielt sich bedeckt und antwortete lediglich, sie sei älter geworden, fand das aber anscheinend nicht sonderlich schlimm. Einzig über die geringere Menge Met ärgerte sie sich, die sie mit zunehmendem Alter nur noch verträgt. „Tja, du hättest Sklavenwein trinken sollen, dann wärst du jetzt um einiges frischer!“ lachte ihr Begleiter... er wurde mit Augenrollen belohnt. Der Brauer stöhnte nun über Rücken, weil auch das Fässer Rollen im Alter anstrengender wird und überhaupt alles schwieriger. Mein Herr ergänzte grinsend, dass der Brauer ja rollen lässt. „Er wird sein eigenes Fass gemeint haben“, schlussfolgerte der Nordkrieger lachend und strich sich über den Bauch. Insofern war es vielleicht gut, dass mein Herr den oft sehr empfindlichen Brauereibesitzer beruhigen konnte: „Ach was… so stark hast du nicht zugenommen. Ich würde sagen, maximal eine Uniformengröße!“

Gesprächsthema waren natürlich auch die Beben, die nicht nur Jorts Fähre getroffen hatten, sondern zahlreiche Orte zu leeren Geisterdörfern werden ließen, wenn sie nicht sogar komplett vom Gorboden verschwanden. „Gerade deswegen ist es schön alte Bekannte zu treffen“, stellte der Nordmann fest. Das Thema wurde fallengelassen, als eine weitere Besucherin auftauchte und den Eindruck erweckte, sie suche irgendetwas. Mist, so war es tatsächlich. „Tal euch, lasst euch nicht stören. Ich suche nur etwas… also, nun ja, mir ist ein wenig Stroh abhandengekommen und damit meine ich nicht das, was ich im Kopf habe.“ Erschrocken hielt ich die Luft an und flehte zu den Priesterkönigen, sie mögen mir beistehen… mit diesem Besuch hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich zog es vor, erst einmal meine kein Wässerchen trüben Miene aufzusetzen und grüßte freundlich.


Während mein Herr die Fremde argwöhnisch musterte, lud der Brauer sie ein: „Stroh? Damit können wir nicht dienen, aber vielleicht mit einem Getränk? Setz dich doch.“ „Nun ja… verehrte Frau, ich kenn mich mit Stroh nicht aus“, stellte mein Herr dazu schulterzuckend klar, während sich das Weib zierte, sogar fast beleidigend wurde, als sie den Komfort der Sitzkissen in Frage stellte und behauptete, sie hätte noch nie auf so einem Kissen gesessen. In der Hoffnung auf den Schutz meines Herrn, sah ich nun den Zeitpunkt gekommen, ihn so leise es ging über meine Unternehmung zum Hof zu informieren, von der er doch wegen seiner Wache nichts mitbekommen hatte. Danach versuchte ich die Freie vom Stroh abzulenken, indem ich die Qualitätskissen anpries.

Dem ursprünglich ebenfalls aus dem Norden stammenden Weib war anscheinend nicht klar, wo sie sich befand, allerdings verstand sie, warum mein Herr von Stroh keine Ahnung hat: „Ja, wie die meisten Kerle kennst du dich eher mit den Fellen aus, nehme ich an.“ Wahre Worte, die auch der neben mir sitzende Krieger aus dem Norden bestätigte: „Wie Recht du hast.“ Letztendlich ließ sich die Frau dann gnädig herab, nicht nur die Einladung auf ein Getränk anzunehmen, sondern setzte sich tatsächlich. Mein Herr bot ihr in Sachen Stroh Hilfe an, da ja vor kurzem sogar die Unterwäsche des Jungkriegers geklaut worden war… ein Verlust, der den Herrn doppelt getroffen hatte, weil er nur einen Satz davon besaß. Doch irgendwie ging die Frau darauf nicht ein, sondern meckerte weiter über das angeblich unbequeme Kissen.


Nachdem es für meinen Herrn wegen seiner frühen Wache schließlich Zeit geworden war sein Schlaffell aufzusuchen, ich mich aber noch weiter um die Gäste kümmern sollte, befahl der Nordmann mich neben sich und legte seine Hand sanft auf meinen Schenkel. Gleichzeitig forderte er die Rothaarige auf zu beschreiben, was für sie denn bequem wäre. Natürlich zierte sie sich, warf ihm sogar vernichtende Blicke zu, gestand dann aber ein, wie angenehm es für sie in den Armen eines Gefährten wäre. Tja, damit nahm das Balzen seinen Anfang und mir kamen Gedanken, ob die beiden sich kennen, das aber zu verbergen versuchten. Das Angebot, die männliche Schulter zum Anlehnen auszuprobieren, ignorierte das Weib, trank aber den Odinstrunk wie Saft, rülpste wie ein Kerl, grinste den Nordmann frech an und warf vom Alkoholgehalt enthemmt den Becher hinter sich.

So ganz genau erinnere ich das Geplänkel nicht mehr, weil mich die erregenden Berührungen der nun über meinen Schenkel streichelnden Hand logischerweise ziemlich ablenkten. Trotzdem fiel mir auf, dass die Frau uns über den Tisch hinweg genau beobachtete, sich einen weiteren Odinstrunk einschenkte und ihn ohne abzusetzen in wenigen großen Zügen leerte. Wow, der prompt folgende Rülpser konnte sich hören lassen und das Becherwerfen begann nun erst richtig, denn wie zuvor schon beförderte das Weib auch diesen hinter sich. Auch der Nordmann hatte sein Getränk mit der Extrawürze von mir inzwischen ausgetrunken, sein Becher flog allerdings nicht hinter ihn, sondern in den Schoß der Frau. Begleitet von einem undefinierbaren Blick kam er leider jedoch umgehend zurück: „Ich glaube, der gehört dir!“ Ein Wort gab das andere und der Becher flog weiter hin und her, während sich der Brauer auf amüsiertes Zuschauen beschränkte. 

Die Augen des Weibs wurden immer mehr zu Schlitzen, der Nordmann immer belustigter und mir kamen Überlegungen, ob ich gerade Betteln um Unterwerfung oder Balzen um eine Gefährtenschaft auf nordisch zusah. Die Drohung, er würde er ihr zeigen, was ein Jarl mit einem Weib macht, sollte sie das Trinkgefäß erneut zurückwerfen, schien das Weib nicht zu interessieren. Nach kurzem Geplänkel mit dem Brauer war sie nämlich flink auf den Füßen, warf den Becher mit ordentlich Wumm zielgenau in den Schritt des Nordmanns und lief davon. Tja, das war’s dann mit der Ankündigung: „Dina, es wird Zeit für die Felle… du wirst mich begleiten.“ Wutschnaubend kam jetzt nämlich: „Bei Odin, morgen wird sie Sklavin!“ Bevor der Nordmann sich verdrückte erhielt ich allerdings noch die Ehre eines Poklatschers und den Befehl: „Dina, du weißt wo du mich findest… Frühstück ans Bett und so!“ ;-)

Dienstag, 4. Dezember 2018

Kostengünstige Beschaffungen

Zu meiner Aufzählung einiger langsam zur Neige gehender Vorräte gehörte auch ein kleines Fass Honig. „Honig? Ihr Mädchen wollt doch nur eure Finger hinein tauchen und abschlecken“, unterstellte mein Herr mir leider prompt… keine Ahnung, wie er auf solch eine Idee kam. Ich zog es vor, darauf lieber nicht weiter einzugehen, sondern ergänzte stattdessen schmunzelnd: „Ich kenne hier jemanden, der sehr gerne Kuchen isst, mein Herr.“ Tja, dabei dachte ich natürlich an ihn, doch erstaunlicherweise zählte mein Herr sich offensichtlich nicht zu den Kuchenliebhabern, obwohl er Gebackenes immer mit einer derartigen Geschwindigkeit weg fräst, dass mir dabei Überlegungen kommen, ob er seinen eigenen Rekord toppen will. 

Den sich dazu gesellenden Brauereibesitzer empfing er jedenfalls mit dem Hinweis: „Brauer, du solltest nicht so viel Kuchen essen… Dina sagte gerade, der Honig ist fast alle.“ „Ich? Ich esse kaum Kuchen… wobei hin und wieder habe ich dagegen nichts einzuwenden. Außerdem liebe ich Strudel und der ist gar kein Kuchen, sondern eher eine magere Mehlspeise!“ „Ach Strudel… beim Schwimmen im Vosk mag ich die nicht“, fiel meinem Herrn dazu ein, obwohl doch allgemein bekannt ist, dass er generell nicht besonders gerne badet… aber egal. Statt darauf zu antworten schlug ich nun vor, nächste Hand sollte vielleicht mal wieder ein Strudeltag sein. Dem Brauer gefiel die Idee sofort ohne Wenn und Aber, doch mein Herr forderte noch: „Es muss aber ein großer Strudel sein, damit wir auch genug zum Probieren haben, Dina.“ 

Pahhh, was für ein vollkommen überflüssiger Hinweis! Zum Glück gelingt es neuerdings ganz gut, mir das Verdrehen meiner Augen zu verkneifen. „Ja, selbstverständlich wird der Strudel groß sein, mein Herr. Ich kenne deine Vorlieben mittlerweile doch wirklich mehr als sehr gut und mir ist außerdem auch klar, dass du kein Fingerchen abspreizt, wenn du im Teezelt ein Tässchen hältst“, lachte ich und der Brauer machte breit grinsend deutlich, was ich versucht hatte dezent zu umschreiben: „Genau, Dina… dein Herr greift nämlich den Strudel gleich mit der ganzen Hand und Tee kann man weglassen… Ale ist übrigens sehr gesund, nämlich isotonisch.“ Aber klar, alle jortsschen Brauereierzeugnisse werden doch mit einem sehr ausgewogenen Verhältnis von Nährstoffen zu Flüssigkeit hergestellt und sind gesund!

In diesem Zusammenhang fiel mir die Botha ein, die der Brauer auf Reisen immer am Gürtel trägt und als „Medizin am Mann“ oder so ähnlich bezeichnet, falls es irgendwo nur Met zu trinken gibt. Leider sagte meinem Herrn diese gute Lösung jedoch nicht zu: „Falsch Dina… ich brauche sowas nicht, sondern du brauchst eine mit Paga gefüllte Botha, die in deinen Rucksack passt. Du bist nämlich dafür verantwortlich, dass ich nicht am Met ersticke, sondern auch unterwegs Paga trinken kann.“ Na gut, so ging es selbstverständlich auch. „Wie sie es im Norden nur schaffen, immer Met zu trinken!“ schüttelte sich der Brauer fassungslos und war sich mit meinem Herrn total einig, es muss wohl an diesem dort so beliebten Getränk liegen, dass Nordleute manchmal sehr komisch sind.

Nachdem mein Herr am nächsten Morgen zum Frühdienst aufgebrochen war, machte ich mich auf den Weg zum Hof in der Nähe, weil sich dort in Sachen Beschaffung schon die eine oder andere kostenlose Gelegenheit geboten hatte. Diesmal ging es um Stroh, denn man weiß ja nicht, ob es zwischen Se‘ Kara und En‘ Kara milde bleibt oder ob in Jorts Fähre doch noch Kälte Einzug halten wird und die Tiere müssen selbstverständlich genug zu fressen haben. Eigentlich hatte mein Herr diesen Auftrag Lita erteilt, doch da sie wegen des geplanten Holzeinschlags momentan schwer damit beschäftigt ist, den sturen Karl-Otto zu trainieren und ihm seine Aufgaben beim Rücken der Stämme zu zeigen, war mir gleich klar, dass diese Arbeit an mir hängen bleiben würde… eine Vereinbarung mit dem Jungkrieger über die Hilfe von Tami hatte mein Herr nämlich nicht getroffen.


Puhhh… ich nahm zwar den Handwagen mit, doch war es trotzdem eine ziemliche Plackerei, zum Glück eine sehr erfolgreiche. Der Hof war nämlich wie immer ausgestorben und nachdem auf mein Bollern an der Tür niemand öffnete, stand der Beschaffung von besonders günstigem Stroh nichts im Wege… naja fast nichts. Ein neugieriges Verr schien Langeweile zu haben, denn es beobachtete nicht nur interessiert, wie ich die Strohballen auf den Handwagen hievte und mit Seilen festzurrte, sondern wollte offensichtlich auch mein Zeil mit dem schwer beladenen Karren herausfinden und lief mir hinterher. Tja, kaum an der Boskwiese angekommen, schlossen Balduin und die Neue gleich Freundschaft, sodass ich es einfach nicht übers Herz brachte, den Neuzugang zurück nach Hause zu schicken und mit einem Seil festband.


Während ich mich auf dem Zaun sitzend von der Schufterei erholte und die sich neben mir freudig beschnuppernden Viecher beobachtete, bemerkte ich das Nähern des Brauereibesitzers übrigens fast zu spät und rutschte entsprechend eilig ins Gras. Doch beim Anblick meiner kostengünstigen Beschaffungen nahm er mir mein Verschnaufen nicht krumm, sondern lobte mich sogar lachend: „Gut gemacht, Dina... auf dem Hof ist sowieso nie jemand. Bevor das Stroh dort vergammelt, ist es hier besser aufgehoben und das Verr… oooch, wie süüüß!“ Da auch ein Krieger mit Brauerei selbstverständlich ständig im Dienst ist, schweiften seine Blicke nebenbei immer wieder Richtung Wald, denn er ergänzte plötzlich: „Dina, ich glaube wir bekommen Besuch… ich schau mal, wer das ist.“ Tja, weg war er. Ich erhob mich zwar und reckte meinen Hals, entdeckte jedoch niemanden, sodass ich mich ebenfalls in Bewegung setzte… vielleicht wurden ja die Dienste einer Kajira benötigt, um staubige Reisekehlen zu spülen?


Das war tatsächlich der Fall. Der Brauer lud die ihm offensichtlich bekannten Besucher nämlich ein, auf der Tavernenterrasse Platz zu nehmen. Übrigens auch ich erinnerte mich an den Nordmann, allerdings erst auf den zweiten Blick, dann aber sehr gut. Es war nämlich der handwerklich sehr geschickte Kriegerschmied, der vor unzähligen Märkten mal im Haus meiner früheren Herrin das Türschloss repariert hatte. Als mein Herr sich kurz darauf dazu gesellte und nachfragte, erfuhren wir über die Begleiterin, dass sie ebenfalls aus dem Norden stammt, eine Metbrauerin im Ruhestand und die Ex-Gefährtin des Herrn ist. Es kam mir übrigens so vor, als ob sich der Nordmann nicht gerne an die gemeinsame Zeit mit diesem Weib erinnerte, aber vielleicht habe ich mich da auch getäuscht. Anscheinend ist sie ohne festen Wohnsitz und irrte einfach so in der Gegend herum, bevor sie sich dem Herrn anschloss. ;-)

Donnerstag, 29. November 2018

Keine Grasflecken...

...dafür Sand wo keiner sein sollte!

„Tal Dina, meine kleine Kajira!“ wurde ich sichtlich erfreut begrüßt, nachdem mein Herr am Tag zuvor wichtige Kastenangelegenheiten klären musste und deswegen nicht am von ihm anberaumten Waffentraining teilnehmen konnte. Ich berichtete, dass ich ihn in Jorts Fähre vertreten hatte, während der Brauer und der Jungkrieger zu einem mir unbekannten Waffenschmied aufbrachen, um auf dem dortigen Übungsplatz zu trainieren. „Ach wirklich? Wie hast du mich denn vertreten, Dina?“ wollte er natürlich wissen. „Ich habe meine Blicke sehr kritisch hin und her schweifen lassen und gelegentlich laut gebrummt, mein Herr. Und falls dieser Dieb wieder aufgetaucht wäre, hätte ich Fenris auf ihn gehetzt… es war aber alles ruhig.“ „Hehe, solange die Wäsche vom Jungkrieger geklaut wird, ist es mir egal“, lachte er. 

Mit dem Eintreffen des Brauers stellte sich leider heraus, dass ich etwas Falsches erzählt hatte. „Hauptmann, wir mussten gestern feststellen, dass der Waffenschmied seinen Übungsplatz dicht gemacht hat… wer weiß, vielleicht sind ihm die Sklaven zum Rasen mähen ausgegangen“, informierte ihn der Brauereikrieger nämlich, sodass mein Herr nun vorschlug: „Wir könnten dem zum Mähen vielleicht Tami überlassen? Aber gut, unser Jungkrieger braucht also noch ein oder zwei Übungsrunden.“ Die beiden Männer beschlossen, das Waffentraining in Enkara stattfinden zu lassen. „Dina kann dort dann wieder wie vor kurzem auf der Bank schlafen… die hat ihr nämlich gefallen“, lachte mein Herr und behauptete: „Ich dachte schon, gleich fängt sie an zu schnarchen!“ Oha, was für eine Unterstellung!


„Sowas würde ich doch niemals nicht tun… ich habe doch deinem hochgradig anspruchsvollen Waffentraining zugeschaut und dich selbstverständlich ständig beobachtet, mein Herr“, empörte ich mich. „Wie hast du das denn mit dem Kopf auf der Bank gemacht, Dina?“ erkundigt er sich ungläubig, sodass ich nun beschrieb, wie ich mit leicht geneigtem Kopf, sozusagen getarnt aus dem Augenwinkel ständig zu ihn herüber geblinzelt und alle seine Erfolge registriert hatte. Breit grinsend kam dazu vom Brauer übrigens: „Welche Erfolge?“ Das Brummen meines Herrn nahm die Sorte gefährlich an: „Das war nicht nett.“ Doch dann plusterte er sich auf und behauptete lachend: „Ich habe doch fleißig gewonnen! Aber sag, Brauer, was würdest du mit einer Sklavin machen, die lügt… oder soll ich Dina glauben?“

Boahh… ich bin immer ehrlich und lüge nie… vielleicht vergesse ich nur manchmal etwas zu erwähnen! Aber es ist einfach immer wieder schön zu hören, dass mein Herr mir glaubt. Da ich das wirklich zu schätzen weiß, nutzte ich die Gelegenheit und bedankte mich nun schnell dafür bei ihm, bevor der Angesprochene diplomatisch antwortete: „Hmm… „lügt“ ist ein hartes Wort, Hauptmann. Je nach Blickwinkel gelangt man manchmal zu einer anderen Bewertung.“ Während ich dem Brauer einen schmelzenden Blick zuwarf, spürte ich erneut die Hand meines Herrn sanft durch meine Haare wuscheln, der nun bestätigte: „Ja, das hast du schön formuliert und dass Dina nicht lügt, weiß ich genau… sie ist nämlich gut erzogen und hat Angst vor Seife. Aber ich sage dir, wenn unser Jungkrieger endlich erscheint, schnappen wir ihn und schleifen ihn zum Training.“ 


Tja, Tami tauchte zwar auf, nur ihr Herr nicht und leider sie wusste auch nicht, wie lange er noch mit dem Kalana beschäftigt ist… das Reifen von Wein zu überwachen ist ja schließlich harte Arbeit. „Wie macht er das denn? Liegt er auf dem Fass und träumt vom Fassinhalt? Ich dachte immer, Kalana gärt und reift von alleine“, meinte mein Herr, sodass Tami nun grob schilderte, was ihr Herr überprüft und wie. „Ah, also probiert er immer!“ war meinem Herrn dann klar und der Brauer bestätigte grinsend: „Unbedingt, probieren muss sein! Ich nenne das immer Qualitätsprüfung.“ Tami glaubte natürlich an das Können ihres Herrn und behauptete schießlich: „Er kennt sich aus und wird so viel Kalana verkaufen, dass er mir noch mehr Schmuck schenken kann.“ „Aber nur, wenn er ihn nicht selber aussäuft!“ lachte mein Herr und entschied, dem winzernden Jungkrieger eine Nachricht zu hinterlassen und schon mal mit dem Training zu beginnen.


Erstaunt stellten wir fest, dass es in Enkara den bisherigen Trainingsplatz nicht mehr gab. Die Stadt ist wirklich eine reich und hatte inzwischen eine beeindruckende Arena gebaut… leider ohne schöne Bank am Wasser, dafür aber mit diversen Schikanen, mit denen man das Training bei Bedarf noch zusätzlich erschweren kann und einer Empore für Zuschauer. Mein Herr war übrigens genauso fantastisch in Form wie der Brauereikrieger… die beiden standen sich echt in nichts nach und ihre Kleidung erhielt vor allem keine Grasflecken, wenn sie doch mal zu Boden gingen. 

Nachdem die beiden Männer ihr Training als beendet erklärten, rief mein Herr Tami und mich zu sich in die Arena. „Tami, du bekommst jetzt die seltene Gelegenheit etwas zu lernen… Dina, du fesselst sie und zeigst ihr, wie das geht.“ Gesagt, getan… ich hatte zwar erst ein paar Schwierigkeiten ihre Fußknöchel mit dem Seil zu binden, doch letztendlich klappte es und Tami stellte sich danach auch geschickt an, als sie meinen Herrn fesseln durfte. Am besten gefiel ihr allerdings, ihren Gefangenen an der Leine durch die Arena zu führen. 


Tamis Herr tauchte übrigens nicht mehr auf, sodass mein Herr vermutete, er habe zu viel vom Kalana genascht. Klar, manchmal ist bestimmt eine intensivere Qualitätsprüfung erforderlich. Das Fazit meines zufriedenen Herrn lautete jedenfalls: „Hier kann man ganz gut trainieren, ohne Grasflecken zu bekommen. Aber jetzt gehen wir nachhause… Waffentraining macht nämlich durstig!“ „Ja, sehr durstig“, bestätigte der Brauer und ergänzte lachend noch: „…und macht Sand ans Gemächt!“ 

„Ich könnte deinen Hintern mal genauer untersuchen oder ich hole warmes Wasser und du badest, mein Herr“ schlug ich vor, nachdem der Durst mit Paga und Ale gelöscht war und die Männer sich gegenseitig bestätigt hatten, wie gut und flink sie gewesen waren. Er entschied sich jedoch gegen Wasser, weil es dafür inzwischen zu spät geworden war. 

Meine Untersuchung wollte er sich allerdings nicht entgehen lassen: „Dina, schau mal nach, ob an meinem Hintern nicht irgendwo noch Sand ist, wo er nicht hingehört… nicht, dass ich davon Pickel bekomme, das ist nämlich nicht lustig.“ Ich suchte genau, aber mehr als ein Einzelstück von Sandkorn konnte ich nicht entdecken. „Dina, untersuch auch die andere Seite noch… dort wäre Sand besonders schlimm!“ 

Ich rutschte also für eine anatomisch bedingt sehr genaue Untersuchung zur Vorderseite meines Herrn. Sein Brummen hörte sich zunehmend zufriedener an, doch glaubte er zu dem Zeitpunkt noch, ich würde keinen Sand finden. Falsch, ein sehr empfindlicher Bereich musste besonders eingehend erst sanft gerieben, dann mit Spucke zwecks Feuchtreinigung eingeweicht und schließlich abgelutscht werden. 

Wobei ich gestehen muss, die körpereigene Abwehrreaktion setzte sehr schnell ein und unterstützte meine Bemühungen ganz hervorragend. „Jaaa, guuut Dina… wir müssen sehr gründlich reinigen“, brummte er zwischendurch und wuschelte nicht nur mit beiden Händen durch meine Haare, sondern packte schließlich meinen Kopf, um mir den Takt der Reinigung vorzugeben. „Ohhh Dina!! Hoffentlich hast du jetzt keinen Sand im Mund!“ stöhnte er schließlich. 


Doch es knirschte nichts in meinem Mund und ich schlief eng an meinen tiefenentspannten, entsandeten Herrn geschmiegt ein. :-)))

Mittwoch, 28. November 2018

Gerade so akzeptabel?

„Ahh meine Dina! Warst du fleißig?“ erkundigte sich mein Herr. Er saß nämlich draußen vorm Haus und unterhielt sich mit dem Brauer. Innerlich schmunzelnd, denn ich hatte eine Überraschung für ihn, versuchte ich es ein wenig spannend zu machen, indem ich mir nichts anmerken ließ und seine Frage bejahte. Danach setzte ich ein todtrauriges Gesicht auf, zumindest versuchte ich es, und ergänzte bedauernd seufzend: „Leider habe ich es heute nicht mehr geschafft Kuchen zu backen, mein Herr.“ Prompt kam die von mir erwartete Reaktion. Mein Kuchen- und Kekse-Liebhaber sprang auf, stemmte beide Hände empört in seine Hüften und rief entsetzt: „WAS?? Kein KUCHEN??? Das ist ein Skandal!!!“ Ich versuchte mich etwas kleiner zu machen, tat so, als ob mir Bedauern und Angst die Kehle zuschnüren würden und stotterte: „Aaa… aber… Kkkekse, mein Herr.“

Der Brauer begann zu lachen: „Hehe… siehste, alles gut Krümel!“ Doch mein Herr plusterte sich immer noch auf und polterte: „Brauer… denkst du, Kekse sind ein Ersatz für Kuchen???“ „Hmmm… gute schon. Es gibt doch diese leckeren mit Marmelade, Vanille, Mandeln oder Pfefferkuchen, wobei die ja halb Keks und halb Kuchen sind“, zählte der Keks-Kenner nun auf und ich wurde tatsächlich ganz klein, da mein Herr wissen wollte, welche Sorte ich gebacken hatte. Mist, es waren nur Butterkekse, weil es Lita doch vor kurzem gelungen war, richtig viel schöne Boskbutter herzustellen. „Sind es die guten oder die trockenen schlechten, Dina? Du hast eine Ehn, sie zum Probieren herzuholen!“ brummte er und ignorierte meine Frage, wie trocken die guten denn sind. 

Stattdessen begann er langsam zu zählen, sodass ich nun eilig ins Haus flitzte oder genauer, im Haus auch noch die Treppe hoch und oben auf den Balkon. Dort hatte ich nämlich die beiden mit Keksen gefüllten Töpfe deponiert, während mein Herr zur Frühwache gewesen war. Er sollte die Überraschung doch nicht gleich beim nachhause Kommen riechen und drüber herfallen! Sonst wäre es doch keine richtige Überraschung gewesen oder vielleicht doch? Egal, jetzt galt Schnelligkeit und erneut zeigte sich, wie gut es war, dass ich den Stuhl meines Herrn am Vortag an die andere Hausecke umgeräumt hatte und der Brauer davor immer noch stand. 

Nach dem Motto „wer nichts wagt, der nicht gewinnt“ beugte ich mich wegen des Zeitdrucks übers Balkongeländer, hielt den Keks-Topf in die Luft und rief zum Brauer herunter: „Achtung!!!! Es kommt gleich ein Topf mit Keksen geflogen...fängst du den bitte auf, Herr???“ Breit grinsend kam hilfsbereit zurück, er werde es versuchen. „Vielen Dank Herr… ich lass auf drei los! Eins… zwei… soll ich???“ „Aye, mach!“ wurde mir von unten zugerufen und der Brauer streckte schon mal die Hände in die Luft, sodass ich "drei" rief und den Topf mit dem kostbaren Inhalt tatsächlich losließ. „Dina, wenn er nicht fängt, ist der Sleen los!!“ kam zwar noch gefährliches Brummen von meinem Herrn… tja, leider jedoch zu spät, da die Kekse inzwischen bereits auf dem Weg nach unten das Fliegen lernten. 

Uff, der Brauer war mein absoluter Held und Retter! In formvollendeter Eleganz, als würde er ständig Keks-Töpfe fangen, landete der Behälter total sicher in seinen Händen. Wobei… warum hätte das auch schief gehen sollen? Wer ständig in Brauereikesseln rührt und vor allem mit Schwert und Bogen so trainiert ist, wie dieser Krieger, der schon den Titel des ersten Schwertes von Jorts Fähre inne hatte, der ist wirklich reaktionsschnell und fängt einen fliegenden Keks-Topf doch mit eleganter Leichtigkeit. „Alles gut, Dina!“ lachte er zu mir hoch und stellte seine Beute auf dem Fußfass meines Herrn ab, während ich mit dem anderen Keks-Topf nach unten flitzte und zuvor das geforderte Zeitlimit eingehalten hatte.

Nach ausgiebiger Musterung, vorsichtigem Probieren, diversen Drohungen wegen der Sorte, wurde mir von meinem Herrn schließlich immerhin bescheinigt: „Für den Moment sind die Butterkekse gerade so akzeptabel, Dina.“ Wow… es wäre doch echt oberschrecklich, seiner Kajira zu sagen, dass die Überraschung lecker ist, man gar nicht mit sowas gerechnet hat und sich freut! Nagut, solange Kekse in dieser Geschwindigkeit im Mund meines Herrn verdunsten, ich lediglich ein paar Kopfpatscher und die Schuld bekomme, dass ich mit den überall verteilten Kekskrümeln Ameisen anlocke, fühlt mein Herr sich wohl und nur das zählt. Die richtige Antwort gab ich offensichtlich auch: „Ich gelobe Besserung und werde mich bemühen, nicht mehr so viele Krümel zu verteilen, wenn du Kekse isst und dabei sprichst, mein Herr.“

Danach war nämlich Schluss mit Herumhacken auf mir und ich durfte Getränke herbeischaffen, damit die Kekse das Schwimmen lernen. Inzwischen gesellte sich der Jungkrieger dazu, der nicht nur gerne reist, sondern auch jedes Fest mitnimmt, egal wie viel Gegenwind und Gedränge dort herrscht. „Voll ist immer gut… sowas mag ich. Sehen und gesehen werden ist wichtig und alle, die mich kennen, freuen sich mich zu treffen.“ Wie gut, dass mein Herr sowas nicht nötig hat und auf eine andere Art von sich eingenommen ist. Das ständige Reisen dieses unbedarften Kerls nahm er übrigens zum Anlass ein Waffentraining anzukündigen, was der Jungspund bislang als vollkommen überflüssig ansah. Der Beweis seiner Unfähigkeit, als er nicht in der Lage gewesen war, meinem Herrn bei einem Angriff zu helfen, hatte leider nichts gebracht.


Der Jungkrieger behauptete doch tatsächlich: „Sich in Diplomatie üben oder auf schnellen, trainierten Pilgerbeinen weglaufen, führt auch zum Ziel!“ War das die Meinung eines Mitglieds der roten Kaste? Nicht nur mein Herr wirkte irritiert, sogar der sonst eher schweigsame Brauer meldete sich nun zu Wort: „Diplomatie? Da musst erst mal zum Reden kommen... das ist nicht immer der Fall!“ „Du bist Krieger! Sehr oft ist keine Zeit zum Reden und wenn dir der kalte Stahl im Bauch steckt, dann tut das weh! Waffentraining ist wichtig“, betonte auch mein Herr. Während die Männer das Thema noch eine Weile erörterten, hörte ich nur noch mit halbem Ohr zu... andernfalls hätte ich es bei so viel Selbstgefälligkeit, gepaart mit Ahnungslosigkeit bestimmt nicht geschafft, mich weiter in Schweigen zu hüllen, wie es sich für eine Kajira nun mal gehört.

Dienstag, 27. November 2018

Einen Versuch wert

Oh je… erschrocken rappelte ich mich auf, wieso lag ich im Gras neben dem Gemüsebeet? Irritiert meine mit Erde verschmierten Hände musternd fiel mir ein, ich hatte mich nach dem Jäten von Unkraut kurz auf der Umrandung des Beetes ausgeruht und muss dabei offensichtlich nicht nur kurz eingenickt, sondern auch heruntergefallen sein. Eilig lief ich ans Ufer des Teichbachs, um mich zu reinigen, denn womöglich war mein Herr schon von seiner Wache zurück. Ja, war er… an der Hausecke angekommen, war nämlich ein mir wohlbekanntes Brummen zu hören. Um die Lage zu peilen, linste ich aber lieber noch kurz durchs Gebüsch und entdeckte ihn… merkwürdigerweise mit der Hand am Gladius. Selbstverständlich flitzte ich nun vorsichtshalber in einem etwas größeren Bogen zu ihm, um mich möglichst von vorne zu nähern, denn mein Herr ist ja ein reaktionsschneller Krieger.

„Dina, was hast du gemacht? Ich habe eben irgendetwas gehört und dachte schon, im Garten ist ein Bosk!“ wollte er wissen, während seine Blicke weiter die Umgebung absuchten. „Ich habe eben… also vorhin eigentlich schon… naja, das Gemüsebeet gejätet und so… du weißt doch, was eben alles halt wichtig ist, damit wir gutes Gemüse ernten, mein Herr“, druckste ich herum und erzählte natürlich nichts Unwahres, ließ aber weg, dass ich eingedöst war. „Und warum machst du dabei Geräusche, damit ich fast denke, im Garten ist ein Bosk?“ bohrte mein Herr leider weiter. Selbstverständlich blieb ich bei der Wahrheit, erwähnte aber weiterhin nichts von meinem Nickerchen: „Komisch… dort war kein Bosk, mein Herr und gehört habe ich auch keinen. Oder meinst du, jemand könnte auf dem neuen Plumpsklo gewesen sein und dabei Geräusche wie ein Bosk gemacht haben?“

Puhh, ich hatte Glück, denn er bohrte nicht weiter, da ich ihm nun vorschlug, den Stuhl und das Fass zum Ablegen seiner Füße vielleicht an die andere Hausecke neben die Bank zu räumen. Mir war nämlich gerade vor kurzem erst wieder aufgefallen, dass der Brauer immer stehen muss, wenn er auf sein tägliches Ale vorbeikommt und die Bank unbenutzt bleibt, weil der Stuhl zu weit weg ist. Kurz kam nachdenkliches Brummen, doch dann fand mein Herr diesen Vorschlag zumindest einen Versuch wert. Dabei zeigte sich übrigens erneut, wie praktisch der Handwagen ist, den wir seinerzeit vom Schmied bekamen. Der durch den Bau des Außenkäfigs inzwischen überflüssig gewordene Sklavenpfahl sollte beim Umräumen nämlich ins Lager, sodass die Bank sogar noch ein Stückchen zur Seite gerückt werden konnte. Einer Einweihung mit dem genau in dieser Ehn auftauchenden Brauer stand somit nichts mehr im Wege.

Ich war mir nicht ganz sicher, doch ein wenig skeptisch sah der Rothaarige irgendwie aus, als mein Herr ihm vom Grund für das Umräumen erzählte: „Dina meinte, du sollst auch sitzen können, wenn ich mich auf den Stuhl flegel. Ist doch nett von ihr, so besorgt um dich zu sein... oder? Wenn ich an der anderen Hausecke sitze, kann ich immer noch sehen, wer zu Besuch kommt und der Sleen stinkt mich hier nicht so voll.“ Kurz zögerte der Brauer nachdenklich die Bank musternd, nahm dann aber tatsächlich Platz auf der schönen, extra weichen Decke, die ich dort in Sachen Komfort hingelegt hatte, damit nichts am sensiblen Brauer-Allerwertesten kratzt. Nach den Erfahrungen am Lagerfeuer, sorgte mein Herr sich vor allem um die Rückseite seines Freundes: „Und ist es bequem für dich oder brauchst du noch ein Kissen für den Rücken?“ „Aye, bequem… alles prima!“ lachte der Angesprochene und sicherte mir damit meinen Schlafplatz im Haus.


Während ich mich nun um Paga und Ale kümmerte, erzählte mein Herr von seinem Plan, demnächst ein paar Bäume zu fällen. Der Brauer war erstaunt: „Nanu, warum das denn? Soll nach dem Klohäuschen noch mehr gebaut werden?“ Weitere Baupläne gibt es momentan nicht, doch mein Herr hatte erheblichen Schwund beim Feuerholz bemerkt, weil die Kajira des Jungkriegers „heizt, als ob es kein Morgen mehr gibt.“ Da er davon offensichtlich nichts mitbekommen hatte, schwieg der Brauer, zumal sein Fokus nun auf sein geliebtes Ale gelenkt wurde, mit dem ich mich in diesem Moment näherte. Etwas irritierend war es für meinen Herrn letztendlich aber doch, nun an der anderen Hausecke zu sitzen: „Dina, mein Hintern hat sich hier noch nicht eingewöhnt.“ Lächelnd versuchte ich ihn damit zu beruhigen, dass die Sitzkuhle auf dem Stuhl aber immer noch die gleiche ist. Oha, das stimmte zwar, war aber offensichtlich nicht das, was er hören wollte.

„Dina, wer belehrt hier gerade wen?“ Hmm… mich schnell vorsichtig umschauend gestand ich kleinlaut: „Tut mir leid, mein Herr… aber ich höre hier niemanden belehren.“ Wie gut, mein Herr hörte nun wohl auch nichts mehr, legte seine Hand sanft auf meinem Kopf ab und stieß jetzt erst einmal mit dem Brauer an. „Ta Sardar Gor… hoffentlich bleibt der Winter weg und dort, wo er anscheinend schon ist… nämlich im Norden. Obwohl... mir gefällt es eigentlich immer sehr, wenn die Mädchen noch anschmiegsamer werden“, lachte er und ich rückte so nahe an ihn heran, wie ich konnte, was bei seinem Sitzplatz auf dem Stuhl leider jedoch nicht optimal gelang. „Na, das wird sich zeigen… wir sollten jeder Jahreszeit ihre schöne Seite abgewinnen. Allerdings, wenn man etwas länger am Wasser sitzt, kühlt man jetzt schon recht ordentlich aus“, meinte der Brauer und hatte damit natürlich Recht. 

Zumindest an diesem Abend war es noch ganz angenehm… andernfalls hätte ich nackt wie ich war bestimmt nicht nur leicht gefröstelt. Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob man sich mit Gartenarbeit abrackert oder ohne sich zu bewegen auf dem Boden kniet und sich außerdem nicht mal richtig anschmiegen kann, weil der Herr auf einem schrecklich hohen Stuhl thront… ich hätte mir zu vorgerückter Ahn lieber etwas überziehen sollen. Insofern war ich nicht traurig, als mein Herr aufstand, nachdem sich der Brauer zurückgezogen hatte. „Dina, wir gehen auch ins Haus. Es ist spät geworden und ich muss morgen wieder sehr früh aufstehen“, beschloss er und ermahnte mich: „Aber demnächst ist es zu kalt, um draußen noch nackt herum zu laufen!“ Oh ja, das stimmte und besonders, wenn man keinen Windschutz hat und es fies um die Ecke pfeift.

Der erste Versuch war wohl ganz erfolgreich gewesen, trotzdem bleibt es spannend, ob dem Brauer sein Platz auf der Bank tatsächlich gefallen hat… so ganz sicher bin ich mir nämlich nicht, aber mal abwarten! ;-)

Montag, 26. November 2018

Links und rechts

Mein Herr erzählte eine interessante Neuigkeit, als er vom Wachdienst zurückkam: „Dina, ich habe gehört, Belnend hat unsere Idee übernommen und jetzt anlässlich eines Festes ein Sklavenrennen veranstaltet. Wir sollten gelegentlich auch mal wieder trainieren… wobei wir uns damit Zeit lassen können, da das nächste Rennen vermutlich erst wieder in 4 Märkten stattfindet.“ Das war ja noch ewig hin und mir daher nicht so wichtig wie meine Neuigkeit, dass tagsüber lautes Hämmern und Sägen zu hören gewesen war. „Hammerschläge? Sägen? Wer hat hier denn Bäume gefällt?“ wollte mein Herr natürlich wissen, da er offensichtlich genauso viele Fragezeichen im Kopf hatte wie zuvor ich, die mich logischerweise vor die Tür gehen ließen.


„Neugier ist eine verlässliche Eigenschaft aller Sklaven“, grinste er und ich ergänzte lachend: „…und eine gute Voraussetzung für Informationsbeschaffung auch, mein Herr!“ Tja, von wegen Fragezeichen. So richtig neugierig war er anscheinend doch nicht, hatte aber wohl eine Vermutung, was ich ihm erzählen wollte. Ich glaube, er genoss es, mich ein bisschen hinzuhalten und auf die Folter zu spannen. Bevor er sich die Neuigkeit nach einer gefühlten Ewigkeit schließlich aber doch noch ansah, unterhielt er sich mit mir nämlich ausführlich über warme Boskmilch mit Honig und ekelhafter Haut oben drauf... ein Getränk, das mich alleine bei dem Gedanken daran schon würgen lässt. Wie gut, dass mein Herr sowas nicht mag und ich dieses Lieblingsgetränk meiner früheren Herrin nicht mehr zubereiten muss.

Irgendwann hatte mein Herr dann offensichtlich lange genug gezeigt, wie gut er seine Neugier bezähmen kann und grinsend befahl: „Auf mit dir, Dina… nun zeig schon!“ Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen. So wie ich war flitzte ich nach draußen, um ihn zum neuen, vollkommen geruchlosen Bauwerk hinter dem Stadthaus zu führen, das aufgrund seiner sehr praktischen Wasserspülung dank der Voskströmung nicht ständig umgesetzt werden muss. „Ohhh… ja, genau daran dachte ich und weit genug von meinem Haus ist es auch“, äußerte mein Herr sich zum neuen Klohäuschen und wirkte sehr zufrieden mit dem Ort, den der nun eintreffende Sattler für das Örtchen gewählt hatte.

„Tal Hauptmann… na, hast es schon eingeweiht?“ erkundigte er sich interessiert. Da mein Herr verneinte, ergriff ich prompt die Gelegenheit und verkrümelte mich ins neue Häuschen. Wie gut, die beiden Männer unterhielten sich nun über die nicht unwichtigen Strömungsverhältnisse, denn ein bisschen irritierend war das plötzliche Plätschern unter mir im Vosk schon… doch daran gewöhnt man sich bestimmt schnell. Die ursprünglich angedachte Münzbox für Fremde wurde vorerst übrigens verworfen, allerdings eine Fackel als ziemlich wichtig angesehen, damit man den Steg auch bei Dunkelheit sieht und mit besoffenem Kopf nicht schlagartig durch ein unfreiwilliges Bad ernüchtert wird.


Irritierend wurde es, als Lita eintraf und die neue Errungenschaft als Sklavenhütte bezeichnete. Wie sie auf eine solch absurde Idee kam, fand ich nicht mehr heraus, das war mir aber auch egal. Mein Herr nutzte die Gelegenheit für ein bisschen Nachhilfeunterricht, da seiner neuen aus der Tahari stammenden Sklavin anscheinend nicht bekannt ist, dass in Jorts Fähre keine Nomaden wohnen und gelegentliche Reisen nicht mit weiter ziehen gleichzusetzen sind. Bei Litas Verbesserungen über den Heimstein von Taharivölkern, sie hatte natürlich wie immer zu allem das letzte Wort, schaltete ich meine Ohren allerdings auf Durchzug, da sich sonst vermutlich meine Augen wieder verdreht hätten.

„Mein Herr, soll Dina dir deinen Paga servieren?“ machte mich allerdings mehr als hellhörig, nachdem sich der Sattler in seine Werkstatt verzogen hatte, zumal mein Herr nicht darauf reagierte, sondern lediglich ankündigte, dass er vielleicht zwei Paga trinken wird… hatte ich da irgendetwas womöglich nicht mitbekommen? Es ging zurück nach Hause, doch ich sparte mir meine Frage vorerst, da ich Fenris nicht vernachlässigen wollte, der schon auf sein Futter wartete. Seitdem Risa für die Bewachung hinten an der Boskwiese zuständig ist, kümmert sich Lita um sie, was anscheinend wohl auch klappt, da andernfalls die Tiere auf dem Speiseplan der Sleendame landen würden.

Als ich schließlich ins Haus kam, hatte sie meinem Herrn inzwischen einen Paga serviert und ließ es sich an seiner linken Seite gut gehen. Sie bemerkte mich zwar, gab aber nur „ah… da ist ja auch Dina“ von sich. Irgendwelche Anstalten, wie sonst auf die andere Seite meines Herrn zu rutschen und meinen Platz zu räumen, machte sie allerdings nicht. „Ja Lita, ich kann sehen und eine Tür höre ich auch“, kommentierte mein Herr ihre überflüssige Bemerkung, unternahm aber ansonsten auch nichts. Na gut, ich musste eh noch meine Hände reinigen, da konnte ich auch gleich noch das Abwaschen erledigen… mein Herr fühlte sich ja anscheinend wohl und war versorgt. 

„Oh… ich wollte auch nur andeuten, dass jetzt beide Seiten von dir gewärmt werden könnten“, erklärte Lita ihm, während er seinen linken Arm um sie legte. „Das klingt verführerisch… Dina, was machst du da eigentlich in der Küche?“, erkundigte er sich schließlich, obwohl er mein Tun sicher bemerkt und auch, dass ich zuletzt noch etwas Holz im Ofen nachgelegt hatte. Ich versuchte mir nicht anmerken zu lassen, was in mir vorging und erkundigte mich freundlich, ob er vielleicht einen Wunsch hat, den Lita ihm nicht erfüllen kann. Ansonsten gab ich mir Mühe zu ignorieren, was nun von ihr kam. "Na komm her, ich beiße nicht und wie unser Herr schon sagte... er hat zwei starke Arme."

Erst teilt sie mich zum Servieren des Pagas ein und nun meint sie mir schon wieder sagen zu müssen, was ich tun soll? Alarmglocken schrillten in mir, weil sämtliche schmerzhaften Erinnerungen an eine unschöne Zeit wieder da waren, in der ich mich ohne den Schutz meines Herrn total allein gelassen gefühlt hatte. Eine eiskalte Faust umschloss mein Kajiraherz, als sich seine neue Sklavin jetzt noch inniger an seine linke Seite drückte. Ihm war anscheinend wirklich nicht bewusst, was gerade in mir ablief, da er lachend noch ergänzte: „Haha, ich beiße auch nicht, Dina.“ Ok, ich versuchte mich neben mich zu stellen und mir bewusst zu machen, was für mich wichtig ist… es soll meinem Herrn gut gehen und das ist das Einzige was zählt.


Wenn er es also als nicht erforderlich ansieht mir zu erklären, warum ich nicht mehr sein erstes Mädchen bin, dann ist das so… ich bin nur eine unbedeutende Sklavin, ein Nichts, das jederzeit ersetzt werden kann. Ich machte gerade Anstalten, nun an seine rechte Seite zu rutschen, als er vollkommen unerwartet befahl: „Lita rutsch rüber!“ Gleichzeitig patschte er mit der flachen Hand auf den frei gewordenen Platz links neben sich, den ich nun überglücklich einnahm. Ich gebe zu, aufgrund meiner miesen Erfahrungen bin ich manchmal einfach zu dünnhäutig und in diesem Fall war ich offensichtlich zu dumm, um zu verstehen, was nicht auffordernd, sondern angeblich „neckend“ gemeint war. Wie schön, dass das geklärt werden konnte! ;-)

Sonntag, 25. November 2018

Dies und Das am Lagerfeuer

Mein Herr war offensichtlich mit einer Erziehungsmaßnahme beschäftigt, als ich aus dem Haus kam. Er gab Tami nämlich gerade einen Schubs, sodass sie umfiel und brummte dabei wenig erbaut: „Das nächste Mal versohle ich dir deinen Allerwertesten!“ Da ich keine Ahnung hatte, was vorgefallen war und vor allem keinerlei Interesse, zwischen irgendwelche unschönen Fronten zu geraten, hielt ich mich vorsichtshalber lieber erst einmal im Hintergrund. Doch Tami hatte mich entdeckt und winkte mir grüßend zu, sodass ich mich nun lieber doch beeilte, mich vor meinen Herrn zu knien, um sanft meine Lippen auf seine Fußrücken zu drücken.


„Tal meine Dina! Willst du mich ablenken, um Tami zu helfen? Ich war gerade dabei die Seife zu holen!“ brummte er mich an. Oha, seine Laune war offensichtlich nicht die beste, aber warum sollte ich Tami helfen, wo ich nicht mal ansatzweise eine Ahnung hatte, womit sie meinen Herrn schon wieder verärgert hatte? Schnell beteuerte ich: „Es war nicht meine Absicht mich einzumischen, mein Herr…. möchtest du, dass ich die Seife hole?“ Tami erhielt noch eine Chance, denn mein Herr fragte sie nun, ob das noch erforderlich ist. „Nein, nein Herr“, verneinte sie und schüttelte heftig ihren Kopf dabei. Tja, dumm gelaufen für die Kajira, mein Herr wollte jetzt nämlich von mir wissen: „Dina, hast du auch gerade „ja, ja unbedingt“ gehört?“

Mir war sofort klar, worauf er hinaus wollte. Doch da ich immer noch nicht wusste, womit Tami ihn verärgert hatte, zog ich es lieber vor mich möglichst herauszuhalten und antwortete nur vage, trotzdem aber wahrheitsgetreu: „Es tut mir leid, mein Herr... ich habe eine doppelte Verneinung gehört.“ Ich wusste natürlich, dass „nein, nein“ von der Logik her eine Bejahung war, doch Tami schaltete nicht, sondern behauptete, ihre doppelte Verneinung sei eine „rein grammatikalisch bekräftigende Wortwahl“ gewesen. Nagut, mit Rhetorik und Logik hatte sie es wohl nicht so. Aber nett wie mein Herr nun mal ist, ließ er das Thema mit der Warnung fallen: „Einmal „nein“ reicht. Denk in Zukunft daran, Tami, sonst werde ich die Lektion bei dir vertiefen und bin das nächste Mal nicht so nett!“

Keine Ahnung, warum sie nun damit abzulenken versuchte, dass es in Schendi eine Bäckerin gibt, die prima Brezeln macht, aber sie erinnerte mich damit, eilig nach dem Larmakuchen zu schauen, der inzwischen fertig sein musste. „Oh... gut, dass du vom Backen sprichst, Tami!“ gab ich hastig noch schnell von mir, bevor ich ohne weitere Erklärungen eilig ins Haus flitzte. Puhhh, ich hatte Glück, mein Timing war nämlich perfekt und das, was ich aus dem Ofen holte, sah nicht nur oberlecker aus, sondern duftete auch köstlich. Da mein Herr ein großer Liebhaber von Gebackenem ist, wollte ich ihm einfach nur so eine kleine Extrafreude machen… und so schnell, wie er den Kuchen verputzte, ist mir das offensichtlich auch gelungen. Vielleicht wollte er Tamis inzwischen aufgetauchtem Herrn davon aber auch nur nichts abgeben?


Nachdem das Gebackene ruckzuck vernichtet war, war selbstverständlich ein Paga angesagt, um nicht nur den leckeren Kuchen zu einem Festschmaus abzurunden, sondern die darin befindlichen, bereits vor dem Backen in Paga eingeweichten, getrockneten Kalana-Trauben erneut schwimmen zu lassen. „Hat da gerade wer Paga erwähnt?“ erkundigte sich der ständig reisende Jungkrieger und drehte seinen Kopf in Richtung meines Herrn, hatte aber Pech. Mein Herr ging darauf nämlich nicht ein, sondern erzählte stattdessen, womit Tami ihn verärgert hatte: „Ich habe deiner Sklavin vorhin beigebracht, dass sie unser Holz nicht verschwenden soll… es muss noch über den Winter langen und ist nicht so viel, wie es aussieht. Wir werden nicht drum herum kommen, Holz zu beschaffen!“

Tja, das wiederum schien den Jungkrieger nicht zu interessieren, da seine Kajira ihm jetzt von roten Fruchttorten und riesigen Bretzeln vorschwärmte, die sie in Schendi anscheinend verdrückt hatte. Pffft... damit kann man doch nicht heizen, wenn es kalt ist! Nagut, mit angefutterter Kuchen-Speckschicht braucht man wohl auch kein Kaminfeuer. Außerdem hatte die Haustür des Herrn sperrangelweit offen gestanden und die von der Bäckerei auch… noch viel schlimmer war für ihn jedoch, sein Pagafass war leer. „Hmmm… meine Tür und die vom Stadthaus standen vor kurzem auch offen und es kam mir so vor, als ob von deiner Wäsche an der Leine etwas fehlte, da deine Sklavin die nicht mehr abgenommen hatte, bevor du wieder auf Reisen gingst. Hier hat sich vermutlich ein Gesetzloser herumgetrieben.“ Kleinlaut gestand Tami nun ein, dass sie die gewaschenen Sachen hängen ließ, als es vor einigen Tagen so überstürzt zum Hafen ging.

Die fehlende Unterwäsche fand der Jungkrieger nicht weiter schlimm, zog aber weiter ein verärgertes Gesicht, weil angeblich jemand an seinem Pagafass gewesen war. „Ein Unterwäschedieb, der auch noch meinen Paga wegsäuft… so ein Schuft!“ „Pass auf, das nächste Mal klaut der deine Uniform und gibt sich für dich aus, um überall auf deine Kosten einzukaufen… das nennt sich Identitätsdiebstahl und kommt öfter vor, als man denkt“, schwarzmalerte mein Herr, denn Gor ist nun mal gefährlich. Aber er war auch fein heraus, nämlich von deutlich imposanterer und vor allem durchtrainierterer Statur, als dieser eher zierliche Jungspund von Krieger, der bestenfalls mit seinem Pilgerstab wedelt. Diesem Dieb wären die Sachen meines Herrn jedenfalls viel zu groß gewesen und außerdem hatte er mit seinem Sleen eine gute Wache am Haus.


Die Männer erörterten noch Dies und Das, bei dem ich aber nur noch halb zuhörte, da ich mich inzwischen innig an das Bein meines Herrn anschmiegte und mich den Berührungen seiner Hand hingab. Insofern war ich nicht traurig, dass die Kissen am Lagerfeuer nicht mehr platt gesessen wurden und sich der Jungkrieger schließlich verabschiedete, nachdem ihm Befürchtungen gekommen waren, der Dieb konnte sich womöglich auch an seinen Kalana-Fässern zu schaffen gemacht haben. Da mein Herr inzwischen offensichtlich lange genug herumgestanden hatte, ließ er sich nun auf dem Stuhl neben seiner Haustür nieder und zog mich mit seinen starken Kriegerarmen auf seinen Schoß! :-)))